Milchstern m. PflN ‘Dolden-Milchstern’ 2: Vk-Anhalta 76 (ZE-Roß).
Mistfleck m. ‘Einfriedung für Kühe auf dem Hof’ 4: Vk-Anhalta 16.
Misthof m. dass., 4: Vk-Anhalta 16.
Mistwetter n. ‘feuchtes, regnerisches Wetter’, abw., 4: Vk-Anhalta 69.
Mitgift f. ‘Vermögen in Form von Geld oder Besitz, das einem Mädchen bei der Heirat von den Eltern mitgegeben wird’, wurde bereits bei der Verlobung festgesetzt, 2: Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo), Wb-Holzl 141, 4: Vk-Anhalta 159.
Lautf.: Mitgift Vk-Anhalta 159; Midde- Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo); -jift Wb-Holzl 141.
Mochfinke 1. m., f. TiN ‘Buchfink’ 4: Vk-Anhalta 79. – 2. m. ‘unsauberer, schmutziger Mensch’, Schimpfwort,  Farkendet is dich awwer’n Mochfinke, an dän kannste kläm bleim 2: ZE-Roß.
2Mle f. 1. TiN ‘Rind’ 2: Vk-Anhalta 32 (ZE-Na). – 2. ‘Kalb’, auch Lockruf für Kälber,  Mtsche, 2: JE1-Mo, verstr. ZE, 4: Vk-Anhalta 32.
Lautf.: Möhle Vk-Anhalta 32 (ZE-Na); Möhle-Möhle JE1-Mo, ZE-We Wei; Möhleken, Möhlechen Dim. Vk-Anhalta 32; Mole-Mole ZE-Ra; me(h)le-me(h)le vereinz. ZE; mle-mle-mle ZE-Bo Dü; Mehle kumm ZE-Brä; Mehle komm ZE-Hu.
Moll TiN ‘Maulwurf’ 1: SA-Dä Le, 2: verbr. brdb., 3: verbr. s GA n HA ö elbostf., 4: verbr. anhalt. (außer s KÖ) – d Moll het a wärra uppeschtott JE2-Scho; Rätsel:Hinder unsen Huse
plöget Vader Kruse,
ohne Ploog un ohne Rad,
rahe mal, wat is denn dat.
– Maulwurf, HA-Sa; außerdem
weitere Rätsel ähnlichen Typs (Grtvder Krse, Krickel-
Krackel-Krse, Peter Krse, Peter Pls u.ä.
);
Hinder unse Schüne
plöt Vader Kühne,
oahne Plog un oahne Stert,
roaje mol wat is denn datt.
– Maulwurf, JE2-Ni; außerdem
weitere Rätsel ähnlichen Typs (Brün, Meister Kühne, Peter
Klün u.ä.
).
– Volksgl.: Wühlt ein M. dicht bei einem Haus seinen Erdhaufen auf, stirbt bald ein Hausbewohner (vereinz.). Stößt er ihn im Hof auf, wird der Besitz bald verkauft. Vk-Anhalta 272. Man wird reich, wenn man eine Maulwurfspfote, die man dem lebenden Tier selbst abgebissen hat, in der Tasche trägt (ZE-Na). Legt man jmdm. eine solche Pfote ohne dessen Wissen in die Tasche, so hat er Glück (ZE-Roß). Zauberkräftig werden Nägel, die einem nach Sonnenuntergang gefangenem M. nach dessen Tod in den Körper gesteckt werden. Vk-Anhalta 319.  Mollwler Mollworm Mollworp 2Molt Moltworm Moltworp 2Ml Mlworm Mlworp; die wichtigsten Synonyme s. Kt.
Lautf.: Moll, [mol] SA-Dä Le, verbr. brdb. (außer s Altm.), verstr. w JE1, verstr. ö CA, KÖ-KlWü Thu, verbr. ö anhalt.; Mull, [mul] OST-Ucht, STE-Arne KlSchwe Sche, verbr. s Altm. s GA n HA ö elbostf. w anhalt. (außer s KÖ); Mülle Mda-Ohre 351 (GA-Rä). – Etym.: Moll im Brdb. und Anhalt. mit Entsprechungen im rhein.-ndl.-fries. Sprachgebiet; Mull könnte als Kontamination von Moll und westelbischem  Mlworm aufgefasst werden, allerdings hält Bischoff ein ehemals nach O und W ausgedehnteres Mull-Gebiet auf nordseegerm. Grundlage für möglich, vgl. ausf. Studien-Elbostf 41f., Teuchert 21972,334ff., Lerchner 1965,206ff., Sanders 1967,18ff.
