gondeln Vb. 1. ‘mit einem Boot ziellos umherfahren’ 4: CA-Ak. – 2. ‘mit einem Gefährt (ziellos) umherfahren’ 3: Wedde 1938,32, 4: CA-Ak.
Lautf.: gondeln Wedde 1938,32; [jon] CA-Ak.
gt Adj. verbr. 1a. ‘den Zwecken genügend, zufrieden stellend, einwandfrei’ – w hem’m k jjen Acka JE2-Scho; dat is’n g Pert HA-Oh; ... Kohlzupp ... un de wör gaud naug för ehr Knechtens un ehr Deerns. EssennwAltm 91 (SA-Han); De Geschichte ... hät ville Lüede guet gefalln ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Verbdg.: maket gut Abschiedsgruß, Sprw-Börde; schn gt abwehrend, wenn sich jmd. bedanken will, Wb-Nharz 66; Rda.: gd tau Wege ‘gesund, rüstig’ Wb-We 44; lat man gut sien ‘lass es dabei bewenden’ HA-Bee; Sprw.: Wer goot schmeert, de goot föhrt. Firmenich 1854,132 (STE-Ste). – 1b. ‘tüchtig, den Aufgaben gewachsen’ – ... un weilse anne jude Hausfrau war, da dachte se schon in’n Sommer dran, was in’n Winter wern solle ... Wäschke 41919,28; Sprw.: Wat’n goden Vaogel is, de but’n god Nest. Spr-Altm 83. – 1c. ‘wirksam, nützlich, hilfreich’ – dat is gt fr’n hausten Wb-Nharz 66; Rda.: Awwer wer weeß wofor’s jut is. Heimatkalender-Be 1936,155; Sprw.: Wat een god don kann, dät werd twee ook nich to vöäl. Bewohner-Altm 1,330. – 1d. ‘passend, geeignet, günstig’ – jder Wind ‘günstiger Wind zum Segeln’ Elbschifferspr. 437 (JE2-Mi). – 1e. ‘nicht für den alltäglichen Gebrauch bestimmt, bes. Anlässen vorbehalten’ –Wer et man ichtens maaken kann,
Schafft sick ne “Gue Stube” an.
Gorges 1938,51.
– 2a. ‘angenehm, erfreulich, positiv wirkend’ – he hat goe Doch (Tage) GA-Si; enes guin Dages JE2-Gü; jumorjen Gruß, Wb-Ak 82; guen Dag Gruß, HA-Ack; wenn et Wäder guut is HA-Neu; düsse Tüffel schmeckt jt JE2-Scho; ... Stund mei sön witten Schlips ok good ... Francke 1904,8; hei hat’t ganz gt HA-Oh; Warsch bis dahin jut jejangn ... Krause 1964,22; Is doch gaud, Mudder, wenn’ öfter ünner de Lüd’ kümmt. Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die); Rda: Seck’n jutn Dach maken ‘angenehme Tage verleben’ Spr-Asch 19. – 2b. ‘gesund, wohl’ – hei süht nich gut ut ‘er sieht kränklich aus’ HA-Bel; ne (ihm) is nich gt Wb-Nharz 66; dat wart balle wer gt ‘es heilt bald’ HA-Oh; ... sau lange wie miene Mutter na nich wedder jut iss ... Firmenich o.J. 161 (WA-Ost). – 3. ‘mühelos, einfach, bequem’ – Rda.: de hat gt köären (reden) HA-Oh; dat kannste woll nich gut behaupten CA-Fö. – 4a. ‘viel, reichlich, umfangreich’, auch ‘ertragreich’ – en gt deil ‘eine gehörige Menge’ Wb-Nharz 66; die Ärn (Ernte) diss Joar iss jut CA-Lö; got wat antrecken ‘sich warm einhüllen, anziehen’ STE-Döl; Det jaab daa for die imm’r ’n jutes Drinkjeld ab. Heimatkalender-Ze 1962,93 (ZE-Ze). – 4b. ‘mindestens, bestimmt so viel’ – dat is ne g Stunne wt henne HA-Oh; ... un die so breet war, dät guet fünf Wane näenen änder ... führn künnten ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); Verbdg.: Das is jt un jarne zn Mark wrt. Wb-Ak 82. – 4c. ‘sehr, überaus, stark’,  bannigen gden hausten hebben Wb-Nharz 66. – 5. ‘anständig, charakterlich und moralisch einwandfrei, tadellos’, auch ‘gütig’ – ’n gun Minschen Id-Eilsa 66; hei is’n guen Jungen OSCH-Har; dor had ne jle Frau DE-Ca; wist k gd dn? ‘willst du nun folgsam sein?’ Wb-Altm 67; Rda.: got en gden man sn lten ‘sich keine Sorgen um etw. machen’ Wb-Nharz 66; Sprw.: All tu juut is liederlich JE1-Dan; alder gden dinge sint’er dreie Wb-Nharz 66. – 6a. ‘freundlich, wohlmeinend’ – n’ gt Wert jbn HA-Oh; Rda.: Dat is jans un jar juder Wille. ‘Das ist sein freier Entschluss.’ Spr-Asch 19; hei hat woll en guden Willen datau, kann et awer nich schaffen Sprw-Börde. – 6b. ‘freundschaftlich gesinnt, zugetan, gewogen’ – en’n gd sn Wb-We 44; sek nich gt sn ‘verfeindet sein’ Wb-Nharz 66; Wedder met’n ander jut sin ‘sich wieder vertragen’ Spr-Asch 19; ... sek mit unsen Harregott gut de stellen wett ... Wedde 1938,8; Rda.: in’n Gen utkemen HA-Oh.
