hinderls Adv. dass. wie  hinderhr 1., 2: ZE-Gri, 3: WO-NiDo, Wb-Holzl 105, Firmenich o.J. 160 (WA-Ost).
Lautf.: hinderlos WO-NiDo, Wb-Holzl 105, Firmenich o.J. 160 (WA-Ost); hinger- ZE-Gri.
Hinderrad n. ‘hinteres Rad an Fahrzeugen’ 3: HA-Oh, Firmenich o.J. 160 (WA-Ost), Wb-Nharz 79.
Lautf., Gram.: Hinderrt HA-Oh, hinder- Wb-Nharz 79; Hinderräder Pl. Firmenich o.J. 160 (WA-Ost).
Hchde f. 1. ‘Höhe, Ausdehnung in vertikaler Richtung’, vgl. Hge 1., 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., MdanwJe1a 46 (JE2-HSe), verbr. w/nw JE1, ZE-Dor Kö, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – d bm het ne hechte (ist sehr hoch) Wb-Nharz 73; tr is awwer orntlich inne Hchte jeschossn ‘er ist schnell in die Höhe gewachsen’ Wb-Be; heoch inne Höchd’n dao hang’ng de lang’ng Wöst’n SA-Dä; in de höchte beren Id-Quea 158; Nimm dienen Haut in de Höchte! Ermahnung eines Jungen zum Grüßen, OSCH-Schw; in de hechte kukken Wb-Nharz 73; to höchten ‘in die Höhe’ STE-Wa. – 2. ‘Anhöhe, Hügel’,  Barg, vgl. Hch, Hge 2., 2: Wb-Altm 83, 3: Firmenich o.J. 158 (WA-Ost), WE-Kö, QUE-Di – … awer balle an datt Enne, watt nah Bahrendorp hennschitt, hemm se de Hechte affedragen … Firme-nich o.J. 158 (WA-Ost). – 3. ‘der westliche Teil der Altmark’, Gegensatz zur  Wischeupp de Hög’t waon’n 2: Wb-Altm 83. – 4. ‘tiefste Stelle des Fahrwassers’, Schifferspr. – de Hchte fr’n 4: Wb-Ak 67. – 5. ‘Ufergegend, von der der Wind kommt’, bes. in einer Bucht, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 435 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 435 (CA-Ak).
Lautf.: [hd] Elbschifferspr. 435 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); Höchte vereinz. w elbostf., CA-Fö, [höt] MdanwJe1a 46 (JE2-HSe, verstr. nw JE1), Id-Eilsa 68; Högte Rauch 1929,109; to Höchten Pohlmann 1905ff.,116 (OST-Rö), to höchten STE-Wa; [höt] SA-Dä, Höcht Matthies 1903,7; Högt Wb-Altm 83; [hd] ZE-Kö, Elbschifferspr. 435 (CA-Ak); Hchte, [ht] verstr. sw JE1, ZE-Dor, verstr. nö CA, vereinz. anhalt.; Hechte, [hete] vereinz. w JE1, Firmenich o.J. 158 (WA-Ost), vereinz. Nharz., Mda-Sti 37, Mda-Ma 66 (CA-Fe). Zus.: zu 1.: Kamm-.
Honnigkken m. ‘Honigkuchen’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Mda-Fuhne 17 (DE-Ca) – Hunnigkauken midde Pöppernöten OSCH-Schw; Vorr ehre klaine Schwester te Huse harren se en Hunnichkauken unnne Klapperpuppe unnen Poolrock. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost).
Lautf.: Honnigkauken HA-Bee, Lindauc o.J. 42, BA-GrAls; Honnich- Wb-Holzl 106, HA-Eil, OSCH-Grö; honnichkauke Wb-Nharz 81; Honnichkuchen ZE-Roß; [honikn] Wb-Be; [-gn] Mda-Fuhne 17 (DE-Ca); Hunnigkauken HA-Oh, OSCH-Schw; Hunnich- Firmenich o. J. 159 (WA-Ost).
hurre Interj. Ausruf des Erstaunens, 3: Firmenich o.J. 158 (WA-Ost), Wb-We 56, Wb-Nharz 84 – hurre, sau fl Wb-Nharz 84.
