Hälder m. ‘kleiner Fischteich’, auch ‘Gefäß zum vorläufigen Halten von Fischen’ 2: Wb-Altm 80, 3: Wb-We 49 – … unterm neuen Kubergischen teiche liegt ein helder, der Kupperhelder genandt, wirdt zumm fischen zu vorwahren gebraucht … Amt Lindau 1585/88, Landreg-Anhalt 3,223.
Lautf.: Heller Wb-Altm 80, Wb-We 49; Hler Wb-Altm 80.
Halfwendbrt n. dass. wie  Halfachtern, 2: ZE-HLe Ro, 3: Vk-Anhaltb 10 (BE-He KlMü), 4: verstr. anhalt. – mor wol’l jedsd Halwmbrd machen BE-He; Wan sie dienen, beide, hufener und kotsessen, gibt man inen die mittagsmalzeit und halbe abentbrot. Amt Nienburg 1563, Landreg-Anhalt 1,386.
Lautf.: Halfahmbrot ZE-HLe; [halwmbrd] verstr. anhalt.; halwe Aombrot BE-KlMü; Halbabendbrot ZE-Ro.
Halfspänner m. ‘Bauer, Landwirt’ 2: GA-Ack, ZE-Nu, 3: verstr. elbostf. – H. bezeichnete urspr. den Bauern, der zwei bis vier Pferde besaß, während in der Börde das volle Gespann sechs Pferde umfasste (Wb-Holzl 99). Er stand dem Vollspänner in Status und Lebenshaltung kaum nach, auch er konnte die höchsten dörflichen Ämter bekleiden. Heiraten zwischen beiden Gruppen waren üblich (Bauer-Börde 298). – Summa summarum aller undertanen im gantzen gerichte Gropzigk seindt 194 hauswirte, wie folgen, als 28 ackerleute, 12 halbspenner, 154 kodtsesser. Amt Gröbzig ca. 1570, Landreg-Anhalt 1,350.
Lautf.: Half-, Halbspänner; außerdem: Halfspänder Wb-Holzl 99, HA-Oh, Id-Eilsa 66, OSCH-Schw, WE-Ro; halfschpender Wb-Nharz 67.
Hmellämmer Pl. ‘junge männl. Schafe’ 3: Vk-Ask 185 – … Scheferey Fregkleben … 82 ziebbenlemmer; 77 hamellemmer … Amt Freckleben 1586, Landreg-Anhalt 2,82.
Lautf.: hammllemmr.
2Hger m. 1. ‘Sandbank im Strom, Sandablagerung am Ufer’ 2: Elbschifferspr. 412 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), verstr. JE1, ZE-Roß, 3: vereinz. w JE1, Mda-Ma 78 (vereinz. nö CA), 4: Elbschifferspr. 412 (CA-Ak), Wb-Ak 64 – da lt en Häer Mda-nwJe1b 71 (JE1-Pa); Lachsfang uf dem Heger Amt Dessau 1547/49, Landreg-Anhalt 1,21. – 2. ‘grobkörniger, steiniger Sand, Kies’, vgl. 1Ks, 3: verbr. w JE1, Mda-Ma 78 (CA-Gli).
Lautf.: Häger JE1-Gü; Hjer, [hjr] Elbschifferspr. 412 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak), ZE-Roß, verstr. JE1, Mda-Ma 78 (vereinz. nö CA), Wb-Ak 64; [hr] Mda-nwJe1b 71 (JE1-Pa Scha). Zus.: zu 1.: Ks-.
1Heide f. 1. ‘Wald’,  Holt, 2: WO-Col, verbr. JE2, ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 102 (veralt.). – 2. ‘sandiges, überwiegend baumloses, flaches Gebiet’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, verstr. JE1, Mda-Ze (verstr. ZE), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 67 – dai Wacholla wesst in Hi un in Busch SA-Dä; Wrter denn m wedder uf de Hde? Wb-Ak 67; Rda.: dat geit, dat de Heide wackelt WE-Be; Dät kost’t nich Hei’ un Wei’. ‘Damit ist nicht aller Besitz verloren.’ Bewohner-Altm 1,338; Hans Kruger, der richter, hat haus und hoff und darzu 2 1/2 hufe land von der herschaft zu menlichem lehn, ist an acker, heide und holze. Quellendorf, Amt Dessau und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,136. – 3. PflN ‘Heidekraut’ 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: HA-Bee, Wb-Nharz 73, 4: Mda-Fuhne 135 (verstr. ö DE) – auk weer Haih utn Busch holt aß Instrau föh de Koh- un Swieställ SA-Rist.
