j Pt. verbr. 1a. zustimmende Antwort – Kimmeste mit n ewwer Ellewe? – Ja! Wb-Ak 74; Is dei Hofstidde grot? – O ja, sau wie unse, dat’r bequem veir Päre veirspännig op umme wenn’n könn’n. Rauch 1925,36; hei secht nich j datau HA-Oh; j, j, et is w d sechst Wb-Nharz 88. – 1b. ärgerlich zustimmende Antwort – kommst de denn nu met? – jodoche! ZE-Roß; “Jaddoche,” – sase Fritze arjerlich – … Wäschke 61920,5. – 1c. Antwort auf eine negativ gestellte Frage – Haste mei’n Vter nich jesn? – J. Wb-Ak 79. – 2. iron. in verneinenden, abweisenden Antworten – Ja! Hunneschite! Wb-We 57; Ja, morgen wenn de Bökke lammet! Wb-We 57; ja wol, dat wil ek daun Wb-Nharz 88. – 3. nachgestellt bei Fragen mit erwarteter Zustimmung – hei sieht meck hellsch knackschälig (kränklich, blass) ut, ja? BA-Op; wollmer na Dessau fahrn, je? ZE-Roß; Wilt’n dat ma daun, ja? BA-Op. – 4. bekräftigend mit Bezug auf etw. Bekanntes – Dat is jo nu all lange her. Gorges 1938,34; dat wärt ja widder jut Spr-Asch 18; Ich hre je schn. Wb-Ak 76; das gansde je dn DE-Ca. – 5. emotionale Äußerungen verstärkend – a. Überraschung, Erstaunen – Das schmeckt je jallebitter. Wb-Ak 76; dat is ja Hagel Spr-Asch 18; du geist jo so hump’lig Wb-Altm 86; sau! dat is jo recht hipsch! Sprw-Börde; nee, awwer sauwat ok, ja ja BA-Op. – b. Empörung – dat is jo tum katolsch wärn STE-Schi; dat is jo balle gar nich mehr taun uthooln OSCH-Grö; dat geiht jo ok alles nich HA-Bo. – c. Bedauern, Enttäuschung – dat is j schlim Wb-Nharz 90. – 6. verstärkend in Aufforderungen – Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; man j nich! HA-Oh; dat due man ja Spr-Asch 18. – 7. eine Äu- ßerung einleitend und eine kurze Besinnung oder Verzögerung andeutend – Tja, min leiwe Hermann! Klaus 1936,3; ja, dat is saune sache Wb-Nharz 88; jao, dat is jo nu all lang her OST-Schön.
Lautf.: Neben regional variierende Belege (ja, j, j, j) treten mitunter semantisch und positionell bedingte Differenzierungen (z.B. je in unbetonter Stellung).
Jkus m. ‘Spaß, Scherz’, vgl. 1Jux, 2: ZE-Roß, 3: Rauch 1925,24, Wb-Holzl 114 (HA-Em), Lindaua o.J. 43, 4: vereinz. anhalt. – Mnsch, wr tich tas an Jks! Wb-Be; Rda.: tum Jök maken ‘sich lächerlich machen’ Rauch 1925,24; Bauernregel: fällt de erste Snai in’n Dreck, is de ganze Winter en Jöck Wb-Holzl 114 (HA-Em).
Lautf.: Jokus Lindaua o.J. 43; Jooks, [jks] ZE-Roß, vereinz. anhalt.; Jöck Wb-Holzl 114 (HA-Em), Jök Rauch 1925,24.
klack(s)en Vb. ‘mit klatschendem Geräusch herunterfallen und aufschlagen’ 2: Wb-Altm 101, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Wie hei mick sahg, puterrot, un de Sweet klacke mick ümmer sau von Koppe, … Rauch 1925,15.  TZ: klackern kladdern klicken.
Lautf.: klacken; außerdem: klacksen Wb-Altm 101, Wb-Holzl 119; vgl. klecksen. Zus.: hinklacken.
Klg m. ‘Verstand’ 2: Bewohner-Altm 2,130, 3: Rauch 1925,59, Wb-Holzl 120, 4: CA-Ak – … ick will mick an keinen Minschen vergriepen, dei sienen Klauk nich hat. Rauch 1925,59.
