Bne f. TiN 1. ‘Biene’ 2: vereinz. w Altm., sonst verbr. brdb., 3: verbr. elbostf., 4: verstr. nthür. w anhalt., in der Altm. und im w Elbostf. jüngeres Wort neben  Immed Bne het mi eschtkng JE2-Scho; Sprw.: Bienen un Schaape ernähr’n öhr’n Herrn in Schlape WO-HWa. – Volksgl.: Wegen des vertrauten Verhältnisses zwischen Imker und Bienenvolk muss der Tod des “Bienenvaters” durch Anklopfen an die Bienenstöcke angezeigt werden, sonst müssen ihm die B. nachfolgen. Eine B. im Haus schützt vor Blitzeinschlag. Vk-Anhalta 33. Der zukünftige Bräutigam erkennt die Reinheit seiner Braut daran, dass sie nicht von B. gestochen wird. Bewohner-Altm 2,194.  2Bremse Honnigbne Honnigimme Imme Immse. – 2. ‘ Wespe’ 3: CA-Ca, 4: CA-Ak, BE-La. – 3. ‘Laus’ 3: Wb-Holzl 64, HA-Oh, 4: Wb-Ak 35 – D hast woll B’n, daß de dich s’n Kopp kratzt? Wb-Ak 35.
Lautf.: Be(e)ne, [bn] vereinz. sö STE, verstr. n WO, verbr. mittleres/s JE2, JE1-Nie, verstr. sw JE1, JE1-Ho, vereinz. nö BLA QUE, verstr. BA n CA; bee-e Mda-Ost 45 (OST-Gla); pne Mda-Sti 22; Been, [bn] vereinz. w Altm., verbr. mittlere/ö Altm. (außer s) n JE2; Biene, [bn] vereinz. mittlere Altm., verstr. s Altm., JE2-Bu NSchl, verstr. sö JE2, verbr. JE1 ZE elbostf. w anhalt.; [pne] Wb-Be; Bien, [bn] vereinz. Altm. (außer s); Bienn Pl. OST-Ucht; Bi-ene, [bn] vereinz. s JE2, Dialekt-Ma 10 (verbr. JE1 – außer w), sonst verstr. ö JE1, ZE-Nu Stre, vereinz. ö ZE; Biejene ZE-Wei.
Bnenvder m. ‘Imker’ 3: HA-Oh, 4: Vk-Anhalta 33.
Lautf.: Bnenfder HA-Oh; Bienenvater Vk-Anhalta 33.
bengeln Vb. ‘einen jungen Mann von 17-20 Jahren in den Kreis der erwachsenen ledigen Burschen aufnehmen’ 2: Brauch-wAltm 44 ff. (vereinz. GA), 3: a.a.O. 44 ff. (vereinz. sw GA), 4: Vk-Anhalta 154 und 214 (um BA-Neu) – Brauch: Das B. war in die Fastnachtsfeierlichkeiten eingebettet (Brauch-wAltm 24 und 47, Vk-Anhalta 214), nur die Aufnahme der 14-17jährigen Jungen in das lüttje Chor fand nach dem Osterfeuer statt (Brauch-wAltm 44). Die Aufzunehmenden wurden mit Ruten (Vk-Anhalta 154 und 214) oder auf einem Stuhl stehend mit einer Schaufel geschlagen (Brauch-wAltm 45). Durch die Zahlung von Geld oder Naturalien erhielten sie das Recht, im Wirtshaus am Tisch der älteren Burschen zu sitzen. Brauch-wAltm 45, Vk-Anhalta 49 und 214, vgl. auch  Bengel(n)fest.  TZ: hänseln inhänseln.
Brfatt n. 1. ‘Bierfass’ 2: JE2-Bö, 3: vereinz. elbostf., 4: Vk-Anhalta 85, Wb-Be. – 2. ‘dicker, korpulenter Mensch’, scherzh.,  Pummel, 4: a.a.O.
Lautf.: Beierfatt HA-Bee; -ft HA-Oh; Beirfat, beirft Lindauc o.J. 15, BLA-Brau; Bierfatt JE2-Bö; -faß Vk-Anhaltc 85; [prfas] Wb-Be.