Lautf.: Heide, [haid] JE2-Alt HBe, vereinz. w/s elbostf., Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1); [hd] QUE-Di; [hd] Dialekt-Ma 12 (vereinz. s JE1, CA-We), Mda-Ze (ZE-Roß), Hde Wb-Ak 67; [hl] Mda-Ze (ZE-Gro); [hr] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); Hse Wb-Ak 67; [hdg, hlg, hzg] Dim. Mda-Fuhne 135 (verstr. ö DE); Heie verbr. s JE2, [hae] GA-Bo, verbr. CALV, WO-Col Zi; Heije JE2-Kar; Heid Wb-Altm 79; Hei verstr. Altm., JE2-Fi Nkli Scha, HA-Bee, Id-Eilsa 67; [hi] SA-Dä; [he] verbr. nwaltm.; Heij JE2-Kam Pa Wa; [hi] SA-Me, GA-Wen, STE-Gro Wa.
Heininge f. ‘ Nachtweide, gehegte Weide, in die das Vieh während der Nacht getrieben wurde’, auch als FlN, 2: verstr. JE2 JE1, Bauernwelt-Ze – … iren anger zwischen der Pakendorfischen wiesen und der Nigenmarcken inne gelegen, gebrauchen sie zur heinung fur iren pferden, die tag und nacht darauf gehen mussen … Bias, Amt Zerbst 1572, Landreg-Anhalt 3,315.
Lautf.: Heininge JE2-Ki (veralt.), Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie); Heinichte JE2-Ki (veralt.), Siedler-Je Kt. 16 (verstr. ö JE1); Heenichte Bauernwelt-Ze; Heinung Siedler-Je Kt. 16 (verstr. s JE2 w JE1, außer Elbgebiet). – Etym.: ndl. Herkunft, vgl. ausf. Teuchert 21972,195f. Zus.: Nacht-.
Hoffmeister m. 1. ‘Aufseher auf einem Gut’ 2: Wb-Altm 84, WO-Sa, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, BE-Am, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca), DE-Els – Rda.: Hoffmesters un Plockpiepen schitt de Hund alle Dage WO-Sa; Die ausgabe und belohnung des gesindes geschiet von Dessa aus der renterei und muß der hofemeister alle ausgab und gebeude mit des rentmeisters vorwissen tun und das gelt darzu von ime entpfahn. Dessau und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,118. – 2. ‘jmd., der gern befiehlt’ 4: Wb-Ak 71.
Lautf., Gram.: Hoffmester, hoff- HA-Oh, Mda-Weg 98, WE-Wa; -mesters Pl. WO-Sa; Hommster Wb-Ak 71, [homstr] Wb-Be; Homester Wb-Holzl 106, HA-Bee Oh, BA-GrAls; [homsdr] BE-Am, Mda-Fuhne 35 (DE-Ca) veralt.; Homeist’r Wb-Altm 84; Hmester, h- verstr. w elbostf., WA-Un, Id-Quea 159; [hmstr] DE-Els.