Lautf.: Klok Bewohner Altm 2,130; Klauk Rauch 1925,59, Wb-Holzl 120; [klk] CA-Ak.
klg Adj. 1a. ‘klug, gescheit’ 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie), vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 53, vereinz. anhalt. (außer DE) – Doa kamm ick up den klueken Infall … Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); Frue, du bist nich rechte klauk! Rauch 1925,6; Rda.: He is so klok as’n Bäschaop. ‘Er ist dumm.’ Spr-Altm 82; Sprw.: Wer Geld hät, is ook klok. Beiträge-Altm 1,334. – 1b. ‘Bescheid wissen’ 2: ZE-Roß, 3: Klaus 1936,54, Wb-Nharz 98, 4: Wäschke 31909,3 – Dä Amtsrat kann nich klauk drut weren. Klaus 1936,54; klauk maken ‘jmdm. Aufschluss geben’ Wb-Nharz 98. – 2. ‘einsichtig, vernünftig’ 2: Wb-Altm 277, Beiträge-Altm 1,344, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 120, Wb-We 66, BA-Re – subst.: de kloigste Wb-Holzl 120; Sprw.: Dorch Schaden ward’n klauk, awer nie rieker. WO-Gu.; subst.: De klökst gifft nao Wb-Altm 277; – 3a. ‘anderen nach dem Mund redend’, in Verbdg. mit Verben des Sprechens,  rden, 2: SA-Kön, OST-GrBeu Os, STE-Po, 3: HA-Uhr Wa, 4: BLA-Sti – klauke vertellen HA-Uhr. – 3b. ‘besserwisserisch, sich für klüger als andere haltend’,  ngenklg, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 270, Beiträge-Altm 1,355, Bewohner-Altm 2,130, Mda-Ar 37, JE2-Scho, ZE-Roß, 3: vereinz. HA, Wb-Nharz 44 – Rda.: Dee is sau klauk, dee könn’t Graos wass’n hoer’n, wenn’t man knack’n dehe. HA-Gro; H iss klöker ass’n Imm (Biene), h will t’n Prkött’l Honnig sg’n. Wb-Altm 270.
Lautf.: klg, klo(o)k, klk verstr. Altm., JE2-Scho, BLA-Sti; kluk Mda-Sti 53; klauk SA-Dä, verstr. elbostf.; klk, kluk Wb-Ak 91, Wb-Be, Alt-Cöthen 59, Wäschke 31909,3; [kl] ZE-Roß; kluek, [kluk] vereinz. ZE. – Gram.: klueken sw. m. Akk. Sg. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); Kompar.: klöker Wb-Altm 270; klker Mda-Sti 53; kleuker HA-Oh, QUE-Di, Wb-Nharz 98; Superl. (vorw. in subst. Verwendung): klöckst Wb-Altm 277, Beiträge-Altm 1,344; Kloikeste Wb-We 66; kleukste HA-Oh, Wb-Nharz 98. Zuss.: zu 3b.: ngen-, neunmalklug, olt-, wer-.
Ktstenhoff m. ‘kleiner Ackerhof, Grundbesitz eines Kossäten ( Ktste(r))’ 2: SA-Stap, 3: Rauch 1925,4, HA-Oh, 4: CA-Sa.
Lautf.: Ktzterhoff HA-Oh; Kotzäterhof Rauch 1925,4; Kossätenhoff CA-Sa; Koster- SA-Sta.
Ktste(r) m. ‘Kleinbauer, Besitzer eines kleinen Akkerhofes’, gehörte zu den unteren Schichten der über Ackerland verfügenden Bauern, veralt., verbr. – daomals woont’n up de ene Site vonne Dörpschtraote de Buur un up de annere Site de Kossät’n. JE2-Gü; … unse Lieseken, als grote Ackermannsdochter, kann doch keinen Kotzäter frien! Rauch 1925,43; Vetter Bethenär war an kleener Kossäte in Jroße Paschlemn, un wie die Kossäten dunnemals alle, hadde seine Arweet von friehmorjens bes an’n schpäten Amnt. Wäschke 41920,45; … erlaven … den Buren tho Rybow, houneren und kotseteren, dat se und ein jewelck mogen ewichlikken holthauwen tho nodtorfft … Urkunde des Markgrafen Otto, Salzwedel 1369, Cod. dipl. Brdb. 1.14,151; Item sie gehen 1 tagk zu hovedinst ufn tamb zu Dessaw zur bete … Uber allem disem hovedinst gipt man den kosseteren essen und trincken … Groß Kühnau, Amt Dessau und Lippehne 1547–49, Landreg-Anhalt 1,95. – Urspr. aus dem Landarbeiterstand stammend, waren die K. zu Besitz gekommen. Sie konnten über eine  1Kte 1a. mit einem kleinen Stück (Garten-)Land unmittelbar am Haus verfügen. Da sie