Berke f. PflN ‘Birke’ verbr. – ne Barke hlen HA-Oh; ... eene dicke Berke, die midden in’n Gra (Graben) stund. Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie). – Volksmed.: Ein gegorenes Getränk aus fein gehacktem Birkenlaub und Weißbier wirkt gegen Wundbrand und Krebs. Vk-Anhalta 289. Tee aus Birkenlaub wird zu Umschlä- gen bei Hautschwellungen verwendet, Birkensaft soll den Haarwuchs fördern. a.a.O. 288.
Lautf.: Berke, [berk] JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie), JE1-Stei Wo, verbr. HA, vereinz. sw elbostf.; [berg] Mda-Fuhne* § 217 (KÖ-Wer, jüngere Generation); Berk, [berk] vereinz. n Altm.; Berreke, Berke, [berkh] Mda-War 23, WE-Wa, Wb-We* 202; [berikh] Mda-War 23; [bärk()] Siedler-Je § 67 (n/mittleres JE2); Bërk, [bärk], [bärk], [brk] Wb-Altm 15, vereinz. nö OST, OST-Meß, STE-Bad Peu; përke Mda-Sti 5; Barke, [bark] WO-Col, verbr. s JE2 JE1, ZE-KlLei, verstr. n/w elbostf., verbr. s/ö elbostf., Wb-Ak 32; [barg] Mda-Fuhne* § 217 (verbr. anhalt.); [bark] Brugge 1944,74 (GA-Miest); Barreke, Bark QUE-Di, Wb-Ak 32; Birke, [birk] WO-Mei, Mda-Ma 70 (CA-Gli); [burk] a.a.O. 70 (CA-Fe Schö); [brk], [brk] verstr. CALV, WO-HWa, HA-NHa; [brk], [brk], [brk] verstr. ö nwaltm., verbr. Altm. (außer s); [bk] verbr. nwaltm., SA-Al Chei, GA-Schw; [bak] JE2-Scho; [bk] SA-Ku; [bk] SA-Pü; [brk], [brk] vereinz. s Altm.; [brk] SA-Dä, STE-Bö; [brg] veralt. Mda-Fuhne 15 (DE-Ca).
berpen Vb. 1. ‘Unheil, Unglück durch Lob, (rühmendes) Hervorheben oder Zauberworte herbeireden’, vgl. beschreien, 2: Wb-Altm 15, Wb-Altm* 49, 3: verstr. elbostf., 4: Vk-Anhalta 125, Wb-Be – ek wil et nich beraupen Wb-Nharz 25. – 2. refl. ‘sich als Beweis auf jmdn., etw. beziehen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Be – beraup dik op mik HA-Oh.
Lautf.: berop(e)n Wb-Altm 15, Wb-Altm* 49, Id-Quea 144; -raupen vereinz. elbostf.; -raup’m Spr-Mab 396 (WO-Ol), -raup Id-Eilsa 51; biraupm QUE-Di; [purfn] Wb-Be.
Bersteschilf n. PflN ‘Wasser-Schwaden’ 4: Vk-Anhalta 75 (DE-GrKü).
beschreien Vb. ‘Unheil, Unglück durch Lob, (rühmendes) Hervorheben oder Zauberworte herbeireden’, vgl. berpen 1., 4: vereinz. anhalt. – Volksgl.: Kinder können bes. leicht beschrien werden, deshalb darf vor der Taufe der Name nicht genannt werden: Du warscht doch das arme Kind nich buschreien mit sein’n Namn? Wäschke 31909,75. Ein bereits beschrienes Kind hielt man dreimal aus dem Fenster. Vk-Anhalta 125. Glück, Gesundheit, Reichtum, gut geratenes Vieh usw. werden durch bloßes Nennen vertrieben. Brauch-Anhalt 13. Das B. von Vieh kann durch die Umzäunung des Misthaufens verhindert werden. Vk-Anhalta 125, Brauch-Anhalt 13.
Lautf.: buschreien Wäschke 31909,75; [purain] Wb-Be.
2Bse f. 1. ‘kleine, rundliche Frucht mit saftigem Fleisch, das Samenkerne enthält, Beere’, vorw. in Zuss., 1: SA-Rist, 2: STE-GrMö Schi. – 2. PflN ‘Stachelbeere’, auch die Frucht,  Stickebre, 1: vereinz. nwaltm., 2: SA-GrAp Jee, vereinz. nw STE, Vk-Anhalta 77 (ZE). – 3. PflN ‘Heidelbeere’, auch die Frucht,  Heidelbre, 2: GA-Le, JE1-Wer, ZE-Do Ned.
