Fastelwend(s)stpen n. ‘das leichte Schlagen der Füße der Mädchen mit Ruten durch die Burschen zu Fastnacht’, ausf.  Fastelwend, 2: Matthies 1912,14 (OST-Schö), verstr. sw GA (n der Ohre).
Lautf.: Fastlaomstüpen, -stüp’m vereinz. sw GA (n der Ohre); Fass(e)laohmstüpen GA-Mie Pe; Faßlms- Brauch-wAltm 26 (vereinz. sw GA – n der Ohre); Nbf.: Fastoab’ndstüp’n Matthies 1912,14 (OST-Schö).
Flick(en) m. 1a. ‘kleines Stück Stoff oder Leder zum Ausbessern einer beschädigten Stelle’, bes. bei Kleidung, 1: Matthies 1912,27 (SA-Die), 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Vk-Anhaltc 148 (BA-Ha), vereinz. w/mittleres anhalt. – ... rode Flicken von ehren Underrock uff den blauen Millerkiddel jesetzt hadde ... Heimatkalender-Börde 1925,63 f. (CA-Sa); Sprw.: en Flikken is beter as en Lokk Wb-We 157; De Flicken mütt grötter sind as dät Lock. auch übertr. als Regel für die Erstattung von Schulden oder für die Vergeltung von Gefälligkeiten, Bewohner-Altm 1,332. – 1b. Pl. ‘abgetragene, zerschlissene Kleidung’,  Lumpe(n), 3: vereinz. w elbostf. – 2. ‘kleines Stück’, bes. ‘kleines Stück Land’ 2: Wb-Altm 53, 3: vereinz. s elbostf. – ’n Flick’n Land Wb-Altm 53.
Lautf., Gram.: Flick(e)n Sg. und Pl.; außerdem: -s Pl. Gorges 1938,13, Wb-Nharz 211; Flick Wb-Altm 53, Vk-Anhaltc 148 (BA-Ha), Wb-Ak 59, Wb-Be.
Frten n. 1. ‘Futter für Tiere’ 2: Matthies 1912,5 (OST-Erx), Mda-sJe1 13 (verstr. s JE1, ZE-Göd), ZE-Roß, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 61. – 2. ‘Essen, Speise’, abw., 3: Vk-Harz 3,61, QUE-St, 4: Wb-Ak 61 – Rda.: Das is for’n an jefungenes Fressen. ‘Das kommt ihm gelegen.’ a.a.O. 61; Aeten un Fräten is mien Liefäten und Klump miene beste Suppe. Vk-Harz 3,61. – 3. ‘Gastmahl’, scherzh., 1: SA-Dä.
Lautf.: Frten HA-Oh; Frät(e)n Matthies 1912,5 (OST-Erx), Vk-Harz 3,61, QUE-St; [fratn] Mda-sJe1 13 (verstr. s JE1, ZE-Göd); [fritnt], [fridnt] SA-Dä; Fressen ZE-Roß, Wb-Ak 61.
1gr Adj. 1. ‘fertig gekocht, gebraten, gebacken’ verstr. – De Klümp’ sünd goar. Matthies 1912,18 (SA-Se); is denn dat Middachbrot noch nij gar? HA-Bee; s Flsch is ple jr Wb-Be; de Kauken is all gar Id-Eilsa 50; Is’t Kaffee gaor, dänn krieg’k to Liew To’n weinigsten so’n Tasser fiew. Pohlmann 1905,2; Rda.: De is nich gar ebacket ‘ihm ist nicht zu trauen’ Sprw-Harzvorle 143. – 2. in der Verbdg.: gr mken – a. ‘gerben’ 3: HA-Oh Wef, 4: Wb-Ak 75 – d Kürschner mket Felle ger HA-Oh. – b. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 2: Wb-Altm 62 und 125. – 3. ‘sehr erhitzt’ 3: Vk-Ask 154.