außerhalb des Gemeindeeigentums standen, musste ihr Ackerstück umfriedet sein, von der Nutzung der Allmende waren sie ausgeschlossen. Allmählich gelang es ihnen, ihren Besitz zu vergrößern oder Pachtland zu erwerben. Da sie zunächst keine Pferde halten durften, hatten sie nur Hand- und keine Spanndienste zu leisten. In der sozialen Hierarchie des Dorfes blieben sie streng von den Bauern geschieden, obwohl sie in vielen Orten zahlenmäßig die stärkste Gruppe bildeten. Allerdings stellten sie auf Grund der unterschiedlichen Größe ihres Ackerlandes und ihres Viehbesitzes keine homogene Schicht dar. Ein Teil von ihnen konnte nicht allein von der Landwirtschaft leben, so dass sie daneben handwerkliche Tätigkeiten ausübten oder sich als Tagelöhner verdingten. Vk-Altm 50f., Knechte-nwAltm 5, Bauer-Börde 298, Spr-Elbe/Saale 163ff.  in der Zentrale wurden Kleinbauern versch. sozialer Stellung zusammengefasst: Anber Bdner Ber Grundsitzer Hsler Kzer Kleinber 2Kter 1Ktjer Ktmann Ktner Ktstenber Prdektjer Pommker Schrwarker Stückenkter; scherzh., abw.: Bollenpropper Buttjer Dtmker Hackenbter Japper Kleinkrpler Klepperbauer Kltjer Knöddjer K-balg Kbatz Kbatzer Kber Kbuttjer Kbützel Kkl-ter Kktjer Kktster Kkuttenklatscher Kprtjer Kqutjer Kschtenpattjer Ktjacker Krauter Krödeler Krpler Kuhklacker Kuhklepper Kuhscheißenbauer Kuhschuster Kuhzipfel Pattjacker Pker Psinger Prtjer Puttjacker Qutjer Sandmann Zickenber.
Lautf.: Ktster, -ster vereinz. nw elbostf.; Kotzäte WO-GrAm; Ko(ot)zäter, Ko(ot)zeter WO-Col Me, verstr. n elbostf.; Kotsitter OSCH-Huy; [kltstr] Beiträge-Nd 65 (WO-HWa); Ktsasse vereinz. sw elbostf.; Ktsass BLA-Ben Wie; Kautsäter Wb-Holzl 125 (WA-Dom); KossteOST-Sto, GA-Sche Vi Wa, WO-Zi, vereinz. s JE2, verbr. JE1 ZE, WE-Il, CA-Bie Pö, Wb-Ak 96, Wäschke 41920,45; Kosst, [kost] WO-Be, Mda-nwJe1b 66 (JE2-HSe, verstr. nw JE1), JE1-Schor, HA-Som; Kossäter, Kosseter WO-HWa, OSCH-Ad, WA-Alt, BA-GrAls, vereinz. n CA; [gozdr] vereinz. BE; Kossäate JE1-Ge; Kosseäte JE2-Ki, JE1-Grü; Kossate, Kosste STE-Ca, JE2-Kar, JE1-Da, ZE-We, vereinz. elbostf., CA-Sa, Wb-Be; [gozd], [gozd] vereinz. BE; Kossat, Kosst SA-Pü, verstr. Altm., JE2-Alt, JE1-Mö Sche Zep, verstr. elbostf., vereinz. s CA; [gozd], [gozd] vereinz. BE; [kst] HA-Uep; Kossart GA-Ro; Kossut CA-Bo; Kussate OSCH-Krop; [gozdr] BE-Fr HErx; Koster, Kostä, Kosta verstr. nwaltm., verbr. Altm., JE2-Reh; Kooster, KaosterSA-Stör, OST-Neu, STE-Ri, CALV-Zo; Kö- ster vereinz. s nwaltm., OST-GrBa; Kosser verstr. nö OST; Kossert WE-Si; Kotzer verbr. n/mittleres JE2, JE2-Fie; Kootze JE2-Kl; Kootzer JE2-Kl; Kothser Id-Altm. – Etym.: Wort brabantischer Herkunft *cotsete > cossete , eigentlich ‘Insasse einer Kote, einer kleinen Hütte’, damit wurden hörige Landarbeiter bezeichnet, die über ein kleines Haus und ein Stück Land verfügten, durch die Siedler zunächst im brdb. Sprachraum verbreitet, verdrängt schließlich nach der Eingliederung der magdeburgischen Gebiete in den brdb. Staat durch die Verwendung in der Verwaltungssprache auch im elbostf. Gebietdie einheimischen  2Kter, 1Ktjer; die Formen Koster, Kotzer durch Akzent auf dem ersten Glied entstanden, vgl. Spr-Elbe/ Saale 163ff. und 288f., Teuchert 21972,306ff. Zus.: K-.
krmen Vb. dass., 2: WO-Sa, JE1-Ziep, 3: verstr. w elbostf., Id-Queb 7, QUE-West, BA-Rie, 4: Wb-Ak 98 – … un dei Mareik (Meerrettich) datau, dat einen de Ogen da na trahnen oder sau schön in de Näse kriemt … Rauch 1925,5.