Holt n. 1. Holz zur Verwendung als Bau- oder Brennmaterial bzw. zur Herstellung von Gegenständen, verbr. – dat Ding is t Holt emket HA-Oh; dät Schplint is t Holt emokt JE2-Scho; dät Holt is fsch (morsch) JE2-Scho; dat Ht hat all feaschpaokt (verrottet) SA-Dä; Hols hr! Kommando beim Fortbewegen schwerer Gegenstände, Wb-Ak 71; Rda.: dat is ne farschtersdochter, d het holt for der dr ‘sie hat einen üppigen Busen’ Wb-Nharz 81; ut Holt laten sich keine Bolzen dreihen ‘wer dumm ist, den kann man nicht gescheit machen’ Sprw-Börde; Sprw.: wu man Holt hauwet, fallt Späne Wb-We 53; Rätsel: Liet in’n Holte un schreit in’n Dörpe? – das Kind in der Wiege, Chr-Em 438; Liet int Holt un jeiht. – der Brotteig, STE-Ost; Wat liet in’t Holt un’ hät’n Hütken up? – das Bier im Fass, Bewohner-Altm 2,174; Steiht in’t Holt un lärmt. – der Pfarrer auf der Kanzel, SA-Rie; Wecker steiht in’t Holt un’ lärmt all’ Lü an, un’ keener därft äm Antwuhrt gäwen? – dass., Bewohner-Altm 2,168; Wat geiht in Holte un schitt witt? – die große Säge, HA-No; … do arbeiden se disse bruggen mit allen truwen unde vulbuweden de bruggen … und dat holt koften se ut dem holte to Gusen. 1422, Schöppenchr-Ma 368. – 2. ‘klein gehacktes (Stück) Brennholz’, vorw. in der Verbdg.: kleinet Holt, vgl. auch Kleinholt,  Klwe(n), verstr. – Bei min’n Onkel […] mockten se Holt. Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie); Hle m an Armvull Hols inne Kiche! Wb-Ak 71. – 3. ‘Wald’ 1: SA-Bee Ch, 2: verstr. Altm., Siedler-Je § 271, JE1-Scha, 3: verbr. elbostf. (außer CA), 4: verstr. nthür. w BE; häufig in FlN, FlN-Ma/Anhalt 66 (verstr., außer nö Altm., w anhalt.) – ich je ins Hols BE-Fr; in’t Holt feuern HA-Oh; nn Holte ‘in den Wald’ WO-Mei; op’n Holte gn ‘durch den Wald gehen’ Wb-We 53; op’n holte rnt et Wb-Nharz 81; Rda.: holt rit un frit ‘im Wald zerreißt man leicht die Kleidung und bekommt man schnell Hunger’ Wb-Nharz 81; Sprw.: So ass’n in’t Holt rinn schrt, so schrt wedder rt. Wb-Altm 277; Item. hy heth ok bekant, dat hy to Brunßwik in der Dyffestraten eyne ko gestalen heth und hadde dy in dat holt gefurth. Dar is sy. 1487 FB Zerbst 35; Die dritte gemein heist das Forttichen, ist ein holz; … Amt Dessau und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,74.  Busch Danne Fichte Forst Fre Hg(en) 1Heide Kne Lfh gen Lfholt.
Lautf.: Holt verstr. brdb. elbostf.; Haolt GA-Mie, STE-Lü; Ho(o)t, [ht] verstr. nwaltm.; Hooed SA-Ah; Holz, [holts] verstr. s ZE, OSCH-Emm, verstr. sö elbostf. omd.; Hols Wb-Ak 71, [hols] verstr. w JE1 nö CA, vereinz. BE; [hol(t)s] Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 3 (verbr. s ZE n CA anhalt.) – Etym.: Hols hr! Wb-Ak 71 auch als ‘Hol es her!’ deutbar. Zuss.: zu 1.: Hassel-, Huppen-, Kappen-, Kn-, Krn-, Kersen-, Knallbüssen-, Knorr-, Krp-, Lang-, Lattenholz, Linden-, M ser-, Meine-, Mrwe-, Mudden-, Nütt-, ster-; zu 2.: Heinotter-, Kachel-, Kachelwen-, Kn-, Klafter-, Klapperholz, Klapperstorchenholz, Klein-, Klwen-, Knäcker-, Knack-, Knäppnerholz, Knickholz, Knister-, Knüppel-, K-ken-, Kreien-; zu 3.: Lf-; sonstiges: Hänge-, Hangel-, Hn-, Harken-, Helm-, Hinderass-, Kant-, Krf-, Klapphölzer, Kn-wel-, Knüppel-, Kopp- , Krnen-, Krümmel-, Krumm-, Kummet-, Mler-, Mangel-, Mantel-, Nudelholz.
