afmarachen Vb. 1. refl. ‘schwer und angestrengt arbeiten, sich abmühen, abquälen und davon kraftlos, erschöpft werden’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. nbrdb., ZE-Roß, 3: verstr. elbostf. (außer sö), CA-Fö, 4: Mda-Sti 176, vereinz. w/mittleres anhalt. – ick hawwe mich janz abmaracht daderbei ZE-Roß; ... die Lüe grient un lachet, wie hei sek dermidde afmarache ... Wedde 1938,64; Dr muracht sich  von fr bis inne Nacht ab. Wb-Ak 7. – 2. Part. Prät. ‘abgemagert, dünn’ – dise abmarachden Zickenbecke 3: Spr-Asch 43.
Lautf., Gram.: af(f)marach(e)n, [afmaran] Wb-Altm 132, SA-Rie, JE2-Scho, verstr. elbostf. (außer sö), CA-Fö; afmarache 3. Sg. Prät. Wedde 1938,64; [afmaran] SA-Dä; affmaracht Part. Prät. STE-Tan; fmar(r)achen Wb-Nharz 5, Id-Quea 141; abmarachen ZE-Roß, HA-Ack, KÖ-GrPa; -marachden Part. Prät. sw. m. Nom. Pl. Spr-Asch 43; [apmaran] Wb-Be; abmurachen Wb-Ak 7; opmrchen Mda-Sti 176. – Etym.:  marachen.
2afrken Vb. 2: Wb-Altm** 46, 3: vereinz. w/s elbostf. 1. ‘eine (Schluss-)Rechnung erstellen und bezahlen’ – ... in’n Harwst word de Pacht bitahlt un af ’eräket. Wedde 1938,92. – 2. ‘von einer Summe abziehen, abrechnen’ – Sprw.: Affräk’n iss got betaoln. Wb-Altm** 46.
Lautf., Gram.: afrken HA-Oh; affräk’n Wb-Altm** 46, HA-Bee; af ‘eräket Part. Prät. Wedde 1938,92; [frkt] Part. Prät. QUE-Di; frëken Wb-Nharz 6; [frk] Id-Eilsa 46.
afsgen Vb. ‘absägen’ 1: SA-Zie, 2: Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa), 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – d Äikng sint all af est Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); “Nä, nich en Kopp afsa’en, ek will’t jo nich wedder dauhn, liewe Mutter, ...!” Wedde 1938,87.
Lautf., Gram.: sage aff 3. Sg. Prät. Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/ Wöhlbier (HA-Eim); afsa’en Wedde 1938,87; -sn HA-Oh; [af zt] Part. Prät. Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); [afzn] SA-Zie; [fsn] QUE-Di; absn Wb-Ak 9; [zj ab] 1. Sg. Präs. DE-Ca; säjetn ab 3. Pl. Prät. Krause 1964,32; [apzjn] Wb-Be.
Afschd m. ‘Abschied’ 2: Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi), 3: vereinz. elbostf. – ... sienen truen Knecht noch emal de Hand de ge’ben un Afschied de nehmen. Wedde 1938,57.
Lautf.: Afschd HA-Oh; fschd QUE-Di; sonst: Af(f)schied.
afschellen Vb. ‘abschälen’, bes. die Rinde eines Zweiges, vgl. afschlen, 1: SA-Rist, 2: OST-Ze, verstr. mittlere Altm., GA-Mie, vereinz. ö/sö Altm. n JE2, verstr. s JE2 nw JE1, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf. (außer sö, dort vereinz.), 4: verstr. anhalt. – de Rinne von’n Twieg afschelln HA-Bel; schell m ml d Tüffeln af! JE2-Scho; “Schellt doch emal de Beere af un probeirt, of et jue Sorte is. Wedde 1938,80.  die Rinde eines Zweiges abschälen: abrinden afblässen afblecken afborken afkratzen afleddern afmken afpellen afplocken afpolken afspern afschlen afschwen afschinden afschrpen afsnden afspelden aftgen aftrecken basten blecken borken pellen spern schlen schwen schellen.
