lsmken Vb. 1. ‘etw. Befestigtes lösen, jmdn. befreien’ verstr. – mache mich ma los ZE-Roß; ‘n Kn lsmken ‘den eigenen Kahn ohne fremde Hilfe aus einer Querlage befreien’ Elbschifferspr. 362; wenn’e nich mkest, dat’e fon’n Howwe kummest, mke ik’n Hunt les HA-Oh; Rda.: dat Fell losmaok’n ‘jmdn. prügeln, schlagen’ Wb-Altm 243; Dät kann’n Daol’r losmaoken ‘das kann man für einen Taler bekommen’ Wb-Altm* 62. – 2. ‘sich in Bewegung setzen, sich auf den Weg machen’ 3: Wb-Nharz 121, 4: CA-Ak.
Lautf.: losmken; außerdem: [lsmkn] Elbschifferspr. 362 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); lsmaok’n Wb-Altm 243, Wb-Altm* 62; [lsmaxn] Elbschifferspr. 362 (CA-Ak), losmachen ZE-Roß.
lsrten Vb. ‘etw., sich gewaltsam lösen’ 2: Elbschifferspr. 362 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 3: Lindaub o.J. 26, HA-Oh, 4: Elbschifferspr. 362 (CA-Ak) – ‘n Kn losrdn ‘einen anderen Kahn aus einer Querlage befreien’ Elbschifferspr. 362.
Lautf.: losriten Lindaub o.J. 26; [lsrd] Elbschifferspr. 362 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); lesrten HA-Oh; [lsraisn] Elbschifferspr. 362 (CA-Ak).
lssmten Vb. ‘das Tau lösen, abhängen’, bes. von der Abkopplung des Schleppzugs vom Dampfer, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 363 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 363 (CA-Ak), Wb-Ak 107 – Der Damper hat uns in Roßl (ON Roßlau) lsjeschmissen. Wb-Ak 107.
Lautf.: [lsmd] Elbschifferspr. 363 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); [-maisn] a.a.O. 363 (CA-Ak), losschmeißen Wb-Ak 107.
lswinden Vb. ‘ein festgefahrenes Schiff mit Hilfe eines großen Stakens und einer Winde vom Boden lö- sen’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 361 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 361 (CA-Ak).
Lautf.: [lswi].
Luft f., n. verbr. 1. ‘die Atmosphäre der Erde bildender Stoff, Atemluft’ – scheene Luft heite ZE-Roß; dai Luft is doch ht tao schtickich SA-Dä; ik kr keine Luft HA-Oh; Rda.: in d’ Lucht gaon ‘ins Freie gehen’ Wb-Altm 128; Ich bin for dn Luft. ‘Ich werde nicht von ihm beachtet.’ Wb-Ak 108; helt de Luft an ‘hör mit deinem Gerede auf’ HA-Oh. – 2. ‘bewegte Luft, Luftzug’ – schdramme Lufd ‘starker, gleichmäßiger Wind’, Schifferspr., Elbschifferspr. 439; awwer  nich anne Lufd Wind is ‘es herrscht Windstille’ CA-Ak; kein liftjen rt sek Wb-Nharz 117; Rda.: Dat gift Luft, sä de ole Müldersche, da leit se ‘n Pup Sprw-Harzvorld 399. – 3. ‘freier Raum über dem Erdboden’ – de Frln (Vögel) flgng hauch int Luft SA-Rie; Rda.: in de Luft jehn ‘wütend werden’ ZE-Roß. – 4. ‘freier Raum, Spielraum’ – Luft machen ‘ein verstopftes Rohr durchstoßen’ ZE-Roß.
Lautf.: Luft; außerdem: [lufd] Elbschifferspr. 439 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak), Mda-Fuhne 111; Luff SA-Bon; Lucht vereinz. Altm., Id-Eilsa 77 (veralt.). – Gram.: f., außerdem: n.: verstr. nwaltm. Altm. Zuss.: zu 1.: März-, Morgen-.
lüften Vb. 1. ‘Luft hereinlassen, der Luft aussetzen’ 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be, Wb-Ak 106 – mkt Fenster op, w mött ml’n betten lüften HA-Oh. – 2a. ‘durch Luftbewegung trocknen lassen’ 3: vereinz. elbostf. – 2b. ‘auseinander breiten, lockern’, z.B. Stroh zum Trocknen, 2: Land/Leute-Je 1923 Nr. 2 (JE2-Schö), 4: Wb-Ak 106, BE-GrWi. –3a. ‘Hülsenfrüchte (bes. Erbsen) enthülsen’,  plen, 3: HA-Oh, vereinz. Nharz., 4: Mda-Sti 172. – 3b. ‘die Schale entfernen’, bei Nüssen, 2: vereinz. Altm., Land/Leute-Je 1923 Nr. 2 (JE2-Schö). – 3c. ‘Pflaumen aussteinen’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. SA, verstr. OST, vereinz. GA STE, Land/Leute-Je 1923 Nr. 2 (JE2-Schö), 3: vereinz. n elbostf. BLA, 4: vereinz. nthür. – Plumen luchten OST-Bi.  brken buttjern hmeln krnen snden stnen upsnden tbrken tkrnen tlüften tlüftjen tmken tsnden tstnen. – 4a. ‘(leicht) anheben’,  bren, auch refl. ‘sich erheben’, vgl. lichten, 2: JE1-Kra, 3: vereinz. elbostf. – 4b. ‘an flachen Stromstellen einen Teil der Fracht eines Kahns in kleinere Fahrzeuge laden, um die Fahrt fortsetzen zu können’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 360 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: Wb-Ak 106.
