Kranzbinder m. ‘jmd., der gewerbsmäßig Kränze bindet’ 3: Vk-Harz 3,22 (BLA-Be).
Krickel-Krackel-Krse Reimwort in Rätseln, u.a. vom Maulwurf, von der Windmühle, vgl. 2Krse, 1: Hausfr-Altm 1929,78 (SA-Da), 2: GA-Bo Ro, 3: vereinz. elbostf. – Rätsel:Krickel-Krackel-Kruse
Steiht hinder unsen Huse.
Je mehr dat de Wind geiht,
Je mehr sek Krickel-Krackel-Kruse dreiht.
– Windmühle.
Vk-Harz 3,66 (WE-Oster).
1Krimmer m. TiN ‘Bussard’ 3: Vk-Harz 3,52.
Lautf.: Krimmert.
Krinitzer m. 1. dass., 3: Vk-Harz 3,52. – 2. ‘listiger, verschlagener, schelmischer Mensch’, ist dabei z.T. auf seinen Vorteil bedacht,  Hmkenfänger, 3: Wb-We 75, Wb-We* 222.
Lautf.: Krnitzer Wb-We* 222; Krünitzer Wb-We 75; Grienitzer Vk-Harz 3,52. – Etym.:  Krinitz.
krpeln Vb. 1. ‘sich langsam und mühevoll fortbewegen’ 2: Wb-Altm 115, Kredel 1929,39, 4: Mda-Sti 96, Wb-Ak 97. – 2. ‘langsam, mühevoll, ohne rechten Erfolg arbeiten’,  trdeln, auch ‘herumhantieren’ 2: ZE-Kö, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 96 – De Ratskelderwart war drute oppen Howwe un harre da en been te krepeln. Vk-Harz 3,23 (BLA-Be).
Lautf., Gram.: kräöpeln Wb-Altm 115; [krplt] 3. Sg. Präs. Kredel 1929,39; krpeln, [krpln]Vk-Harz 3,23 (BLA-Be), Mda-Sti 96, Wb-Be; krpel’l Wb-Ak 97; krepeln Mda-Weg 104; [krap] ZE-Kö; kröppeln HA-Oh, Wb-We* 222; kreppeln a.a.O. 222, Wb-Nharz 106, Id-Queb 6. Zuss.: zu 1.: hen-, n-.
Krümme f. ‘Biegung, Krümmung (eines Verkehrsweges)’,  Bgen, 2: vereinz. Altm., JE2-Par, 3: HA-Bel, Wb-We* 222, Wb-Nharz 107, Vk-Harz 3,24 (BLA-Be) – … jetzt kimmet se eersch owene ahn der Krimme …Vk-Harz 3,24 (BLA-Be); Sprw.: ‘n gd Weg ümm’ iss kn Krümm’ ‘ein Umweg ist manchmal besser als ein gerader Weg’ Wb-Altm 118.
Lautf.: Krümme JE2-Par, HA-Bel, Wb-We* 222; Krümm vereinz. Altm.; Krimme Wb-Nharz 107, Vk-Harz 3,24 (BLA-Be).
krpen Vb. ‘kriechen’, auch von der langsamen Fortbewegung des Menschen, 1/2/3: verstr. nd., 4: Wb-Ak 99, Mda-Fuhne 85 (verstr. anhalt.) – d krüppt n awam (Ohrwurm) JE2-Scho; das Schbchen (Küken) grbd awwor, das is je w grangg DE-Ca; hei is under de Bank ekrpen HA-Oh; Rda.: hei krippt wie so ‘ne Schnecke Vk-Harz 3,46; einen in’n rsch krpen ‘sich bei jmdm. anbiedern’ Wb-Nharz 109; … un nu’t sau wiet is, wist du in’t Muselock krupen? Rauch 1929,17; Sprw.: Een mütt ümmer sehn, wat dao krüppt, nich wat dao flüwt (fliegt). ‘Man sollte auf alles in seiner Umgebung achten.’ Bewohner-Altm 1,347; Rätsel: krüppt dörch’n Tun un schläpt Därm noh – Glucke und Küken, SA-Rie.
Lautf., Gram.: krupen, [krpn]; außerdem: [krpm], [krp] SA-Ku, GA-Fau, JE2-Scho, Dialekt-Ma 8 (verstr. mittleres/s JE1, vereinz. nö CA), verstr. ZE, Id-Eilsa 75, Wb-We* 222, QUE-Di, Wb-Ak 99; [grb] Mda-Fuhne 85 (verstr. anhalt.); [kriup], [kriub] SA-Dä; 3. Sg. Präs.: krüppt, [krüpt] SA-Dä, verstr. nbrdb. n elbostf.; krippt, [kript] Dialekt-Ma 8 (verstr. sw JE1), verstr. s/ö elbostf.; kröppt JE2-Mi; kruppt, [krupt] verstr. mbrdb.; kruppet HA-Oh; [grbd] DE-Ca; Part. Prät.: ekrpen verstr. elbostf.; kraopen Wb-Altm 119; kroab’n Matthies 1903,21; [jkrapm] Mda-Ze (verstr. ZE). Zuss.: hen-, hr-, in-.
