besn Vb. 1. ‘betrachten, (genau) anschauen’, auch ‘besichtigen, untersuchen’ 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... ick mott erst mal mit in’n Gaarn unn siene Blaumen bisein. Hbl-Ohre 1929 Nr. 20/ Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: pai Lichte pusn Wb-Be; sich umundum besein ‘alles genau betrachten, berechnen’ Sprw-Börde; en’n dat Water beseien ‘jmdm. Vorschriften machen’, auch ‘jmdm. beim Spiel viel abgewinnen’ Wb-We 16; de Schink’n besn ‘jmdn. schlagen, prügeln’ Wb-Altm 243. – 2a. ‘erhalten, erwarten’ 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 34 – Dr kann von mich nischt mr besn. a.a.O. 34. – 2b. ‘bewirken, schaffen, ausrichten’ 3: Wb-Nharz 26, 4: Wb-Ak 97.
Lautf., Gram.: besehn, -sn Wb-Altm 243, Francke 1904,21; -sähn, -sn ZE-Roß, Wb-Ak 34 und 97; -süht, -süt 3. Sg. Präs. vereinz. Altm.; [puzn] Wb-Be; besei(e)n verstr. elbostf.; bisein Hbl-Ohre 1929 Nr. 20/Wöhlbier (HA-Eim); -seihet 3. Pl. Präs. Wedde 1938,45; busahn 3. Pl. Prät. Wäschke 61915,58.
besetten Vb. 1. ‘mit etw. versehen, etw. aufnähen, aufkleben’ 3: HA-Oh, Id-Eilsa 51, 4: Wb-Be – n’ Kld mit Borte besetten HA-Oh. – 2. refl. ‘sich niederlassen’ 3: Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim), 4: Alt-Cöthen 52 – Wie’e Meester jeworrn war un sich busetzt hodde, heiratete Schönen Riekchen. a.a.O. 52.
Lautf., Gram.: besetten; außerdem: busetzt Part. Prät. Alt-Cöthen 52; [pusetsn] Wb-Be.
Bimbam f.(?) ‘Schaukel der Kinder’,  Schunkel, vgl. Bumbam, 2: vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., 3: Hbl-Ohre 1934 Nr. 3 (GA-Fle).
Lautf.: Bimbam; außerdem: Nbf. (mit Bezug zu  Bimbau): Bimbaum OST-Vie Wah.
Bindfdem m. 1. ‘Bindfaden, feste, dünne Schnur zum Zusammenbinden’ verbr. – Bimfa’mt tau et Wostopphängen Wb-Holzl 64; Binnfamen harren wie ümmer in’e Ficke ... Hbl-Ohre 1928 Nr.14/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: bei dän is der Bintfann oo schon alle von einem Mann, dessen Potenz nachgelassen hat, ZE-Roß. – 2. in der Verbdg.: et rgent Bindfdeme ‘es regnet sehr stark’,  pladdern, 2: OST-Neu, JE1-HLo, ZE-KlLei, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd.
Lautf.: Bindfa(a)m OST-Ca, HA-Bar War, vereinz. nw OSCH, verstr. n/mittleres WE; -faom, -foam, -foom vereinz. nwaltm., verbr. Altm. (außer s), Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), JE1-We; Bintfamt Id-Eilsa 52; Bindfaamt verstr. w elbostf.; -faomt WO-Bl Ucht, JE1-Ca; -faum GA-Fa; -fad(e)n CA-Eick, vereinz. anhalt.; -faod’n Wb-Altm 17; -foaden vereinz. mbrdb.; -faddn DE-Mö; -fann, [bintfa] ZE-Roß, CA-KlRo; pintfan’n BLA-Sti; Binnfa(a)m vereinz. n Altm., CALV-Je, OSCH-KloGrö, verstr. WE; -faom, -foam, -foom SA-Bo, verbr. nbrdb., vereinz. w JE1, JE1-Bü, GA-Nie, QUE-Di; [binf] JE2-Scho; Binnfamen Hbl-Ohre 1928 Nr. 14/Wöhlbier (HA-Eim), OSCH-Krop; -faom(e)n SA-Pü, GA-Le, CA-Bie; -famend HA-So; -fa(a)mt vereinz. s Altm., verstr. n/ö elbostf.; -faomt WO-Zi; -faden ZE-Ze, OSCH-Da, BLA-Ha; -fa(a)n JE1-Da, Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), BA-Ha, CA-Atz; -faon WA-La; -fa(a)nd GA-Ge, HA-So; -fann KÖ-Kö; -fan’n Wb-Ak 35; Binnefom JE2-Ro; -faamt GA-Wal; Bimfa(a)m, bimfm SA-Han, JE2-HBe, JE1-Lo, vereinz. nw elbostf., WE-Rho, verstr. s elbostf.; -faom, -foom vereinz. nbrdb.; -foam JE1-Grü La; -fa(a)mt WO-Me Wo, verbr. n elbostf., verstr. mittleres elbostf.; -faomt WO-Sa, WA-KlRo; -faden BLA-Wie; -faen WE-Da; -faan vereinz. nw/mittleres elbostf.; [pimf] Wb-Be; Bimfant Sprw-Harzvorld 398; [bimfa] Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); Bümfaam WE-Re; -fam’n WE-Dar.