Lautf., Gram.: Be(e)sen Pl. STE-Do Gra; Bäs(e)n Pl. SA-GrAp Jee, GA-Le, vereinz. mittleres STE; Dim.: Beseken Vk-Anhalta 77 (ZE), ZE-Ned; Beesecke ZE-Do; Bäsike JE1-Wer; Bässo, [bäzo], [bäz] vereinz. nwaltm.; Basso SA-Roh. – Etym.: Gegensatz zu  1Bre beruht auf gramm. Wechsel r-s, vgl. goth. basi ‘Beere’, Formen mit erhaltenem -s- zeigen sich in einem westdt.-ndl. Raum (ndl. bese, besie) und wurden durch ndl. Siedler in das brdb. Gebiet getragen, Wort tritt in versch. Formvarianten (u.a. -bse, -besse, -bessel, -bassel) bes. als Bestandteil von Zuss. auf (u.a.  Brm-, Heidel-, Johannis-, Stickelbse), vgl. Spr-Elbe/Saale 175 ff., Teuchert21972,216 ff., Wienesen 1952,27 f.
Bessen m. 1. ‘Besen’ verbr. – dor Bsen schdd in Schdall DE-Ca; Rda.: D fressich en Bsen, wenn das wr is Wb-Ak 32; Sprw.: niee Bessen kehren gut CA-Fö; De Frue un de Bessen hört in’t Hus. Chr-Em 429. – Volksgl.: Günstig wirkt sich das Binden von B. in den Zwölften (Brauch-wAltm 11 – SA-Ben) aus, mit solch einem B. können Raupen vertrieben werden. Vk-Anhalta 20, Brauch-Anhalt 18. Junge Tiere darf man nicht mit einem B. schlagen, sonst gedeihen sie nicht. verstr. Aus dem gleichen Grund lässt man gekauftes Vieh über einen B. laufen. a.a.O. 18. Verbrennt man einen (stumpfen oder alten) B., gibt es Sturm (verstr.) oder es kommt unverhofft Besuch (GA-Pe). Hat sich jmd. erschrocken oder geärgert, muss er sofort dorch en’n Bessen pissen. Wb-We 16, auch Brauch-Anhalt 18. – 2. auch in der Verbdg.: de kleine Bessen ‘ Handfger, Handbesen’ 2: ZE-Lu, 3: WE-Elb, QUE-West, 4: BLA-Sti, BE-La. – 3. ‘zänkischer, unfreundlicher Mensch’, bes. von Frauen, Schimpfwort,  Stänker, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Bess(e)n (stl.?) verstr. Altm., JE2-Gü, JE1-Re Wo, verbr. elbostf., Vk-Unterharza 52 (BA-Schie); [bes()n], [bes] verstr. ö/s Altm., JE2-Scho, Mda-nwJe1a 49 (JE2-HSe, verbr. n JE1), Mda-Ma 67 (JE1-Dan), vereinz. ZE (außer ö) n elbostf.; [besn] SA-Ev, STE-Schi; [bez()n] SA-Wü, verbr. n/mittlere Altm., vereinz. s Altm., WO-HWa Mei, Mda-Ma 67 (verstr. w JE1), verstr. ZE (außer s/ö), BE-He; [bezän], [bezn] verbr. nwaltm., SA-Ma Sa; [bezn] SA-Dä; Bässen (stl.?) GA-Pe; [bs()n] Siedler-Je § 137i (JE2 JE1), Nd-Börde § 88 (WO-Schn); [bzn] BA-Ha; [bzn] SA-Zie; [bz] SA-Rist; Bassen BLA-Sti; pasem Mda-Sti 44; Besen (3.) Wb-Holzl 63, Id-Eilsa 51; Besens Pl. Spr-Asch 18; Bäs(e)n, [bz()n] verstr. s ZE, Wb-Holzl 63 (3.), verstr. n CA, BA-Ha, verstr. anhalt.; [pzn] Wb-Be; [baz()n] verstr. ö ZE.