Lautf.: gar, gr, j-; außerdem: ger HA-Oh; gaor, j- verstr. nwaltm. nbrdb., ZE-Roß, Lieder-Ma Nr. 477 (WO-Ol), QUE-Di, Wb-Ak 75, Wb-Be; jre Vk-Ask 154.
Gladigau ON – Neckreim:Keeis’ un Broud,
is Gloagausch Maud.
2: Matthies 1912,28 (OST-GrRo).
Hans 1. männl. RN, Kurzform zu Johannes, vgl. Johann – Schnellsprechübung: Hans, höre hierher! Hale hinder Hans Hinrik Hessen Haunderhuse hart höldern Holt her. OSCH-Schw; Rda.: D hßich Hans, wenn das wr is ‘das ist bestimmt nicht wahr’ Wb-Ak 65; Sprw.: wat Hänsken nich lrt, lrt Hans nimmer mr Wb-We 46; Neckreim:Hans, fat de Katte an Swanz WE-Oster;Lied:Hans seet in’n Schoarnsteen
un flickt sick sien’ Schouh,
dunn kamm ‘n wackres Mäk’n
un keek em flietig tou.
Hans, wenn du freen wudd,
kannst du freen mick;
ick hew ‘n blank’n Doaler,
deann will ick gew’n dick.
Hans, nimm se nich!
Hans, nimm se nich!
Se heatt joa ‘n loahm’n Fout!
Deatt schoad’t joa nich,
deatt schoad’t joa nich,
deatt wea’d joa all werr’ gout!
Matthies 1912,25 (SA-Fa);
Hans, Hans Lewerworst
Laewet diene Frue noch?
Joa, joa se laewet noch,
Liet int Bedde un zappelt noch.
Jiff se ‘n Stücke Keese un Broot,
Sloa se met de Kiele doot.
Lieder-Ma Nr. 905 (HA-Bü).
– 2. zur Personenbezeichnung, verstr. – a. als Appellativum mit charakterisierendem, meist abw. 2. Glied: Hans rs, Hans Harlekn, Hans Kasper, Hans Narr, Hans Quast, Hans Taps; Hans Ungeschickt nur in der Rda.: Hans Ungeschickt lässt grüßen; Hans Fatzke, Hans Larts ‘eitler Mensch’,  Monsieur; Hansgrte ‘Junge mit starken weibl. Zügen’;  Hansworst. – b. in versch. Verbdg.: grter Hans ‘wichtige Persönlichkeit’; Hans vorm Schp ‘vorlauter Mensch’; Hans in allen Gatzen ‘jmd., der überall dabei ist, der sich überall (oberflächlich) auskennt’. – 3a. Name für einen  Kobold, 4: Vk-Anhalta 121. – 3b. in der Verbdg.: Hans mit dem langen Swanz ‘maskierte Gestalt im Pfingstumzug, die einen Fuchsschwanz trug und eine Peitsche mit sich führte’,  Pingsten, 2: Brauch-wAltm 80 (STE-Kö). – 4. in versch. Verbdg.: Hans-frg-er-nicht-nch Mittel gegen Krätze, Wb-We 46; Hans-fraog-nich-nao dass., Wb-Altm 135; Hans-isst-es-nicht dass., a.a.O. 135; Hans-habe-nicks dass., a.a.O. 135. – 5a. gebr. Name des Ziegenbocks oder des Pferdes, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 69, 4: Wb-Ak 65. – 5b. in der Verbdg.: Hans, Hans, auch: kumm, Hans, kumm Lockruf für Kälber,  Mtsche, 2: verbr. n WO JE2 JE1, 3: GA-Dö Fle, verbr. s WO ö HA, WA-La, WE-Mi Si, 4: CA-Ak. – 7. in der Verbdg.: Hans-Jochen-Winkel ‘der nw der Jeetze gelegene Teil des Kreises Salzwedel’ 2: vereinz. Altm.
