Hartspann n. ‘Beklemmungsgefühl in der Umgebung des Herzens’, auch ‘Verdauungsstörung bei Säuglingen’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhalta 305f. – H. ensteht durch Druck, Verhebung oder Erkältung und wird durch leichtes Massieren beseitigt. Wb-Nharz 71. – Volksgl.: Um ein Kind vor H. zu schützen, muss man es beim ersten Austragen dreimal um den Brunnen tragen (Vk-Anhalta 305f.). H. beim Kind kann beseitigt werden, indem das Kind dreimal durch die Sprossen einer Leiter gezogen wird (Abergl-Altm 15), indem man einen Fingerhut unter die Wiege stellt (Vk-Anhalta 305f.), indem man über dem offenen Mund des gähnenden Kindes dreimal das Kreuz macht (Zauber-Ma 82) oder durch Anwendung von Besprechungsformeln:Ich steh an deiner Krippe,
Nimm es von diesen Rippen
. Zauber-Ma 82 (GA-Grau).
Lautf.: Hartspann Bewohner-Altm 2,40, Spr-Altm 30, HA-Oh; Harte- Wb-We 47; harzschpann Wb-Nharz 71; Herzspann Wb-Holzl 104, Wb-We 50.
Hexe f. 1. ‘Frau, die dem Volksgl. nach über Zauberkünste (und Verbindungen zu dämonischen Wesen) verfügt und mit diesen schädigend auf Menschen, Tiere oder Gegenstände einwirkt’, häufig auch Schimpfwort und Schreckgestalt für Kinder,  Spkeding, 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-GrWu Ki, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – toif man, de le Hexe kummet WE-Strö; Kinderreim:3 mal 3 ist 9
Mädchen um die Scheune,
Mädchen um den Ring,
Alte Hexe spring
. Lieder-Ma Nr. 623 (WO-Ol);
Morjen froih um sechse kimmete olle Hexe,
Morjen froih um sieben jait se noa de Riebm,
Morjen froih um achte jait se noa de Pachte,
Morjen froih um neune jait se noa de Scheune,
Morjen froih um zehne jait se noa de Schwaene,
Morjen froih um elve jait se int Jewelve,
Morjen froih um zwölve schpringet se in de Elve
. Lieder-Ma
Nr. 1055 (WA-Eg).
– Volksgl.: In der Walpurgisnacht reiten die H. auf Besenstielen oder Ziegenböcken zum Blocksberg. BrauchwAltm 55. Hexen trecken no n Blocksberg (STE-Schi). Dass. tun sie in der Michaelisnacht (Nacht zum 29. September). Abergl-Ma 248 (GA-Mie). H. schlagen Menschen, so dass diese sich nicht mehr oder nur unter Schmerzen bewegen können. Die Kühe schädigen sie, so dass diese rote Milch geben. Genauso können sie ihnen die Milch auch völlig entziehen oder verhindern, dass sich die Milch zu Butter verarbeiten lässt. Vk-Anhalta 124 und 211. Sie nehmen gern versch. Gestalt an, bes. die eines dreibeinigen Hasen, eines großen Frosches (Vk-Anhalta 124f.) oder nachts die einer Katze. BrauchwAltm 55f., Abergl-Ma 242 (HA-Sü). Ein Sonntagskind kann H. erkennen. Abergl-Ma 242 (WO-Ol). Trägt man beim Kirchgang zu Neujahr einen Radnagel in der Tasche, dann kann man H. daran erkennen, dass sie das Gesicht auf dem Rücken tragen. Brauch-Ma 255. Auch wenn man beim Kirchgang nach dem 1. Mai ein Gründonnerstagsei mit sich führt, kann man H. erkennen. Abergl-Ma 242 (GA-Mie). Ein in der Johannisnacht auf die Türschwelle genageltes Hufeisen bringt H. zu Fall (Vk-Anhalta 124), ebenso kreuzweise auf dem Weg liegende Strohhalme, ein quer vor der Tür liegender alter Schuh oder ein Besen. Abergl-Ma 242 (WO-Ol). Legt man sich am 1. Mai an einem Kreuzweg unter eine Egge, dann kann man die H. reiten sehen (GA-Ack). Um sich vor H. zu schützen, zieht man einen Strumpf verkehrt an oder geht nicht ungewaschen aus dem Haus (WO-Ir), in das Mieder sollte man Salz, Kreuzkümmel und Brot geben (WO-HWa). Schutz vor H. erzielt man auch durch dreimaliges Ausspucken. Abergl-Ma 242 (HA-Sü). Ebenso durch ein Gründonnerstagsei. Abergl-Ma 243 (STE-Bo). Flachs- und Kornfelder werden geschützt, indem man die Distelbüsche stehen lässt. Abergl-Ma 234 (WO-HWa). Um den Hexenzauber von der Butter zu nehmen, muss man einen Topf Milch in den Backofen schütten, man hört dann auch ein Schreien. Vk-Anhalta 124. Das Butterfass muss vor H. sorgsam verwahrt werden, in die Milch soll etw. Salz gestreut werden. Abergl-Ma 234 (GA-Fle). Das Vieh kann geschützt werden, indem man aus der Schwelle des Stalls einen Span herausschneidet (WO-Ir) oder an bestimmten Stellen Kreuzdorn anbringt (HA-Sü). Abergl-Ma 242, Wb-Altm 167. Sagt man zur H. Kumm, ick will dick miene Kauh moal wiesen, so ist die Kuh geschützt. Abergl-Ma 242 (HA-Sü). Das Kalb wird mit Salz und Dill bestreut. Abergl-Ma 234 (GA-Mie). Spruch gegen H.:Die Hexe kann hexen,
Ich führ dich an den Swanz,
Du sollst nu stoahn
Un’ nich mehr goahn,
Dat Hex’n nich mehr drieb’m
Dat schall ‘er nu verblieb’m
. Zauber-Ma 88 (GA-Mie).
–2. ‘Wassergeist als Schreckgestalt für Kinder’,  Nicker, 4: Vk-Anhaltb 46 (BE-Pob). – 3. Bezeichnung für kleinere Schmetterlingsarten, bes. auch für die Motte,  Smetterling, 2: Wb-Altm 79. – 4. in der Verbdg.: blinn’ HecksTiN ‘Eintagsfliege’ 2: Wb-Altm 20. – 5. in der Verbdg.: Häxe, wo wist’n henn ein Spiel der Kinder, 2: JE2-Schm. – 6. ‘schwacher Wirbelwind’ 4: Vk-Anhalta 124 (KÖ-KlPa).
Lautf., Gram.: Hekse, Hexe STE-Je, verstr. elbostf. omd.; Häxe JE2-Schm; Hexen Pl. STE-Schi, JE2-GrWu Ki; Hex verstr. nwaltm., GA-Schw, Hecks Wb-Altm 79; Heckze WE-Be; Nbf.: Hetsche CA-Fö. Zus.: zu 1.: Korn-.
Hfsen n. 1. ‘flaches, dem Pferdehuf angepasstes, geschmiedetes Eisenstück, das zum Schutz des Hufes auf dessen Unterseite genagelt wird’ 1: SA-Die, 2: Wb-Altm 83, Bewohner-Altm 1,339, Mda-nwJe1a 37 (JE2-HSe), verstr. JE1, Mda-Ze (verstr. ZE), 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 33, Wb-Be – Hauwsen opsln HA-Oh; dat Haufisen is schon aweloopen HA-Um; Rda.: De hät ‘n Hofisen verlar’n. ‘Das Mädchen ist nicht mehr jungfräulich.’ Bewohner-Altm 1,339. – Volksgl.: Das H. wurde mit der offenen Seite nach außen weisend auf die Schwelle genagelt, um das Glück herein-, aber nicht wieder herauszulassen. Zauber-Ma 95 (WO-Ir). ‘n jefun’n Haufiesen nimm midde! Nagel’t anne Dör – ‘t bringet Glücke! HA-Bee. Genauso konnte es Unglück fern halten. Brauch-Anhalt 118 (BE-GrMü). – 2. ‘Eisenbeschlag unter dem Absatz des Stiefels’ 3: WE-Oster, 4: Wb-Be.
