Bg m. 1. ‘Schulterpartie bei Schlachttieren’ 3: Wb-Holzl 66, Wb-We 20. – 2. ‘Vorderende des Kahns’, amtliche, kaum von den Schiffern verwendete Benennung, vgl. Borst 2., 2/4: Elbschifferspr. 154.
Lautf.: Bg Wb-We 20; Booch Wb-Holzl 66; Bug Elbschifferspr. 154.
Bm m. 1. ‘Baum, Holzgewächs mit festem Stamm’ verbr. – de Beeme wachsn in de Hehe DE-Vo; ... stunn’n dei beiden Mäkens jeder hinder’n dicken Boom ... Rauch 1929,130; ... da strahlen alle Gesichter vor Freuden wie an’n Wiehnachtsabend, wenn de Lichter an’n Bome (Weihnachtsbaum) brennt. Wedde 1938,11; Rda.: stf w sau’n bm BLA-Brau; dat geit in keinen hollijen Bom ‘das ist nicht zu glauben’ Sprw-Börde; dat geit in keinen hlen bm ‘das hat nachteilige Folgen für die Gesundheit’ Wb-Nharz 31; n’ Bem op beide Schuldern drn ‘es beiden Seiten recht machen’ HA-Oh; Dr kann  kne Bme mr ausreißen. ‘Er kann aufgrund seines Alters nicht mehr viel bewerkstelligen.’ Wb-Ak 38; Sprw.: An alen Boom vorflanzt mer nich. Wäschke 41910,148; kein Bm fallt op den rsten Slag ‘viele Aufgaben sind nur mit Ausdauer zu lösen’ Wb-We 20; Böm’, de oft knack’n, bräk’n nich licht. ‘Alte Menschen, die viel klagen, erreichen ein hohes Alter.’ Spr-Altm 76; et is noch kein Bem in’n Himmel e’wussen HA-Oh; use harrgott sorget daforr, dat de Bööme nich in’n Himmel wasst HA-No; An allen Beemen findste keine Rinne. Vk-Harz 3,58; wenn einer up’m Boom stiggt, hatte upper Eere nist mehr te seuken wenn jmd. völlig verarmt ist, WE-Oster; Bauernregel: Sind in’n Maidag de Böm non nich grön, ick löw, du krist keen’n Weiten to sehn. Bewohner-Altm 1,349. – Volksgl.: Die kleinen Kinder kommen aus dem B. ADVk Kt. 74 (Nharz., anhalt.). Möbel aus vom Wind umgeworfenen B. knarren in windigen Nächten. Bewohner-Altm 2,282. – 2. ‘Balken’, in versch. Funktionen, bes. als Teil von Geräten, vereinz. – Bm budsen ‘das nötige Leinenzeug am Mast anbringen’ Elbschifferspr. 379 (CA-Ak). – 3. ‘Stiel an Geräten’, bes. an der Sense,  Seißenbm, verstr. – 4. in der Verbdg.: Bom schlan ‘Purzelbaum schlagen’,  Kobolz, 3: WE-Kö.
Lautf., Gram.: Boom, [bm] vereinz. w nwaltm., verstr. ö nwaltm. w SA (außer nwaltm.) ö Rand von SA, GA-Klö, verstr. ö Rand von GA, verbr. ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf. anhalt.; [pm] Wb-Be; Bem, Bom vereinz. w elbostf.; Boam OST-Ze, GA-Si, STE-Po, JE2-Mö; Boum, [boum] SA-Rist, verstr. w Altm., vereinz. sw OST, OST-Ost, DE-Or; Boaum vereinz. w Altm.; Baum SA-HLa Se, verbr. SA (außer nwaltm.), OST-Flee Meß, verbr. nö GA, STE-Döl Po, vereinz. nthür.; paum Mda-Sti 31; [bm] BA-Ha; Baam vereinz. QUE, BA-Gü; Beom, [beom] verbr. nwaltm.; Buem, bem vereinz. nw WE, Mda-Ro; Buom OSCH-Di, WE-Sta; Pl.: Bö(ö)me, [böm] verstr. sö Altm. JE2 n JE1 w elbostf. (außer sw); Bö(ö)m SA-Net Rist, verstr. ö Altm. (außer sö); Beme, Böm HA-Oh, Id-Eilsa 53; Beme, Bme, [bm] Siedler-Je § 100 (mittleres/s JE1), ZE-Roß, verstr. s elbostf. anhalt.; Bäum, Boim SA-Ri, vereinz. mittlere Altm.; paime Mda-Sti 31; bieme Mda-Ro.
Bmtscher m. 1. ‘Schiffszieher, der die Arbeit des Ziehens an schwierigen Stromstrecken übernahm’, veralt., Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 284 f., 3: Mda-Ma 77 (CA-Fe We), 4: Wb-Ak 38. – 2. ‘starker, ungeschlachter, tatkräftiger Mann’ – dat is villeicht ’n Bomätscher 2: ZE-Roß.
Lautf.: Bomätscher, [bmtr]; außerdem: Nbf.: Bmtschel Wb-Ak 38. – Etym.: wohl zu tsch. pomáha ‘Aushelfer’, vgl. Elbschifferspr. 284.