Zuss.: zu 2.: Klau-, Klöppel-, Knapp-, Knp-, Knwel-, Knr-, Mäkel-, Nl-.
hrkmen Vb. 1. ‘zum Standort des Sprechers kommen’ 2: Matthies 1912,5 (OST-Erx), Mda-Ze (verstr. ZE), 3: Wb-Nharz 77, CA-Fö, 4: vereinz. anhalt. – kumm moa h Mda-Ze (ZE-Reu). – 2. in der Verbdg.: km hr, km Lockruf für Kühe,  Mtsche, 2: GA-Da. – 3. ‘entstehen’ 3: Wb-Nharz 77. – 4. den Beginn einer Tätigkeit bezeichnend – nu kamm ick hr un ging weg ‘ich ging weg’ 2: Wb-Altm 81.
Lautf., Gram.: hrkaom’ Wb-Altm 81; km hr Imp. Sg. GA-Da; hrkommen Wb-Nharz 77, här- Heese 21919,51; [hrko] Wb-Be; kumm her Imp. Sg. Matthies 1912,5 (OST-Erx), CA-Fö; [kum h] Imp. Sg. Mda-Ze (verstr. ZE); [gum hr] Imp. Sg. BE-Ad; kamp hä 3. Sg. Prät. Wäschke 31909,125.
holderdbolder Adv. ‘überstürzt, in völliger Eile’, häufig auch ‘mit polterndem Geräusch’ 1: Matthies 1912,7 (SA-Fa), 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf. – hei löppt huller di buller de treppe hinunner Id-Quea 159; dat geit mit äm huller de buller ‘er arbeitet sehr schnell und zügig’ Wb-Altm 86; Wiegenlied:Holder, rabolder
slag Häuneken dot.
Wat will we mid maken?
Se sind ja noch nich grot.
Da will we unse schöne Meken
en Kissen von maken,
da soll et recht fröhlich
un säute oppe slapen
. Hbl-Ohre 1933 Nr. 7/ohne Verf. (HA-
Um);
Reim (wenn man ein Kind auf den Knien reiten lässt):Huller, de Buller,
de Woag’n löppt weg!
Päar hebb’n sick verdrunk’n.
O, watt weent de Rieterknecht,
o, watt flookt de Junker!
Matthies 1912,7 (SA-Fa).
Lautf.: holder di bolder WE-Oster; holderdebolder Id-Eilsa 68, holder de bolder HA-Oh, Wb-Nharz 80; holterdipolder Wb-We* 215; Holter-di-polter Wb-Altm 84; holter de polter HA-Ack, Holter de Polter Sprw-Börde; holderbolder Wb-We 52; Holter-polter Wb-Altm 84; hollster de bollster Wb-Holzl 106; hulderdebulder HA-Bee, Sprw-Börde; Huld’r de Buld’r Lieder-Ma Nr. 52 (WO-Ol); huller de buller Wb-Altm 86, Huller de Buller Matthies 1912,4 und 7 (SA-Fa, STE-Hü), Hullerde-buller Firmenich o. J. 160 (WA-Ost); hullerdibuller Wb-We 54, huller di buller Id-Quea 159; hulderbulder Wb-We 52; Nbff.: holder rabolderHbl-Ohre 1933 Nr. 7/ohne Verf. (HA-Um); Hurre de Burre Lieder-Ma Nr. 52 (GA-Mie); Huster de buster Id-Altm.
hopp Interj. 1. Ermunterung, Aufforderung zum Sprung, bes. bei Pferden, 2: Matthies 1912,7 (OST-Erx), OST-Bö, STE-Wa, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 81 – Reim (wenn man ein Kind auf den Knien reiten lässt):Hopp, hopp, hopp noah Möll’n!
De Prester ritt upp’t Föll’n,
de Köster upp de bunte Koh:
hopp, hopp, hopp noah Möll’n to!