Lautf.: [hfzn] verstr. JE1, Hofisen Bewohner-Altm 1,339; Hfis’n Wb-Altm 83; Haufisen, Hauwsen, [haufzn] SA-Die, verstr. elbostf.; hausen Wb-Nharz 72 (BLA-Neu); [hfzn] Mda-nwJe1a 37 (JE1-Ih Pa), Mda-sJe1 4 (JE1-Ge KlLü); [-zn] Mda-Ze (verstr. ZE); huwsen Mda-Sti 33; [hfaizn] Wb-Be.
Knurrkamm m. ‘Überbein, knotenförmige Geschwulst’, bes. am Hand- und Fußrücken,  werbn, 3: CALV-Calv, Zauber-Ma 82 (WO-Ol) – Besprechungsformel:Faohrweg, ick klaoget’ick,
De Knurrkamm plaoget mick
Dach un Nacht.
Ick will wünsch’n, dat’tai Faohrweg bestaiht,
Un de Knurrkamm vergaiht.
Zauber-Ma 82 (WO-Ol).
Lautf.: Knurrkamm Zauber-Ma 82 (WO-Ol); Knorr-CALV-Calv.
Krz n. 1. ‘Zeichen aus zwei sich rechtwinklig schneidenden Linien’ verstr. – wer snen Nmen nich schrm’n konne, moste drei Krze mken HA-Oh; Rda.: öbber Kriez gehn ‘betrunken sein’,  dn, WO-He. – Volksgl.: wenn dick de Nase blött, moste twei Strohhalmer owerkrütz lejj’n, un denne letzte de Drupp’n jenau op’t Krütz fall’n – denn hört’t op HA-Bee. Flachs soll über Kreuz gesät werden. Bauernwelt-Ze. – 2. ‘kreuzförmiger Gegenstand’ vereinz. – Brauch: Um das Betreten eines Grundstücks oder Feldes zu untersagen, wurde ein Kreuz davor aufgestellt. Vk-Anhaltb 11 (KÖ-Die Dro, DE-Ra). – 3. ‘christliches Symbol in Kreuzform’, sowohl als Zeichen als auch als Gegenstand, verstr. – Rda.: alle kreiz Ausruf des Unwillens oder der Verwunderung, Wb-Nharz 106; To Krüze kriech’n. ‘demütig nachgeben’ Spr-Altm 79; for den musste drei Krize maken ‘vor ihm musst du dich in Acht nehmen’ Sprw-Börde; Sprw.: wr dat Krüze hat, dei segent sek ‘wer über entsprechende Möglichkeiten verfügt, denkt zuerst an sich’ Wb-We 76. – Volksgl.: ‘s machen mannije inne Nacht z’n rscht’n Mai drei Kreize ne Stalltr’n. Wb-Ak 97; de Mutter makt 3 Krütze op’n Deij (Teig) HA-Bee. Bevor der Kutscher absteigt, muss er mit der Peitsche drei Kreuze machen. Zauber-Ma 96 (GA-Fle). – 4. ‘Leid, Ungemach’ 2: Wb-Altm 119. – 5a. ‘unterer Teil des Rückens’, in Vergleichen auch Bezug auf die Schulterbreite, verbr. – ‘k hefft so in’t Krtz Wb-Altm 119; du krist von miche’n paar in’t Kreize ZE-Roß; Rda.: d hett en Krts w ne Schwnschtallsdre JE2-Scho; hat’n Kriez wie’n Packendräjer Sprw-Börde; er lät uffs Kreitze ‘er ist gestorben’ DE-Bo; er ist ewwersch Kreize dumm ‘er ist dumm, einfältig’ Spr-Anhalt 165. – 5b. ‘hinterer Teil des Pferderückens’ 3: BA-Ra. – 6. ‘höchste Spielkartenfarbe im französischen Blatt’ vereinz.
