lpen Vb. 1a. ‘zu Fuß gehen’, auch von der Fortbewegung der Tiere, allg. – ‘t Kind löppt all (schon) Wb-Altm 128; Bei son warremes Wetter kannste barrewes lfen. Wb-Ak 107; bt’n up Schtrt löppt en gangs Koppo Gs (Schar Gänse) SA-Ku; op en Ise loopen ‘auf dem Eis gleiten’ WA-Am; Rda.: d wet’er oppe te lpen ‘er versteht es, eine Sache für sich auszunutzen’ Wb-Nharz 119. – 1b. ‘brünstig sein’, bes. von Katze und Hündin,  bolzen, lpsch, 2: OST-Ho, JE2-Fe, JE1-Flö, ZE-Bur. – 1c. ‘ausgehen, sich vergnügen’ – subst.: et hatt’t Lepen in’n Koppe 3: HA-Oh. – 1d. ‘mit jmdm. Umgang, ein Verhältnis haben’ 3: vereinz. mittleres/sö elbostf., 4: Wb-Ak 107 – se lept al mitn bengel Mda-Weg 106; där leeft mit die CA-Sta. – 2a. ‘schnell gehen, rennen’ verbr. – umme de Wedde lepen HA-Oh; Rda.: dor lf wasse lfen gonne DE-Ca; … ek sette mek also in Drapp un lope wat et Tüg holen will … Wedde 1938,66; Sek ut de Puste lopen; Wat haste, wat kannste lopen Sprw-Harvorld 398; He löppt as’n Fattbinner. Spr-Altm 78; lept wie’n BarschtenbinderVk-Harz 3,46; leeft wie an HaseVk-Anhalta 62; löppt as’n drächtig Swienägel Bewohner-Altm 1,362; He löppt, ass wenn äm de Kopp brennt. Wb-Altm 128; sek op de Beine lopen ‘durch rasches Laufen schnell ermüden’ Wb-We 82; Sprw.: wer löppet, den jeggt (jagt) man Wb-We 82. – 2b. ‘zur Toilette gehen müssen, Durchfall haben’, auch subst. (Part. Präs.) ‘Durchfall, Ruhr’,  Dorchfall, 2: Wb-Altm 128, 3: HA-Oh, BLA-Brau – ik mott lepen HA-Oh; subst.: dat Lopend Wb-Altm 128. – 3a. ‘fließen, rinnen, hervorströmen’ 3: verstr. elbostf. – … un de hellen Thränen laip’nne ewwer’t Jesichte … Firmenich o.J. 161 (WA-Ost). – 3b. ‘undicht sein, Flüssigkeit hindurchlassen’ verbr. – ‘s Faß lft Wb-Ak 107.
Lautf.: lop(e)n; außerdem: [lpm], [lp] vereinz. s nwaltm. SA, verbr. ö/sö Altm., JE2-Scho, verstr. mbrdb. w JE1, WO-HWa, Vk-Ask 373; lep(e)n vereinz. w elbostf.; [lep] Id-Eilsa 76; loapm QUE-Di; laöpn SA-HDo; luopen OSCH-Di, CA-KlRo; lepm Mda-Ro; loupenOST-Meß, STE-Ber, CALV-Uth Zo, WE-Sta; laup(e)n, [laupm] verbr. mittlere Altm.; [leup] SA-Ku; [leop] verbr. n nwaltm.; [lopm] SA-Jü; laufen Mda-Sti 31; loof(e)n, [lf()n] vereinz. mbrdb., QUE-GrSchie, vereinz. n CA, verbr. anhalt.; loafen CA-Ra; [lfn] BE-Me Sa. – Gram.: 3. Sg. Präs.: löppt verbr. nwaltm. Altm. JE2, vereinz. JE1 s WO, WA-Ste; löppet verstr. n/w elbostf.; [lopt] Mda-Ze (verstr. ZE); lep(p)t verbr. JE1, Mda-Ze (ZE-Reu), HA-GrSa, OSCH-Har, Wb-Nharz 119, verstr. ö elbostf.; leppet WE-Schie; looft ZE-Bur, Mda-Ze (ZE-Roß); loft JE1-Flö; laift Mda-Sti 31; leeft, lft, lfd CA-Sta, verbr. anhalt.; 1./3. Sg. Prät.: lp Wb-Altm 128, Dialekt-Ma 11 (verbr. mittleres/w JE1); leip, laip verbr. elbostf.; lp QUE-Di; [lip] Dialekt-Ma 11 (verbr. s JE1, ZE-Dor), Mda-Ze (verstr. ZE); [lf] a.a.O. (ZE-Roß), DE-Ca; loff, [lof] Wb-Ak 107, BE-Gier, Alt-Cöthen 6; Part. Präs., subst.: Lopend Wb-Altm 128 (2b.). Zuss.: zu 1a.: hen-, hindendran-, hinderan-, hinderdorch-, hinderdran-, hinderhr-, hinder-, hinderls-, hinterdreinlaufen, in-, mit-, n-; zu 3.: hen-, wer-.
