Dfkopp m. ‘dummer, einfältiger Mensch’, Schimpfwort,  Dussel, 3: ADVk Nr. 211 (WO-Dra), WA-We.
Doktor m. 1. ‘Arzt’ verstr. – n’n Dokter gn HA-Oh; Dokter spieln von Kindern, ZE-Roß; Soll ich denn nichema ’n Dukter holn? Wäschke 31909,46; Sprw.: dat Geld verfräten is besser als na’n Doktor dragen WO-Gu; lat’n Hinderachten open, brukste nich na’n Dokter lopen WE-Oster; Den Kopp lat frer’n, de Föt halt warm, slag nich to väl in den Darm, denn kann de Dokt’r un Aptek’r spazieren gahn. Spr-Altm 87; Dokter, Schaper, Schinder sind Jeswisterkinder. Wb-Holzl 33. – 2. in der Verbdg.: Dokter Feierfaut (Vierfuß) ‘Tierarzt’ 3: HA-Oh. – 3. ‘Frisör’, scherzh.,  Balbr, 2: ADVk Nr. 238c (JE2-Dr Gü, JE1-Walt), 3: verstr. elbostf.
Lautf.: Doktor neben Dokter; außerdem: Duktor Wb-Ak 47; [dugdr] Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); Dukter Wäschke 31909,46.
Donner(s)dag m. ‘Donnerstag’ verstr. – änn Dunnaschdach w sonn Jewidda JE2-Scho; ... nächsten Dunnerschtack da schlachten mor jelei ... Heese 21919,87; Rda.: Dun’nerschtch un Freitch un Sunn’md  noch dorzu! Fluch, Wb-Ak 49; Sprw.: Naon Dunnerstag kömmt de Fräidag. ‘Auf Zank und Streit folgt Versöhnung.’ Bewohner-Altm 1,329;Wetterregel: Wenn de Woch iss wunnerlich, iss Dunnersdag affsunnerlich. Wb-Altm 259. – Volksgl.: Der D. wird sowohl als Glückstag (ADVK Kt. 4 – vorherrschend nwaltm. Altm. JE1 ZE – Vk-Anhalta 325 f.) als auch als Unglückstag angesehen (verstr. Altm., ADVk Kt. 4 – vorherrschend JE2 elbostf.). Von dieser Betrachtung hängt ab, ob man an diesem Tag eine Ehe schließen, einen neuen Dienst antreten sollte (verstr. anhalt.) oder nicht (verstr. Altm.). Bes. im anhalt. Gebiet ist der D. günstig für die Aussaat, für das Ansetzen von Federvieh zum Brüten oder den Einzug in eine neue Wohnung, was bes. für die frisch vermählte Ehefrau gilt. Ackerbau-Anhalt 249 und 251, Vk-Anhalta 325. In der Altm. sollte das Herausbringen von Dünger aus den Ställen oder das Spinnen an diesem Tag vermieden werden. An einem D. geborene Menschen haben Unglück, wurden sie noch dazu an einem Sonntag getauft, sehen sie Geister. SA-Dre, vereinz. Altm.  Grner Donnersdag.
Lautf.: [donrsda] Mda-War 30, BLA-Brau; Donnerschtak Krause 1964,69; -tack Richter o.J. 96; Donderschtag BLA-Brau; Döndersdach WA-Un; Denners- BA-GrAls; denderschdch Wb-Nharz 40; Dunnersdag Wb-Altm 43 und 259; [dunsda] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [duns-] verstr. s Altm.; Dunnerstag Bewohner-Altm 1,329; Dunnerschdach CA-Gli; -tack Heese 21919,87; -tahk Spr-Anhalt 174; -tg ZE-KlLei; [dunada] JE2-Scho; [dur-] Mda-Ze (vereinz. ZE); [-ta] a.a.O. (ZE-Roß); Dun’nerschtch Wb-Ak 49; Dund’rschtach Lieder-Ma Nr. 831 (CA-Schö); Dön(n)derdag, -dach, [döndrda] Mda-War 30, OSCH-De, Id-Eilsa 57, verstr. WE; -daach, -dch vereinz. w elbostf.; [denrd] QUE-Di; Denderdach Wb-Holzl 77 (WA-KlWa); -daach QUE-Di; [dundda] SA-Hö; [dund-] WO-HWa; Dinnerdch OSCH-Har.