Lautf.: Kr(t)z, [krts] vereinz. Altm., Siedler-Je § 104 (JE2 n JE1), JE2-Gü Scho, Wb-Holzl 128, HA-Bee Oh; Kr(t) ze, [krts] verstr. w elbostf.; Kriez WO-He, Sprw-Börde; Kr(t)-ze, [krts] Siedler-Je § 104 (mittleres/s JE1), verstr. ZE s elbostf.; kritze Mda-Sti 37; Kreuz JE2-Nka, HA-Oh; kreiz Wb-Nharz 106; Krei(t)ze, [kraits] ZE-Roß Stre, CA-KlRo, verstr. anhalt.; [graids] Mda-Fuhne 85 (verstr. BE KÖ DE); Kraaze Spr-Asch 17.
Lkdrn m., f. 1. ‘Warze’,  Wratte, 2: GA-Miest, 3: verbr. w elbostf., verstr. QUE – hei hat Likteren an de HenneHA-Oh. – Volksgl.: Die Volksmedizin kannte vielfältige  Sympathmiddel für die Behandlung von L. So wurden in einen Faden so viele Knoten gemacht, wie man L. besaß. Anschließend warf man ihn (über Kopf) in ein offenes Grab (HA-Oh, Zauber-Ma 97, Id-Eilsa 76), steckte ihn in ein Mauseloch (Id-Eilsa 76) oder legte ihn unter die Dachtraufe (HA-Oh). Der Heilung dienten auch das Besprechen des L. bei Mondschein (Gesch-Ro 108) oder das Bestreichen mit dem Saft des Schöllkrauts (HA-Oh), mit einer Speckschwarte (Zauber-Ma 97) oder mit einer Totenhand (HA-Oh, Gesch-Ro 108). – 2. ‘Verdickung der Hornhaut am Fuß, Hühnerauge’,  Kreienge, 1: SA-Da Fa, 2: verstr. SA OST JE2, 3: HA-Wed, verstr. s/sw elbostf.
Lautf.: Liekdo(o)rn SA-Fa Max, vereinz. n OST, GA-Ge, JE2-Fi, HA-Bar NHa Ost, OSCH-Ho Schw, QUE-Que West; -doarn GA-Miest; -dö(ö)rnOST-Kal Ve, GA-Klin Wal, WO-Drei, HA-War, vereinz. WE; Lkdäörn Wb-Altm 127; [lkdn] Mda-Ar 33; Liekdören WE-Zi; -drn OSCH-Grö, Wb-We* 224; -thörn HA-Mo; -teern QUE-Scha; -tärn OSCH-Gü; -do(h)re GA-Lock Nie, lkdre Wb-Nharz 117; Liekdö(h)re verbr. w elbostf., QUE-Nei; -döhr HA-Iv; -de(e)re WA-Sche, OSCH-Krop, WE-Oster; -tore GA-Brei; -tö(h)re verstr. HA w OSCH, WA-ABra; Liktere HA-Oh; Liekte(e)re JE1-Ra, verstr. ö OSCH WA; [likdaen] SA-Da; Lietore GA-Rä; Lietdöre GA-Esch, OSCH-Ba, WE-Sa; Lid- BLA-Ben; Lietdören WE-Ath Ro; ltdüören OSCH-Di; Liethörn GA-Et, WE-Strö; Lietöhre GA-Hö, WE-Heu; Lieteere WE-Lan; Lütdöre WE-Mi; Lütöhre OSCH-Nei; Lichdorn HA-Wed; lchdrnVk-Ask 383; Leikdöre Wb-We 81, WE-Rho; Leigdere WE-Ri; Leichdorn OSCH-Vo, WE-Sta; -doarn OST-Bö; Leichendorn JE2-Alt. – Gram.: Für Mehrzahl der Belege Genus nicht belegt, für Belege mit Genusangabe gilt: -n Belege m., außer: f. WO-Drei, HA-War; -e Belege f., außer: m. GA-Nie.