Matthies 1912,7 (OST-
Erx);
Hopp, hopp, hopp, hopp Reiter,
wenn er fällt, dänn schreit er,
fällt er in dän’n Grawen,
fräten äm de Rawen
. STE-Wa;
Bastlösereim:Hopp, hopp, hopp, hopp, Heister gaohn,
lat se nich so wide gaohn,
dat se bald werrer kaomen
. OST-Bö.
– 2. ‘vorwärts’, Zuruf an Pferde,  j, 2: OST-Sto, STE-Ho Scho, JE2-Kar, außerdem in Verbdg. mit  h. – 3. in der Verbdg.: hopp torügge ‘rückwärts’, Zuruf an Pferde, wenn ein Wagen rückwärts bewegt werden soll, 3: HA-Bee, Wb-Nharz 81.
Lautf.: (3.): hopptrüjje HA-Bee; hop tarr Wb-Nharz 81.
hott(e) Interj. 1. ‘rechtsherum’, Zuruf an Pferde, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., vereinz. JE2, verstr. JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – Rda.: hei wett nischt von hott un hr! ‘er weiß überhaupt nicht Bescheid’ Wb-We 54; hot un hü ‘hin und her’ Beiträge-Nd 63 (WO-HWa); Hott un tl dass., Wb-Altm 85; wenn d eine  wil, wil de andere hotte von Meinungsverschiedenheiten, Wb-Nharz 82. – 2. ‘vorwärts’, Zuruf an Pferde,  j, 2: Wb-Altm 85, Id-Altm, Matthies 1912,7 (SA-NFe), 3: Wb-Holzl 106 – Reim (wenn man ein Kind auf den Knien reiten lässt):Hott, hott, hott, noah Möähl’n!
Uns’ Heinzchen sitt upp deatt swa’te Föähl’n;
upp Schult’n eah oll stummelstertige Koh.
Hü, juch! Doa ried’n s’ beid’n ümmer noach Möähl’n hento.
Hotte hü! Hotte hü!
Matthies 1912,7 (SA-NFe).
– 3. ‘(rechtsherum) zurück’, Zuruf an Pferde, 2: ZE-Roß, 3: WE-Kö, 4: BLA-All, CA-Ak.
Lautf.: hott, [hot] verstr. nwaltm. Altm.; hotte, [hot] verstr. s Altm., ZE-Hu, verstr. elbostf. omd.; hott’ Wb-Nharz 82; hutte, [hut] STE-Schö Wa, WO-Fa We Zi, vereinz. JE2 JE1, verstr. ZE, WA-KlOsch Sü, CA-Ak Kü; hudde WO-Gli, [hud] Mda-Fuhne 35 (DE-Ca); hutt STE-Schö; zu (1.): hott an STE-Hü; hotte ga WO-Schn, Wb-Holzl 106, HA-No Oh Ost, OSCH-Dee, WA-Re, vereinz. WE; hotte hen WE-Velt; hottoj Wb-We 54; hottekumm STE-Bir; hottekomm JE2-NeuWa, JE1-Bü, HA-All Um, OSCH-Ott; hutte kumm JE1-Wol, WA-Bo Ost; huttekomm STE-Sto; hotte ran vereinz. s GA, OSCH-Osch; hotte rum, [hot rum] vereinz. SA, verstr. s Altm., JE2-Cab, verstr. JE1 ZE elbostf., hotterum Wb-Ak 72; [hod rum] BE-Gier He HErx; hotte rüm JE2-Mü, JE1-Zi; hutterum JE2-GrMa, vereinz. w JE1, ZE-Cob; hotterum ga HA-Ma; hotteweg, -wech vereinz.; [hod weg] vereinz. BE; hutte weg WO-Zie; heut weg SA-Wa; zu (2.): hottehü Wb-Holzl 106; Hottjü Wb-Altm 85; hottjue Id-Altm; Hott-to Wb-Altm 85; zu (3.): hotte rum BLA-All; [hud dsrik] CA-Ak.