Bummelack m. dass. wie  Bummelante, 3: Beiträge-Nd 60 (WO-HWa), Id-Quea 147.
Dacksige f. 1. dass. wie  Dackdrüppe, 3: Rauch 1929,81, Beiträge-Nd 66 (WO-HWa), verstr. w/mittleres HA. – 2. dass. wie  Dackse 2b., 3: WO-Ma, HA-NHa.
Lautf.: Dakhösige WO-Ma; Da(a)koisige, -eusige, -eusije Rauch 1929,81, verstr. w/mittleres HA; -eusig, -ich vereinz. w HA; -häusige HA-Erx; [dkhzij] HA-NHa; [tksig] Beiträge-Nd 66 (WO-HWa).
Dag m. 1. ‘Zeitraum von 24 Stunden’, auch ‘Zeitraum zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang’ allg. – Gndag Grußformel, Wb-Altm 68; en Dach dass., Sprw-Börde; Dachok dass., Wb-Holzl 73; fr de ‘vor Tagesanbruch’ Wb-Nharz 36; vor Dach un Dau dass., Sprw-Börde; op’n dch ‘gegen 10 oder 11 Uhr’ Wb-Nharz 36; on hellerlichten Da ‘mitten am Tag’ Id-Eilsa 56; in’n Dage ‘im Verlauf des Tages’ Wb-We 25; b Dage ‘vor Eintritt der Nacht’ a.a.O. 25; fonn Dage ‘heute’ Wb-Holzl 73; rster Dge ‘demnächst’ Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); eenes Dores JE1-Pre; (all) mein T ‘mein Lebtag’ Wb-Ak 168; dai Daoch nai’m niu all warra af SA-Dä; d anna Du het erengt (geregnet) JE2-Scho; Bei T mußte das machen, ’n ’md sste doch nischt. Wb-Ak 168; Dag för Dag mußten wei früher naoh Feld ... Ehlies 1960b 297; det Veh war den Dach öwwer uppe Weih JE2-Gü; ... es waor den Dach vorher an orntliches Jewidder jewest. Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sta); ... se liet schon en paar Dae in’ Bedde un hat hellsche Weihdae (Schmerzen). Wedde 1938,72; ... un da vorrzehlte Parta denne, was den Tack ... passiert war. Heese 21919,88; De olle Fährebahne (Pferdebahn) met alle ihre 4 Waarens, die konne det an dän Dach nich schaff’n. Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Rda.: morgen is k en Dag Wb-We 25; es iss na nich alle D md ‘es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen’ DE-Ca; forgn w de dch ‘schnell verwelken’ Wb-Nharz 36; in’n Dag rin spreken ‘ohne Überlegung sprechen’ Wb-We 25; lewet in’n Dag ‘ist sorglos’ Sprw-Börde; sek en gden dch mken Wb-Nharz 36; hei wolle sek vo’n Dage daun ‘er war so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen wollte’ BA-Re; hei kann nich ut einen Dag in andern kommen ‘er ist arm, unvermögend’ Sprw-Börde; op sne ollen D HA-Oh; sn Daoch sünd tet (gezählt) ‘er lebt nicht mehr lange’ SA-Dä; nu wart’t Dach in de Nachtmütze! Ausruf der Empörung, HA-Oh; Ick häw nist met äm to schaffen as go’n Dag un go’n Weg. ‘Wir grüßen uns nur und haben sonst keinen weiteren Umgang miteinander.’ Bewohner-Altm 1,326; dat is’n Underscht w Dach un Nacht ‘das ist ein großer Unterschied’ HA-Oh; Sprw.: Je länger de Dag, je körter de Faom (Faden). ‘Je länger der Arbeitstag, um so geringer die Leistung.’ Bewohner-Altm 1,326; jed Dag hat sn Plg Wb-We 25; man sall’n Dag nich vorn Aom’md loben WO-Gu; et ist kein Dag in Jahre: hei kümmt ‘jeder Tag kommt zu seiner festgelegten Zeit’ HA-No; Bauernregel: Slat bi Dage achte, wässt dat Gras mit Machte. ‘Wenn die Tage länger werden, wächst das Gras wieder’ GA-Ge; Rätsel: Wat brennt Dach un Nacht und geiht doch nich ut? – Brennettel SA-Gü. – Volksgl.: Bis ins 20. Jh. hinein haben sich Reste der Tagewählerei erhalten, d.h. bestimmte Wochentage werden entweder als Glücks- oder als Unglückstage angesehen, an denen man best. Unternehmungen ausführen bzw. meiden sollte, vgl. die Hinweise bei den einzelnen Artikeln zu den Wochentagen. – 2. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen. – a. in der Verbdg.: d dr kolden Dge 2: vereinz. mittleres JE2, ZE-Ro, 3: HA-Wa. – b. in der Verbdg.: d dr dullen Dge 1: SA-Hen, 2: vereinz. Altm., JE2-Mü. – 3. in der Verbdg.: de still Dog ‘die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar’,  Twölften, 2: STE-Klä. – 4. in der Verbdg.: dicken Dag ‘das nichtkirchliche Erntefest’,  Ernekranz, 2: STE-GrMö Schi. – 5. in der Verbdg.: de hilligen Dge ‘Festtage’ 3: Wb-Nharz 79, 4: Mda-Sti 149. – 6. in der Verbdg.: Tag un Nacht PflN ‘Acker-Wachtelweizen’ 2: Wb-Altm 220.
Lautf., Gram.: Sg.: Dag, Dach, [da] verbr. nwaltm. brdb. mittleres/ö elbostf., Klaus 1936,57, Wb-We 25, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa), Mda-Fuhne 34 (DE-Ca); Daj OSCH-Schw; Tag (6.) Wb-Altm 220; Tach, [ta] ZE-Kö, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); Tak, Tack Heimatkalender-Be 1936,154, Richter o.J. 91, Krause 1964,15; Daach, dch verbr. w elbostf.; Tch, tch Mda-Sti 16, Wb-Ak 168; Tahk, Tk Wb-Ak 168, Vk-Anhaltc 150 (DE-De); [dg] verstr. mittleres/ö anhalt.; Daog, Daoch, [d] vereinz. HA, Vk-Ask 147, QUE-Di; [t], [tk] Wb-Be; Dat.: Dage verstr. n/ö elbostf., vereinz. sw elbostf.; Daoge Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Dae, de Wb-Nharz 36, BA-Re; D, d vereinz. w elbostf.; T Wb-Ak 168, Wäschke 61920,13; Pl.: Dage WO-Sa, Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), vereinz. w elbostf., verstr. mittleres/ö elbostf.; tge Mda-Sti 149; Daje STE-Ost; Dare, [d] ZE-Se, BE-KlSchie, Mda-Fuhne 104 (BE-Pei Plö, vereinz. s KÖ w/mittleres DE, ältere Generation, in mittlerer und jüngerer Generation verbr. BE KÖ w DE); Da(o)ge, [dg], [dg] vereinz. s Altm., Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); [d], [d] verstr. s Altm., vereinz. nö elbostf., Mda-Fuhne 104 (verbr. mittleres/ö DE); Daog, Daoch, [d], Doog, Dooch verbr. ö/s nwaltm. w Altm., STE-Klä Wa; [dao] verbr. n nwaltm.; Da’e, [d] JE2-Schl, Mda-nwJe1a 40 (vereinz. w JE1), vereinz. w elbostf. (außer s GA); Ta’e KÖ-Bre; Daa, [d] verbr. OST n STE, STE-Buch, vereinz. n JE2, verstr. mittleres/s JE2, Mda-nwJe1a 40 (verbr. n JE1), verbr. w elbostf. (außer s GA), verstr. w WA QUE, Mda-Fuhne 104 (verbr. BE KÖ w DE, vor allem ältere Generation, z.T. mittlere Generation); T Wb-Ak 168, Wäschke61915,4; Daoe WO-Mahl Ucht; Dao, [do], [do] STE-Bad, verstr. ö STE, JE2-Scho; [du] JE2-Scho; Daw’n Akk. Bewohner-Altm 1,326.
