drschkeln Vb. 1. ‘quälen, peinigen, ärgern’ 3: verstr. elbostf. – du hast mik edrieschackelt CA-Fö. – 2. ‘unablässig, in lebhafter und lästiger Weise um etw. bitten’,  beddeln, 2: WO-Me, 3: verstr. elbostf. – Rda.: drieschakelt bet opt Blaut HA-Sie. – 3. ‘in lästiger Weise lärmen’ 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa). – 4. ‘schlagen, verprügeln’,  verhauen, 2: Wb-Altm 39 und 243, 3: Wb-We 30 und 31.
Lautf., Gram.: drieschakeln, drschkeln Inf., drieschakelt 3. Sg. Präs.; außerdem: trischakeln HA-Ack; [drkln] Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); drischackeln, tri- CA-Fö; Dreischkel Imp. Sg. Brauch-wAltm 66 (GA-Wed); draschäökeln Wb-Altm 39 und 243. – Etym.: wohl abgeleitet von einem Kartenspiel Trischak, Treschak, zu ital. giucare i tre sciacchi, vgl. DWB 2,1420, Wb-Thür 6,236, zu anderen Herleitungsmöglichkeiten vgl. Wb-ObersächsErzg 1,247.
1Dker m. 1. ‘jmd., der taucht’ 2: Wb-Altm 42, 3: Beiträge-Nd 76 (WO-HWa). – 2. Vogelgattung, u.a. mit TiN ‘Haubentaucher’ 4: Wb-Be. – 3. ‘Gerät mit einer Spitze zur Herstellung von Löchern für versenkbare Schrauben’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 104 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 104 (CA-Ak).
Lautf.: Düker, [dkr]; außerdem: [dkr] Elbschifferspr. 104 (CA-Ak); [taukrt] Wb-Be; Taucher Beiträge-Nd 76 (WO-HWa).
dull Adj. 1. 1/2/3: verbr. nd., 4: vereinz. omd. – a. ‘närrisch, verrückt, geistesgestört’,  dusselig“Sünd Se doll?” Matthies 1903,23; Rda.: et is tan doll weren Id-Eilsa 57; Väör dull un blind lopen ‘wie unsinnig laufen’ Wb-Altm 42; hei is dull un vull ‘er ist betrunken’,  dn, Bewohner-Altm 2,129. – b. ‘tollwütig’, bes. vom Hund – en dullen Hund Wb-Nharz 47. – c. ‘wild, unbändig, ausgelassen, übermütig’ – d geit et dulle hr a.a.O. 48; Sprw.: je dulder, je wulder ‘je lebhafter, um so besser’ Sprw-Börde. – 2. ‘ärgerlich, zornig, wütend’,  1fuchtig, 1: SA-Dä Ku, 2: vereinz. n Altm., 3: vereinz. w elbostf. – ek bin sau dull Id-Eilsa 59; he moakt ’n dull Gesicht SA-Jee. – 3. ‘gierig, voller Verlangen nach etw.’,  gperig, 1/2/3: vereinz. nd. – Er is wie doll hinter de Mächens her. Spr-Asch 29; subst: eine Dolle ‘eine Frau, die Männern nachläuft’ ADVk Nr. 211 (STE-La). – 4. 1/2/3: verbr. nd., 4: vereinz. omd. – a. ‘arg, übel, schlimm’ – gift dull Wer (Wetter) OST-Sa; mk’ et man nich sau dulle Wb-Nharz 47; Dät is to dull! Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie). – b. ‘von beachtlicher Größe, Menge, Qualität, Intensität’, auch ‘sehr, überaus, stark’,  bannigne dulle Külle HA-Oh; nich so dulle GA-Bo; Dao hr ’n duller Hoppas (Fehler) t wrn kunnt. Wb-Altm 85; He löppt as Wind, so dull ... Kredel 1927,53; Dat düllst was, dat’r ook Nachtens keen Ruh häw’n dä. Pohlmann 1905 ff.,124 (OST-Gra); dull lachen SA-Rie; et rähnt dulle BLA-Ti; ek schwte dulder w d Wb-Nharz 48; ... du hast mick jo tau dulle vorfehrt (erschreckt). Rauch 1929,26; Rda.: hei lücht (lügt) dulder w’n Pert lepen kann HA-Oh; Sprw.: je ölla, je dülla JE2-Scho; je doller as de Kreih sick wascht, je swarter ward se Bewohner-Altm 2,22. – c. Superl. subst. ‘der/das Höchste, Oberste in einer Rangfolge’ – där macht dao n Dollsten CA-Sta; Jeder well dä dullste sien ... Klaus 1936,4. – 5. ‘schlecht schmeckend, verdorben’, von Lebensmitteln, 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa). Die Zuordnung der Belege ist in einigen Fällen problematisch, da bes. bei 1c., 4a. und 4b. semantische Überschneidungen – je nach Schwerpunktsetzung – vorkommen, z.B. im Sprw. je ölla, je dülla könnte dull als ‘wild, ausgelassen’, ‘arg’ oder allg. als Kennzeichen einer hohen Intensität gedeutet werden.