bten Vb. 1. verbr. – a. ‘mit den Zähnen in etw. eindringen’, auch ‘mit den Zähnen zerkleinern, kauen’ – he bet in den suern Appel CA-Fö; j mütt’n mne Kante t’n, ik kannse nich bd’n JE2-Scho; Rda.: hei hat nischt tau biten un tau breken ‘er ist völlig mittellos’ Wb-We 18. – b. ‘jmdn./etw.mit den Zähnen packen (und dadurch verletzen)’, auch ‘anbeißen, den Köder fassen’, von Fischen – d het m in Finga bd’n JE2-Scho; siene Stelle, wo de Fische immer jut ebetten hämm JE1-Pre; ... dee Hamster bitt nich bloß dulle, nä, dee springet einen blank in’t Gesichte ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); ... beinah wie en bissijer Hund, dän mor jekitzelt hat un där nuh bahle beißen will. Heese 21919,52; Sprw.: den letzten biet de Hunne Sprw-Eils 39; De Hunne, de oppen frindlichsten schwänzeln, bieten tau erst. Vk-Harz 3,58. – 2. ‘eine stechende Wirkung haben, ätzen und dadurch Juckreiz verursachen’, bes. in der Nase,  kribbeln, 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., ZE-Gri, 3: vereinz. elbostf., 4: BE-La – dat bitt sau dulle HA-Oh; de Sämp bitt Wb-Altm 18; de Koalseire bitt sehr inne Näse ZE-Gri.
Lautf., Gram.: bit(e)n, [bt()n], [bt] verbr. nd.; [bd] JE2-Scho; [bdn] GA-Da Schw; bißen Vk-Anhaltb 48 (BA-Neu Sip); pszen Mda-Sti 17; beißen, [bais()n] ZE-Roß, verstr. anhalt.; [paisn] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: bitt, [bit] verbr. nd.; bet (Präs.?) CA-Fö; beißt BE-La; Part. Prät.: [jbtn] Mda-Ma 71 (CA-We); [bd] JE2-Scho; bät(e)n vereinz. Altm., JE1-Zi; [batn] MdanwJe1b 57 (JE2-HSe), verbr. JE1 (außer w), vereinz. n ZE; [jbat()n] Mda-sJe1 20 (JE1-Walt), vereinz. ZE; ebetten verbr. elbostf.; jepëszen Mda-Sti 5; [jbisn] Mda-Ze (ZE-Roß).
1Blke f. 2: vereinz. Altm. JE2, verstr. JE1, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be. 1. ‘das Bleichen von Wäsche oder Leinwand’. – 2. ‘(Rasen-)Platz, der zum Bleichen der Wäsche benutzt wird’ – Da seggt Mutter tau mick, ick solle de Lennewandstiegen neemen unn na Bleeke dragen. Hbl-Ohre 1930 Nr. 2/Wöhlbier (HA-Eim).
Lautf.: Bleeke, [blk] Dialekt-Ma 12 (vereinz. sw JE1), vereinz. ZE, Hbl-Ohre 1930 Nr. 2/Wöhlbier (HA-Eim); [ple] Wb-Be; Bleike, [blaik] vereinz. JE2, verstr. JE1 elbostf.; Bleik vereinz. Altm.; [blik] QUE-Hau; Blke QUE-Di.
Blmengott m. ‘Liebhaber von Blumen’ – Hei is nun mal sönn oller Blaumengott ... 3: Hbl-Ohre 1929 Nr. 20/ Wöhlbier (HA-Eim).
bocken Vb. 1a. ‘brünstig sein’, von Schaf und Ziege,  böcksch, 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. n/mittlere Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. n elbostf., WE-Kö. – 1b. ‘brünstig sein’, von der Katze,  bolzen, 2: STE-Zie. – 1c. ‘begatten (lassen)’, von Schafen und Ziegen, 3: vereinz. w elbostf. – de Zicke hat eböcket Id-Eilsa 53. – 2a. ‘mit den Hörnern stoßen’, vom Ziegenbock, 4: Wb-Be. – 2b. ‘störrisch, widerspenstig, trotzig sein’,  tückschen, 4: a.a.O. – 2c. ‘sich bei heftigem Wind krümmen’, von Bäumen, verheißt in den  Twölften eine gute Obsternte für das kommende Jahr, 2: Brauch-Anhalt 372 (ZE), 3: Hbl-Ohre 1933 Nr. 7 (HA-No). – 2d. ‘aus dem Ruder laufen’, vom Kahn, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 305 (STE-Tan, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 305 (CA-Ak). – 3. ‘auf Händen und Füßen kriechen’ 4: DE-Ca.