Lautf., Gram.: af(f)schell(e)n, -schell’n, [afeln]; außerdem: affeschellt Part. Prät. JE1-We; [afel] SA-Rist; [el af] Imp. Sg. JE2-Scho; schellt af Imp. Pl. Wedde 1938,80; af(f)schäll(e)n, aw- verstr. mittlere Altm., vereinz. sö Altm., JE2-HSe Kam, vereinz. n/s elbostf.; afschäll’ HA-Hi; [afl] JE2-KlWu Par; affeschällt Part. Prät. HA-Neu; ahfschell(e)n, aaf-, f- vereinz. sw elbostf.; aofschelln, [feln] vereinz. sö elbostf.; ahfschällen OSCH-Schw; abschell(e)n ZE-Roß, WE-Weh, QUE-PrBör, CA-Zu, KÖ-KlPa; -schel’l, [abe] verstr. anhalt.; -schällen OST-Wo; -schäll’DE-Je; -schöll JE2-Vie.
afsn Vb. 2: ZE-Roß, 3: vereinz. w/s elbostf., 4: Wb-Ak 9. 1. ‘etw. von jmdm. durch Zusehen erlernen’, auch ‘schulische Arbeiten oder Hausaufgaben unerlaubt absehen, abschreiben’ – von’n ander afsein HA-Oh. – 2. ‘etw. voraussehen’ – Das is noch jr nich abzusn, was ddraus word. Wb-Ak 9. – 3. ‘auf etw., jmdn. seine Aufmerksamkeit richten’ – “Op uns Bu’ern is et ümmer afeseih’n uns jünnt se et Brot nich mehr, wei söllt nist vordeinen!” Wedde 1938,89. – 4a. ‘von etw. Abstand nehmen, etw. nicht durchführen’ – ick will von de Bestrfunge noch ml afsein HA-Oh. – 4b. ‘etw. nicht berücksichtigen’ – abjesähn dadervon ZE-Roß.
Lautf., Gram.: afsein HA-Oh; -eseih’n Part. Prät. Wedde 1938,89; fsein Wb-Nharz 7; -sin Wb-We* 198; [fsn] QUE-Di; absn Wb-Ak 9; -jesähn Part. Prät. ZE-Roß.
afstken Vb. 1. ‘ein Tier durch einen Einstich (in den Hals) töten, schlachten’ 3: vereinz. w/s elbostf., 4: Wb-Ak 11 – Wie dat nu klappert un rasselt, da quieket Anneken wie wenn en Swien afestoken weren sall ... Wedde 1938,87; Rda.: en’n dat Herz in’n Lwe afsteken ‘jmdn. sehr betrüben’ Wb-We 4. – 2. ‘etw. mit einem scharfen Gegenstand abtrennen, heraustrennen’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 11 – de Wörteln afstken HA-Oh. – 3. ‘von einem Fuder Garben oder Heu mit einer Gabel reichen’ 2: JE2-Scho, 3: BA-Re, 4: Wb-Ak 11. – 4. ‘eine Fläche durch Markieren abgrenzen’ 3: HA-Oh. – 5. ‘zu jmdm./etw. einen Kontrast bilden, sich sehr abheben’ 2: JE2-Fi, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 11 – N’m d mit r neies Kld kann ich mich nich sn lßen, d stechich z sre ab. a.a.O. 11.
Lautf., Gram.: af(f)steken, -stken Held 1963,104, HA-Oh, Wb-We 4; afestoken Part. Prät. Wedde 1938,87, CA-Fö; afstäken Spr-Asch 44; [aftk] JE2-Scho; staken aff 3. Pl. Prät. JE2-Fi; afstekken BA-Re; fschtëken Wb-Nharz 7; abstechen Wb-Ak 11.