dull Adj. 1. 1/2/3: verbr. nd., 4: vereinz. omd. – a. ‘närrisch, verrückt, geistesgestört’,  dusselig“Sünd Se doll?” Matthies 1903,23; Rda.: et is tan doll weren Id-Eilsa 57; Väör dull un blind lopen ‘wie unsinnig laufen’ Wb-Altm 42; hei is dull un vull ‘er ist betrunken’,  dn, Bewohner-Altm 2,129. – b. ‘tollwütig’, bes. vom Hund – en dullen Hund Wb-Nharz 47. – c. ‘wild, unbändig, ausgelassen, übermütig’ – d geit et dulle hr a.a.O. 48; Sprw.: je dulder, je wulder ‘je lebhafter, um so besser’ Sprw-Börde. – 2. ‘ärgerlich, zornig, wütend’,  1fuchtig, 1: SA-Dä Ku, 2: vereinz. n Altm., 3: vereinz. w elbostf. – ek bin sau dull Id-Eilsa 59; he moakt ’n dull Gesicht SA-Jee. – 3. ‘gierig, voller Verlangen nach etw.’,  gperig, 1/2/3: vereinz. nd. – Er is wie doll hinter de Mächens her. Spr-Asch 29; subst: eine Dolle ‘eine Frau, die Männern nachläuft’ ADVk Nr. 211 (STE-La). – 4. 1/2/3: verbr. nd., 4: vereinz. omd. – a. ‘arg, übel, schlimm’ – gift dull Wer (Wetter) OST-Sa; mk’ et man nich sau dulle Wb-Nharz 47; Dät is to dull! Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie). – b. ‘von beachtlicher Größe, Menge, Qualität, Intensität’, auch ‘sehr, überaus, stark’,  bannigne dulle Külle HA-Oh; nich so dulle GA-Bo; Dao hr ’n duller Hoppas (Fehler) t wrn kunnt. Wb-Altm 85; He löppt as Wind, so dull ... Kredel 1927,53; Dat düllst was, dat’r ook Nachtens keen Ruh häw’n dä. Pohlmann 1905 ff.,124 (OST-Gra); dull lachen SA-Rie; et rähnt dulle BLA-Ti; ek schwte dulder w d Wb-Nharz 48; ... du hast mick jo tau dulle vorfehrt (erschreckt). Rauch 1929,26; Rda.: hei lücht (lügt) dulder w’n Pert lepen kann HA-Oh; Sprw.: je ölla, je dülla JE2-Scho; je doller as de Kreih sick wascht, je swarter ward se Bewohner-Altm 2,22. – c. Superl. subst. ‘der/das Höchste, Oberste in einer Rangfolge’ – där macht dao n Dollsten CA-Sta; Jeder well dä dullste sien ... Klaus 1936,4. – 5. ‘schlecht schmeckend, verdorben’, von Lebensmitteln, 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa). Die Zuordnung der Belege ist in einigen Fällen problematisch, da bes. bei 1c., 4a. und 4b. semantische Überschneidungen – je nach Schwerpunktsetzung – vorkommen, z.B. im Sprw. je ölla, je dülla könnte dull als ‘wild, ausgelassen’, ‘arg’ oder allg. als Kennzeichen einer hohen Intensität gedeutet werden.
Lautf., Gram.: dull, [dul]; außerdem: dulle GA-Bo, verstr. elbostf.; tull vereinz. omd.; -o-Formen z.T. neben u-Formen: doll Matthies 1903,23, JE2-Schö, Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. elbostf.; dolle, [dol] JE2-Scho, vereinz. OSCH; Dolle subst. f. ADVK Nr. 211 (STE-Sa); toll, [tol] JE2-Mü, Wb-Be; -e Formen präd./adv.; Kompar.: ohne Umlaut: tul’ler Wb-Ak 174; dul(l)der JE2-HSe, verstr. elbostf.; tuldr Mda-Sti 45; doller Bewohner-Altm 2,22; [tor] Wb-Be; mit Umlaut: düller SA-HTr, vereinz. nbrdb.; [düla] JE2-Scho; dülder Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); tilder Mda-Sti 141; döller WO-Zie; dölder HA-Oh.
