Gurkenpott m. ‘brauner, irdener Topf mit zwei Henkeln, in dem Gurken eingelegt und gelagert werden’ 3: Gorges 1938,23.
Hängeholt n. 1. ‘gekrümmtes Holz zum Aufhängen des geschlachteten Schweins’ 3: Gorges 1938,84, OSCH-An, Id-Eilsa 66, verstr. s elbostf., 4: Wb-Ak 68f., Wb-Be.  TZ: Hangelholt Hängelstock Hängestock Krümmelholt Krummholt Krümmling. – 2. ‘Trageholz zum Wasserholen’, veralt., 4: DE-Ca.
Lautf.: Hängeholt; außerdem: Hange- Gorges 1938,84; Hängeholz CA-Ca; [heeholts] Wb-Be; Hengehols Wb-Ak 68; [he- huls] DE-Ca.
Holtauktion f. ‘Holzversteigerung der Forstverwaltung’ 2: JE2-Gü, 3: Gorges 1938,99, 4: Wb-Ak – Nu hättet ok noch Dahlöhner ejä-un, de hem in ‘n Winter Bessen e bun ut Berkenrieser. Doto hem se sich uppe Holtaution ne Kale Berkenbusch’e kofft, … JE2-Gü.
Lautf., Gram.: Holtaution JE2-Gü; -aukschonen Pl. Gorges 1938,99; Holsaksjn Wb-Ak 71.
ingrden Vb. ‘den Topf zur Garung oder zum Aufwärmen der Speise in Glut stellen’, vgl. Grde 1., 3: Gorges 1938,11, WE-Strö, Id-Quea 155, 4: BE-Dro Me – dor Borforschgl (süßsauer zubereiteter Weißkohl) ward injejrded BE-Dro; … de Pott wärd innegrud’t … Gorges 1938,11.
Lautf., Gram.: ingruen WE-Strö; innegrud’t Part. Prät. Gorges 1938,11; [injrdn] BE-Dro Me; eingruden Id-Quea 155.
1insacken Vb. ‘in einen Behälter füllen’, auch ‘gierig, übermäßig einpacken’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 178, ZE-Roß, 3: HA-Bee Oh, Gorges 1938,35, Wb-We 57, 4: Mda-Sti 189, Wb-Ak 74, Wb-Be.
Lautf., Gram.: insack(e)n Wb-Altm 178, HA-Bee Oh, Wb-We 57, Wb-Ak 74, Wb-Be; inesackt Part. Prät. Gorges 1938,35; [inzak] SA-Rist, ZE-Roß; inscken Mda-Sti 189.
insmren Vb. ‘reibend auftragen und eindringen lassen’ 3: HA-Oh, Gorges 1938,91, Wb-Nharz 85, Firmenich 1854,138 (BA), 4: Wb-Be – Stewwel insmern HA-Oh.
Lautf., Gram.: insmern HA-Oh; innesmeert Part. Prät. Gorges 1938,91; inschmren Wb-Nharz 85; inneschmärt Part. Prät. Firmenich 1854,138 (BA); [inmrn] Wb-Be.
j Pt. verbr. 1a. zustimmende Antwort – Kimmeste mit n ewwer Ellewe? – Ja! Wb-Ak 74; Is dei Hofstidde grot? – O ja, sau wie unse, dat’r bequem veir Päre veirspännig op umme wenn’n könn’n. Rauch 1925,36; hei secht nich j datau HA-Oh; j, j, et is w d sechst Wb-Nharz 88. – 1b. ärgerlich zustimmende Antwort – kommst de denn nu met? – jodoche! ZE-Roß; “Jaddoche,” – sase Fritze arjerlich – … Wäschke 61920,5. – 1c. Antwort auf eine negativ gestellte Frage – Haste mei’n Vter nich jesn? – J. Wb-Ak 79. – 2. iron. in verneinenden, abweisenden Antworten – Ja! Hunneschite! Wb-We 57; Ja, morgen wenn de Bökke lammet! Wb-We 57; ja wol, dat wil ek daun Wb-Nharz 88. – 3. nachgestellt bei Fragen mit erwarteter Zustimmung – hei sieht meck hellsch knackschälig (kränklich, blass) ut, ja? BA-Op; wollmer na Dessau fahrn, je? ZE-Roß; Wilt’n dat ma daun, ja? BA-Op. – 4. bekräftigend mit Bezug auf etw. Bekanntes – Dat is jo nu all lange her. Gorges 1938,34; dat wärt ja widder jut Spr-Asch 18; Ich hre je schn. Wb-Ak 76; das gansde je dn DE-Ca. – 5. emotionale Äußerungen verstärkend – a. Überraschung, Erstaunen – Das schmeckt je jallebitter. Wb-Ak 76; dat is ja Hagel Spr-Asch 18; du geist jo so hump’lig Wb-Altm 86; sau! dat is jo recht hipsch! Sprw-Börde; nee, awwer sauwat ok, ja ja BA-Op. – b. Empörung – dat is jo tum katolsch wärn STE-Schi; dat is jo balle gar nich mehr taun uthooln OSCH-Grö; dat geiht jo ok alles nich HA-Bo. – c. Bedauern, Enttäuschung – dat is j schlim Wb-Nharz 90. – 6. verstärkend in Aufforderungen – Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; man j nich! HA-Oh; dat due man ja Spr-Asch 18. – 7. eine Äu- ßerung einleitend und eine kurze Besinnung oder Verzögerung andeutend – Tja, min leiwe Hermann! Klaus 1936,3; ja, dat is saune sache Wb-Nharz 88; jao, dat is jo nu all lang her OST-Schön.