Kuckuck m. 1. TiN wie Standardspr., verbr. – in’n Holderbusch reip’n Kuckuk HA-Oh; Rda.: trecke man de Hanschen ut, süss schit’r de Kuckk rin Bemerkung, wenn jmd. im Frühling noch warm angezogen ist, HA-Bee; der hert den Kuckuck ook nich wedder ropen ‘er stirbt bald’ WO-Sa; hai schall man laiwa schtill waesan denn Kuckuck röppt s’n aigng Nao’m iut Bemerkung, wenn jmd. bei anderen Dinge kritisiert, die bei ihm selbst zu finden sind, SA-Dä; in Flüchen (mit Bezug auf den Teufel): dek sal de Kukkuk halen! Wb-We 76; hls der Kuckk CA-Ak; Rätsel: Wannaier röppt de Kuuk, vor Pingest’n od’r noa Pingest’n? – Hei röppt bloos Kuuk! Lieder-Ma Nr. 488 (WO-Ol); Wiegenlied:Kuckuck, wo bist du?
In ‘n Brombeasselbusch,
doa sing ick, doa fleit ick,
doa hew ick mien’ Lust.
Matthies 1912,4 (SA-NFe).
Brauch, Volksgl.: drei Dg vör Maidag mütt dei Kuckuck raup’n, örer hei mütt süss bäst’n (bersten). SA-Han. Erst wenn der K. wieder zu hören ist, wird der (Schinken-)Speck angeschnitten. vereinz. elbostf. anhalt.: Kuckuck, Snitt de Buer en Speck up.Vk-Harz 3,62 (WE-Oster). Hört man ihn im Frühjahr zum ersten Male, soll man die Geldbörse schütteln oder das Geld umdrehen, damit man das ganze Jahr hindurch welches besitzt. verstr. Aus der Anzahl der Kuckucksrufe kann geschlossen werden, wie viele Jahre man noch lebt (verstr.): Kuckuck in’n Hewen, Wo lang wer’k noch lewen? Abergl-Altm 18; Kuckuck op’n Barj, Wennher leijet se mick in’t Sarj? Hbl-Ohre 1934 Nr. 3 (GA-Fle). Die jungen Mädchen erfahren so, wie lange sie noch bis zur Hochzeit warten müssen (verstr.): Kuckuck, op der Eiken, wie lange sak en mien Brutlaken noch bleiken?Vk-Harz 8,49; Kuckuk up den wimen, Wann ir sall ik frigen? Hochzeit-Altm 8. Stehen die ersten Getreidegarben auf dem Feld, darf der K. nicht mehr zu hören sein, anderenfalls ist u.a. eine Teuerung zu erwarten. GA-Rö, Vk-Anhalta 272 (ZE-Steu, BA-Fro): röppt de Kuckuck de Stiegn entlang, jiwt ne dühre Tied im Land GA-Ro. Der Kuckuck bringt die Ostereier. verstr. nwaltm. w Altm. Gegen Sommersprossen hilft das Abwaschen mit Wasser, wenn man, am Rand eines Gewässer stehend, den K. rufen hört. Vk-Anhalta 305. – 2. NeckN für Bewohner – a. von Breitenhagen, 3: CA-GrRo KlRo. – b. von Dornburg, 2: JE1-Prö. – c. von Späningen, 2: vereinz. s OST. – 3. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 4: Mda-Fuhne* § 387 (KÖ-Wer) – 4. ‘Gerichtsvollzieher’, scherzh.,  Hausleerer, 1/2/3: ADVk Nr. 239f (vereinz. nd.). – 5. ‘Pudelmütze’ 2: Wb-Altm 120. – 6. ‘Gestell an der Sense zum Mähen von Gras’ 4: DE-Lau. – 7. ‘die durch ein Querholz hinter der Hinterachse verbundenen Enden der Deichselarme’ 1: SA-Dä. – 8. ‘zeitweilig zu sehender Nasenschleim’,  Rotz, 3: Wb-Holzl 129.
Lautf.: Ku(c)ku(c)k, [kukuk]; außerdem: Kuckk, [kukk] JE2-Scho, HA-Bee, Wb-Nharz 110, Wb-Ak 99, Wb-Be; [gugg] Mda-Fuhne* § 387 (KÖ-Wer); Kuuk Lieder-Ma Nr. 488 (WO-Ol).
Kkenblme f. PflN 1. ‘Buschwindröschen’ 3: Vk-Harz 3,50, Wb-Nharz 96. – 2. ‘Märzglöckchen’ 3: Wb-Nharz 96 (BLA-Hü). – 3. ‘Wiesenschaumkraut’,  Wischenschmkrt, 2: SA-Win, GA-Ro, 3: GA-Ge. – 4. ‘Rittersporn’ 3: Id-Eilsa 75.
Lautf., Gram.: Kükenbloame GA-Ro; -blaume Id-Eilsa 75; -blaumen Pl. GA-Ge; Kückenblom SA-Win; Kikenblaume, kken- Vk-Harz 3,50, Wb-Nharz 96.
kunterbunt Adj. 1. ‘sehr bunt, vielfarbig’, auch ‘überladen bunt’ 2: Wb-Altm 120, Bewohner-Altm 2,186, 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak, Wb-Be – de Katte is kunterbunt HA-Oh; Rda.: kunterbunt wie Spormanns Hund ‘überladen bunt’ Vk-Harz 3,45. – 2. ‘ungeordnet, verworren, durcheinander’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 120, Id-Altm, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: Kunterbunt dörch’n anner sprk’n Wb-Altm 121; da geit et kunterbunt tau Id-Queb 8.
Lautf.: kunterbunt; außerdem: [kuntrpunt] Wb-Be; [kundrbund] CA-Ak.