Hsknecht m. 1. ‘Diener im Haus’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: nich sien Husknecht sien Sprw-Börde; Wär sich opp’n Huusknecht verlätt, där is verlaten. Firmenich o.J. 157 (HA-Ost). –2. ‘Hausschlüssel’, scherzh., 4: Wb-Be.
Lautf.: Hsknecht, hsknecht; außerdem: [hausknet] Wb-Be.
Kaldne f., vorw. im Pl. 1a. ‘Gedärm, Eingeweide des Schlachtviehs’ verbr. – schmais de Galau’n uff’n Misd! DE-Ca – Gekochte K. waren eine übliche Speise: haide jiwweds Galdau’n mid Linsen BE-HErx; Galdau’n mid Glumb BE-Nie;Ruh, Ruh, Reste!
Unser Mann hett Gäste,
Hett ‘ne olle Kauh geschlacht,
Hett de Kaldun’n nich reine gemacht,
O du olle Mazpumpe
(Schimpfwort)!
Kaldüneckens schmecken sau stumpe.
Firmenich o.J. 163
(CA);
Rätsel: Et krüppt dorch’n Tun, treckt hinderher de Kaldun? – Stopfnadel mit Faden. Chr-Em 438.  Darm Fülltg Gedärm Gedärmse Gekrse Geschlinge Ingedme Ingedmels Ingesnde Ingewde Inster Kalbsgekröse 1Krse Kt Kutteln Micker. – 1b. übertr., auch derb für ‘Eingeweide, Leib des Menschen’ verbr. – Alle Underlat stuke de Wa’n in en Slaglock, dat se de Kaldunen in Buke schuttern. Wedde 1938,68; Hörn un Sähn war’n beinah vorjangn, un’s war, wie wenn’n alle Kallaun’n in’n Leiwe jeplatzt wie’ern. Wäschke 71913,29; maine Galdau’n gnurrn noche, d hann noch Hunger BE-Il; Rda.: et in’n kaldnen hebben ‘Leibschmerzen, eine Kolik haben’ Wb-Nharz 91; dass.: m kniptet in de Kaldn’n ZE-Kö; datt geiht in de krusen Kaldunen ‘den ganzen Körper erfassend, durch und durch’ WE-Oster; Dn jt’s dinne durch de Kaldau’n. ‘Er ist arm, hat wenig zu essen.’ Wb-Ak 83; dor hadde Galau’n foll ‘er ist betrunken’ BE-Sa. – 2. ‘Blättermagen des Rindes’,  Bldermgen, 2: verbr. JE2 JE1 – die janze Kaluhne JE2-Vie.
Lautf., Gram.: Kaldune, [kaldn] Sg., Kaldunen, [kaldnn] Pl.; außerdem: Pl.: Kaldun’n, [kald], Kaldn, [kaldn] verstr. Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-Kö, verstr. elbostf.; Galdun’n, Galdun OSCH-Crot Har, vereinz. WA; [kaldiu] SA-Dä; kldu’n Mda-Sti 167; KaluhneSg. JE2-Vie; Kaldaunen CA-Ca, Serimunt 1930 Nr. 82, BE-Gü, Kaldau’n, [kaldáu] JE1-Zie, ZE-Roß, Wb-Ak 83, DE-Els; [galdau] vereinz. nw BE; [kaláune] Sg. Wb-Be; Kallaun’n Wäschke 71913,29, Kalaun KÖ-Bie; [galau], [galaun] verbr. anhalt.; Nbf.: Kaldarmen Wb-We 61.
