Handtubben m. ‘hölzernes Schöpfgerät mit senkrecht nach oben stehendem Griff’,  Stunz(en), 3: OSCH-Da, WE-Heu, Gesch-Ro 44.
Lautf.: Handtubben WE-Heu, Gesch-Ro 44; -tum OSCH-Da.
hensingen Vb. ‘bei der Beerdigung zu Ehren des Verstorbenen singen’ 3: HA-Oh, Gesch-Ro 109, Wb-Nharz 77 – Brauch: Das H. übernahmen die Schulkinder des Dorfes, gesungen wurde auf dem Hof des Verstorbenen, auf dem Weg zum Friedhof und am Grab. Gesch-Ro 109.
Inhder m. ‘jmd., der das Haus hütet’ 2: OST-GrBeu Os, JE2-Me, 3: Gesch-Ro 103.
Lautf.: Inhöger OST-GrBeu Os; -hüher JE2-Me; -hüter Gesch-Ro 103.
Kannenbrett n. dass. wie  Kannenrick, 3: Id-Eilsa 70, Wb-Nharz 92 (BLA-Hü), Gesch-Ro 46.
Lautf.: Kannenbret(t); außerdem: kan’nbrt Wb-Nharz 92 (BLA-Hü).
Knüppeljger m. ‘jmd., der durch das gezielte Werfen von Knüppeln Kleinwild, bes. Hasen, erlegt’ 3: Gesch-Ro 114.
Kke f. ‘Küche’ verbr. – in de Küche wart ten e’keket HA-Oh; … in de Kücke opp’n Füerheerd … Rauch 1929,24; Midden in de Kök stunn een Hackeklotz … JE2-Fi; Sprw.: In jede Küche rookt et mal. Wb-Holzl 34. – Die K. befand sich zumeist an der Rückseite des Hauses (Gesch-Ro 43) bzw. zum Hof hin (QUE-Hau). Der Raum war oft sehr klein und dunkel (Gesch-Ro 43, Vk-Anhalta 14). Wichtigster Teil der K. war der Herd mit dem darüber liegenden Rauchfang (Gesch-Ro 43, Vk-Anhalta 14, Wb-Ak 87), in dem nach dem Schlachten die Würste und Schinken gehängt wurden (Gesch-Ro 43, Vk-Anhalta14). Mit dem allmählichen Verzicht auf Brennholz und der zunehmenden Nutzung der Braunkohle fiel der Rauchfang weg, da der Rauch nun direkt in die Esse geleitet wurde. (Gesch-Ro 43).
Lautf., Gram.: Köke verstr. nw GA (z.T. veralt.), JE2-Schö, HA-Som, verstr. w OSCH w WE; Kööken, Kken, Kökn, Kök’n verstr. n Altm. n JE2, HA-Uep, OSCH-Ba, WA-Un, WE-He La (veralt.); [kk] vereinz. ö SA w OST; Kö(ö)k SA-Die (veralt.) Ost Ro, verstr. Altm. (außer s, z.T. veralt.), JE2-Fi; Köcke WE-Be; Köck OST-Möl (veralt.), STE-Schö; Köeke JE2-Schl, WE-Gö, [köek] Id-Eilsa 73 (veralt.); Köek OST-We; Köak, Kaök OST-Schön Spä Wah; Köäk(e)n, Köäk’n, Käök’(n) OST-Bö Neu, STE-Bis (ältere Generation) Ho (veralt.) Wa, JE2-Fe; [kk] Siedler-Je § 139c; Köäk, Käök Wb-Altm 97, GA-Ziep, Kk Mda-Ar 48; Kk SA-Max; Käk OST-Spä; Köik SA-Dan; Körche WO-Loi; Koeken SA-Pa; Koek OST-Schr; [koik] SA-Die Fa; Kücke Rauch 1929,24, Küke WE-Oster (veralt.); Kü- che, [kü] OST-Krum Ucht, STE-Arne, CALV-Uth Zo, verstr. sw Altm. JE2, verbr. JE1 ZE, verstr. elbostf., vereinz. omd.; [kü] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Kl; Küchen Pl. Gesch-Ro 43; Kike WE-Ri; Kiche, [ki] verstr. WO, verbr. JE1 ZE, verstr. mittleres elbostf., vereinz. WE, verstr. s elbostf (außer WE), vereinz. omd.; Kische WO-GrAm; [gie] verstr. ö BE; [kek] SA-Da; [kaek] SA-Dä (veralt.) Hen; Kaik vereinz. n nwaltm.; Kaoik SA-HDo; Keke QUE-West (veralt.); Keck GA-Ku; Keke WE-Rho; Keuik SA-Ost. Zus.: Kke-.
