hächern Vb. ‘tief und kurz atmen’, vom Sterbenden, 2: Volksspr-Altm 93, vgl. 1hecheln.
härtlich Adj. 1. ‘ein wenig hart’ 2: Wb-Altm 75, Volksspr-Altm 91. – 2. ‘leicht gegoren, ein wenig sauer’, von Getränken, bes. von Sauerbier, 2: Wb-Altm 75, Volksspr-Altm 91.
Lautf.: härtlich Wb-Altm 75; hddlich Volksspr-Altm 91.
Hfwat m. dass. wie  Hgup, nur in dem Sprw.: Hä wat hett alle Wä wat 2: Volksspr-Altm 93 (OST-Meß).
Etym.: elliptische Bildung zu uphwen.
Kant(en) m. 1. ‘Anfangs- und Endstück des Brotes’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – dai Kand’n schmeckt am besd’n SA-Dä; en Gandn ess ich DE-Ca; Rda.: Dät schafft Känt, wenn Grotmutter luter Krum’ ät. gebraucht, wenn eine Unternehmung großen Gewinn einbringt, Bewohner-Altm 1,347. – Volksgl.: Der K. eines frisch anzuschneidenden Brotes darf nicht an Arme verschenkt werden, sonst gibt man auch den Segen aus dem Haus. Deshalb schneidet man den K. ab und gibt das nächste Stück. Abergl-Ma 233f. (GA-Mie, WO-Ir).  Brtkant(en) Brtknst Kanft Kippelkante Knaggel Knagge(n) Knwel Knst Ranft; Anfangsstück: Kusskanten Kussknst Lacheknst; Endstück: Knurrkant Knurrknst Schrknst Wneknst; die wichtigsten Synonyme s. Kt. – 2. dass. wie  Kante 5., 2: Id-Altm, Volksspr-Altm 91, Mda-Ze (verstr. ZE).
Lautf.: Kant vereinz. s Altm., verbr. mbrdb., verstr. n anhalt.; [gand] Mda-Fuhne 241 (verbr. anhalt.); Känt Bewohner-Altm 1,347, OST-Har, JE2-Alt Ge, JE1-Ih; Kanten verbr. nwaltm. Altm., vereinz. JE2 JE1, verstr. elbostf., vereinz. anhalt.; [kand] SA-Dä Rist, JE2-Scho; [gandn] verstr. anhalt.; Känt(e)n verbr. n nbrdb.; Dim.: Käntchen JE2-Bö, [gendn] verstr. n BE. – Etym.: wie Kante zu mndl. cant < afrz. cant ‘Ecke’, das seinerseits gall. Ursprungs ist, vgl. Kluge 231995,423., Teuchert 21972,287f. Zuss.: zu 1.: Kippelkante, Knurrkant, Kuss-.
ktz Interj. Scheuchruf für Katzen und Hasen, 2: Volksspr-Altm 90, JE1-Mö, 3: Wb-Nharz 94, 4: Wb-Be.
Lautf.: [kts] Wb-Be; kz Volksspr-Altm 90; kätz-kätz JE1-Mö; katz-katz, ktz-ktz Wb-Nharz 94.
klastern Vb. 1. ‘heftig regnen’,  pladdern, 2: HA-Sa, 3: vereinz. ö HA – au, klastert datt aober! HA-Ro. – 2. in der Verbdg.: klistern un klastern vom Prasseln der Hagelkörner gegen die Fensterscheibe, 2: Wb-Altm 109, Volksspr-Altm 93.
Lautf.: klastern; außerdem: klstern Volksspr-Altm 93; Nbf.: klistern Wb-Altm 109, Volksspr-Altm 93.
Klocke f. 1a. ‘Glocke’, bes. die Kirchenglocke, verbr. – Der Klang der K. ist in zahlreichen Reimsprüchen nachempfunden: Bim, bam, bohler, Kost nen halben Daoler GA-Ga; Kümmt all to Kerk! Kümmt all to Kerk! OST-Sa; bimm baum, bälaumWE-Ve; Rätsel: Gät un schlät int Holt, Dag in, Dag ut: Un kümmt doch nich rut! Volksspr-Altm 93 (SA-Vi); Rda.: an de grte Klocke schlahn ‘etw. überall herumerzählen, aufbauschen’ CA-Fö; De hät de Klock lü’n hürt, weet äöwer nich wo’s’ hangen. ‘Er weiß nicht genau Bescheid.’ Bewohner-Altm 1,344; Nu weet ick, wo de Klocken hangen. a.a.O. 344; nu wettste, wat de Klocke eschlahn hat CA-Fö. – Brauch: Die K. wurde nicht nur zum Kirchgang geläutet, u.a. erinnerte das Läuten an bestimmten Tagen die Dorfbewohner an deren Ablieferungspflicht: Eier für den Pastor, Schütten (Abliefern) des Zehntgetreides, die Schüttenden bekamen Schnaps und Tabak. Brauch-Anhalt 92ff. (KÖ-Wa, DE-Ro). Am Michaelstag (29. September) läuten die Glocken Zinsen, Pachte, Swinegeld (OSCH-Krop). – Volksgl.: Die K. gilt vielfach als Vorzeichen des Todes: Vom Klang der Kirchenglocken heißt es, wenn sie singen, stirbt bald jmd. (GA-Ro). Klingt bei einer Beerdigung eine Glocke nach oder haben beim Leichenzug