Dummbdel m. 1. in den Rda.: is mit’n Dummbdel (ge)kloppt und hat wat mit’n Dummbdel (ge)krgt/ (ge)krgen ‘ist dumm, einfältig’,  dusselig, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 276, Bewohner-Altm 1,329, 3: verstr. elbostf. – 2. dass. wie  Dummerjn, 2: ADVk Nr. 211 (JE1-Grü), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 49, Vk-Anhaltc 102 – Du bist an Dummb’l. Wb-Ak 49.  Klein Dummbdeln.
Lautf.: Dummbd(e)l Wb-Altm 276, Bewohner-Altm 1,329, vereinz. w elbostf.; -büel, [dumbl] SA-Dä, ADVk Nr. 211 (JE1-Grü); -bühl, -bl HA-Oh, Id-Eilsa 59; -bd(e)l Vk-Ask 155, Spr-Asch 48, Vk-Anhaltc 102; -b’l Wb-Ak 49.
Dummdei m. dass. wie  Dummerjn, 3: ADVk Nr. 211 (WO-El, WA-Bey), 4: Vk-Anhaltc 102.
Dummhold m. dass. wie  Dummerjn, 3: ADVk Nr. 211 (QUE-West).
Düngerkasten m. ‘Behältnis, das umgebunden wird, um daraus Kunstdünger auf das Feld zu streuen’ 3: ADVk Nr. 145 (vereinz. WE, CA-Gra).
Dussel m. 1. ‘dummer, einfältiger Mensch’, Schimpfwort, 2: STE-Ho, ADVk Nr. 211 (JE2-Jer), vereinz. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – Du bist an Dussel! Wb-Ak 50.  pe 2August Blamm Bammel Blschp Brummosse Christian Christoph Dmel Dmelack Dmeler Dmeljochen Dmelkls Dmelsack Dmelskopp Daniel (und lang) Detschkopp Dfkopp Dölmer 2Dr Dsel Dselkopp Dskopp Drßelmeier Dummbacke Dummbrt Dummbatz Dummbdel Dummchen Dummdei Dummelkopp Dummerjn Dummhans Dummhold Dummhut Dummkopp Dummsnte Dummtdel Dusseldr Dusselkopp Dutzkopp Dws sel 1Fx Flaps Gnsebeck (mit langsamer Aussprache) Götze Hambeutel Hnepampel (und ungeschickt) Hdenddel Heuosse Hrnosse Hrnv Jakob Joachim Jobst (und unbeholfen) Johann Kabiskopf Kaffer Kalf Kalfskopp Knskopp Knorrdost Kullijus Kullijuskopf Kyau Labbetitsch Ltentt 1Matz Matzblke Matzpumpe Meckepiep(e)Mölz Mustoffel Narre Nauke Nulpe Ölgötze (und unentschlossen) Osse; weibl.: leke Dusselkreie Dutte Gertrud Gs Jumfer Katharina; z.T. keine klare Abgrenzung zu  TZ: ‘verrückter, geistesgestörter Mensch’: Drßel Dullbrgen Düller Dullstrk; beide Bed.: Klapsjäne Klapsmajor Klapsmann Klapspolte Kls, weitere Synonyme  Schp(s)kopp. – 2. ‘Geistesabwesenheit, Gedankenlosigkeit’ 2: Wb-Altm 44.
Lautf.: Duss(e)l, [duzl]; außerdem: Tussel, tusel, [tuzl] Mda-Sti 138, Wb-Be, KÖ-GrPa; [dusl] ZE-Kö Roß.
Ellenreiter m., scherzh. 1. ‘Schneider’,  Snder, 2: ADVk Nr. 238a (SA-Stap), 3: a.a.O. Nr. 238a (WE-Hor), 4: Spr-Anhalt 173. – 2. ‘Kaufmannsgehilfe’ 2: ADVk Nr. 238d (STE-Ta, JE1-Ih), 3: a.a.O. Nr. 238d (HA-Ba, QUE-Tha).