Bmlock n. 1. ‘Loch in einem Baumstamm’ – ... ok alle Bomlöcker waren vulder Water. 3: Rauch 1929,89. – 2. ‘in Bordhöhe befindliche Aussparung für den Mast in dem ihn stützenden starken Balken’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 199 (STE-Tan), 4: a.a.O. 199 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: Bomlöcker Pl. Rauch 1929,89; [bmlog] Elbschifferspr. 199 (STE-Tan); [-lo] a.a.O. 199 (CA-Ak).
Bmwolte f. ‘auf dem  Mastenbock ruhende Auflage für den gelegten Mast’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 200 (JE2-Mi).
Lautf.: [bmwals].
Bn(e) m., f. 1. ‘Bühne in einem Theater oder in einem Wirtshaus’ 2: Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), 3: Gesch-Un 45, 4: vereinz. anhalt. – Dafor saße ooch bei jede Vorschtällung oben uf de Jallorie, dichte bei de Biehne. Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze). – 2a. ‘Dachboden, Raum bzw. Räume unter dem Dach’, vgl. Bodden 3., 1: verstr. nwaltm., 2: verbr. Altm. (außer s Rand), Mda-Je 230 (n/mittleres JE2), JE2-Scho, 3: BLA-Brau – ik gao nao Bain SA-Dä. – 2b. ‘Laubengang im Obergeschoss eines Hauses’, veralt., 3: Wb-Holzl 72 (HA-Um). – 3. ‘Stange im Schornstein, an der Wurst und Speck geräuchert werden’ 3: Wb-Nharz 28. – 4. ‘Bretterbelag des Kahnbodens’, zum Schutz der Ladung vor Nässe, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 121 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 121 (CA-Ak), Wb-Ak 35.
Lautf.: Bn, Bö(ä)n, [bn] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. Altm. (außer sö), Mda-Je 230 (n/mittleres JE2), JE2-Scho; Böen Mda-Ost 49 (OST-Ko); [boin], [bain], [ben] verstr. n nwaltm.; Bü(h)ne, [bn] Elbschifferspr. 121 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), Wb-Holzl 72 (HA-Um), Gesch-Un 45; Biehne, bne Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), Wb-Nharz 28, BLA-Brau, vereinz. anhalt.; [pne] Wb-Be.
2Brd f., m. ‘Seitenwand eines Kahns’, im Pl. auch die einzelnen Teile der Seitenwände, dann überhaupt ‘Schiffsdeck’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 122 und 389 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 122 und 389 (CA-Ak), Wb-Ak 39 – ewwer Brd jn, fal’l ‘vom Kahn ins Wasser fallen’ a.a.O. 39; b Brd Kommando, einen Staken dicht neben der Bordwand zu setzen, Elbschifferspr. 389 (WO-Ro).
Lautf.: Brd, [brd]; außerdem: [brd] Elbschifferspr. 389 (JE2-Mi). – Etym.: Bezüge sind zu  Brd oder  1Brd denkbar, vgl. Kluge 242002,140.
Borst f. 1. verbr. – a. ‘vordere obere Seite des menschlichen Rumpfes’, einschl. der im Brustkorb gelegenen Atmungsorgane – Denn noch en breies Band um de Brust ... Rauch 1929,143; Ich hawwe’s uf de Brust. ‘Ich bin erkältet.’ Wb-Ak 41; Rda.: ... wie hei dunn noch veir Bodderstücke mit Slackwost tau Bost harre ... ‘... zu sich genommen hatte ...’ Lindaub o.J. 65; sek in de brust schmten ‘mit etw. angeben’ Wb-Nharz 34. – b. ‘weibl. Brust’ – n’ Kinne de Bost jeben HA-Oh. – 2. ‘Bug, Vorderende des Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 155 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 155 (CA-Ak), Wb-Ak 41.
Lautf.: Bost, [bost] verbr. nwaltm. Altm. w elbostf., Nd-Börde § 124a (WO-Schn), WA-Un; [bst] Mda-Ar 31, Siedler-Je § 73 und 116 (JE2 JE1), Brugge 1944,76 (verstr. nw elbostf.); [brost] vereinz. sö Altm.; [brst] Siedler-Je § 73 und 116 (JE2 JE1); Brust, [brust], [brst] Wb-Altm 23 (1b.), GA-Bo, vereinz. sö Altm., JE2-Scho, HA-NHa, Brugge 1944,76 (um HA-Som), verbr. ö elbostf., Wb-Nharz 34, BLA-Brau, verstr. anhalt.; prust Mda-Sti 7, Wb-Be; [brusd] Elbschifferspr. 155 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak), Mda-Fuhne 17 (DE-Ca).
Borstklöpper m. ‘halblange Tabakspfeife’ 2: Elbschifferspr. 400 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa).
Lautf.: [brusdklöbr].
Bt n. ‘Rettungskahn eines Dampfers oder Motorschiffs’ 2: Elbschifferspr. 70 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 70 (CA-Ak).