Kerkhoff m. ‘Friedhof’, meist beschränkt auf den christlichen Begräbnisplatz, 1/2/3: allg. nd., 4: verbr. omd. – op’n Kirchhowwe HA-Oh; up’m Kachhoff ling d Di’n begrun JE2-Scho; in Appendorf, wu weto Jahre (wo wir im vergangenen Jahr) Schtaine von’n Korchhoff uteploiet hemm … Firmenich o.J. 157f. (WA-Ost); Rda.: de treckt balle nah’n Kirchhoww ‘er/sie wird sterben’ HA-No – in hist. Belegen bezeichnet K. häufig auch den der Kirche zugehörigen Hof oder ein kirchliches Landgut (vgl. HWb-Mnd 2,546): … eyne schune, de up dem kerkhove to Slanstede steyt … Revers über den Erhalt eines Burglehens 1370, UB Hochst. Halberstadt 4,136; Steffphen Lange het geg[geuen] syn erue up dem kerchoff Erasmus, sicud ibi habuit. 1421, SchB-Ze Nr. 61; Item ufm kirchhofe seind 4 heuser. Amt Dessau und Lippehne 1547–1549, Landreg-Anhalt 1,54.  Ddenkerkhoff Frdhoff Gottesacker; s. Kt.
Lautf.: Kerkhoff verbr. nwaltm., OST-Ker Thie, STE-Schö, verstr. JE2, HA-Hö, vereinz. nw WE, WE-Weh; Kä(r)k- SA-Han HDo; Kark- WE-Schau; Kirk- GA-Nie; Kirch- verbr. brdb., CALV-Ve, verbr. HA, verstr. OSCH, WA-West, vereinz. WE, BLA-Brau, verstr. CA KÖ DE; [kahof] JE2-Scho; [grhof] verstr. anhalt.; Kerchhoff SA-Bad, verbr. n GA, JE2-HSe, verstr. elbostf.; Kärch- QUE-Nei Tha, Mda-Ro; Karch- verstr. s elbostf.; Korch- JE1-GrLü, ZE-Ra, verstr. s ZE ö elbostf. mittleres/ö anhalt.; Korrech- Wb-Ak 95; Korsch- WO-Dru; Körch- WO-He Schn; Körsch- WO-He; Kurch- WO-Her Ir, ZE-Bur We; Krich- veralt. JE1-Kä, Mda-Ma 65 (JE1-Dan Lei Prö), ZE-Dü.
Kind n. wie Standardspr., allg. – Kinder gaht na Hus, ‘t wart all duster HA-Bee; d lfd anne janse Hugge Ginnor in Howwe rum DE-Ca; Rda.: tosam’mbrocht Kinna ‘Kinder, die in die Ehe mitgebracht wurden’ SA-Dä; met’n kinne gn ‘schwanger sein’ Wb-Nharz 97; H hat nich Kind und Kegel. ‘Er ist kinderlos.’ Wb-Altm 100; keen Kind, keen Hind hämm’ dass., Bewohner-Altm 1,343; kein Kind – kein Hind von jmdm., der nur wenig zu tun hat und trotzdem nicht fertig wird, WE-Dee; Hei kann keen Kind vertär’n (verärgern) oder hei mütt’n in’n Hinnersten kniepen. von einem friedfertigen Menschen gesagt, Bewohner-Altm 1,343; Dao schall man wol de Kinner mit to Bett jaogen. von einem hässlichen Menschen gesagt, Wb-Altm 100; Wenn’ d Kinner ähr’n Willen krieg’n, dänn ween’n s’ nich. spöttische Bemerkung über Erwachsene, die die Nichterfüllung ihrer Wünsche nicht hinnehmen können, Bewohner-Altm 1,344; Kinder kann man mit wennich de Hand fillen ‘Kinder sind leicht zufrieden zu stellen’ Sprw-Börde; Kinder ät’t langsam, da lett sick feel bipacken. Wb-Holzl 34; in Ausrufen: Kinner ne, wi kann denn man so was njn! CA-Ak; Kinner ok, wat hebb ich mei dunn freut, dätt kunn ick keen’ seng’! Hausfr-Altm 1925,54; Sprw.: Een Kind – keen Kind, twee Kinner – Spölkinner, dree Kinner – völ Kinner. Spr-Altm 14; en Kinneken – en gut Stünneken ‘die Betreuung eines Kleinkindes entbindet von harter körperlicher Arbeit’ WE-Dee; Kinder un Narren segget