Lautf.: kri(e)men; außerdem: kr’m, [kr] HA-KlBa, Id-Eilsa 74, OSCH-Wu, Wb-Ak 98; kräimen WE-Ost.
lf Adj. 1. ‘geschätzt, verehrt, geliebt’ verbr. – mien laiwe Junge Wb-Holzl 133; sek leif hebben ‘sich lieben’ Wb-Nharz 116; dat Kind hat sn Öllan laif SA-Dä; subst.: de Lewst ‘der, die Geliebte’ Wb-Altm 125; hei hat sik ne Lpste an’e schafft HA-Oh; oft in fester Verbdg. zum Ausdruck einer bes. Wertschätzung: der lwe Jott Wb-Ak 106; liebe SonneVk-Anhalta 45; ‘t lwe Fei(Vieh) HA-Oh; dat leiwe Koren (Korn) Wb-We 80; et leiwe wder ‘Gewitter’, euphem., vgl. Lfwder, Wb-Nharz 116; dat leiwe Bret is knapp HA-Oh; dat leiwe Holt is sau der Wb-We 80. – 2. ‘liebenswert, artig’ verstr. – ain lf gt Deän (Mädchen) SA-Zie; där is süss immer n lun un jn Krl ewest Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa). – 3. ‘angenehm, willkommen’ verstr. – dat is mek like leif ‘das ist mir ebenso recht’ Wb-We 80; ‘s mich lwer, wennste mitkimmest Wb-Ak 106. – 4. ‘froh’ 3: verstr. elbostf. – ek bin sau leiwe, datte komen bist Id-Eilsa 76; ek wr leiwe, dat ek dat wf wedder ls wr Wb-Nharz 116. – 5. in Ausrufen der Bestürzung oder Verwunderung, verstr. – du leiwer Gott Klaus 1936,2; ach tu leiwe Tt! HA-Oh; du miene leiwe Güte Rauch 1925,7; ach d lwes Bißchen Wb-Ak 106. – 6. verstärkend in festen Verbdg.: de Herre spitakelt nu de heil’l liem Dach opm Howe rum 3: OSCH-Wu. – 7. Adv., Kompar. und Superl. von grn, verstr. – lw’r gaor nich Wb-Altm 125; dat dau ik lwer HA-Oh; ick was ‘n lefsten in d’ Pärbucht … Hausfr-Altm 1925,26.
Lautf., Gram.: lf, lw SA-Ku Zie, verbr. nbrdb., verstr. n mbrdb.; lwe sw. Nom. Sg. verstr. s Altm.; lun gem. Dekl. m. Akk. Sg. (im Nom. gebraucht) Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); lp Mda-Sti 37 und 48; [laif] SA-Dä; [läif] verbr. nwaltm.; leif, laif verbr. elbostf.; leiwe sw. Nom. Sg. verbr. elbostf.; leiwe präd. (4.) Id-Eilsa 76, Wb-Nharz 116; laibe präd. (4.) OSCH-Di; laaf QUE-Di; lieb, lb, lp Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. nw elbostf., verstr. anhalt.; liebesw. Nom. Sg. Vk-Anhalta 45 und 69; lf WO-Zie; [lw] sw. Nom. Sg. vereinz. Altm., CA-Ba; liem’ sw. m. Akk. Sg. OSCH-Wu; [lif] verstr. ZE; Kompar. und Superl. mit gleichem Stammvokal wie Positiv, in einigen Fällen tritt zu mda. Positiv hd. beeinflusster Kompar. und Superl.: leif, aber lwer, lweste (daneben auch leiwer, leiweste) HA-Oh, Wb-Nharz 116, lp, aber liwer, am liwesten Mda-Sti 37; leiwerscht Kompar. Wb-Nharz 116. Zus.: zu 1.: manns-.
Mannsvolk n. dass. wie  Mannslde 1., 3: Rauch 1925,38, HA-Oh – Ick hewe noch kein Mannsvolk den Kopp vordreiht. Rauch 1925,38.
Lautf.: Mannsvolk Rauch 1925,38; -folk, follek HA-Oh.