drin Adv. 1. ‘in diesem Gegenstand/Raum, innen, innerhalb’ 2: vereinz. Altm., Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – drinne sn ‘im Haus sein’ Wb-Nharz 46; ’s heite son Sauwetter, ich bleiwe drinne. Wb-Ak 48; ... un Frieseckens woahnen ok noch drin. Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie); da kannst’e drin verspen (ertrinken) HA-Oh; ... vor jeden stund en Römer mit schönen Kümmelsnaps drinne. Wedde 1938,15; ... und da sitzen ofte bloß n paar Leite drinne ... Heese 21919,29; Rda.: da fengen zehn Katten keine Mus drin von einem durchlöcherten Sack, Sprw-Börde. – 2. ‘in dieser Sache/Angelegenheit’ – Is hierin got un darin slecht. 2: Kredel 1927,64. – 3. ‘in diesen Gegenstand/Raum, hinein’ 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 24 – ... wi stippt unse Brot darin? Chr-Em 439.
Lautf.: drin vereinz. Altm., Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), ZE-Ste, vereinz. elbostf. anhalt.; drinne vereinz. ZE, verstr. elbostf. anhalt.; [trine] Wb-Be; darin (2., 3.) Kredel 1927,64, Chr-Em 439, HA-Oh; drin (3.) Mda-Sti 24.
dumm Adj. 1. verbr. – a. ‘einfältig, unverständig, geistig beschränkt’, von Personen,  dusselig“Was, meine Änne soll dumm sin?” Krause 1964,88; Du bist noch to dumm ... Heimatkalender-Ma 1931,86 (Altm.); übertr.: dat Pert is dumm ‘... hat eine Gehirnkrankheit’ HA-Oh; subst.: dat is keinen Dummen WE-Dee; Verbdg.: dumm un albern Id-Quea 149; dumm un dmlich HA-Oh; Rda.: des Faier brennt w dumm (sehr stark) CA-Ak; dor machd sonn dummes Jesichde ‘er sieht finster, unfreundlich aus’ BE-KlSchie; hai hat sien dumme Schuur ‘er hat seine starrköpfige, trotzige Phase’ Wb-Holzl 80; dumm wie’n Puter Spr-Asch 37; dumm wie ne Gans Vk-Harz 3,45; dumm w an schwarzes Schwein Wb-Ak 48; dumm w Jrütte Mda-nwJe1a 46 (JE1-The); dumm wie Schifferschiete Vk-Anhaltc 85 (ZE-Hu); dumm wie Bohnenstroh Spr-Anhalt 175; der ist so dumm wie’n olt Krummbund Stro Bauernwelt-Ze; dumm wie Aukerwater ( kerwter) Wb-Holzl 58; dumm wie ein Teekessel Vk-Anhaltc 85 (DE-Re); is dummer wie’t de Polezei erlauwet Sprw-Börde; h is dumm un frett fl JE2-Scho; dumm, daß ihn Schweine beißen Vk-Anhaltc 85; hei is sau dum, datte en minschen drt Wb-Nharz 48; dumm jeborn un nischt taueleert Sprw-Börde; ... un wist uns nu vor dumm vorkoofen. ‘... willst uns täuschen, anlügen.’ Wäschke 61915,40; wiste en dummen Minschen sein, kucke int Water BA-GrAls; wenn hei sau lang wörre wie dumm, könn’e ut’r Dakrenne supen WE-Be; dr is sau dum we lank is Mda-Weg 92; Sprw.: je grötter, je dümmer Sprw-Eils 39; je älder, je dummer Sprw-Börde; wr dum is, mot eprjelt wren Wb-Nharz 48; Wer dumm is, is Winter un Sommer dumm. Chr-Em 429; wenne dumm worst, worste in’n Kopp teerscht dumm Sprw-Börde; De Minsch kann so dumm sind, as’r will, häi mütt sick äöwer to helpen weeten. Bewohner-Altm 1,350; de dummsten Bern hett de dicksten Kartuffeln HA-Oh; subst.: Wenn de Dummen to Marcht kaom’ krg’n de Klok’n Geld. Wb-Altm 278; De Dumm’n ward’n nich all; jedes Joahr wärd’n Schäpel utseit (ausgesät). Spr-Altm 45. – b. ‘unsinnig, töricht’ – nölt nich sön dumm Tüg OST-Sto; Watt forr ne dumme Fra! Klaus 1936,1. – 2. subst.: ‘ Schellenober’, Spielkarte, 3: WA-Re, 4: DE-Ra. – 3. ‘unangenehm, übel’ vereinz. – dat is en dum dink Wb-Nharz 41; Se jähn mich immer sonne dumme (unverschämten) Antworten ... Richter o.J. 89; Verbdg.: ’n dumm kom’m ‘unpassend, unverschämt antworten’ Wb-Ak 48. – 4. ‘unfruchtbar, ohne Frucht oder Inhalt’ – Rda.: umme de dummen nte (Nüsse) deut’ et nich ‘für wenig oder umsonst tue ich das nicht’ 3: Wb-Nharz 48.