Möller m. 1. ‘Handwerker, der in einer Mühle körniges Material, bes. Getreide, durch Zermahlen zerkleinert’ verbr. – dor Millor wrmd sich in saine Faise (Stube in der Mühle) de Henne DE-Ca; Rda.: de milder hat ineschetten von einer tauben Nuß, Mda-Weg 107; Dät wärd sick hken (schwierig werden), haa d’ Möller säggt, haa’t söäbent Geboot bäden sollt. Firmenich 1854,122 (OST-See); Sprw.: Müllders un Bälgentreers (Person, die den Blasebalg der Orgel tritt) leewet von’n Wind HA-No; n Möller mütt’n ännern t d’ Möll helpen ‘Nur ein Müller ist in der Lage, eine bankrotte Mühle zu übernehmen’, auch ‘Betrüger nehmen auf ihresgleichen keine Rücksicht’ Wb-Altm 277; Öller (das Alter) is’n sweren Möller. Bewohner-Altm 1,350; Rätsel: Wennher is der Millder ohne Kopp in de Melle? – Wenne ut et Fenster kuckt. WA-Ste; Schnellsprech- übung: Mülldr Matthies, maok mik miene Matte Mehl, miene Muttr mutt mick morjen Middach Mehlmaus maokn. Lieder-Ma Nr. 184 (WO-Ol); Abzählreim: Ich un d, Mil’lersch K, Mil’lersch sel, das bis d. Wb-Ak 113; Kinderreim:Möller, Maoler,
Deerns kost’n Daler,
Jungs ‘n Duwndreck,
den feg’n wir all’ Jahr weg.
Spr-Altm 86;
Müller, Müller mahle,
de Scheppel kost’n Daler,
de Scheppel kost’n Sechser-
Olle Müller is’n Hexer.
Hbl-Ohre 1933 Nr.7/ohne Verf.
(WA-ABra);
Mülld’r, Mülld’r Metz’ndieb,
Hat die jung’n Maed’l lieb.
Lieder-Ma Nr. 812 (WO-Ol).
 scherzh., abw.: Huischütze Mlsack Mlworm Metzendieb Metzenstehler. – 2. ‘Maikäfer mit hellem Rükkenschild’,  Maikwer, 2: Vk-Anhaltb 65 (ZE-Po), 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 113. – 3. TiN ‘Kohlweiß- ling’, veralt.,  Klwittling, 3: Wb-Holzl 144. – 4. Dim. TiN ‘Grasmücke’, in versch. Arten vorkommend, 4: Vk-Anhalta 79.
Lautf.: Möll(e)r verstr. nwaltm. Altm., JE2-Mi War; [möl] verstr. s Altm., [möl] SA-Dä; [möl] verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [möllr] Mda-nwJe1a 43 (verstr. nw JE1); Möl(l) der, [möldr] verstr. s JE2 n JE1, HA-Um; [möld] WO-HWa, HA-NHa; Meller vereinz. mittleres/s JE1; [mellr] verbr. mittleres/s JE1, Mda-Ma 70 (ZE-Dor), Mda-sJe1 19 (ZE-Göd); [mer] Mda-Ze (ZE-Gro Reu Stre); meldr ZE-Göd; [mlr] ZE-Kö; mlder Wb-Nharz 125 (nur im Reim); Müller vereinz. s nd. anhalt. (bes. in Reimen); Müllerchen Dim. Vk-Anhalta 79; Mül(l)d(e)r verbr. n/w elbostf., JE1-Wol; Mill(e)r JE1-Grü, vereinz. s elbostf.; [milr] verbr. mittleres/s anhalt.; [millr] vereinz. sw JE1, Mda-Ma 70 (vereinz. nö CA), Mil’ler Wb-Ak 113, [mir] Wb-Be; [mir] Mda-Ze (ZE-Roß); [mir] verbr. n anhalt.; [mir] ZE-Roß; Mil(l)d(e)r verstr. ö/s elbostf., BA-Ha, milder Mda-Sti 39; [mildr] QUE-He; [mldr] QUE-Hau. Zuss.: zu 1.: L-, l-; sonstiges: Kornmüller.
Mölz ON, in der Verbdg.: der Dumme von Mölz ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, 4: Vk-Anhalta 86.