Lautf., Gram.: dull, [dul]; außerdem: dulle GA-Bo, verstr. elbostf.; tull vereinz. omd.; -o-Formen z.T. neben u-Formen: doll Matthies 1903,23, JE2-Schö, Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. elbostf.; dolle, [dol] JE2-Scho, vereinz. OSCH; Dolle subst. f. ADVK Nr. 211 (STE-Sa); toll, [tol] JE2-Mü, Wb-Be; -e Formen präd./adv.; Kompar.: ohne Umlaut: tul’ler Wb-Ak 174; dul(l)der JE2-HSe, verstr. elbostf.; tuldr Mda-Sti 45; doller Bewohner-Altm 2,22; [tor] Wb-Be; mit Umlaut: düller SA-HTr, vereinz. nbrdb.; [düla] JE2-Scho; dülder Heimatkalender-Ma 1932,46 (JE2-Vie); tilder Mda-Sti 141; döller WO-Zie; dölder HA-Oh.
dunndrnhen Adv. 1. ‘vorhin’ 3: Nd-Börde § 125 (WO-Schn). – 2. dass. wie  dunn(e) 3., 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa).
Lautf.: [dundrnnt] Nd-Börde § 125 (WO-Schn); [den-] Beiträge-Nd 61 (WO-HWa).
dsig Adj. dass. wie  dselig, 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa).
dwlen Vb. ‘ trdeln, zögerlich, langsam sein’ 3: Beiträge-Nd 71 (WO-HWa).
Lautf.: [tvln].
Eierdopp m. dass. wie  Eidopp, 2: vereinz. Altm., JE2-Wo Scho, 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa), vereinz. OSCH, WA-Un.
Lautf.: Eierdopp, [airdop] Sg., Eierdöppe Pl.; außerdem: [aiadob] JE2-Scho.
etterig Adj. 1. ‘Eiter absondernd, eitrig’ 2: Wb-Altm 45, STE-Wa, JE1-Scha, 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be. – 2. ‘mit trockenem Schleim angefüllt’, von den Augenwinkeln, 2: Wb-Altm 45, STE-Wa – mn g’n sünd ’s Morgens so eddrig. Wb-Altm 45. – 3. ‘eifrig, rührig’ 2: JE2-Scho, 3: Beiträge-Nd 63 (WO-HWa).
Lautf.: etterig JE1-Scha, Id-Eilsa 60; [itri] (3.) Beiträge-Nd 63 (WO-HWa); eiterich, [aitri] Wb-Nharz 50, Wb-Be; eddrig Wb-Altm 45, STE-Wa; [itri] (3.) JE2-Scho; eitrich HA-Oh.
wen 1. Adj. 2: verstr. brdb. (aus JE1 keine Belege), 3: verstr. elbostf. – a. ‘gleichmäßig flach’, auch ‘glatt, geebnet, gerade’ – äwen maoken STE-Wa; op bner re Wb-Nharz 48; Rda.: du häst noch väöl äw’n to maok’n ‘du musst noch viel gutmachen’ Wb-Altm 254. – b. ‘sauber, ordentlich’, auch ‘sorgfältig, genau’ – dat is en ebener Mensche CA-Fö; wat ganz eben undersoiken Wb-Holzl 81; mk ’t man nich tau ben Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); Sprw.: Allto äw’n is half unäw’n. Bewohner-Altm 1,320. – 2. Adv. verstr. (aus JE1 keine Belege). – a. ‘soeben, in diesem Augenblick’ – ... eb’n düss’ Minut ... Matthies 1903,55; ben in genblikke Wb-Nharz 48; Eben flackere ok dat Füer op un belüchte de Wimmelsdorpsche “Spritze”! Lindauc o.J. 31. – b. ‘vor kurzer Zeit’ – unt isse k’m JE2-Scho; das hawwich doch ’mt jest CA-Ak; Ick hatt äben erst anfang’n to graben ... Firmenich 1854,133 (GA-Miest); ... weile doch ämnt erscht draußen jewest war. Wäschke 61915,6. – c. ‘genau, deutlich’ – datt kann ick so äw’n nich wt’n Wb-Altm 254. – 3. Pt. verstr. (aus JE1 keine Belege). – a. zustimmend, eine vorherige Aussage bekräftigend – ben, drumme HA-Oh; n mt Wb-Be; dat mein ek eben Id-Eilsa 59. – b. mit Bezug auf einen bekannten Sachverhalt – ... de Not war äben so groot ... Wille 1927,XV (BLA-Be); du kannst eben nich hören! CA-Fö; Mir sinn äm’nt uff Sunntahksbilljettersch jefahren ... Heese 21919,54.
Lautf., Gram.: eb(e)n Matthies 1903,55, Heimatkalender-Je 1937,78 (JE2-Fi), verstr. elbostf.; ebend Vk-Anhaltb 83 (ZE-Steu); [b] Id-Eilsa 59; b’mt Spr-Maa 438 (WO-Ol); [] SA-Ku; mt ZE-Roß; äw(e)n, [v()n] vereinz. Altm.; äwend, [vnt] verstr. ö/s OST n STE; äben, ëben Firmenich 1854,122 und 133 (OST-See, GA-Miest), verstr. sw elbostf.; äbent, ëbent OSCH-Di, Wb-Nharz 48; [] verstr. ö/s nwaltm. w Altm., vereinz. ö Altm.; ämnt, äm’nt vereinz. mittleres/ö anhalt.; ähmt, ’mt, [mt], [d] verstr. nw Altm., GA-Le, STE-Wa, Spr-Asch 12, vereinz. anhalt.; [a], [amt] Mda-Ze (verstr. ZE); [ont] STE-Bö Buch; [unt] STE-Je, JE2-Scho; b’n Mda-Sti 28; [äim] verstr. n/w nwaltm.; [äimt] SA-Ch; Formen mit Antritt eines unorganischen -t nur bei (2.) und (3.).
Farwenapothke f. ‘Drogerie’ 3: Beiträge-Nd 61 (WO-HWa).
Lautf.: [faraptaik].