de Wahrheit HA-No; Kinner un oll Lü’ seng’n die Wahrheit. Bewohner-Altm 1,344; Kinder un Besopene spreken de Wahrheit Sprw-Börde; Kinder daun wie se klauk sind Sprw-Börde; wenn t Kinner still sind dn mkns wat ‘wenn Kinder leise sind, machen sie meist Dummheiten’ STE-KlMö; Wecker sin Kind lew hät, de hölt et unner de Tucht. Spr-Altm 14; auch: Je leewer Kind, je schärper Ro’ (Rute). Bewohner-Altm 1,343; Wer sin Kinnern gewt dät Brod un litt naoher sülwst Nod, de is wert, dät’n met’n Kül sleit dod. ‘Wer den Kindern den Besitz übergibt, sollte sich ein ausreichendes Altenteil sichern.’ a.a.O. 1,344; Kleine Kinner – kleine Sorg’n; grote Kinner – grote Sorg’n. Spr-Altm 14; wenn de Kinder lüttjig sünd, treet se de Mutter opp de Schörte, awer wenn se grot sünd, treet se se opp’t Harze HA-No; ein Fder kann er tein Kinder ernern w tein Kinder einen Fder HA-Oh; Je mehr Kinder, je mehr Vaderunser. ‘Je mehr Kinder, umso mehr Gaben kommen von Gott.’ WO-Gu; vael kinnr, vael sjn.Vk-Ask 125; Klein Kinner fallen Engel in’n Schoot. ‘Kinder fallen, ohne sich zu schaden.’ Bewohner-Altm 1,343; Kinder fallt de Engel in’n Schoot, awer de oolen Lüe fallt den Düwel opp de Höörn HA-No; Wenn’t Kind in’n Pütt’n fallen is, denn ward’r todeckt. Spr-Altm 14; auch: wennt Kind versopen is, werd de Brunne taueleggt Wb-We 65; Rätsel: Wat liet in Holte un schreit in Dörpe? – das Kind in der Wiege, HA-Bee; Schlaflied:Schlahpe, Kinnecken, söhte,
Ick pugge
(wiege) dick mit de Föhte,
Ick pugge dick mit de gählen Schauh,
O Kinnecken, daug de Ögelken tau!
Schläpst du sau, so wirst du fromm’n,
Sau ohk de Engel tau dick komm’n
Un währ’n dick bewahren,
Datt dick nischt kann wedderfahren.
Firmenich o.J. 162
(CA);
Ruh ruh reichen,
kocht det Kind en Breichen,
leat’n Stückchen Botter nan,
det det Kind schön pappen kann.
ZE-Nu.
– Volksgl. (Kinderglaube): Die Kinder werden allg. vom Storch gebracht, vereinz. w auch von der Hebamme, vereinz. (nicht n JE2, Harzvorl., Nharz.) vom Engel, n OST von der Eule, daneben vom Weihnachtsmann, Osterhasen (ZE-Dee) oder vom  Nicker (BE-Ad). Sie kommen aus Seen, Sümpfen, Flüssen sowie aus dem Brunnen, außerdem auch vom Himmel oder vom lieben Gott (vgl. ADVk Kt. 20 und 74, Vk-Anhaltb 29f.).  TZ: Hmelstrt 1Hn Kle Kk-up-den-Disch Kleine Klter Knirps Knurps Krabte Krabbe Kräuel Krauter 1Krne 1Krpel Krte Kken 1Lork(e) Lütte 1Matz Mauseschwanz Murkel Murkelarsch 1Ms.
Lautf., Gram.: Kind; außerdem: [gind] verbr. BE; Pl.: Kinder, Kinner; außerdem: [kin] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [kin] SA-Dä, verbr. s Altm., JE2-Scho; [gir], [ginr] verbr. anhalt.; Kindere OSCH-De, WE-La, Wb-Nharz 97; [kir] Mda-Ze (verstr. ZE); Kinger, [kir] Mda-Ze (ZE-Gro Stre), BA-Ha. Zuss.: Himmelskindchen, Hr-, Jumfern-, Kindes-, Memmen-, Minschens-.
Klapperpuppe f. 1. ‘Kinderklapper in Form einer Puppe’,  Klapper, 3: WO-NiDo, Firmenich o.J. 159 (WA-Ost), Id-Queb 3. –2. ‘dünne Frau’,  Hämp(er)ling, 3: Id-Queb 3.