Melk f. 1. ‘flüssige, weiße, fetthaltige Absonderung der Milchdrüsen bei Säugetieren’, bes. die als Nahrungsmittel verwendete von Kuh, Ziege, Schaf, verbr. – drinkste denn Melk? WO-Dru; de Melk jerünnt HA-Oh; dai Mek is blarrarich (dünn) SA-Dä; Rda.: De hät wat in de Melk to brocken. ‘Er ist wohlhabend.’ Bewohner-Altm 1,349; sauveel Maat (Liter) Melk n De, sauveel Sticken Botter de Woche BA-Re; Sprw.: wer de Melk in Kaffee drinkt, kann nich bottern QUE-West. – Nach dem Melken wurde die M. durch ein Seihtuch gegossen: dat Mek wt drgng Saidauk saiet SA-Dä. Die anschließend in  Satten gefüllte M. lagerte bei gleich bleibender Temperatur so lange im  Melkschapp, bis sich an der Oberfläche Sahne bildete: d is all schn Rm up de Melk JE2-Scho. Nach dem Abschöpfen und weiterer Reifung wurde diese zu  Botter weiterverarbeitet. Übrig blieb die  Mgermelk, die nach der Gerinnung zur Herstellung von  Käse 1. und  Quark verwendet wurde. Bauernwelt-Ze. – Volksgl.: Frisch gemolkene M. darf nur verdeckt über den Hof getragen werden, da die Kühe sonst den  Sunnenschott bekämen. Bauernwelt-Ze, Vk-Anhalta 210 (ZE-Stre). Um die M. oder die Kühe vor Behexung zu schützen, streut man an die M., die über die Straße getragen werden muss, einige Körner Salz oder einige Stücken Brot (KÖ-Ar, DE-Go). Vorbeugend gegen blaue, d.h. fettarme M., wirkt die Fütterung der Kühe mit Tüpfel-Hartheu am Johannistag. Vk-Anhalta 210. Geben die Kühe dennoch blaue M., gießt man etw. davon nach Sonnenuntergang in ein flie- ßendes Gewässer, wobei man der entschwindenden M. nicht nachsehen darf (HA-Gro). Gegen blutige M. hilft das Melken durch einen alten Besen (WO-Ir). Zauber-Ma 90. – 2a. in der Verbdg.: ste Melk ‘frische Vollmilch’ 1: SA-Rist, 2: Brauch-wAltm 21. – 2b. in der Verbdg.: gue (gute) Melk dass., 3: OSCH-Har. – 2c. in der Verbdg.: sre Melk ‘Sauermilch’, war ohne oder mit Zusätzen (Brot, Zucker, Zimt, Rosinen) beliebtes Gericht während der Sommermonate, 2: JE2-Gü Nka, Bauernwelt-Ze, 3: verstr. elbostf., 4: BE-Dro Grö La, DE-Schie – de sure oder dicke Melk hem se in’n Sommer jern’ne jetten met’n Stücke Brot dotu JE2-Gü. – 2d. in der Verbdg.: dicke Melk dass., 1: SA-Meh Rist, 2: GA-Ziep, WO-Ri, verstr. JE2, Vk-Anhaltb 10 (verbr. ZE), 3: WO-Ir, JE1-Nie, HA-Bee Oh Sie, BLA-Brau, 4: Vk-Anhaltb 10 (verstr. anhalt.) – hte und jefft änne Satte dicke Melk JE2-Scho. – 3a. ‘milchiger Saft keimender Getreidekörner’ 3: vereinz. elbostf. – de weiten is in der melk (während des Keimens) forfrren Wb-Nharz 125. – 3b. ‘milchiger Saft in Pflanzen’ 3: Wb-Nharz 125.