die Glocken einen traurigen Klang, so folgt bald ein weiterer Todesfall. Vk-Anhalta 174 (BE-Pei, KÖ-Kö Ost). Schlägt beim Trauergeläut die große Glocke zuerst an, ist das nächste Todesopfer ein Mann, bei der mittleren Glocke eine Frau, bei der kleinen ein Kind. a.a.O. 174 (BE-Pei). – 1b. ‘ Klingel an der Haustür’ 1: SA-Ah, 2: verstr. n/mittlere Altm., CALV-Calv, verstr. JE2, JE1-Mö, ZE-Wö Ze, 3: JE1-Pre, Wb-Nharz 100, BA-Rie, BE-He, 4: QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie Wö. – 1c. ‘kleine Glocke’, bes. für weidende Kühe und Schafe, auch am Schlitten, 2: SA-Sta, 3: Wb-Nharz 100. – 2a. ‘Uhr’, bes. die Turmuhr, 1: SA-Dä, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 121, CA-Fö, 4: Wb-Ak 91 – uns Klock gaet to l aot ‘die Uhr geht nach’ SA-Dä. – Volksgl.: Das Schlagen der Uhren kann den nahenden Tod ankündigen: Schlägt die Turmuhr (Glocke) dem Geistlichen ins Vaterunser oder ins Amen, stirbt ein Kirchgänger. Vk-Anhalta 174 (KÖ-Ar, DE-Go). Gleiches tritt ein, wenn die Uhren vom Rathaus und vom Kirchturm gleichzeitig schlagen. a.a.O. 174 (DE-Je). Steht eine Wanduhr plötzlich still, stirbt am anderen Tag zur gleichen Stunde ein Verwandter. a.a.O. 174 (KÖ-Thu). – 2b. ‘Uhrzeit’ 2: Wb-Altm 106, Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), JE2-Scho Schön, verstr. ZE, 3: Rauch 1929,13, vereinz. HA OSCH, Wb-Nharz 100, Wb-We 67, 4: Wb-Ak 91, Wäschke 41920,8 – W hk is denn de Klocke? ‘Wie spät ist es?’ Wb-Ak 91; so umme half Klocke veiere rum OSCH-Wu; Ik ha äin Morr’n van Klock dree bet Klock nä’n Gras mäht … Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Klocke fünwe is et doch all düster HA-Bo; … von Klockener viere bes Klockener achte …’ungefähr von 4 bis 8 Uhr’ Wäschke 41920,8. – 3a. ‘glockenförmiges, unten geschliffenes Gerät aus Metall zum Enthaaren gebrühter Schweine’ 1: SA-Roh, 3: HA-Oh, Wb-Holzl 121 (HA-Wo), QUE-Hau, 4: Wb-Ak 91. – 3b. ‘Glasglocke’, zum Abdecken von Nahrungsmitteln, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Klocke, [klok] Sg.; Klock(e)n, [klok] Pl.; außerdem: Klock SA-Ah Dä, verbr. Altm., JE2-Kam; Klöcke JE2-Schön; Glocke Sg., Glocken Pl., [glok] Pl. SA-Roh, STE-Grie, CALV-Calv, JE2-Scho, ZE-Wö, OSCH-Eils, QUE-Frie, BA-Neu, DE-Grie; Glock OST-Bre Na, GA-Jä; Jlocke, [jlok] JE1-Pre, Mda-Ze (ZE-Roß), Ldk-Anhalt 2,64 (ZE-Kö), CA-Ak, Wb-Be; Klockener Wäschke 41920,8: zur Angabe der ungefähren Zeit, Bildg. mit -er: ist ein abgeschwächtes der, ausf. vgl. der 5. Zuss.: zu 1b.: Hs-, Klinge(l)-, Klinger-; zu 3.: Kse-, Lampenglocke; sonstiges: ster-.
knarren Vb. ‘ein rauhes, knirschendes Geräusch hervorbringen’, vgl. auch gnarren,2: Volksspr-Altm 91, 3: Lindaua o.J. 9, HA-Oh, 4: Wb-Be, Richter o.J. 8 – De runne Schriewsessel knarre un bewwere … Lindaua o.J. 9.
Lautf., Gram.: knarr’n HA-Oh, [knarn] Wb-Be; 3. Sg. Prät.: knarre Lindaua o.J. 9; knarrte Richter o.J. 8; Nbf.: knrn Volksspr-Altm 91.
knatzen Vb. 1a. ‘einen schwachen Knall hören lassen’, von Zündblättchen und vom unerwarteten Versagen von Schusswaffen, 2: Volksspr-Altm 89f. – 1b. ‘mit der Peitsche knallen’ – d knatst wa mette Ptsche 2: JE2-Scho. – 2. dass. wie  knatschen 3a., 2: STE-Arne.
Lautf.: knatzen STE-Arne, [knatsn] JE2-Scho; kntznVolksspr-Altm 89f.
Krätzer m. 1. ‘drei- oder vierzinkige Hacke zum Roden von Kartoffeln’ 1: vereinz. s nwaltm., 2: Volksspr-Altm 91. – 2. ‘Gerät zum Reinigen des Gewehrlaufs’ 3: Wb-Nharz 107. – 3. dass. wie  Kratzeisen 2., 2: Volksspr-Altm 91.
Lautf.: Krätzer SA-Roh; KrtzerVolksspr-Altm 91; kretzer Wb-Nharz 107; [krets] SA-Jü Wü; [krats] SA-Ah Pü.