Lautf., Gram.: dumm, [dum]; außerdem: [tum] Mda-Sti 39, Wb-Be; dumme OSCH-Di, Id-Eilsa 59, QUE-Di; dummp Vk-Ask 379; Kompar.: dümmer HA-Oh, Sprw-Eils 39; dimmer Vk-Anhaltc 103; timer Mda-Sti 39; dummer Sprw-Börde, Wb-Nharz 48; Superl.: dümmst- Ehlies 1960b 298, JE2-Bö; tim(e)st- Mda-Sti 39; dummst- vereinz. w elbostf.
1Dwel m. 1a. ‘Teufel’ verbr. – ... kieke sick in de Stube umme, op woll de Deubel nich hinder’n Oben vorrkeime. Lindaua o.J. 64; Rda.: op Deuwel kumm rut ‘mit aller Macht’ CA-Fö; des deuwels sn ‘eifrig, versessen (auf etw.) sein’ Wb-Nharz 40; is hinder her, wie der Deuwel hinder de Seele dass., Sprw-Börde; bis de ganz des Deubels? ‘bist du verrückt geworden? Wb-We 28; Ritt sei denn der düwel?! dass. (3. Pl.), Id-Quea 150; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Ick bin so falsch (ärgerlich), ick mücht mäi met’n Deuwel slaon. Bewohner-Altm 1,326; Von d kann der Teiwel kn Pechlicht besn. ‘Sie ist sehr geizig.’ Wb-Ak 169; de hat’n Düwel barwet lopen sein von einer zänkischen Frau, Id-Eilsa 59; De Olsch hät de Deuwel van de Kar verlar’n. dass., Bewohner-Altm 1,327; dann plaocht dai Daiw ‘er hat ein schlechtes Gewissen’ SA-Dä; in deuwels kiche kommen ‘in eine schwierige Lage geraten’ Wb-Nharz 40; Noch ihr de Deuwel Schoh’ ankrieg’t ‘in aller Frühe’ Bewohner-Altm 1,327; Ick will dick wol krin, eh dick de Düwel krigt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); da hätt de Düwel sien Spöäl mang wenn etw. nicht gelingen will, STE-Wa; de Düwel sitt’r inne dass., WE-Zi; wi de Doiwel sien Speel hat ‘wie es der Zufall will’ Wb-Holzl 77; Wie ’s dor Teiwel will ... dass., Krause 1964,133; dat solle doch mit’n Deuwel taugahn ‘das müsste doch zu machen sein’ Sprw-Börde; d sast dänn Dwel nich anne Wand mln ‘du sollst kein Unheil heraufbeschwören’ JE2-Scho; Dät weet der Deubel ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); ... denn is hüte Abend de Deuwel los. ‘... gibt es heute viel Trubel, Unruhe, Aufregung.’ Wedde 1938,22; Dat geit nao dusent Düw’l dass., Wb-Altm 44; sps mot sn! se der deubel, d hate sne gresmutter mit der mesgrepe kisselt. Mda-Weg 90; All’ Bitschen helpen wat, sä de Deuwel, dunn at’r de Bottermelk met de Meßfork. Bewohner-Altm 1,327; Väl Köpp, väl Sinn’, sagt de Düwel, da harr he een Karr’ vull Poggen (Frö- sche) schob’n. Spr-Altm 88; in Ausrufen und Flüchen: fui daibel OSCH-Di; in dreideuwelsnamen: ja ärgerliche Zustimmung, Sprw-Börde; dn Dwel ek HA-Oh; Dat di de Düw’l Wb-Altm 44; de sall de Deiwel holn STE-Schö; Doa sloa doch glieks de Düwel rin! Matthies 1903,35; Sprw.: de eine is’n andern sn Dwel ‘niemand gönnt einem anderen etw.’ HA-Oh; Tr’n Düw’l un Apptk’r, se hämm väöl Büss’n. Wb-Altm 275; Stiffmutter is’n Deuwel sin Underfutter HA-No; Steen ut’r Hand is’n Düwel in d’ Hand. ‘Mit einem Steinwurf kann man Schaden anrichten.’ Spr-Altm 88; wenn man von Düwel sprickt, is’e nich wit. SA-Bre; Wenn’n von’n Dübel seggt, kimmt e all um e Ecke. Chr-Em 431; wer et abends piepet, den danzt de Düwel op en Dake. Id-Eilsa 59; Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand. Bewohner-Altm 1,327; Wer vor d’ Höll whnt, mütten Dübel to’n Fründ hemm. Firmenich 1854,122 (OST-See); Wer in’n Himmel will, mot’n Düwel taum Vadder hebben. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); wer Geld hat, de kann Döwel danzen sehn. SA-Im; wu Geld is, da is de Düwel, un wu kein is, da is e tweimal HA-No; De Dübel schitt immer op’n gröttsten Hucken. Chr-Em 431; Hat de Doiwel de Kau ehaalt, kann hai dat Kalf ok noch halen. Wb-Holzl 33; In de Nod frätt de Deuwel Flegen. Bewohner-Altm 1,352; de Düwel is sau swart nich, as man ne afmlt ‘etw. wird nicht so schlimm, wie es zunächst zu befürchten ist’ Wb-We 34. – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: JE2-Scho, 4: verstr. anhalt. (jüngere Generation). – 2a. ‘böser, durchtriebener, hinterlistiger Mensch’,  s, auch ‘zänkischer Mensch’, Schimpfwort,  Stänker, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 169, Wb-Be – Das is an Teiwel! Wb-Ak 169. – 2b. in der Verbdg.: armer Teufel ‘armer, besitzloser Mensch’ – ... un an Selwerkoofen war bei dän armen Teiwel oh nich zu denken. 4: Heese 21919,25.
Lautf.: Düw(e)l, [dvl] SA-Bre Dan, verstr. nbrdb. n/w elbostf., Id-Quea 150; [dv] SA-Ev; Dübel Firmenich 1854,122 (OST-See), vereinz. w elbostf.; Diewel, dwel vereinz. sw elbostf.; Döwel Schwerin 1859,46, SA-Im; [duiv, -o] verstr. nwaltm.; Deuw(e)l, Doiw(e)l, [doivl] SA-Ah, vereinz. Altm., verstr. elbostf.; Deubel Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; [divl] SA-Pü; Deiw(e)l, [daivl] Wb-Altm 34, vereinz. SA, STE-Schö, vereinz. WO, JE2-Scho, verstr. mbrdb., vereinz. s elbostf., verstr. omd.; [daiv, -o] verstr. nwaltm.; Teiwel, [taiwl] vereinz. anhalt.; Deibel STE-Arne, Vk-Anhaltc 88 (ZE-We), HA-Oh, vereinz. anhalt.; [däiwl] JE2-Scho.
