bestrden Vb. 1. ‘leugnen, für unrichtig erklären’ 2: Wb-Altm 16, 3: vereinz. elbostf. – ... un dat Bä’en (Beten) hilpet, will ek gar nich bistrie’en ... Wedde 1938,94. – 2. ‘durchführen’ 2: Wb-Altm 16.
Lautf.: bestriden Wb-Altm 16; -strie’en, -stren Wb-Holzl 63, HA-Oh; -strien Sprw-Börde; -schtrn Wb-Nharz 22; bistrie’en Wedde 1938,94; -strn QUE-Di.
betrecken Vb. 1. dass. wie  betn 1., 3: vereinz. elbostf. – 2. dass. wie  betn 2., 3: verstr. elbostf. – Glieks nah Middag bitrecke sek de Himmel ... Wedde 1938,74. – 3. dass. wie  beten 4., 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Schw – ne Wucht betrecken HA-Alv. – 4. ‘irgendwo einziehen’ – en hs betrekken 3: Wb-Nharz 26. – 5. dass. wie  betobiesen, 3: Id-Quea 144.
Lautf., Gram.: betrecken; außerdem: bitrecke 3. Sg. Prät. Wedde 1938,74.
Bimse Pl. ‘Schläge,  Prgel’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Serimunt 1932 Nr. 65 – Op düse Art harre ok Fritze Höltje von saunen groten Slöks umme nist un gar nist emal Bimse bitrecket ... Wedde 1938,60.
Lautf.: Bimse; außerdem: [pimze] Wb-Be.
bitterlich Adj. 1. ‘etwas bitter’ 2: Wb-Altm 18. – 2. ‘sehr, heftig, stark’,  bannig, 2: a.a.O. 18, 3: HA-Oh, Wedde 1938,14, 4: Wäschke 61920,91 – ... slaug de Schörte vor’t Gesichte un fung bitterlich an mit schrie’n ... Wedde 1938,14.
Blatt n. 1a. ‘flächiger, durch Chlorophyll grün gefärbter Teil höherer Pflanzen, der dem Stoffwechsel dient’ verbr. – d Maikwa frett de Blädda af JE2-Scho; s rihrt sich kee Blatt Vk-Anhalta 68;Böme, slagt ut,
Blädder, kommt rut!
Gorges 1938,15;
Rda.: ... da brauchten se wenjestens keen Blatt forrsch Maul zu nehmen ... ‘da konnte man offen seine Meinung sagen’ Heese 21919,101; Wetterregel: schint de Sunne up’t natte Blatt, jäfft et balle wäddor wat JE1-Ge. – 1b. Pl. ‘vom Heu abgefallene Teile, Heulaub’ 3: BE-Gü, 4: BE-KlSchie. – 2a. ‘Bogen, Seite Papier’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 36, Wb-Be – Un denn halt sei ut öhrer Ficke ’nen Bindfamd un ein Blaad Papier. Klaus 1936,39; Rda.: ... dat steiht op’n anderen Bla’e. ‘... das gehört nicht in diesen Zusammenhang.’ Wedde 1938,46. – 2b. ‘Zeitung’ 2: JE2-Wo, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 36, Wb-Be – Haste denn’s Blatt all jelsen? Wb-Ak 36. – 2c. ‘Spielkarte’, auch ‘die Gesamtheit der Spielkarten auf der Hand des Spielers’ 2: vereinz. Altm., 3: HA-Oh – Rda.: dat Blt wenn’t sik noch ml a.a.O.; Sprw.: De bemaolt’n Bld’r un de vreckig’n Knaok’n (Würfel) hämm männigen k den Geldbüd’l braok’n. Wb-Altm 277. – 3. ‘Schulterpartie, Schulterblatt von Tieren’ 2: STE-Ste, 3: vereinz. elbostf. – 4a. ‘breiter, flacher Teil an Werkzeugen’, vorw. ‘Sensenblatt’ und ‘Sägeblatt’ 2: Wb-Altm* 50, 3: Vk-Unterharza 67, 4: verstr. omd. – 4b. ‘Kamm am Webstuhl, Weberkamm’ 2: Wb-Altm* 50. – 5. Schifferspr. – a. ‘schwerer Querbalken, der am Boden des Kahns befestigt ist und diesen dadurch zusammenhält’ 2: Elbschifferspr. 117 f. (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Pa), 4: a.a.O. 117 f. (CA-Ak), Wb-Ak 36. – b. ‘je eine der Leinwandlängen, aus denen das Segel zusammengesetzt war’ 2: Elbschifferspr. 213 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 213 (CA-Ak), Wb-Ak 36. – c. ‘unterer, breiter Teil des Ruders’ 2: Elbschifferspr. 248 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 248 (CA-Ak), Wb-Ak 36. – 6. ‘aus gefüttertem Stoff bestehende Vorderseite eines Faltenrocks’ 3: Tracht-ProvSachs 194 (WO).