Lautf., Gram.: go(o)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verbr. nbrdb., vereinz. w JE1; gout Matthies 1912,25 (SA-Fa), vereinz. nw WE; jut Mda-Sti 33; gaut, -d, [gaut] verbr. nwaltm.; gu(u)t, -d, j-, [gt], [jt] vereinz. s SA s OST ö GA, verstr. STE n WO, vereinz. mittleres JE2, verbr. mbrdb. elbostf. omd.; guet verstr. mbrdb.; in flekt. Formen: m. Akk. Sg.: goden Id-Altm, Spr-Altm 83; goon, gn vereinz. Altm.; [jjn] JE2-Scho; [jijn] Elbschifferspr. 437 (STE-Bit, JE2-Pa); [jn] Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); [gau] SA-Dä; guden, gden Sprw-Börde, Wb-Nharz 66; guhen HA-Bo; gu’en, gen verstr. elbostf.; guun, ju’n QUE-Di, Krause 1964,15; [jijn] Elbschifferspr. 437 (WO-Ro); guin (Gen. Sg.) JE2-Gü; juten Spr-Asch 19; f. Nom./Akk. Sg. und st. Nom./Akk. Pl.: goot, joot, [gt], [jt] vereinz. ö/s nwaltm., verstr. w/mittlere Altm. (außer s Rand); gode, jode Spr-Altm 14, STE-Ost, WO-Ucht; goe, joe, [j] vereinz. OST, STE-GrSchwa Po, vereinz. sw Altm.; [j] MdanwJe1a 48 (JE1-HWa Lo); go’ Sprw-Altma 22; [jj] OST-Dü Hi, vereinz. nö STE, JE2-Scho; [gi], [ji] SA-Vie, verstr. nö Altm., STE-Ber, WO-Mahl; gaut verstr. nwaltm.; [gau] SA-Da; gaue SA-Net; gude, jude vereinz. s elbostf., Wäschke 41919,28; guhe STE-Ba; gue, jue, [g], [j] OST-Ein, CALV-Uth, vereinz. elbostf.; gu, ju HA-Oh, Id-Eilsa 66; [gt], [jt] GA-Bo, vereinz. n WO; [jj] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Rie); juije Dialekt-Nd 12 (WO-An); [j] Mda-nwJe1a 48 (JE2-HSe, vereinz. n JE1); [jl] DE-Ca; [jud] Mda-Ze (ZE-Roß); [jur] a.a.O. (ZE-Reu Stre); [jul] a.a.O. (ZE-Gro); Kürze bes. in Grußformeln: [judn] m. Akk. Sg. DE-Ca; gun(n), jun(n) m. Akk. Sg. vereinz. elbostf., Wb-Ak 82; judde f. Akk. Sg. Wäschke71913,61; Kompar.  2bet, bter; Superl.  best.
Gte f. 1. ‘Wasserrinne’, bes. ‘an der Bordkante der Straße entlangführende Rinne, durch die Regen- oder Schmelzwasser abfließt’ 2: Mda-Ma 66 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Dor), 3: verstr. elbostf., 4: BLA-All, Wb-Ak 79, Wb-Be – ... un bautz! li’t he in de Jote. Wedde 1938,53. – 2. ‘Jauchengrube, Jauchenpfütze’,  Jauchenpütte, auch ‘offene Jauchenrinne’ 2: STE-Arne, 3: vereinz. elbostf., 4: BE-Dro La – de Jauke löppet in de Jte HA-Oh. – 3. ‘Zwischenraum zwischen den auf dem Boden des Kahns liegenden Querbalken’, auch ‘tiefste Stelle des Kahns’, dort sammelt sich Wasser, bes. Benennung bei Zillen, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 119 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 119 (CA-Ak). – 4. ‘Ausguss,  Tülle an einem Topf oder einer Kaffeekanne’ 2: vereinz. sw SA, verstr. n GA.
