1ren Vb. ‘jmdm./etw. Achtung, Ehre erweisen’ 2: Kredel 1927,58, Francke 1904,93, JE1-Stei, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 21, Wb-Ak 52, Wb-Be – Sprw.: wr en pennich nich rt, is’n dlder nich wrt Wb-Nharz 144.
Lautf., Gram.: ehr(e)n, r’n Inf., ehrt 3. Sg. Präs.; außerdem: ert 3. Sg. Präs. HA-Oh; ern Mda-Ro.
et Personalpron. 1. 3. Sg. n. verbr. – a. Bezeichnung für ein Neutrum als Subjekt oder Objekt – et degt (taugt) alleheile nischt Id-Quea 141; hest n’ et ejben? Wb-Nharz 52; er hat es jehatt un och behaln DE-Ka; Min Friescheitengeld? “Drei Da’e soll’t recken!” ... Lindaub o.J. 39; ... Klavier ... es is ooch schwer zu huckn. Krause 1964,124; Sprw.: Wecker sin Kind lew hät, de hölt et unner de Tucht. Spr-Altm 14; kein Unjlück is so jrot, et hat ’n Jlück in’ Schoot WA-West. – b. zur Bezeichnung für einen aus dem vorhergehenden Text bekannten Sachverhalt – Ick seh ’t all in ... Matthies 1903,45; Eck kan et nich machn Spr-Asch 19; wat geit’t mik an HA-Oh; Ach wat, du versückst et! Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie). – c. mit demonstrativem Charakter als Prädikatsnomen in Verbdg. mit sn... ’s wier je nu eema de Familienkuh. Wäschke 61915,94; He is ’t alleen, De in Gefoar Uns runderhelpt ... Kredel 1927,74. – 2. für 3. Sg. f. bes. für Mädchen und junge, unverheiratete Frauen, 3: verbr. elbostf. – eet sine Mutter Wb-Holzl 83 (HA-Wo); Ja Liseken! Da sitt et! Lindaub o.J. 37; Aawer wi’ik nu bii ööt mit miinen Jewarwe ruutkaam ... Bode 1908,74. – 3. verbr. – a. als formales Subj., vorw. in unpersönlichen Konstruktionen, bes. bei Vb., die Witterungsvorgänge, körperliche und seelische Empfindungen, Zustände oder Zeitangaben bezeichnen – ’t jifft watt HA-Bee; et regent Strippen HA-All; et schniet allewiele höllisch WA-Ste; et is kolt JE1-Zi; s friert ’n BA-Ha; ... et war immer noch en bittchen schummerig. Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie); ... s’ schpeekt bloß an eene Schtraße? Wäschke 61915,125. – b. als formale Satzeinleitung – Also s war Kleenefingesten ... Heese 21919,28; Et is de dridde Wiehnachtsdag, ... Wedde 1939,5. – 4. als formales Objekt, verstr. – sei hat et in’n Koppe HA-Oh; Sprw.: mor muß’t n’m w’s kimmet Wb-Ak 53. – 5. für den best. Art.  dat, 2: Rda-Altm 268, GA-Al, JE2-Par, vereinz. JE1, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – et Owest JE1-Ca; Et Jeld is knappe. Gorges 1938,56; de Zikke hat sich et Fell afeschowet Sprw-Börde; de Hnor fressen es Lb jarne BE-Il; Wer et längeste Striekholt trecket, fänget an. Wedde 1938,26; Gen.: et bents Wb-Nharz 52.
Lautf.: et(t) verbr. nd.; ät, ëtt Wb-Altm 48, WE-El, Mda-Ro; it JE1-Pre; es JE1-Dan Lei, vereinz. ZE, QUE-GrSchie, CA-Ca, verbr. omd.; ësz Mda-Sti 10; unbetont gekürzt zu ’t verbr. nd., Wb-Ak 53; ‘s verbr. omd. (vgl. aber auch gekürzte Formen von  dat); (2.): mit Dehnung des Anlauts: eet, t verstr. w elbostf., QUE-Di; ö(h)t, ööt Rauch 1929,68, vereinz. HA OSCH; öet, et vereinz. w elbostf.; üöt OSCH-Di.
Feldmark f. ‘Feldflur’ 2: Kredel 1927,21, 3: Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim), 4: DE-Lau.
Feldstn m. ‘Feldstein, Findling’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 50, Kredel 1927,71, 3: Wedde 1938,43.
Lautf.: Feldsteen, -stn Wb-Altm 50, Kredel 1927,71; -stein Wedde 1938,43; [feltstai] SA-Rist.
Fisch m. 1. ‘im Wasser lebendes, durch Kiemen atmendes Wirbeltier’ verstr. – Ries un Fisch Gericht, JE2-Wa; In’ Dik wern Fisch ... Kredel 1927,25; ... heite hawwich ’n Fisch, so een’n haste nonnich jefangn. Krause 1964,32; Rda.: Fisch will schwim’m Bemerkung, wenn man nach einem Fischgericht nach alkoholischen Getränken verlangt, Wb-Ak 58; munter wie so’n Fisch Vk-Harz 3,45; Schwimmen konne wie’n Fisch ... Heese 21919,12; Sprw.: Een soll nich ihr Fisch ropen, ihr’n s’ nich in’t Kiep hät. Bewohner-Altm 1,332. – Volksgl.: Eine Fischpupille in die Tasche zu stecken, ohne sie mit den Händen anzufassen, bringt Glück wie auch eine Fischschuppe, die man am Neujahrstag in die Geldbörse legt. Vk-Anhalta 269. – 2. in der Verbdg.: Fischfangen ein Kinderspiel, 2: STE-KlSchwa. – 3. in der Verbdg.: fule Fische ‘Ausflüchte, Lügen’ 3: Wb-We 156. – 4. ‘nach der Rundung des Mastes gearbeitetes, starkes Brett, das in den beiden oberen Armen des Scherstocks ruht’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 198 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 198 (CA-Ak). – 5. ‘Haut auf der gekochten Milch’,  Pelle, 2: SA-Win, vereinz. s Altm., 3: verbr. n elbostf., vereinz. mittleres elbostf., CA-Bo Fö, 4: CA-Ra Schw.
Lautf.: Fisch, [fi]; außerdem: Fisk, [fisk] veralt. vereinz. n nwaltm.; [fü], [f] CALV-Je, Siedler-Je § 144a.
frwr Adv. ‘wirklich, in der Tat’, bekräftigend, 2: Kredel 1927,14, Francke 1904,1, 3: vereinz. mittleres/sw elbostf. – ... Enfach, doch to smuck föwr! Kredel 1927,14.
Lautf.: föhrwahr Francke 1904,1; föwr Kredel 1927,14; verwr Wb-We 155; sonst: for-, vor(r)-.
1Frack m. 1. ‘schwarzer Gehrock mit langen Schößen’ 2: Kredel 1927,64, 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Of in Drekamm orrer Frack ... Kredel 1927,64; Een schlanker Karl in’n Frack ... Richter o.J. 115; Verbdg.: hölzerner Frack ‘Sarg’ Vk-Anhaltc 37 (BE-GrWi, DE-Ka). – 2. ‘abgetragenes, zerschlissenes Kleidungsstück’, abw., 4: Wb-Ak 60, Wb-Be.
Fründ m. 1. verstr. (aus mbrdb. Teil von JE1 keine Belege). – a. ‘Person, mit der man sich sehr verbunden fühlt, Freund’ – dicke Frünn Wb-Altm 35; n’ gen Frünt HA-Oh; Hier ha’r gode Frün’n to woahn’n ... Pohlmann 1905 ff.,115 (OST-Rö); Da war ich ma mit mein’n Freind ... Krause 1964,91; Sprw.: De all’ Lü ton Fründ will telln, Mütt sick noa de Lü’ instelln. Kredel 1927,12; gue Frünne in de Not, gahn op Dusend ’n Lot WO-Gu; Frinde in de Not, Frinde in’n Dod, Frinde hindern Rijjen (Rücken), dat sind drei feste Brijjen (Brücken) Sprw-Börde. – b. ‘jmd., der etw. Bestimmtes schätzt’ – D bin ich kn Freind von. Wb-Ak 61. – c. Dim. scherzh. drohende Anrede. – 2. ‘Verwandter’ 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf. – de nechsten frinne Wb-Nharz 220; Rda.: Wat Fadder, wat Frünnt? ‘ohne Rücksicht auf verwandtschaftliche Beziehungen’ Wb-Holzl 37; Sprw.: mit Frinde is schlecht kramen Sprw-Börde; En guen Nahber an de Hand is besser wie en Fründ in’n fremmen Land. Chr-Em 431.
Lautf., Gram.: Fründ, [fründ], [frünt] verstr. nwaltm. Altm., Heimatkalender-Je 1927,120 (JE2-Vie), verstr. n/w elbostf.; Frünn, [frün] vereinz. SA, Firmenich 1854,125 (um STE-Ste); Frünne Pl. vereinz. n/w elbostf.; Frünn’ Pl. vereinz. nwaltm. Altm.; Frind, frint vereinz. ö/s elbostf., Mda-Sti 35; Frinde Pl. Sprw-Börde; frinne Pl. vereinz. s elbostf.; fringe Pl. Mda-Sti 35; Freund, froint, [froind] SA-Da, vereinz. Altm., Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), WO-HWa, Spr-Mab 394 (WO-Ol); Freind, -t, [fraint] JE1-Wol, verstr. ZE anhalt.; [frai] Pl. Mda-Ze (verstr. ZE).
fuddern Vb. 1a. ‘Tiere mit Futter versorgen, füttern’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – futtere ma de Karnickel ZE-Roß; Ken Ve word recht furrert ... Kredel 1927,80; Schrot un Klie’e un Kartuffeln hew’ ek ... futtert ... Wedde 1938,85. – 1b. ‘Kindern, Behinderten Essen in den Mund geben’ 4: Wb-Ak 58. – 2. ‘(stark) essen’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. sw elbostf., 4: Krause 1964,47. – 3. in der Verbdg.: er hat naß gefüttert ‘er ist betrunken’,  dn, 2: ZE-KlLei.
Lautf., Gram.: fuddern Hausfr-Altm 1930,5 (SA-Die), GA-Ev; [fudan] JE2-Scho; furrern Matthies 1903,24; [furan] JE2-Scho; [fur] SA-Rist; futtern, [futrn] ZE-Roß, verstr. elbostf., Krause 1964,47 (2.); fittern (1.) Wb-Nharz 209, vereinz. omd.; [fidrn] (1.) DE-Ca; 3. Sg. Präs.: fuddert Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.); [fudt] WO-Zie; [fudt] verstr. s Altm., vereinz. n elbostf.; [furt] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [furt] GA-Le, STE-Bö; [fürt] STE-Buch; [fult] STE-Je; Part. Prät.: efuddert Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie); furrert Kredel 1927,80; [furt] SA-Rist, [furt] SA-Dä; efuttert Hbl-Ohre 1929 Nr. 10/Wöhlbier (HA-Eim), HA-Oh; futtert Wedde 1938,85; gefüttert ZE-KlLei.
Gast m. 1. ‘zur Bewirtung oder Beherbergung eingeladener oder aufgenommener Besucher’, auch ‘Besucher einer Gaststätte’ 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – He is uns Gast up Kinnlbeer (Taufe) ... Kredel 1927,36; Rda.: ich heff’n Gast sagt die Frau während der Menstruation, Wb-Altm 61; Sprw.: Krankheit is’n slimmen Gast HA-Oh. – 2. ‘Mensch, Person’, unabhängig von Bewirtung oder Beherbergung, 2: Wb-Altm 61, 3: vereinz. elbostf. – ’n rik’n Gast Wb-Altm 61; dat is mek en schnen gast iron., Wb-Nharz 56.
Lautf.: Gast, J-.