Hansbunkenstreich m. ‘Scherz, Streich’,  Schwernack, 3: Wb-Holzl 101, Wedde 1938,89 – … Fritze Kaiser, de tau alle Hansbunkenstreiche opelegt war … Wedde 1938,89.
harthrig Adj. ‘schwerhörig’ 3: HA-Oh, Wedde 1938,55, Wb-Nharz 71.
Lautf.: harthörig Wedde 1938,55; -herich HA-Oh; -hrich Wb-Nharz 71.
Hartkloppen n. ‘beschleunigtes Schlagen des Herzens, Aufregung’ 2: Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie), 3: Lindaua o.J. 98, Wedde 1938,82, 4: Wb-Be – … un dabei sind wecke angest un bange worr’n un harren Harzkloppen … Wedde 1938,82.
Lautf.: Harzkloppen Lindaua o.J. 98, Wedde 1938,82; [hartsklopm] Wb-Be; Herzklopp’n Heimatkalender-Je 1927,121 (JE2-Vie).
hebben Vb. allg. 1a. ‘etw. besitzen, über etw. verfü- gen’, auch in Bezug auf Personen – wr well denn dat hem’n? HA-Oh; Hejje denn noch Äppel in’ Kelder? Wedde 1938,72; ik hew keene Tied ZE-Steu; Hai harre mit sne Fr … ain ainzich Kind, ainen Snen. Tiedge 1954,39; unse Sau het jans schne Frkng hat JE2-Scho; Rda.: hat nist, jifft nist HA-Oh; wecker hett, de hett STE-Ba; Sprw.: wat ek hewwe, dat wett ek, wat ek kre, dat mott’n erst sin Wb-We* 213; wr alles hebben will, kriggt nischt Wb-We 48; hebben is wis – krien is mis Sprw-Börde; Hebb’n iss bt’r ass krg’n. Wb-Altm 116; Rätsel:Hätt ich gleich die ganze Welt,
Alles Silber, alles Geld,
Grade Glieder, gesunden Leib,
Und dazu ein hübsches Weib,
Erd und Himmel auch dabei,
Wüßt ich doch, was besser sei
.
– ‘haben’ ist besser als ‘hätt ich’ Lieder-Ma Nr. 487 (WO-Ol).
– 1b. ‘zum Ehemann, zur Ehefrau haben’ – Dr hat Schulzen Lschen. Wb-Ak 64. – 1c. ‘bekommen, erhalten’ – da könnt se Dank hem’m! Wb-Holzl 103. – 1d. ‘befallen sein, ergriffen sein’ – d Hund harrn Holtbuk JE2-Scho; n’ Rappel hem’n HA-Oh; Rda.: Ich hawwe Hunger w son Frd Wb-Ak 72. – 2. in refl. Verbdg. – a. ‘sich übermäßig aufregen, viel Aufhebens machen, sich zieren’ – hawwe dich man niche! zu einem verweichlichten Menschen, Spr-Anhalt 170; r kennt eich was han! Wb-Ak 64; sek ewel hebben Wb-Nharz 72. – b. ‘sich benehmen, betragen’ – wu hätt sich de Jung’ ‘wie beträgt sich der Sohn’ Wb-Altm 78; w het sek dat prt Wb-Nharz 72. – 3. in Verbdg. mit einem Adj.: dor hads ailich verstr. anhalt. – 4. in Verbdg. mit können ‘ertragen, leiden, dulden’ – ek kan sau wat nich hebben Wb-Nharz 73. – 5. in Verbdg. mit Inf. und zubei Verneinung ‘dürfen, berechtigt sein’ – hei hatt d nist te daun HA-Oh; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 6. in Verbdg. mit einem Adv. – de Lü’ het te wennich drower ‘machen sich nichts daraus’ Wb-Holzl 103 (HA-Eil). – 7. in Verbdg. mit einer Präpositionalgruppe – dat het nischt op sek, dat d kimpt ‘er kommt gewiss nicht’ Wb-Nharz 72; et an sick hem’m ‘die Gewohnheit haben’ Wb-Holzl 103; Der hat’s mits Harze, mit de Niern, mit de Lunge ‘er ist erkrankt, leidet an etw.’ CA-Sta; sek b’n koppe hebben ‘sich streiten, zanken Wb-Nharz 72. – 8. temporales Hilfsverb zur Bildung von Perfekt und Plusquamperfekt in Verbdg. mit dem Part. Prät. – ek hebbe mek efreuet WE-Dee; ich hawwe mich das so in mein Dumm jedacht CA-Sta; bitken hat noch öwer bläbn SA-Ost; ‘s Wasser hat jewaksen (ist gestiegen) Wb-Ak 64; w ich uffen Rein jefrn hawwe Schifferspr., Wb-Ak 64; … de har Ju doch up Ju lang Stück to wiet plögt. Firmenich 1854,124 (Harzv.). – 9. in Verbdg. mit haste ‘eilig, überstürzt, sehr schnell’ – haste-nich-wutte-nich Wb-We 47; hast du nich, sst du nich Wb-Altm 75; hestenichesein Wb-Nharz 78; hastewaskannste Wb-Ak 66.