Lautf.: (1.), (2.): Gote, Gte, J- verstr. elbostf.; Gosse, J-, [jos] STE-Arne, Mda-Ma 66 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Dor), Sprw-Börde, vereinz. sö elbostf., BLA-All, vereinz. w/mittleres anhalt.; [jet] Id-Eilsa 65; juote OSCH-Di; (3.): [jd] Elbschifferspr. 119 (alle angegebenen Orte); (4.): Gö(ä)t, [gt].
gtmken Vb. 1. 2: Wb-Altm* 54, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 82. – a. ‘ein Unrecht, einen Missstand wieder in Ordnung bringen’. – b. ‘sich für etw. erkenntlich zeigen, revanchieren, etw. vergelten’ – ... un in’n Sömmer könnt Ji mek dat wedder gut maken. Wedde 1938,92. – 2. ‘einen Überschuss erzielen’ – Se han hun’nert Mark jtjemacht. 4: Wb-Ak 82. – 3. ‘propfen, Pflanzen (bes. Obstbäume) veredeln’,  proppen, 2: ZE-Jü, 3: vereinz. s elbostf., 4: verstr. omd. – Beeme jut machen KÖ-Wei.
Lautf.: gdmaok’n Wb-Altm* 54; gut maken, gt mken, j- vereinz. elbostf.; jutmachen, jt-, [jdman] ZE-Jü, BE-He, verstr. omd.
Gott m. wie Standardspr., verbr. – Denk ook an Gott un sien Gebot ... Pohlmann 1905,79; ... liewer Gott, lat dat sware Wäder vorbi gahn ohne Schaden ... Wedde 1938,8; in der Verbdg.: God’s Wort von’n Lann ‘Landprediger’ Wb-Altm 122; Rda.: Help Gott! Grußformel mit der Erwiderung: Schön Dank! OSCH-Har; Help uns Gott to’n Gd’n, datt’t uns mag gd spd’n! Spruch bei Beginn einer Arbeit, Wb-Altm* 56; Na, Gott sei Dank ... Ausruf der Erleichterung, Wäschke 61915,109; weiss got Beteuerung, Wb-Nharz 63; Lässgott ‘leider Gottes’ Wb-Holzl 133 (HA-Schw); ach Jott, ach Jott! klagender Ausruf, Richter o.J. 94; O Gott, o Gott ... dass., Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); Du leiwer Gott! dass., Klaus 1936,2; frommer Gott dass., Wb-We 41; got in himmelschen trne Ausruf des Schreckens, Wb-Nharz 63; allmechtijer Jott d! Ausruf der Verwunderung und Bestürzung, Wb-Ak 79; um Gottes Willen Ausruf der Bestürzung, HA-Oh; um Jott un de Welt nich starke Ablehnung, ZE-Roß; I, Jott bewahre! dass., Spr-Asch 40; et war Gottes Wille Antwort des Trauernden auf ausgesprochenes Beileid, WE-Kö; ter lwe Jott macks j’m Wb-Be; de leiwe God kft (keift) Ausdeutung des Donners, Wb-We 41; Gott schuf Menschen – un wat forr wecke. Wb-Holzl 36; Gott ’n guen Dach sin laten ‘sorglos leben’ Sprw-Börde; De lewt wie Gott in Frankreich. ‘Er lebt sorglos und im Überfluss.’ Bewohner-Altm 1,336; Das war nämlich ’n Bild for Jetter ... ‘Das war ein komischer Anblick ...’ Krause 1964,66; Sprw.: Gott jift woll de Kauh, awer nich ok et Seil datau Sprw-Börde; Dänn een’n gewt Gott Land un Sand, den ännern blos’n Stock in d’ Hand. Bewohner-Altm 1,336; Wo de Meßwagen nich henkümmt, Herr Paster, dar kümmt Gotts Segen ok nich, see de Buur. Berufe-Altm 251.