Lautf., Gram.: Blatt, [blat], [blad]; außerdem: [plat] Wb-Be; Bla(a)t, Blaad vereinz. s HA, verbr. OSCH sw elbostf.; Bla’e Dat. Sg. Wedde 1938,46; plt Mda-Sti 9; [blt] BLA-Be, Mda-Ma 61 (vereinz. nö CA), Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 21 (nw CA, BE-GrMü KlMü); Pl.: Blä(ä)der, blëder, [bldr] vereinz. Altm., Mda-nwJe1a 51 (JE1-Gra, veralt.), Dialekt-Ma 9 (verbr. w JE1, vereinz. sw JE1, ZE-Dor), ZE-Mühl, verstr. elbostf.; [bld] WO-Zi; [blr] SA-Rist; Blä’er Wb-Holzl 64; Blä’r Wb-Altm 18; blder Mda-War 12; Bler, Ble’er Wb-Holzl 64, HA-Oh; blr Mda-War 12; Bleier Bewohner-Altm 1,335; Bläier JE2-Schön; [blair] SA-Dä; blaod’r (4.) Wb-Altm* 50; Blädder vereinz. nw elbostf., Id-Eilsa 52; [bläda] JE2-Scho; [bledr] BE-Gü KlSchie; Blätter Richter o.J. 32; Bletter, [bletr] verbr. JE1, Wb-Ak 36; pletter Mda-Sti 9; vgl. auch die unter  Bld(e) zu findenden urspr. Pluralformen.
blenden Vb. 1. ‘durch helles Licht das Sehvermögen zeitweise beeinträchtigen’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – ... de blend’t se in de O’en ... Wedde 1938,18. – 2. ‘(mit Gewalt) (hin-)werfen, fortstoßen’, bes. vor Wut oder aus Unwillen, 3: vereinz. sw elbostf.
Lautf., Gram.: blennen; außerdem: blenn’, blen’n Wb-Altm 20, Kredel 1927,58, Wb-Nharz 29; [ple] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: blend’t Matthies 1903 (Vöerrä’), Wedde 1938,18. – Etym.: (2.) wohl hierher, vgl. DWB 2,104 f. mit den Bed. ‘mit Mörtel bewerfen’ und ‘zurückscheuchen’, vom Wild.
Bl n. ‘Blei’, das Metall, verstr. – Rda.: swr w Bl HA-Oh; ... denn is et doch grade, wie wenn’n en Korf vull Blie vor’n Buke hat. Wedde 1938,6. – Brauch: In der Fastenzeit war in den Spinnkoppeln das Bleigießen als Orakelspiel üblich. Wie auch in der Silvesternacht gaben die Gebilde, die beim Erstarren des in Wasser gegossenen Bleis entstanden, Auskunft über die nähere Zukunft. Hochzeit-Altm 9, Brauch-wAltm 22.
Lautf.: Blie, bl Wb-Altm 20, verstr. elbostf.; Blei, [blai] verstr. mbrdb., Richter o.J. 79; [plai] Wb-Be; [bla] Mda-Ar 33; [bli] Mda-Ze (ZE-Gro).