Lautf.: lüft(e)n JE1-Kra, Wb-Holzl 137, HA-Oh (1.), OSCH-Schw, BA-Re, vereinz. nthür.; [lüfd] Elbschifferspr. 360 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); liften Nd-Börde § 128, vereinz. Nharz., Mda-Sti 172, Wb-Be; lift’n Wb-Ak 106; [lifdn] BE-GrWi; leften vereinz. BLA; lucht(e)n, [lutn] verbr. SA, verstr. OST, vereinz. GA STE, Land/Leute-Je 1923 Nr. 2 (JE2-Schö), vereinz. elbostf.; [ludn] SA-Rist; lüchten SA-Ra; löchten GA-Dö, HA-Oh (3a.). – Etym.: mnd. lüchten, lichten ‘aufheben, hochheben’ (HWb-Mnd 2,806 und 866), mhd. lüften ‘in die Luft heben, aufheben’ (HWb-Mhd 1,1978), bei (4.) Berührung mit  lichten ‘heben’, das nach Kluge 231995,518 zu mnd. licht ‘leicht’ zu stellen ist.
Luftfänger m. ‘Entlüftungsanlage für die Wohnräume eines Kahns’, besteht aus einem dicken Bleirohr mit einer trichterartigen Öffnung am oberen Ende, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 167 (STE-Tan), 4: Wb-Ak 108.
Lautf.: [lufdfr] Elbschifferspr. 167 (STE-Tan); Luftfenger Wb-Ak 108.
Lke f. 1. ‘durch Klappen oder Läden verschließbare Öffnung’, bes. in Gebäuden, verbr. – a. ‘Fensteröffnung im Dach’, von Wohnhäusern, Ställen und Scheunen, auch ‘Dachvorbau’ – mache m de Lauge uff DE-Ca; Rda.: Kickst du ut de Luk? ‘So ist es gemeint.’ Bewohner-Altm 1,348; Tanzlied:Kiek uut’e Luuke! Iss de Luft noch rain?
Morjen will’ wie lustig sein,
Wenn de Hund mit de Wosst oowr’n Eckstain springt,
Trudiderallalla,
De Katte vor Angest opm Füerheerd schitt,
Trudiderallalla!
Lieder-Ma Nr. 978 (WO-Ol).
– b. ‘Öffnung in der Wand’, bes. Zugang zum Dachboden des Wohnhauses oder der Scheune – dai Liuk is bannich heoch SA-Dä; jebb mich ma’t Hei dorch de Luke rinn ZE-Roß; Rätsel: in Sommer fritt’t op, in Winter spuckt ut – die Luke in der Scheune, GA-Ge. – c. ‘Lade- öffnung auf Kähnen mit flachem Deck’, auch ‘Falltür zur Kajüte der Mannschaft’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 153 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 153 (CA-Ak). – 2. ‘Mund’,  1Ml – Rda.: Make de Luke tau, et komm’n Flejn ran. 3: Spr-Asch 48. – 3. ‘Klappe, Laden, mit dem eine Öffnung verschlossen wird’, bes. ‘Fensterladen’ 2: Wb-Altm 129, JE2-Scho, 3: OSCH-Di – met jrne Far (Farbe) sünd de Lkng schtrkng JE2-Scho.
Lautf.: Luke; außerdem: Lk verbr. nwaltm. Altm.; [luük] SA-Die; [liuk] verstr. w nwaltm.; Lauke vereinz. anhalt.; [laug] Mda-Fuhne 21 (DE-Ca).
Lkendeck n. ‘flaches Schiffsdeck’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 110 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 110 (CA-Ak).
Lkenkranz m. ‘Verschlag aus Eisen bei Kähnen mit flachem Deck’, wird entweder von der Bordwand bis zu der Höhe, wo das Verdeck aufliegt oder von der Innenseite des  Stringers hochgezogen, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 152 (STE-Bit Tan, JE2-Pa), 4: a.a.O. 152 (CA-Ak).
Lautf.: [lknkrands].