Lautf., Gram.: Gott, God, J-; außerdem: Gen. Sg. im Ausruf: Hotts- Wb-Holzl 106 (WA-KlWa); [ots-] SA-Dä.
grau Adj. 1. Farbbezeichnung wie Standardspr., bes. auch vom Haar oder von bleicher Gesichtsfarbe,  grs, verstr. – dor had jraue Hre BE-Dro; dai Himm is doch seo grao ht SA-Dä; hei is ganz grau int Gesichte CA-Fö; ... sön’n oll’n grau’n Koter harr sick äm togesellt ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); Rda.: ... in Arbeit un Ehren old un grau eworr’n ... Wedde 1938,10; um diner grauen Hare willen scht et nich ‘es geschieht nicht um deines Alters willen’ Wb-We 42; Sprw.: nachts sinn alle Katten jrau CA-KlRo. – 2. ‘betrunken’,  dn, 1: SA-Bee, 2: vereinz. Altm. JE1, 3: verstr. elbostf. – hei is grau HA-Alv. – 3. ‘stechend, scharf riechend’, vom Käse, 4: Mda-Sti 146.
Lautf.: grau, j-, [grau], [grao], [jrau], [jrao]; außerdem: [rau] vereinz. mittleres SA, GA-Fau; [grao] vereinz. n nwaltm.; gra, j-, [gr] SA-HDo, Hausfr-Altm 1925,55 (Kredel), OST-Gla, JE2-Wa; [gr] SA-Jü Pe; [r] SA-Ku. – Gram., Etym.: mit Erhalt des Konsonanten bes. in flekt. Formen (mnd. graw, grwe, grauw, grauwe neben gr, grau, vgl. HWb-Mnd 2,145): graw-, grv- Mda-Ohre 338 (GA-Rä), BLA-Be; jraugg- Mda-Sti 50; graog-, -ch- SA-Bre Vi; jraiwe (3.) Mda-Sti 146.
Grpenstl m. ‘Stiel der  Grpe’ 3: vereinz. w elbostf. – ... stütten sek op’n Grepensteel ... Wedde 1938,43.
Lautf.: Grepensteel Wedde 1938,43; grpenschtl Wb-Nharz 64; Grepenstel HA-Oh.
grpen Vb. 1. ‘ergreifen, packen und festhalten’, auch ‘jmdn. ergreifen, erwischen, festnehmen’ verstr. – Jerer grep sick een Diert (Tier) ... Hausfr-Altm 1925,26 (Kredel); Se jreift sich das eene Wirschtchn mit Mostrich ... Krause 1964,89; Am meisten hemm dee Dehrns to kieken, Um sick sön Unteroffzier to griepen ... Francke 1904,43; Rda.: wollmer noch een jreifen? ‘wollen wir noch etw. Alkohol trinken?’ ZE-Roß; Sprw.: griept, wenn’t riept ‘man soll die Gelegenheit zu einem Gewinn nicht ungenutzt verstreichen lassen’ Sprw-Börde. – 2. auch subst. ‘Hasche(n) (spielen)’,  krgen, 2: vereinz. Altm., JE2-Fe, verstr. s JE2 JE1, vereinz. ZE – Jrpm schpöälen JE2-Ki. – 3. ‘die Hand nach jmdm., etw. ausstrecken, an eine best. Stelle fassen’ verstr. – ... dat ek in ju’e Ficke (Tasche) griepen kann. Wedde 1938,79. – 4. ‘stehlen’,  klauen, 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Sa – Rda.: hei gript sick veel undern Nagel HA-Wo.
Lautf., Gram.: griep(e)n, grp(e)n, j- verstr. nd.; griep’m, j-, [jrpm] verstr. mbrdb., vereinz. elbostf.; jrfen Mda-Sti 17; greif(e)n, j- vereinz. ZE, verstr. anhalt.; 3. Sg. Präs.: grip(p)t verstr. elbostf.; grippet HA-Oh; jreift Krause 1964,89; 1./3. Sg. Prät.: greep, grp, j- verstr. brdb.; jrëf Mda-Sti 6; greip, -ai- verstr. elbostf.; gre-ip Wb-Nharz 65; griff, j-, [jrif] Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. anhalt.; Part. Prät.: gräp’n Wb-Altm 70; [jjrpm] Dialekt-Ma 4 (CA-We); [grib] SA-Dä; [jrapm] Dialekt-Ma 9/Mda-sJe1 20 (verstr. mittleres/s JE1); [j-] Mda-sJe1 20 (JE1-Walt), verstr. ZE; egreppen vereinz. elbostf.; [grep], [jrepm] Mda-Ma 71/Mda-sJe1 20 (verstr. w JE1, vereinz. s JE1, ZE-Dor), Id-Eilsa 65, Mda-Ma 71 (vereinz. nö CA); jejrëffen Mda-Sti 5; [jjrifn] Mda-Ze (ZE-Roß).