Lautf.: hebben, hebm, hemm, hem’n verbr. nd. (außer ZE); [hn] verstr. ZE; hän verstr. ZE; [hn] JE1-Güt Schor, ZE-Brä; han ZE-Roß, CA-Pö We, vereinz. anhalt.; hn Mda-Sti 3; hm, hn BA-Ha. – Gram.: 1. Sg. Präs.: hebbe, hewwe verbr. elbostf.; heww, heff vereinz. nwaltm. brdb.; verstr. ö ZE, WO-Dru, HA-Oh; hawwe ZE-Roß, CA-Sta, verbr. anhalt.; ha Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), h Mda-Sti 38; 2., 3. Sg. Präs.: -a- vereinz. nwaltm., verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. JE2, verbr. ZE elbostf. anhalt.; -ä-, -e- vereinz. nwaltm. w Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1, verstr. ZE s elbostf., vereinz. nö CA, verstr. nthür.; Pl. Präs. Stammvokal wie Infinitiv, -t belegt: het 1. Pl. Präs. Wb-Holzl 103, 2., 3. Pl. Präs. HA-Oh, 1. Pl. Präs. Id-Eilsa 67; hat 2. Pl. Präs. ZE-Roß, vereinz. anhalt.; ht 2. Pl. Präs. Mda-Sti 38; 1. Sg. Prät.: harre vereinz. JE2 JE1, verstr. elbostf. anhalt.; Part. Prät.: hat(t)SA-Ro Ta, STE-Bül, CALV-Zo, WO-Ba; ehat verstr. elbostf.; gehatt BA-Ra; jehat verstr. anhalt; gehabt QUE-Asch; ehet WO-He. – Etym.: (9.) wohl nur sekundär an h. angelehnt und urspr. zu  hasten gehörig, vgl. DWB 4.2,69f. Zus.: zu 1c.: in-.
heid Interj. 1. ‘schnell,  rasch, los’ 2: Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – nu wollmer noch een nähm un denn heidi! ZE-Roß; Sei moßten swinne in de Isenbahne klentern, … un heidi jung et wedder na Hus. Wedde 1938,52. – 2. ‘fort, verloren, verschwunden’ 2: Wb-Altm 79, STE-Wa, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 148 – et is heidi! HA-Oh; heidi goan ‘davon-, wegfliegen’ STE-Wa; Rda.: sek heid mken ‘sich rasch und heimlich entfernen’ Wb-Nharz 73; heid gn ‘sterben’ Wb-We 49.
Lautf.: heid.
heilen Vb. ‘verheilen, gesund werden’, auch ‘gesund machen, beheben’ vereinz. – Ich hawwe mich ins Bn jehackt un das will un will nich h’l. Wb-Ak 68; Den Schaden will’k bale heilen. Wedde 1938,68; Zur Beruhigung des Kindes, wenn es Schmerzen hat:Haile, Kätzchen, haile!
Kätzchen hat vier Baine,
Kätzchen hat ain’n Schwanz,
In drai Tage ist es ganz
. Lieder-Ma Nr. 201 (vereinz. el-
bostf.).