Lautf.: Neben regional variierende Belege (ja, j, j, j) treten mitunter semantisch und positionell bedingte Differenzierungen (z.B. je in unbetonter Stellung).
Känzel f. 1. ‘Schlachtfest’ – ick bin inelaat na Känzeli 3: Wb-Holzl 117. – 2. ‘Wurstprobe beim Schlachtfest’ 3: verstr. Holzl. Börde, Id-Queb 2 – Die K. wurde Nachbarn und Helfern ins Haus gebracht und enthielt versch. Wurstsorten, Stichfleisch und Wurstsuppe.Du wettst doch, wu du jeeben most,
Sejjt hei, de Kenzelie!
Hier hett et doch “Wost wedder Wost!”
Un jiff ok naug, Marie!
Gorges 1938,85 (HA-KlSa).
Lautf.: Känzeli-e Wb-Holzl 117 (HA-Um, WA-GrGe, CA-Atz); Känzeli a.a.O. 117 (HA-Eil, WA-See); Kenzelie, kenzelie WO-Dru, Gorges 1938,85 (HA-KlSa), Id-Queb 2; KenzliOSCH-Vo; Kanzelii HA-Ack.
Kre f. 1. ‘ein- oder zweirädriges Fahrzeug mit zwei Handgriffen’, dient zum Transport von Lasten, vgl. Karren, bes. ‘Schubkarre mit kastenförmigem Oberbau’,  Kummkre, 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. brdb., 3: verbr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – bloß ne Karre vull (Wagenladung) JE1-Rie; Rda.: hei hat je all finf Jre in der Kre egn ‘er saß 5 Jahre im Zuchthaus’ BLA-Brau, ( Karrentreckerstrfe); de kre in’n drek fren Wb-Nharz 93; up de Kar’ hew’k non nich baut sagt der auf seinen Grundbesitz stolze Bauer, Bewohner-Altm 1,342. – 2. ‘(altes, schlechtes) Fahrzeug’, meist abw., bes. vom Fahrrad, 2: Wb-Altm 96, 3: Gorges 1938,76, CA-Salz, 4: vereinz. omd. – 3a. ‘Fahrgestell des Pfluges’,  Plg, 4: BE-La. – 3b. ‘Gefährt zum Transport des Pfluges’,  Plgkre, 4: BE-Be. – 4. ‘ Spinnrad’ 3: HA-Uep.
Lautf.: Kre vereinz. elbostf.; Kr, Kar vereinz. Altm.; [kr] vereinz. nwaltm. Altm.; Ka’ Matthies 1903,3; [kr] Mda-Gö/ Is 104; [kao] HA-Uep; Karre, [karr] Elbschifferspr. 402 (STE-Bit Tan, JE2-Pa), vereinz. mbrdb., verbr. elbostf., verstr. omd; Karr STE-Arne Da. – Zuss. s. Karr-, Karren-, da eine eindeutige Zuordnung zu Kre oder Karren nicht immer möglich ist. Zuss.: zu 1.: Holl-, Kastenkarre, Kipp-, Kumm-, Ledder-, Ln-, Mess-; zu 3b.: Hinterkarre.
Kasten m., n. 1a. ‘viereckiger, meist hölzerner Behälter’, dient zur Aufbewahrung von Gegenständen, verstr. – Rda.: Kasten sejjen ‘nein sagen’, auch ‘beim Schießen versagen’ BLA-Brau; einen immer op’n kasten ln ‘jmdn. unentwegt zur Eile antreiben’ Wb-Nharz 93. – 1b. ‘kastenförmige Truhe’ 3: Wb-Holzl 116. – 1c. ‘Schublade’,  Schfkasten, 1: SA-Ah Pü, 2: vereinz. s Altm., 3: HA-NHa, 4: BE-GrWi, DE-Or. – 1d. ‘Aushängekasten’ – Brauch: Im K. wurde das Aufgebot für die standesamtliche Trauung 10 Tage lang öffentlich bekannt gegeben. Freunde des Brautpaares schmückten den K. mit Blumen oder frischem Grün. 3: Gorges 1938,40, 4: Serimunt 1929 Nr. 53. – 1e. ‘Bienenkasten’ 2: JE2-Scho – d B’n sünd in B’nkaf ra in Kast’n JE2-Scho. – 2. ‘weibl. Brust, Busen’, derb, 4: Wb-Be.
Lautf.: Kast(e)n; außerdem: [kast] JE2-Scho; kaste(n) OSCH-Di; [gasdn] BE-GrWi, DE-Or; kestnVk-Ask 127. – Gram.: n.: Id-Eilsa 70, OSCH-Di. Zuss.: zu 1.: Hamster-, Herodes-, Hucke-, Immen-, s-, Karnikkel-, Ketten-, Klimper-, Klotz-, Knpe-, Klen-, Kommden-, Kuck-, Kken-, Kutsch-, Licht-, Ler-, Mseken-, Mist-, Ntel-, Nei-.