Lautf.: Melk verbr. nd.; Mellek, [melk] Mda-nwJe1a 41 (JE2-HSe), vereinz. w ZE, HA-Oh, OSCH-Di, vereinz. s elbostf.; Meak SA-Ko; [mek] verstr. nwaltm.; [meok] SA-Ah Al Hö; [mlk] Mda-Ar 27, Mlk Wb-Altm 136; mälek Mda-Ro; Mäak SA-Bon; [mk] SA-Die; [mk] SA-Pü; [mok] SA-Zie; Mäek SA-Scha; Mölk OST-Wah; [mölk] BLA-Be; [mk] SA-Rist; [mök] SA-Ev; [möok] SA-Ku Sal; Mjok SA-Rist; [müak] SA-Kuh; Milch, [mil] verstr. ZE, CA-Ca, BE-Grö, DE-Schie; [mil] Mda-Ze (ZE-Gro Roß); Millich, [mili] Mda-Ze (ZE-Gro Roß), BA-Ha, vereinz. w anhalt.; melech Mda-Sti 176; [ml] BA-Ha. – Gram.: n. belegt SA-Ch Dä. Zuss.: zu 1.: Kalbsmilch, Klopp-, K-, Mger-; zu 3b.: Hunde-, Keiseken-, Keitschkenmilch.
werbn n. 1. ‘Geschwulst an Hand- oder Fuß- rücken, Überbein’ 1: verstr. nwaltm., 2: verbr. Altm. JE2, vereinz. JE1 ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – Volksgl.: Bind Blie (Blei) opt Ewwerbein, denn geiht et furt, sost sein. Sprw-Börde. Ein Ö. kann auch geheilt werden, indem man mit einer Kloßkelle darauf schlägt (Vk-Anhalta 306), den Riemen einer fremden Tür auf die Hand bindet oder die Hand mit einer Totenhand bestreicht. Zauber-Ma 82 (HA-Gro).  Dickbn Hnerbn Knirrbeck Knirrkamm Knrkamm Knurrkamm Lgknoppe Lkknken werhand. – 2. ‘Knöchel am Fuß’,  Knkel, 3: QUE-West. – 3. PflN ‘Beifuß’ 2: JE2-Nka.
Lautf.: Ö(ä)we(r)been, Ö(ä)ber- SA-Ev, vereinz. s nwaltm., SA-Meh, verbr. ö Altm., JE2-Neu Nka, vereinz. s JE2, JE1-Zi, ZE-Ze; -bein verstr. ö SA n GA, OST-Meß, verstr. w/mittleres elbostf., QUE-Nei, BA-Ba Rie; -be-in OST-Kak, STE-Po; -bäin OST-Ost, GA-Mie; -bie OST-Na; Ewe(r)been, Ebe(r)-, Äwe(r)- vereinz. JE2, JE1-Pre; Är- vereinz. mittleres JE2; Über-, Üwer- vereinz. JE2; Überbein vereinz.; Üwerbäen JE2-KlWu; -bahn WE-Ost; Iberbeen BE-La, DE-Lin; Owerbein, Ober- GA-Oeb, WO-Dru, verbr. HA, OSCH-Ott; Oawerbeen OST-De; Öewerbein GA-Wiep; Öiwerbeen GA-Al; Äuwer-, [oivbn], Äuber- SA-GrGe Le Sa, OST-Werb; Aewä- SA-Ty; [aewbn] SA-Dä; Öwwerbeen, Öbber- SA-Ah, OST-Wal, GA-Bo Klö, JE2-HSe Mü, JE1-Ziep; -bein vereinz. sw OSCH n WE; Ewwerbn, Ebber- WO-Je, JE1-Ca, ZE-Gri, [ewrbn] verstr. anhalt.; Ewwerbein, Ebber-, Äwwer- verstr. ö/s elbostf., [ewrbain] vereinz. BE; [ewrbin] QUE-Ga; Ewwerbaan, Ebber- WA-Dom, vereinz. QUE; Iwwerbeen, Ibber-, [iwrbn] JE1-Zie, ZE-Dor Na, BA-Ge, verstr. anhalt.; Iwwerbein, [iwrbain] BE-KlSchie La; Obberbeen WO-We, JE1-Plö; Owwerbein, Obber- vereinz. HA, WE-Schie.