aftrecken Vb. 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 12, Wb-Be. 1a. ‘etw. ziehend entfernen, herausziehen’ – den schnöttl (Schlüssel) afftreck’n Spr-Maa 432 (WO-Ol). – 1b. ‘Bettwäsche abziehen’, vgl. aftn 1a.d Bre (Bettbezug) mütt afetreckt wn, w willn wasch’n JE2-Scho. – 1c. ‘ausziehen, herunterziehen’ – Rda.: an Pr Hsen abtrecken ‘seine Notdurft verrichten’ Wb-Ak 12. – 1d. ‘Rüben verziehen’. – 2a. ‘das Fell abziehen, abhäuten’ – en Hasen et Fell aftrekken Sprw-Börde. – 2b. ‘Hornhaut auf der Zunge des Huhns entfernen’ – Fke Backhs moste ümmer n’ Pipp aftrecken mit ne spitze Ndele HA-Oh. – 2c. dass. wie  aftgenSchelle aftrecken WE-Il. – 3. ‘abfüllen’ – subst.: Schon bie dat Afftrecken ward so mancher Kauhschluck jlieks dorch den Wienschlauch enommen. 3: Gesch-Un 43. – 4a. ‘weggehen, sich entfernen’, auch ‘an einen anderen Ort ziehen’ – Un damidde trecke de Wimmelsdörpsche Mannschaft aff un leit de Ohren hängen. Lindauc o.J. 33. – 4b. ‘eine Arbeitsstelle aufgeben’ – De Md (Magd) is n acht T wedder abjetreckt. Wb-Ak 12. – 5a. ‘abfließen’, von Wasser – dat wter kan nich ftrekken Wb-Nharz 8. – 5b. ‘entweichen, abziehen’, von Rauch – “Fru”, rep hei, “wei hett butten ganz dichten Mist un Näwel, de Rook kann nich aftrecken ...” Wedde 1938,64. – 6. ‘von einer Summe abziehen, abrechnen’ – Mr han unse Stowwe tapzr’n lßen un denn jlei vonne Mte abjetreckt. Wb-Ak 12.
Lautf., Gram.: af(f)treck(e)n, -kk- GA-Ga, Matthies 1912,24 (GA-Miest), verstr. elbostf.; treckt af 3. Sg. Präs. HA-Ack; aftreckt Part. Prät. Ehlies 1960a 79; trecke aff 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 33; treckt’n aff mit Enklise des nachfolgenden Art. m. Akk. 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); [aftrek] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho; [-trk] SA-Rist; ftrekken, [ftrekn] vereinz. sw elbostf.; [ftrekt] Part. Prät. QUE-Di; abtrecken Wb-Ak 12; [aptrekn] Wb-Be.
aftrden Vb. 1. (refl.) ‘durch Abstreifen den Schmutz von den Schuhen entfernen’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 12, Wb-Be – de Feute aftren Sprw-Börde; sek de schau ftrn Wb-Nharz 8. – 2. ‘durch (Darauf-)Treten losreißen, abtreten’ 3: Wb-Nharz 8, 4: Wb-Ak 12 – W ich de Treppe nun’nerjunk, hawwich mich en Sm von mein Kld abjetrt’n. a.a.O. 12; dat prd het sek et sen fetrn Wb-Nharz 8. – 3. ‘durch häufiges Begehen abnutzen’ – Nu waren mit de Tied de Treppenstaupen af eträ’n ... 3: Wedde 1938,55. – 4. Schifferspr., in der Verbdg.: aftrden lten – a. ‘einen Kahn allmählich vom Ufer ablegen lassen’ 2: Elbschifferspr. 300 (WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 300 (CA-Ak), Wb-Ak 12. – b. ‘das Vorderteil des Kahns sich vom Ufer oder einem anderen Fahrzeug wegbewegen lassen’ 2: Elbschifferspr. 300 (STE-Tan, JE2-Mi), 4: a.a.O. 300 (CA-Ak).
Lautf., Gram.: aftren Sprw-Börde; [afdrd] Elbschifferspr. 300 (STE-Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa); affträn HA-Bee; af eträ’n Part. Prät. Wedde 1938,55; ftrën Wb-Nharz 8; abtrt’n Wb-Ak 12; [abdrd] Elbschifferspr. 300 (CA-Ak); [aptrtn] Wb-Be.
Aftrder m. ‘Abtreter’ 3: Wedde 1938,56, Heimatgesch-Bad 23, 4: Wb-Ak 12, Wb-Be – Taun Glücke lag de dicke Afträ’r an de Treppe ... Wedde 1938,56.
Lautf.: Aafdreder Heimatgesch-Bad 23; Afträ’r Wedde 1938,56; Abtrter Wb-Ak 12; [aptrtr] Wb-Be.