Kalmser m. ‘schlauer, pfiffiger Mensch’, auch ‘Grübler’ 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), Wb-Nharz 97.
Lautf.: [kalmzr] Beiträge-Nd 64 (WO-HWa); Nbf.: klammser Wb-Nharz 97. – Etym.: seit dem 16. Jh. im Dt. belegte Bildung zu lat. calamus ‘Rohr’, auch ‘Schreibrohr, Feder’, in der Bed. ‘unfruchtbarer Gelehrter’, vgl. Pfeifer 1989,840.
kanddeln Vb.’ungeschickt schneiden’,  kaddeln, 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa).
Kannenrick n. ‘Regal in der Küche zum Abstellen von Geschirr’,  Tellerbrd, 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), verstr. w elbostf., Id-Queb1, Vk-Ask 180 – Das K. war in der Küche oder in der Stube in Türhöhe angebracht, oft in der Nähe des Ofens. An dem senkrechten Brett unter der Abstellfläche befanden sich Holzhaken für Mützen und Jacken. Töpfe und Teller standen opm kannrick(Vk-Ask 180), aber auch anderes Geschirr oder Milchkannen.
Lautf.: Kannrick; außerdem: -rück Id-Queb 1. – Gram.: n. belegt Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), Wb-Holzl 115; m. belegt Wb-Nharz 92.
Karwne f. ‘Karaffe’ 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa).
Kn m. 1. ‘Harz der Nadelhölzer’ 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa). – 2. ‘harzreiches, gut brennendes Holz’, klein gehackt zum Feueranzünden verwendet,  Klwe(n), 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. nbrdb., verstr. mbrdb., 3: HA-NHa, 4: Wb-Ak 87, Alt-Cöthen 63, DE-Ma – Kn brennt jt. Wb-Ak 87; Kn tom anbt’n (anzünden) STE-Na; 1 Th. 12 Gr. fur zwey Leuchter da mann Kien in brent Rechnung von 1602, LHA Magdeburg Rep D Wanzleben IV Nr. 1a. – 3. in versch. Rda. – a. upp’n Kn sn ‘wachsam sein’ 3: Wb-Holzl 118, HA-Bee, daneben auch: uffen Kn sin ‘die Gelegenheit zum Handeln wahrnehmen’ 4: Wb-Ak 88. – b. tas is ter rne Kn, Frau Mstern! zur Bekräftigung, dass es sich bei einem Gegenstand um etw. Minderwertiges handelt, 4: Wb-Be. – c. mach keen Kien! ‘mach keine Umstände!’ 2: ZE-Roß.
Lautf.: Keen, Kn SA-Ku Zie, verbr. nbrdb.; Kain SA-GrGe Han; [käin] verbr. nwaltm.; Kien, [kn] OST-Zie, GA-Bo See, WO-Me, JE2-Mö, verstr. mbrdb., vereinz. n elbostf., CA-Fö, Wb-Ak 87, Wb-Be; Ken JE1-Grü HLo; Kühn DE-Ma. – Etym.: Die Etym. der Rda. unter (3a.) ist strittig. In Duden 11,381f. wird ein Zush. zu (2.) angenommen, möglich ist auch Anlehnung an jidd. kiwen ‘aufmerksam, beflissen, geschäftig’ oder an engl. keen ‘scharf’, vgl. Pfeifer 1989,831. Bei (3b.) ist ein Zush. zu (2.) möglich, vgl. aber auch Wb-ObersächsErzg 2,35.
Kibbekenml n. ‘von  Kibbeke(n) 1. befallene Mundwinkel’, auch Schimpfname für die von dem Ausschlag betroffene Person, 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), WO-Ir.
Lautf.: Kiwekenmuhl, [kivknml].
Kimmige f. 1. ‘Kerbe’, auch ‘Gesäßspalte’ 3: Wb-Holzl 118 (HA-Eil), Id-Eilsa 71. – 2. dass. wie  Kimme 2., 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa).
Lautf.: [kimij].
Kindkenworst f. dass. wie  Kindke(n), 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa).
Lautf.: [kinknvost].
klterig Adj. 1a. ‘vereitert, durch Schmutz oder Sekret verklebt’ 1: SA-Mel, 2: Wb-Altm 102, WO-Sa, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – de O’en sind klatrig Wb-Holzl 120. – 1b. ‘unausgeschlafen’ 3: Wb-We* 219. – 2a. ‘unsauber, schmutzig’,  smuddelig, auch ‘unordentlich, nachlässig, liederlich’,  1lderlich, in Bezug auf die Kleidung auch ‘zerlumpt’ 2: Wb-Altm 102, 3: vereinz. w elbostf. – de Haor s’n so kladdrig t Wb-Altm 102. – 2b. ‘armselig, erbärmlich’, auch ‘unwohl’ 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 90 – mit den steht’s kladerich CA-Ca. – 2c. ‘unangenehm, ungemütlich’ – klterich Wder 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa). – 3. ‘von minderer Qualität, dünn, schwach’, bes. von Suppe oder Kaffee, 3: WO-Ma. – 4. ‘unhöflich, frech’, auch ‘leicht reizbar’ 3: HA-Bee, Id-Eilsa 72, Wb-Nharz 98, 4: Mda-Sti 159.
Lautf.: klterig, -ich verstr. elbostf., Mda-Sti 159; [kltri], klterich Beiträge-Nd 64 (WO-HWa), Wb-Ak 90, Wb-Be; klatrig, -ich verstr. elbostf.; kladerig WO-Sa; kladerich CA-Ca; kloadrig SA-Mel; kladderig Id-Queb 3; kladdrig Wb-Altm 102.
2kleiig Adj. 1. ‘lehmig’ 2: STE-Schi, 3: Beiträge-Nd 64 (WO-HWa) – de Acker is so klig STE-Schi. – 2. ‘schmutzig’ – ‘n kleiige Arbeit 2: Wb-Altm 104.
Lautf.: klei’ig Wb-Altm 104; [klaiigr] st. m. Nom. Sg. Beiträ- ge-Nd 64 (WO-HWa); klig STE-Schi.