groff Adj. verstr. 1a. ‘derb, rau’, von der Beschaffenheit, auch ‘groß, massig’ – growes tch Wb-Nharz 65; Sprw.: op’n groben Klotz hört’n grower Kiel Sprw-Börde. – 1b. ‘aus größeren Teilchen bestehend, wenig, nicht fein zerkleinert’ – growwes ml Wb-Nharz 65; det jrowwe Kaff Bauernwelt-Ze. – 2. ‘schwierig, wichtig, hauptsächlich’, vorw. im Superl. – ... de gröwweste Arbeit het wie woll nu ’eschaffet ... Lindaub o.J. 53; Rda.: Wie se mit de Arbeit ut’n Gröwwesten rut wör’n ... Wedde 1938,29. – 3. ‘nicht sanft, ohne Feinheit’ – ne growwe Stimme HA-Oh. – 4. ‘ungehobelt, unhöflich, ungesittet, derb’, vom Verhalten und Reden von Menschen – De Aptheker in Ziegeser (ON Ziesar) gult as’n growwen Kerl ... Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie); Die konne hellisch jrob wären ... Richter o.J. 77; Rda.: De is noch gröffer als groff. Bewohner-Altm 1,336; mit Bezug zu 1a.: er ist grob wie an Sack Vk-Anhalta 63; sau grof wie Bohnenstroh Sprw-Harzvorlg 264.
Lautf., Gram.: groff, j-, [grof], [jrof] verstr. nd.; jrob(b), jropp, [jrop] WA-Ste, Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. omd.; in flekt. Formen: groww-, j- Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie), Bauernwelt-Ze, vereinz. elbostf., Mda-Sti 48; grobb- OSCH-Har; jrw- Mda-Sti 48; im Sprw. (1a.) m. Akk. Sg.: grob(e)n Sprw-Börde, Wb-We 68, Wb-Nharz 65; greben HA-Oh; Kompar.: [jrowr] DE-Els; gröffer Bewohner-Altm 1,336; gröww(e)r Wb-Altm 70, Wb-Holzl 98; grew(w)er vereinz. s elbostf.; jreewr Heimathefte-Be 1956,243 (BE-GrWi); Superl.: gröwwest- vereinz. w elbostf. (außer sw); grew(w)est- Sprw-Börde, Wb-Nharz 65.
1grlen Vb. 1a. ‘laut schreien, brüllen’, von Menschen, auch ‘laut und unschön singen’, 2: vereinz. nbrdb., ZE-Roß Ze, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – d besp’m Le jröäln JE2-Scho; Grot Lachen un Gröhlen! Wedde 1938,27; “Aauuuu!” jrehlte Jottlieb. Krause 1964,20; Hee fung egoal weg an to gröhln ... Francke 1904,48; Rda.: greelt als wenn he ahn Spieße steckt Vk-Harz 3,46. – 1b. ‘brüllen’, von Rindern, 4: DE-Ho. – 1c. ‘laut krähen’, vom Hahn, auch ‘gackern’, vom Huhn, bes. wenn es ein Ei gelegt hat,  kkeln, 3: Vk-Harz 3,54, QUE-Ga Kö. – 1d. ‘laut quaken’, von Fröschen, 2: Wb-Altm 70, 3: Vk-Harz 3,54. – 1e. ‘laut lachen’,  jchen, 2: GA-Est. – 2a. ‘laut und heftig weinen’,  wnen, auch ‘vor Schmerzen stöhnen und weinen’,  stnen, 2: vereinz. sö Altm., verstr. mittleres/s JE1, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – dat Kint grelt ümmertau HA-Oh. – 2b. ‘in weinerlichem Ton sprechen’,  jammern, 3: WO-NiDo, WA-Schl.
Lautf., Gram.: grö(h)l(e)n, j- Inf., grö(h)lt, j- 3. Sg. Präs. vereinz. Altm., verstr. mittleres JE1 n/w elbostf.; [jrln] JE2-Scho; grelen HA-Oh; [gren] Id-Eilsa 65; gre(h)l(e)n, grlen, j- Inf., gre(h)lt, j- 3. Sg. Präs., gre(h)lte, j- 3. Sg. Prät. verstr. s JE1, vereinz. ZE, verstr. mittleres/ö/s elbostf. omd.; greel’l, jr’l, [jr] ZE-Roß, vereinz. ö elbostf. anhalt.; grelt 3. Sg. Präs. Mda-Weg 121; grüölen OSCH-Di; grüö OSCH-Schl.