Hrn n. 1a. ‘spitzer, harter Auswuchs am Kopf bestimmter Tiere’ verstr. – d Osse het tw Hne JE2-Scho; Rda.: sek dat Sl ümme de Hören smiten laten ‘sich zur Heirat bewegen lassen’ Wb-We 53; einen in horne hebben ‘betrunken sein’,  dn, Wb-Nharz 82; Hei nämmt sick vöäl up de Höär’n. ‘Er bürdet sich viel auf, stellt sich schwierige Aufgaben.’ Bewohner-Altm 1,338; Wenn ‘r Häörn hr, denn stött ‘r. ‘Wenn er könnte, wie er wollte, so käme man mit ihm nur schwer aus.’ Wb-Altm 278; j elder de bok, j schtwer et horn obszö- ne Anspielung, Wb-Nharz 82. – 1b. ‘Geweih’ 3: OSCH-Di. – 1c. ‘die von Tieren an Hörnern und Hufen gebildete harte Substanz’ 3: Wb-Holzl 106, OSCH-Di. – 2. ‘schmerzhafte Beule, die man sich durch Stoß oder Schlag zugezogen hat’,  Brsche, 1: SA-Bee, 2: GA-Wu, JE1-Schor, ZE-Cob, 3: vereinz. elbostf., 4: BA-Ha Sil, Wb-Ak 71, CA-Löb, verbr. BE – d hasd awwor an Horn n Gobb BE-Gü; ich hawwe mich an orntlijes Horn ’n Tts jerennt Wb-Be. – 3. ‘das spitze Ende einer Leiter’ 3: Wb-Nharz 82. – 4. ‘hornförmiges Gerät des Schmieds, das in den Amboss gesteckt wird’ 4: Wb-Ak 71. – 5. Dim. ‘Gebäckstück von gekrümmter Form’ 2: STE-Ste, JE1-Scha, 3: WE-Elb, BLA-Hü. – 6. ‘Winkel, auslaufendes Ackerstück, in eine Niederung oder ein Gewässer hineinragende hohe Landzunge, Halbinsel’, in FlN, 2: vereinz. Altm., verbr. JE2 JE1, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt – … dat hus geleghen up dem horne … 1428, SchB-Akenc 37; … izlicher hat zu seinem hauß 2 stucken oder 1 horn oder 1 kabel graß zu Nawendorf. Amt Dessau und Lippehne 1547/49, Landreg-Anhalt 1,54.
Lautf.: Hoorn, Hrn Wb-Holzl 106 (1c.), verstr. s elbostf.; [hrn] GA-Da; [hn] OST-Ko; Hern HA-Oh; Horn, [horn] SA-Bee, GA-Wu, JE1-Schor, Mda-Ze (ZE-Roß), ZE-Cob, HA-All, verstr. s elbostf., verbr. nthür. w anhalt.; horne, [horn] verstr. ZE; huoren (1c.) OSCH-Di; Höörn, Hrn verstr. w elbostf.; Hern WE-Wa; [hn] SA-Ku, OST-Kru; [hn] WO-HWa; Hören Wb-We 53; Häörn Wb-Altm 77; [hr] Siedler-Je § 117 (s JE2); [härn] Siedler-Je § 117 (s JE2, n JE1); [hn] SA-Jü, verstr. n/ö Altm.; [hän] Siedler-Je § 117 (n JE2); [hn] Mda-Ar 30; [hn] verstr. s Altm.; [hon] GA-Bo; [hn] JE2-Scho; Hörn HA-Sie, OSCH-Hor; hüören OSCH-Di (1b.); [hr] Siedler-Je § 117 (mittleres JE2); [hr] a.a.O. § 117 (s JE1); [hrn] a.a.O. § 117 (s JE1); [hn] WO-Mei; [haen] SA-Hö; [hoin] SA-Die Pe Wü; [häin] SA-Da El; [hurn] DE-Ca (veralt.); Dim.: Hörnchen STE-Ste, JE1-Scha, WE-Elb, BLA-Hü. – Gram.: Pl.: Höörn Wb-Holzl 107; Häörn Wb-Altm 278, Höär’n Bewohner-Altm 1,338; [hn] SA-Ku, OST-Ko Kru; [hn] GA-Bo, WO-HWa; Hern HA-Oh; Hörner Spr-Altm 78; Hören Wb-We 53; [hrn] GA-Da; [hn] SA-Jü, verstr. n/ö Altm.; [hn] verstr. s Altm.; [hon] GA-Bo; [hn] JE2-Scho; [hn] WO-Mei; [hoin] SA-Die Pe Wü; [häin] SA-Da El; [haen] SA-Hö; [hernr] Mda-Fuhne 67 (verstr. s anhalt.); hernder Mda-Sti 46; [horner] ZE-Roß, Horner Wb-Ak 71; [hornr] Mda-Ze (verstr. ZE); Harrner QUE-Di; [harnr] Mda-Fuhne 67 (verstr. anhalt.); harnr Mda-Ro; harnder Wb-Nharz 82. Zuss.: zu 1.: Hirsch-, K-; zu 5.: Martins-; sonstiges: K-.