Blick m. ‘kurzes Anschauen, Hinschauen’, auch ‘Ausdruck der Augen’ 2: Vk-Anhalta 125 (ZE-Li), Brauch-Rie 749, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... ein Blick recket hen un de Hund ... wett, wat hei de dauhn hat. Wedde 1938,8. – Volksgl.: Von einigen Bewohnern wurde behauptet, sie hätten den bösen Blick, d.h. sie könnten durch bloßes Ansehen Verhexungen (bes. des Viehs) vornehmen. Brauch-Rie 749, vereinz. elbostf. anhalt. Deshalb sah man es nicht gern, wenn jmd. junge Gänse zählte. Vk-Anhalta 125 (ZE-Li).
Lautf.: Blick; außerdem: [plik] Wb-Be.
blt verbr. 1. Adj. ‘entblößt, nackt’ – blt maken ‘entblößen’ BLA-Brau; in blten beinen ‘barfuß’ Wb-Nharz 30; in’n bleten Himme ‘nur im Hemd’ HA-Oh; Dadermit junke in’n bloßen Koppe (ohne Kopfbedeckung) zur Tiere naus ... Wäschke 61920,27; subst.: hai kricht wecke forr’n Bloten ‘er bekommt Schläge auf das Gesäß’ Wb-Holzl 66; Rda.: nocksch un blt (auch ‘arm, besitzlos‘) Mda-Ze (ZE-Reu); hei km med blauten Hennen ‘er kam mit leeren Händen’ Wb-We 19. – 2. Adv., Pt. ‘nur’, in Ausrufe- und Fragesätzen verstärkend – de Heckte frt’n bls Fische JE2-Scho; ... ek will jo blot emal de Sorte wiesen. Wedde 1938,79; jebb mich doch’n paar Bollchen, bos’n paar ZE-Roß; ik hewwe man bles twei Pennich HA-Oh; ick kome glieks midde, bloß mien Schrieb’n fartij maken HA-Bee; Det waar’n nu nich blooß laut’r Bau’rn ... Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); Watt deatt doch hüt blouß lang duert ... Matthies 1903,3; Sik blß nich s dumm! Wb-Ak 37; nu kieke dick dat doch blot mal an WO-Da; Sprw.: ’t is ne schlechte Katt, de blot vor een Lock must STE-Wi.
Lautf.: es findet im nd. Gebiet z.T. eine lautl. Differenzierung zwischen (1.) und (2.) statt: (1.): blo(o)t, [blt] verbr. nd.; bloß, [bls] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.; plsz Mda-Sti 22, [pls] Wb-Be; blet, [blot] HA-Oh, Id-Eilsa 53; [blt] QUE-Di; blaut Wb-We 19; bluot OSCH-Di; blet Mda-Ro; (2.): blo(o)t vereinz. nö nwaltm., Wb-Altm 21, verstr. mittlere/nö Altm., WO-Ro Sa, vereinz. w JE2 w JE1, verstr. w elbostf., vereinz. ö elbostf.; bloß, [bls] verstr. nwaltm., verbr. ö/s Altm. n/mittleres JE2 mbrdb. elbostf. anhalt.; plsz Mda-Sti 22, [pls] Wb-Be; bs ZE-Roß; bloeß, bles SA-Ho, OST-Kre, HA-Oh; [blt] QUE-Di; blout GA-Qua; blouß, blous Matthies 1903,3, SA-Pre; blaut SA-Sa, GA-Est; blaus SA-Rist, verbr. SA (außer nwaltm.), OST-Flee, verstr. n GA; bluot OSCH-Di; bleot SA-Ty; bleos, [bleos] SA-Dä Wa.
Boddenkmer f. ‘Kammer auf dem Dachboden’ 3: Wedde 1938,76, 4: CA-Ak, Wb-Be.
Lautf.: Boddenkamer Wedde 1938,76; [bokamr] CA-Ak; [po-] Wb-Be.