Lautf., Gram.: heilen Wedde 1938,68, [haeln]CALV-Calv, HA-Eil; hail’n Mda-Sti 30; [haen] GA-Je Si; [haean] SA-Dä; [häen] STE-Gro; [häin] SA-Meh, GA-Wen; [häil] JE2-De; heeln ZE-Roß, [hln] Wb-Be; h’l Wb-Ak 68; hielen OSCH-Di; haaln QUE-Di; jehlt Part. Prät. QUE-GrSchie.
1hl verstr. 1. Adj. ‘unverletzt, wohlbehalten’, auch ‘gesund, verheilt’ – de heile Arm Wb-We 49; W ich mich d jeschnitt’n harre, das is all lange wedder hle. Wb-Ak 68; … hei kam heile oben an … Wedde 1938,56; Rda.: mit haylder ht Nd-Börde § 115; t heilder ht kommen ‘plötzlich, ohne erkennbare Ursache auftreten’, von Geschwüren, Wb-Nharz 73;  de ne Frau fingesd is das wellor hle DE-Ca. – 2. Adj. ‘unversehrt, unbeschädigt’ de heile Pott Wb-We 49; dett Tüch wärt reine wascht un heile makt HA-Neu; d Plm’m wurn s hle drit ‘die Pflaumen wurden unausgesteint getrocknet’ JE2-Scho; Rda.: heile un ganz ‘unversehrt’ Wb-We 49; hl un gt dass., Wb-Altm 80. – 3. Adj. ‘ganz, vollständig’ h löppt’n hlen Dag rümmer Wb-Altm 80; en heilen Tübben (hölzernes Gefäß) Gorges 1938,66; Rda.: nich half un nich heile Wb-Nharz 73. – 4. Adv. ‘sehr, überaus’,  bannig‘t iss hl gt Wb-Altm 80.
Lautf.: hl Wb-Altm 80, Mda-Ar 36, SA-Kal Sa, verstr. ö Altm.; hle, [hl] JE2-Scho, verstr. JE1 ZE, Wb-Ak 68, Wb-Be, DE-Ca; hail, heil verbr. w Altm., vereinz. n elbostf., Id-Quea 158; haile, heile verstr. elbostf., Mda-Sti 30; [hil] OST-Meß, GA-Schw, STE-Ber, CALV-Zo; [hil]CALV-Uth; [hl] QUE-Di; [h], [ho] verstr. nwaltm.; [haio] SA-Ku; [häio] SA-Zie.
henknen Vb. ‘hinknien, niederknien’ 1: SA-Ah Gie Wü, 2: verstr. Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. n elbostf., Wedde 1938,18, Wb-Nharz 76.
Lautf.: [henknn]SA-Sa, CALV-Zo; [-knn] vereinz. Altm.; [-knin] JE2-Scho; [-knäin] SA-Ah; [-knäin] SA-Gie Wü; [-knn]GA-Bo, CALV-Je, WO-Col, vereinz. n elbostf.; henknn, -knie’n HA-Oh, Wedde 1938,18, Wb-Nharz 76.
henrken Vb. 1. ‘genügen, ausreichen’ 1: SA-Dä, 3: vereinz. w elbostf., 4: BA-Ha – dai Tüwwn reckng nich hen SA-Dä; n recket et wer hen! Drohung, Ermahnung, HA-Oh; Rda.: Wu et nich henreckt, da werd’t henetreckt. Wb-Holzl 35. – 2. ‘an etw. heranreichen, etw. erreichen’ 1: SA-Dä, 3: vereinz. elbostf. – Vor de Kinder war en hohen Tritt anebrocht, dat se an de Gläser henrecken konnen … Wedde 1938,82.
Lautf.: henrecken; außerdem: [henrek] SA-Dä.
hentoltern Vb. 1. ‘nachlässig, schleppend gehen’,  ltschen, 3: WE-Oster. – 2. ‘stolpern, stürzen’ – Hei make Halt un gew den Fagebunten en düchtigen Tritt in’n Puckel, dat de en Enne hen toltere, … 3: Wedde 1938,54.