2Lwe m. TiN wie Standardspr., 3: OSCH-Di, Vk-Harz 3,46, 4: Wb-Be – Rda.: brillt wie so’n LeweVk-Harz 3,46.
Lautf.: Lewe Vk-Harz 3,46, [lwe] Wb-Be; lüöbe OSCH-Di.
Lwensnte f. PflN 1. ‘Großes Löwenmaul’ 3: Mda-Weg 105. – 2. ‘Frauenflachs’ 3: Vk-Harz 3,50, 4: Vk-Anhalta 76, Wb-Be. – 3. dass. wie  Lwentn, 3: QUE-Que.
Lautf.: Löwenschnute QUE-Que; lebnsnte Mda-Weg 105; Dim.: -schnutchenVk-Harz 3,50; -schnäuzchenVk-Anhalta 76; [lmnaitsn] Wb-Be.
Luchs m. 1. TiN wie Standardspr., verstr. – Rda.: paßt op wie’n LuchsVk-Harz 3,46; tr hat rn (Augen) w sonn Luks Wb-Be; met däen geiht Lux bald äwern Tuhn ‘er stirbt bald’ JE2-Kam. – 2. gebräuchlicher Name für einen Schäferhund, 3: HA-Oh.
Lde Plt. 1. allg. – a. ‘Menge erwachsener Menschen, Allgemeinheit’ – de Lüh im Derp SA-Rist; watt süllt de L dafonne sejjen HA-Oh; det maken alle Liere ännersch ZE-Gri; er mußtese (Pfeife) voar alle Liede rooken JE1-Pre; der Hund hätt die Lühe bähten JE1-Zi; Ble alle Leite in ken han Acker jehatt. Wb-Ak 105; Rda.: de Leite sn ‘es wird erzählt’ a.a.O. 105; to L kaom ‘sich beruhigen’ SA-Dä; Le un Kinders Ausruf des Erstaunens, Wb-We 83; ut Kindern wert L (Erwachsene) HA-Oh; t’ Jelt kummet under de L HA-Oh; Laot de Ld man snack’n. Wb-Altm 128; Vor ander Lüe Dör sien Brot seuken ‘betteln’ Sprw-Harzvorld 374; Sprw.: op ander L kann’n sik nich forrlaten HA-Oh; wer under de Lüe geiht, wett wat Sprw-Börde; Achtern Berg wohnen ok noch Lüd. Spr-Altm 76; Wer’t all Lü’ recht maoken will, de sall irst gebürn wer’n. Bewohner-Altm 1,349; Luse (Läuse) maken Lüe, Kleeder maken ok Lüe Sprw-Börde; von den Lüen mot man’t nehmen, von den Bömen kann man’t nich schüddeln WE-Dee; man mott de L nich alles in de Tne hengen (erzählen) HA-Oh; man mott Lüe fragen, Hunne wieset einen de Teehne ‘wer Rat sucht, muss sich an kundige und verständnisvolle Menschen wenden’ HA-No; wenn grote Lüe krank sünd un lüttje Lüe Brah (Braten) hett, dat witt dat ganze Dörp HA-No; Rätsel: In einer Strate sind 52 Hiser, in der andern 100. Wat kimmt da ruht?Liede.Vk-Harz 3,66. – b. Bezug auf eine bestimmte Gruppe von Menschen – de finen (wohlhabenden) SA-Bee; rke L HA-Oh; de klne Laide ‘Nichtbauern, die nur etw. Acker haben’ DE-Els; de lüttgen Lüe dass., HA-Ack; de kleinen (armen) lde Wb-Nharz 117; Rda.: Es ist nicht wie bei de kleenen Leite. ‘Es fehlt an nichts.’ Spr-Anhalt 168; ole L wert wunderlich HA-Oh; Sprw.: ewwer kleine Lüe kiekt man wech Sprw-Börde; bi fremden Lüen is gut wanken, aber nich gut kranken ‘bei fremden Leuten lässt es sich gut leben, aber nicht gut krank sein’ WE-Dee. – 2a. ‘Familienangehörige’ vereinz. – d hem’m d L fanne Brt innelit JE2-Scho. – 2b. ‘ Gesinde, Angestellte’ verbr. – de Bure sejt: unse Lüe GA-Bo; de Lü an Howwe WE-Heu; de Lü sind all rut na’n Felle HA-Bee. – 2c. ‘Bootsleute eines Kahns’ 4: Wb-Ak 105. – 2d. ‘Gutsbesitzer und dessen Ehefrau’, veralt., 2: Wb-Altm 128.
