1msen Vb. 1. ‘Mäuse fangen’ 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf. – De Katt mst gd. Wb-Altm 142; Sprw.: de Katte lätt dat Msen nich Wb-We 92. – 2. ‘stehlen’, bes. von Kleinigkeiten,  klauen, verbr. – … da paßte uf, dassen de Trinschen Jungens de Eppel un Barn’n nich mausten … Wäschke 41919,31; Rda.: Er maust wie an Rabe, ane Elster. Vk-Anhalta 62. – 3. ‘naschen’ 3: Wb-We 92.
Lautf.: mus(e)n verbr. nd., BA-Schie; maus(e)n verstr. nd. (bes. (2.)), BLA-Sti, BA-Ha, verbr. anhalt.; Nbf.: [mtsn] Nd-Börde § 81.
Mutte f. 1. TiN ‘Motte’ 2: GA-Da, Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie), verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 180, Vk-Anhalta 272, Wb-Be – Rda.: du kriste Motten Ausruf der Verwunderung, ZE-Roß; mutten hebben ‘trotzig sein’ Id-Queb 12; grte mutten hebben ‘prahlen, eingebildet sein’ Wb-Nharz 130; Mutten maken ‘Umstände, Schwierigkeiten bereiten’ Wb-We 92; dat du de Mutten (Tuberkulose) krist ‘möge es dir schlecht ergehen’ Wb-We* 228; Reim:Niet Tüg te haalen, wie jesejjt,
Slütt se et Kleederschrank nu op.
Mott sick vorrfehren
(erschrecken) a’r nich slecht –
Ne Mutte flüjjt se an en Kopp.
Gorges 1938,73.
– Kleidermotten werden bekämpft, indem man Kienholz oder am Johannistag gepflückte Blätter des Nussbaums in die Schränke legt. Vk-Anhalta 272. – 2. ‘sonderbarer, eigenwilliger Mensch’,  Krauter, auch ‘leichtfertiger, oberflächlicher Mensch’,  LuftikusDu bist eine Motte. 4: Vk-Anhalta 272.
Lautf., Gram.: Mutte, mutte, [mute] verstr. elbostf., Mda-Sti 180, Wb-Be; [mut] GA-Da; Mutten Pl. vereinz. s elbostf.; Motte, [mot] verstr. ZE, WE-He Zi, QUE-GrSchie, Vk-Anhalta 272, Wb-Be; Motten Pl. Heimatkalender-Je 1924,61 (JE2-Vie).
Muttenkopp m. 1. ‘eigensinniger, trotziger Mensch’,  Dickkopp, 3: Beiträge-Nd 66 (WO-HWa), Wb-Nharz 130, Id-Queb 12. – 2. ‘mürrischer, verdrießlicher, unzufriedener Mensch’,  segrimm, 3: OSCH-Ba, 4: Spr-Anhalt 167. – 3. ‘Mensch mit sonderbaren Einfällen’ 4: Vk-Anhalta 63. – 4. ‘listiger, verschlagener Mensch’,  Hmkenfänger, 3: WE-Oster.
Lautf.: Muttenkopp, [mutnkop]; außerdem: Motten- Vk-Anhalta 63, Spr-Anhalt 167.
Mutterhammel m. ‘ängstliches Kind, das stets die Nähe der Mutter sucht’ 4: Vk-Anhalta 63.
Mütze f. ‘aus Stoff oder Wolle gefertigte Kopfbedeckung ohne Krempe, z.T. mit Schirm’ verstr. – ne bunte Mütze HA-Oh; Rda.: du hast woll Foggels under de Mütze Bemerkung, wenn jmd. in einer Wohnung die Mütze aufbehält, HA-Oh; Nimm de Mitze ab, d bist woll an Bauer? dass., Wb-Ak 115; een uff de Mitze krien ‘in seinen Bemühungen einen Rückschlag erleiden’ ZE-Roß; mor kreien noch was uff de Mitze ‘es wird bald regnen’ Vk-Anhalta 68; einen under de Mütze hebben ‘betrunken sein’,  dn, WA-Egg; häe hätt int Mütz ‘er ist geistesgestört’ STE-KlMö; nich nach siener Mütze sien ‘nicht seinem Geschmack entsprechen’ WE-Oster.
Lautf.: Mütze vereinz. elbostf.; Mütz, [müts] SA-Dä, vereinz. Altm.; Mitze, [mits] WO-Me, verstr. ZE, BLA-Tr, Heimatgesch-Bad 52, Mda-Sti 39, verstr. anhalt. Zuss.: Hwe-, Kapott-, Kreien-, Nacht-.
Myrte f. PflN wie Standardspr., 3: Wb-Holzl 35, HA-No Oh, Wb-Nharz 123, 4: Wb-Ak 116 – Brauch, Volksgl.: M. wurde in Blumentöpfen gezogen und diente bes. als Hochzeitsschmuck (Kranz oder Strauß) für eine unbescholtene Braut. HA-Oh. Unverheiratete Mädchen sollten keine M. anpflanzen: Wr Mort’n baut, word kne Braut. Wb-Ak 116; Wu de Myrrthen diet (gedeihen), da diet de olen Jungfern. Wb-Holzl 35. Tragen Mädchen einen Kranz aus M., bekommen sie einen schlechten Mann. Vk-Anhalta 157 (ZE-Hu).
Lautf., Gram.: Mirrte HA-Oh; Myrthen Pl. HA-No, Myrrthen Pl. Wb-Holzl 35; Morte Wb-Ak 116; marn m. Wb-Nharz 123. Zus.: Hühner-.
Myrtenkranz m. ‘Kranz aus Myrtenzweigen’ 3: HA-Oh, 4: Vk-Anhalta 157 – Volksgl.:  Myrte.
Lautf.: Mirrtenkranz HA-Oh.
Nachtschatten m. 1. ‘nächtlicher Schatten’ 3: HA-Uep, Sprw-Börde – Rda.: forgeiht wie Nachtschatten ‘stirbt, verdorrt’ Sprw-Börde. – 2. PflN ‘Schwarzer Nachtschatten’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 131. – 3. dass. wie  Nachtvile 1., 4: Vk-Anhalta 75 (DE-Go). – 4. PflN  Gelber Nachtschatten.
Nachtveilchen n. dass. wie  Nachtvile 1., 4: Vk-Anhalta 75 (DE-Go).
Nseblden n. ‘Blutung aus der Nase’ 2: JE2-Scho, 3: HA-Oh, 4: Vk-Anhalta306 – Volksgl.: N. wird gestillt, indem man die Tropfen auf ein Kreuz aus Strohhalmen fallen lässt. HA-Oh, Vk-Anhalta 306.
Lautf.: [nzblin] JE2-Scho; Nesebleun HA-Oh.