Lautf., Gram.: bocken Inf., bockt, [bokt], [bokd] 3. Sg. Präs. verbr. nwaltm. w Altm., verstr. mittlere Altm., vereinz. nö Altm., Elbschifferspr. 305 (STE-Tan, JE2-Pa), JE2-Scho, Brauch-Anhalt 372 (ZE), WO-NiDo, HA-No, Elbschifferspr. 305 (CA-Ak); [bogn] DE-Ca; [pokn] Wb-Be; böcken HA-Oh, Id-Eilsa 53; becken vereinz. sw elbostf.; bucken Inf., buckt, [bukt], [bukd] 3. Sg. Präs. SA-Brie, vereinz. w Altm., verbr. mittlere/ö Altm., Elbschifferspr. 305 (JE2-Mi).
1Bne f. 1. PflN ‘Bohne’, auch die Frucht, verbr. – Bohn lng (legen) DE-Ra; greune Bohnen HA-KlSa; ’s jiwwet bei uns weiße B‘n Wb-Ak 38; wai win Beo’n iutpaon (enthülsen) SA-Dä; Graupen und Bohnen und Schwienefleisch Gericht, BLA-Ti; Rda.: nich ne bene ‘überhaupt nicht(s)’ Mda-Weg 89; dat sind dine Bonen nich ‘das geht dich nichts an’ Wb-Holzl 67; Bonen in den Ohren hebben ‘nicht gut hören können oder wollen’ Wb-We 20; hast woll Bohnen jetten, datt’e nich hören kannst? dass., HA-Bee; ... et dure nich lange, da höre ick ’ne Bohnen koken. ‘... hörte ich ihn schnarchen.’ Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim); jdes Pnichn jiwwet an Tnichn von der blähenden Wirkung der Bohnen, Wb-Be; Wenn’t süss nicks iss, ass koll’ Bn un Bottermälk upp’n Sündag. zu jmdm., der übertriebene Erwartungen hegt, Wb-Altm 206. – Brauch, Volksgl.: Ick hewwe bi’t Backen ne Bohne mit inne backt, un wer dei finnt, is de Negeste mit Frie’n! Rauch 1925,39. Eine B. mit weißen Blättern inmitten grüner Bohnenpflanzen kündigt einen Todesfall in der Familie an. Vk-Altm 266, Vk-Anhalta 173 (CA-Lö). B. sollen nicht an Tagen gesät werden, an denen der Mond im Sternzeichen des Krebses steht. a.a.O. 261 (KÖ-Cös). – 2. in der Verbdg.: Wallsche Bn’ PflN ‘Saubohne’ 2: Wb-Altm 242. – 3. ‘dunkle Fläche an den Zähnen von Pferden’ 3: Wb-Holzl 67.
Lautf., Gram.: Bohne, Bne, [bn] vereinz. sö Altm., verbr. mittleres JE2 mbrdb. elbostf. anhalt.; [pne] Wb-Be; Bohn, Bn, [bn] vereinz. s nwaltm. w SA (außer nwaltm.), SA-Ca, vereinz. ö Rand von GA, verbr. ö Altm. (außer sö), vereinz. n JE2; Bohnen Pl. verstr. ö nbrdb. elbostf.; [bnn] Pl. Mda-nwJe1a 41 (JE2-HSe, verstr. n JE1); Bohn, Bn’Pl. Wb-Altm 22, DE-Or Ra; Bene, Bone vereinz. w elbostf.; Boahne JE2-Sy; Boahn vereinz. sw Altm., STE-Döl; Baouhn GA-Pe; Bouhne, [boun] vereinz. CALV, WE-Sta, BLA-All; [boun] SA-Ev, vereinz. sw Altm., OST-Meß; Bauhn, [baun] verbr. mittleres/ö SA, OST-Bi, verstr. n/ö GA, STE-Ber; [beon] verbr. nwaltm.; bene, [bn] Mda-Ro, Mda-Fuhne* § 63 (DE-Ca); buone OSCH-Di; Bonne BA-Ha Schie; ponne Mda-Sti 23 und 36.
Borsdorfer (Appel) m. Apfelsorte, 3: Hbl-Ohre 1935 Nr. 5/Becker (HA-Bee), vereinz. s elbostf. (außer sö), 4: Heimathefte-Be 1956,221 (BE-GrWi).
Lautf., Gram.: Boorschtorfer Heimathefte-Be 1956,221 (BE-GrWi); Porstappel Wb-We 104, QUE-Di; porscht- Wb-Nharz 147; Bost- Hbl-Ohre 1935 Nr. 5/Becker (HA-Bee); Post- Wb-We 104; brscheppel Pl. Vk-Ask 71.