Damm m. 1a. ‘künstlich errichteter Wall’, bes. gegen Überflutung an Gewässern, 1: SA-Pü Zie, 2: vereinz. Altm. JE1 ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – ’s Wasser stt all ’n Damm Wb-Ak 44; an de Ellewe jiwweds an Damm BE-Am; ... dy ene lit vor deme Bulsteringdamme ... 1349, StB-Neuhaldensleben 133.  Dk Dkwall wer Wall. – 1b. ‘Hang, Böschung’ 3: HA-Ost. – 2. ‘gepflasterte Straße, die Straßenmitte, auf der die Wagen fahren’ 1: SA-KlGe, 2: JE2-De, verstr. mbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – mitten up’n Damm SA-KlGe; De Gemeine harre beschloaten, up de Dörpstroate en Damm moaken tu loaten ... Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); Rda.: ik bin nich recht oppem Damm ‘ich fühle mich nicht wohl’ Beiträge-Nd 61 (WO-HWa). – 3. ‘aufgetürmte Wolken’ 3: vereinz. w elbostf. – et stait en Damm forr de Sunne Wb-Holzl 73.
Lautf.: Damm, [dam]; außerdem: Tamm, [tam] Wb-Be, KÖ-GrPa.
deftig Adj. ‘kräftig, nahrhaft’, von Speisen, 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa), Id-Quea 147.
dkerig Adj. ‘minderwertig’ 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa).
Dpde f. dass. wie  Dpe 1., 2: Mda-nwJe1a 46 (JE2-HSe, verstr. n JE1), Mda-Ma 66 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Dor), 3: Beiträge-Nd 76 (WO-HWa), verstr. w JE1, Mda-Ma 66/Dialekt-Ma 4 (vereinz. nö CA).
Lautf.: [dpt] verstr. w JE1, Mda-Ma 66 (CA-El Fe); [daipd] Beiträge-Nd 76 (WO-HWa); [daipt] Mda-Ma 66/Dialekt-Ma 4 (vereinz. nö CA); [dpt] Mda-Ma 66 (ZE-Dor); [diept] MdanwJe1a 46/Mda-Ma 66 (JE2-HSe, verstr. n JE1, vereinz. mittleres/s JE1).
Donnerlattjen Interj. dass. wie  Donnerhgel, 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa), Sprw-Börde.
Lautf.: dunderlattjen Sprw-Börde; [dundrlatn] Beiträge-Nd 61 (WO-HWa).
Dopp m. 1. ‘leere, nur wenig beschädigte (halbe) Eierschale’ 2: vereinz. nbrdb., 3: verstr. w elbostf., QUE-Di – de Küken sünd all ut’n Doppe HA-Bee; Rda.: hei is kiume int’n (ut’n?) döppen kropen ‘er ist noch unerfahren’ Rda-Altm 295; Sprw.: en half Ai is besser als en leddijen Dopp Wb-Holzl 76. – 2. ‘Fruchtbecher der Eichel’ 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa), Wb-Nharz 43. – 3. ‘Spitze des männl. Geschlechtsteils, Eichel’ 2: STE-Do Osth, JE2-Mü Schön. – 4. ‘Tasse’,  Tassenkopp 1: SA-Dä, 3: verstr. n/mittleres elbostf. – ... lat dick von Mamsell Gusten en Dopp Kaffee ingeb’n ... Lindaub o.J. 65.  Topp.
Lautf.: Dopp, [dop]; außerdem: [dob] SA-Dä; [dp] JE2-Schön, HA-Uep; Döpp Bewohner-Altm 1,330. – Etym.: zu mnd. dop ‘etwas Rundes, Hohles’, spez. u.a. ‘Eierschale, Kapsel’, die mhd. (omd.) Form topf ‘Topf’ ( Topp) findet durch Luther Eingang in die Standardspr. und dringt in dieser Bed. in omd. Form Topp in das s Elbostf. und Mbrdb. ein, wo es  Pott und  Grpen zurückdrängt, vgl. HWb-Mnd 1,446, Pfeifer 1989,1814, Spr-Elbe/Saale 224 f.
Drillbr m. ‘Drillbohrer’ 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa), HA-Oh.
Lautf.: drilbr Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); Drillber HA-Oh.