Lautf.: LüdeJE2-Vie, JE1-Ziep, verstr. mittleres/ö JE1, WA-Bey, BLA-Brau, QUE-Schn Tha; Ld Wb-Altm 128, Spr-Altm 76, vereinz. ö Altm., JE1-Stei, Lü(h)te JE1-Wa, BA-Sip; Lütt SA-HLa; Lüje, lje Dialekt-Nd 11 (WO-Do), JE2-Pap, WA-Schl; lüjje Dialekt-Nd 11 (WO-Ro); Lühe GA-Beh Oeb, Dialekt-Nd 12 (WO-An), vereinz. JE2, JE1-Zi, OSCH-Nie, WA-Ste, WE-Alt Weh; Lü-e SA-Ah Ho, vereinz. Altm., JE2-Bö Fi Scho, JE1-Pa, verstr. s WO, verbr. HA, Sprw-Börde, vereinz. OSCH, WA-Un, Sprw-Harzvorld 374, verstr. WE, BLA-Bö Rü; L, Lüh verbr. nwaltm. nbrdb., JE2-HSe, vereinz. w JE1, verbr. s/w HA OSCH, WA-Ha, vereinz. n WE; Lühij JE2-Neu; Lühg JE2-Bö; LüedeHeimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Lüi-e JE2-GrWud; Luie WE-Ost; Lüi STE-Da, JE2-Schö; Lui WA-Ha; [l(i)] JE2-Scho; Lu-e OST-NiGö Wal; Liede, [ld] JE1-Ca Pre, ZE-Buk Dor Ze, verbr. s elbostf.; Liete JE1-Me Plö, BA-Ge, verstr. nthür.; Lihe OSCH-KloGrö, QUE-West; Li(e)-e, [l] verbr. mittleres/s JE1, vereinz. WO, HA-KlBa, vereinz. nö HA, verstr. mittleres/ö elbostf., WE-Elb Schie, BLA-Hü, QUE-Hau PrBör; l(e) Wb-Nharz 117; L SA-GrGe, QUE-Di; Liere, [lr] Mda-Ze (ZE-Reu Stre), ZE-Gri; [ll] Mda-Ze (ZE-Gro); Leute JE1-Zie, QUE-GrSchie, CA-Sta; Leite, [lait] JE1-Mö, ZE-Na Roß Steu, CA-Ca, verbr. anhalt.; [laid] verstr. anhalt. Zuss.: zu 1.: Handels-, Handwarks-, Hochzeitsleute, Hders-, Holt-, Hers-, Kinders-, Kp-, Lwes-, Manns-, Markt-, Mts-, Nwers-; zu 2b.: Hinder-, Hofleute, Knechts-, Mts-.
Ls f. 1. TiN ‘Laus’ verbr. – hei hat’n ganzen Kopp full Lse HA-Oh; Rda.: Die hem Liese wie Sand ahn Meere.Vk-Harz 3,46; Hei hät keen Lus’, de Lus’ hämm äm. Bewohner-Altm 1,348; häst k Ls’ oder schuppst di man so? zu einem Prahler, Wb-Altm 207; hat Luse opejrepen ‘glaubt Unmögliches’ Sprw-Börde; Em is’n Lus öäwer de Läb’r kroch’n. ‘Er ist missgelaunt, verdrießlich.’ Spr-Altm 78; hei itt als wenne Lüse kaut ‘er isst langsam’ Sprw-Eils 39; sich anne Laus in Pels setzen ‘sich Unannehmlichkeiten bereiten’ Wb-Ak 103; sett’n Haut up, dne Lse forrküllt sik HA-Oh; De is bang, dät sien Lus’ Snopen (Schnupfen) krieg’n. von jmdm., der seinen Hut ständig aufbehält, Bewohner-Altm 1,348; besser ne Lus in Potte, wie gar kein Fleisch Sprw-Börde; allens wat better is as n Lus, dat nähm ick mät na Hus von einem sparsamen Menschen, STE-Schi; hei sitt wie dä Luus in Schorwe ‘ihm geht es sehr gut, er ist in einer guten Position’ OSCH-Ba; den freten de Luse de Ohrn von Koppe ‘er hat viele Menschen zu ernähren’ Sprw-Börde; Sprw.: wenn de ls t’n schorwe is, het se wedder prot ‘hat man Schwierigkeiten überwunden, wird man wieder übermütig’ Wb-Nharz 120; wenn ut ne Nete ne Luus werd, denn fänget se an te biten Wb-Holzl 137; Rätsel: Wat gaiht groad opp’n Hoar as de Uhr? – die Laus, Lieder-Ma Nr. 421 (WO-Ol);Opp’n Kopp – Treppopp,
Hind’re Ohr’n – noa Boor’n,
In’n Nack’n – noa Kack’n?
– Laus, a.a.O. Nr. 420 (WO-Ol).
– 2. Pl. ‘auseinandergefaserte, zerrissene Drähte eines Drahttaus’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 255 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 255 (CA-Ak).
Lautf.: Luus, Ls; außerdem: [lius] SA-Dä; Laus verstr. anhalt. – Gram.: Pl.: Lüse Elbschifferspr. 255 (JE2-Pa), vereinz. HA OSCH WE; Lüs’ verstr. Altm., JE2-Scho; LieseVk-Harz 3,46, Wb-Nharz 120, Mda-Sti 34; Luse, [lz] Elbschifferspr. 255 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi), JE2-Scho, ZE-Göd, Sprw-Börde, WA-Un; Lus Bewohner-Altm 1,348; Leise, [laiz] ZE-Roß, verstr. anhalt. Zus.: zu 1.: Handlangerlse.
Lsewder n. ‘schlechtes, meist feuchtes, nasskaltes Wetter’ 3: Vk-Harz 3,46, 4: Wb-Ak 103, Wb-Be.
Lautf.: LusewäderVk-Harz 3,46; Lausewetter Wb-Ak 103, [lauzwetr] Wb-Be.
Maiducks m. dass. wie  Maikwer 1., 3: Vk-Harz 3,52 (QUE-Di).
Lautf.: Maidutsch.
Malwe f. PflN ‘Malve’,  Ksekrt, 3: Vk-Harz 3,51, 4: Wb-Be.
Lautf.: Malwe Vk-Harz 3,51; [malfe] Wb-Be.
Margarete 1. weibl. RN – Neckvers: Jrde had uffen Faierhrd jeschissen CA-Ak; Neckreim:Gräite wolle Fische fängn,
Harre kaine Kiege,
Wollse mitte Hänne fängn,
Graip se in de Sch-.
Lieder-Ma Nr. 1071 (GA-Wef).
– 2. in der Verbdg.: fiu (faule) Grait ‘faules Mädchen’ – dat is an richtigng fiu Grait 1: SA-Dä. – 3. in der Verbdg.: faules Gretchen, faules Gretchen Ausdeutung des Rufs der Kohlmeise, 3: Vk-Harz 3,55 (WE-Schau). – 4. PflN ‘Türkischer Schwarzkümmel’,  Brt-in-Hren – a. in der Verbdg.: Grte im Busch 2: Wb-Altm 70, OST-Id, STE-Ho, 3: GA-Kli, 4: Vk-Anhalta 76. – b. in der Verbdg.: Grdchen aussen Busch 4: BE-Ad.
Lautf.: Kurzform: Grete HA-Bee; Grt Wb-Altm 69 und 70; [jrd] CA-Ak; Greite Id-Eilsa 63, Graite Wb-Holzl 97; [grait] SA-Dä; Gräite Lieder-Ma Nr. 1071 (GA-Wef); Dim.: grtjen Wb-Nharz 69; Gretchen Vk-Harz 3,55 (WE-Schau); [grdn] BE-Ad; Gretel OST-Id, GA-Kli, STE-Ho, Vk-Anhalta 76; Zuss.: Grtdrt ‘M. Dorothee’; Grtln ‘M. Magdalene’; Grtf, Grtfk’n ‘M. Sophie; Grtls ‘Margarete Elisabeth’ Wb-Altm 69f.; Graitlischen dass., Wb-Holzl 97.