Ei n. 1a. ‘von Vögeln gelegtes, von einer Schale umschlossenes ovales bzw. kugeliges Gebilde, das die Eizelle samt Dotter und Eiweiß enthält’, bes. vom Huhn, verbr. – de Aier affsoik’n Spr-Maa 433; n’ fl Ei HA-Oh; Sebben Eier von binnah ’n Schock Häunerveih, ... Lindauc o.J. 7; ik heww uns Aia inschln JE2-Scho; Rda.: ... wie’t Jeele von et Ei! ‘das Beste, Vorteilhafteste’ Gorges 1938,74; det is’n Ei ‘das ist selbstverständlich’ ZE-Roß; Een Ei up de Meßbörr’ draw’n (tragen). ‘Einen unverhältnismäßig großen Aufwand betreiben.’ Bewohner-Altm 1,330; Mit em mütt’n umgahn as mit’n roh Ei. Spr-Altm 78; hei geit, as wenne op Eiern geit wenn jmd. vorsichtig, unsicher geht, Wb-We 33; wie ut et Ei epellt ‘sehr sauber, adrett’ CA-Fö; ein ei un ein eierkauken sn ‘sehr vertraut miteinander, unzertrennlich sein’ Wb-Nharz 49; datt’s een Ei un een Kauken dass., BA-Op; Kimmere dich nich um unjelte Eier! ‘... um Dinge, die noch nicht spruchreif sind!’ Wb-Ak 50; Ei is Ei, sä de Köster, un drum foat he na’t Goosei OST-Schön; Ei is Ei, sagte de Bur, dunn bracht’r ’n Preister ’n Sperlingsei. Spr-Altm 87; Sprw.: frische Eier, gude Eier ‘das Neue entfaltet am Anfang gute Wirkungen’ Wb-We 33; Een Ei mockt’n grod Geschrei. ‘Streit entsteht oft aus geringer Ursache.’ Bewohner-Altm 1,330; n fl Ei, verderwt ’n ganzen Brei. Wb-Altm 279; En half Ei is besser as en leddigen Dopp (Eierschale). Chr-Em 429; Rätsel vom Ei: eck schmiete wat Wittes op Dk, dat kimmt gäl wedder runner BLA-Wie; Et is’n klein Tünnchen, hät keen Tüpplock (Spundloch) un’ keen Tapplock (Zapfloch), un’ is doch wat Natt’s drin. Bewohner-Altm 2,174; Heischeverse:Tein Eier, tein Eier
in unse Kiep’!
Matthies 1912,14 (STE-Schö);
Ge’m se uus de Eier nich,
leggen de Häuhner öäwers Jhr ook nich.
Brauch-wAltm 68
(GA-Dö).
Volksgl.: Am Gründonnerstag gelegte Eier werden als Bruteier benutzt, weil dann angeblich bes. viele von ihnen ausgebrütet werden. Die aus ihnen schlüpfenden Hühner sollen jedes Jahr die Farbe des Gefieders wechseln. Brauch-wAltm 34 (verstr. w Altm.). – 1b. in der Verbdg.: wkes Ei ‘Hühnerei ohne feste Schale’,  Windei, 3: WA-Un, 4: vereinz. anhalt. – 1c. in der Verbdg.: dat dubbelte Ei ‘ungewöhnlich kleines Hühnerei’,  Kkenei (n.Z.), 3: vereinz. nw elbostf. – 1d. in der Verbdg.: flet Ei Kinderspiel, 2: GA-Trü, JE2-Fe, JE1-Wü. – 1e. in der Verbdg.: 1,2,3 int fule Ei dass., 3: WO-KlRo. – 2. Pl. ‘Hoden’ 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 50. – 3. Pl. ‘Geld’,  Zaster, 2: JE1-Kü, 3: HA-Bee.
Lautf., Gram.: Ei, Ai, [ai], [ae]; außerdem: [i] SA-Dä; [ä] Siedler-Je § 107 (n/mittleres JE2); Aj QUE-Di; Pl.: Eier (nwaltm., n/mittlere Altm: [-], s Altm., JE2-Scho: [-], anhalt.: [-r]); außerdem: aijer Mda-Sti 30; eijere Wb-Nharz 49 (BLA-Hü); [jr] BLA-Be; r QUE-Di.
enden Vb. ‘zeitlich aufhören, zu Ende sein’, auch ