Bsemann m. 1a. Schreckgestalt für Kinder,  Spkeding, 3: vereinz. w elbostf. – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: ADVk Nr. 49 (vereinz. s JE2), 3: a.a.O. Nr. 49 (OSCH-Ad). – 2. ‘vermummte Gestalt, die in der Vorweihnachtszeit oder am Weihnachtsabend umhergeht’ 3: WE-He. – 3. ‘Vogelscheuche’,  Schüchter, 3: HA-Bel.
Lautf.: Busemann ADVk Nr. 49 (JE2-Kü), vereinz. sw elbostf.; Busse- vereinz. sw elbostf.; Bose- ADVk Nr. 49 (vereinz. s JE2), HA-Bel, ADVk Nr. 49 (HA-Hö, OSCH-Ad). – Etym.:  Butzemann.
Bte f. 1. ‘großer, auf einem Gestell stehender Backtrog mit Deckel, auf dem der Bäcker den Teig bearbeitet’, dient zugleich als Aufbewahrungsort für Mehl, einige Belege nehmen entweder nur Bezug auf die Mehlkiste oder auf den Arbeitstisch des Bäckers, 3: vereinz. w elbostf., Id-Quea 145, 4: Mda-Sti 128, Wb-Ak 34, Wb-Be. – 2. ‘aus Stroh geflochtener Bienenkorb’ 2: ADVk Nr. 194 (GA-Le).
Lautf.: Büte Wb-Holzl 72, Id-Eilsa 55; Biete, bte vereinz. sw elbostf., Id-Quea 145; pte Mda-Sti 128; Beute ADVk Nr. 194 (GA-Le); Beite Wb-Ak 34; [paite] Wb-Be.
Christoph 1. männl. RN – Rda.: Häi vertellt ümmer van dänn groden Christoffel un hät dänn kleinen nich sehn. ‘Er ist ein prahlerischer Mensch.’ 2: Bewohner-Altm 1,325 f. – 2. ‘plumper, ungeschickter, unbeholfener Mensch’, auch ‘grober, unhöflicher Mensch’, abw., 2: ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – kannst woll de Mitze nich abnähm, wenn de in de Stuwwwe kommst, oller Toffel ZE-Roß. – 3. dass. wie  Christian 2., 1: ADVk Nr. 211 (SA-HDo), 2: Wb-Altm 224, ADVk Nr. 211 (SA-Thür), 3: vereinz. elbostf. – 4. ‘jmd., der nicht richtig isst’ 4: Vk-Anhaltc 42 (BA-Schie, BE-Il, KÖ-Gö). – 5. in der Verbdg.: Stoffel von Tangermünde ‘ Schellenober’, Spielkarte, 2: STE-Scho.
Lautf.: Dim.: Christoffel, Kristoffel Bewohner-Altm 1,326, Spr-Altm 78, vereinz. elbostf.; Kurzform: Stoff(e)l, Schtoffel, [tofl] vereinz. Altm. elbostf., Wb-Be, Vk-Anhaltc 42 (BE-Il, KÖ-Gö); Stöff’l Wb-Altm 213; Toffel, [tofl] ZE-Roß, verstr. elbostf., vereinz. omd.; [dofl] Mda-Fuhne 37 (DE-Ca); Töff(e)l ADVk Nr. 211 (SA-HDo Thür), Wb-Altm 224.
Dmel m. 1. dass. wie  Dmelack, 2: ZE-Roß, 3: OSCH-Di, ADVk Nr. 211 (WA-Egg), verstr. s elbostf., 4: Wb-Ak 44, Wb-Be – so’n Dämel wie där is ZE-Roß. – 2. ‘Kopf’ 4: Wb-Be.
Lautf.: Dämel, dëmel, [dml]; außerdem: [tml] Wb-Be; Demel ADVk Nr. 211 (WA-Egg), QUE-Di He.
Dankfest n. ‘das kirchliche Erntedankfest’, auch ‘das nichtkirchliche Erntefest’,  Ernekranz, 2: ADVk Kt. 75 (Einzelbelege OST JE2), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt.
Lautf.: Dankfest; außerdem: [takfest] Wb-Be.
Dnstbolten m. dass. wie  Dnstmken, scherzh., 1: ADVk Nr. 238e (SA-Ke), 2: a.a.O. 238e (STE-Arne, vereinz. JE2), 3: a.a.O. 238e (vereinz. elbostf.), 4: Spr-Anhalt 175.
Lautf.: Dienstbolten JE2-Sa; sonst: -bolzen.
Dnstklter f. dass. wie  Dnstmken, scherzh., abw., 3: ADVk Nr. 238e (WO-Eb).
Lautf.: Dienstklater.
Dienstspritze f. ‘Dienstmädchen, Magd’, scherzh.,  Dnstmken, 2: ADVk Nr. 238e (verstr. brdb., außer ZE), 3: a.a.O. Nr. 238e (verstr. elbostf.).
Dk m. 1. ‘Teich, Wasserloch, kleines stehendes Gewässer’, bes. ‘Dorfteich’, auch in FlN, 1/2/3: verbr. nd., 4: verstr. omd. – ... leip ahn ’n Diek un kieke tau ... Lindaua o.J. 27; Sacht könn’n ook naoh’n Diek hen de Küken män gaohn ... Pohlmann 1905,58; Von die villn kleen’n Seen, Teiche un Timpels jarnich zu redn. Krause 1964,29. – Volksgl.: Die kleinen Kinder kommen aus dem D. ADVk Kt. 74 (verstr.): där Kneppenstorch bringt dia Kinger ut den Diek ZE-Mü.  auch für kleine, schlammige Wasserlöcher, die bes. durch Überschwemmung entstehen; Teiche, die einem bestimmten Zweck dienen, wurden nicht aufgenommen: 2Brack Delle Dümpe 1Kolk Kple 1Kle Kte 2Lke Lock Modderkle Modderlock Mörtel Pl 2Pump Pütte Sl Sumplock Tümpel Wasserlache Wterkle Wterlock Wterpl Wterpütte Wl. – 2a. ‘Damm, künstlich errichteter Wall gegen Überflutung an Gewässern’,  Damm, 1: SA-Bre Le, 2: SA-Rie, verstr. OST ö STE, Elbschifferspr. 422 (WO-Ro), verstr. JE2 n JE1 (bes. an den Flussläufen von Jeetze, Biese, Elbe und Havel). – 2b. ‘Deichverband’ – r is bei’n Deich. ‘Er ist beim Deichverband beschäftigt.’ 4: Wb-Ak 45.
Lautf.: Diek, [dk] verbr. nd.; tch Mda-Sti 17; De-ik verstr. nw WE; Teich, [tai] verstr. anhalt.; [dai] Mda-Ze (ZE-Roß). – Etym.: mnd. dk ‘Teich’ und auch ‘Damm’ dringt im 15. Jh. ins Hd. in der Form dch ein, wo es auf mhd. tch ‘Teich’ trifft, erst im 18. Jh. kommt es zur heutigen Bed.-differenzierung von Deich und Teich; das Wort geht auf ags. dcian ‘graben, den Boden ausheben’ zurück; zu der Bed. ‘Fischteich, Graben’ tritt an den fries. Küstenregionen die sich aus der Beachtung der ausgeworfenen Erde entwickelnde Bed. ‘Damm’, die dann ins Ndl. übernommen wird; an die Elbe gelangt das Wort durch ndl. Siedler, wo es erstmals 1159 in einer Urkunde über den Verkauf eines Waldes bei Schartau (JE1) überliefert ist, vgl. Pfeifer 1989,263 f. und 1793 f., Teuchert 21972,45 und 94, Spr-Elbe/Saale 129.
Dinsdag m. 1. ‘Dienstag’ verbr. – nächsten Dienstag CA-Fö; ’n Dinstak Amnt ... Wäschke 61915,70; ... un an Dinsda’e bet half ölewe ... oppe blieben un arbei’n moßten. Wedde 1938,60; An’n Hauptdach, ’n Dinnstach, wenn denn ooch noch Viehmaarcht war ... Heimatkalender-Ze 1962,94 (ZE-Ze); Mahndaach war jemeineklich de Fastelabend vor de Arem un de Dinsdaach vor de Rieken. Vk-Harz 8,30; Des dinsedages na der hilligen drigen konnigh ... 1448, StB-Neuhaldensleben 495. – Volksgl.: Fast überall gilt der D. als Glückstag, nur in wenigen Orten als Unglückstag (ADVk Kt. 2 – Einzelbelege JE2 ZE OSCH CA, Vk-Anhaltb 12 – ZE-Eich Le, DE-Ro). Deshalb werden wichtige Angelegenheiten an diesem Wochentag, der zu den Fleischtagen zählt, in Angriff genommen wie z.B. Rechtsgeschäfte (Bewohner-Altm 2,291), Hochzeiten (verstr. Altm., Vk-Ask 131), Dienstantritte (vereinz. Altm. anhalt.), Wohnungsumzüge, die Aussaat oder das Ansetzen der Henne zum Brüten (vereinz. BA, verstr. ZE anhalt.). – 2. ‘der Dienstag vor Ostern’, in der Verbdg.: – a. krummen Dienstag 3: HA-Erx. – b. scheiwen Diensedag 3: WE-Oster.
Lautf.: Din(n)sdag, -dach, [dinsda] verbr. nwaltm., SA-GrGe Ma, verstr. mittlere Altm., verbr. s Altm., vereinz. mbrdb. OSCH, verbr. ö elbostf. w anhalt., DE-Or; -dak BA-Ha; -tag, -tach SA-GrGe, JE2-Be Schl, verstr. mbrdb., WA-Dom, Wb-Holzl 75 (WA-KlWa), BLA-Brau; Dinstak Wäschke 61915,70; Din(n)sdaach, [dinsd] verstr. s elbostf., vereinz. w BE, CA-Ak; -taag, -taach OSCH-Wu, WA-We; [dinsdg] verstr. anhalt.; [-dk] CA-Ak, DE-Els; [-dg] BE-Sa; Diensdag, -dach, [dnsdax] JE2-Scho, vereinz. mittleres elbostf.; -tag, -tach JE2-Bö, verstr. ö elbostf.; -daach Wb-Holzl 75 (Allertal); Diesdag SA-Win; Nbff.: Dingestag vereinz. mittleres JE2; Dingsdag, -dach, [disdax] verbr. n Altm. (außer w SA) STE, vereinz. n JE2; -tag, -tach vereinz. ö Altm. (außer n WO); Dinsedag, -dach, [dinzdax] vereinz. sw HA w OSCH nw WE; -daach vereinz. w HA, WE-Wa; Diensedag WE-Oster.