Lrwäsche f. ‘Lehrerin’, veralt., 3: Wb-Holzl 134 – In Rohrsheim z.B. wurden vor 1661 die Mädchen von einer L. unterrichtet. Gesch-Ro 82f.
Lautf.: Leerwesche. – Etym.: 2. Glied zu mnd. wase ‘Base, Vaterschwester’, vgl. HWb-Mnd* 558.
Lkdrn m., f. 1. ‘Warze’,  Wratte, 2: GA-Miest, 3: verbr. w elbostf., verstr. QUE – hei hat Likteren an de HenneHA-Oh. – Volksgl.: Die Volksmedizin kannte vielfältige  Sympathmiddel für die Behandlung von L. So wurden in einen Faden so viele Knoten gemacht, wie man L. besaß. Anschließend warf man ihn (über Kopf) in ein offenes Grab (HA-Oh, Zauber-Ma 97, Id-Eilsa 76), steckte ihn in ein Mauseloch (Id-Eilsa 76) oder legte ihn unter die Dachtraufe (HA-Oh). Der Heilung dienten auch das Besprechen des L. bei Mondschein (Gesch-Ro 108) oder das Bestreichen mit dem Saft des Schöllkrauts (HA-Oh), mit einer Speckschwarte (Zauber-Ma 97) oder mit einer Totenhand (HA-Oh, Gesch-Ro 108). – 2. ‘Verdickung der Hornhaut am Fuß, Hühnerauge’,  Kreienge, 1: SA-Da Fa, 2: verstr. SA OST JE2, 3: HA-Wed, verstr. s/sw elbostf.
Lautf.: Liekdo(o)rn SA-Fa Max, vereinz. n OST, GA-Ge, JE2-Fi, HA-Bar NHa Ost, OSCH-Ho Schw, QUE-Que West; -doarn GA-Miest; -dö(ö)rnOST-Kal Ve, GA-Klin Wal, WO-Drei, HA-War, vereinz. WE; Lkdäörn Wb-Altm 127; [lkdn] Mda-Ar 33; Liekdören WE-Zi; -drn OSCH-Grö, Wb-We* 224; -thörn HA-Mo; -teern QUE-Scha; -tärn OSCH-Gü; -do(h)re GA-Lock Nie, lkdre Wb-Nharz 117; Liekdö(h)re verbr. w elbostf., QUE-Nei; -döhr HA-Iv; -de(e)re WA-Sche, OSCH-Krop, WE-Oster; -tore GA-Brei; -tö(h)re verstr. HA w OSCH, WA-ABra; Liktere HA-Oh; Liekte(e)re JE1-Ra, verstr. ö OSCH WA; [likdaen] SA-Da; Lietore GA-Rä; Lietdöre GA-Esch, OSCH-Ba, WE-Sa; Lid- BLA-Ben; Lietdören WE-Ath Ro; ltdüören OSCH-Di; Liethörn GA-Et, WE-Strö; Lietöhre GA-Hö, WE-Heu; Lieteere WE-Lan; Lütdöre WE-Mi; Lütöhre OSCH-Nei; Lichdorn HA-Wed; lchdrnVk-Ask 383; Leikdöre Wb-We 81, WE-Rho; Leigdere WE-Ri; Leichdorn OSCH-Vo, WE-Sta; -doarn OST-Bö; Leichendorn JE2-Alt. – Gram.: Für Mehrzahl der Belege Genus nicht belegt, für Belege mit Genusangabe gilt: -n Belege m., außer: f. WO-Drei, HA-War; -e Belege f., außer: m. GA-Nie.
Lüchter m. 1. ‘Kerzenhalter, Leuchter’ 2: Wb-Altm 128, 3: HA-Bee, Id-Eilsa 77, 4: Wb-Be. – 2. ‘kleiner runder Lampentisch’ 3: Gesch-Ro 46.
Lautf.: Lüchter; außerdem: Leuchter Gesch-Ro 46; [laitr] Wb-Be.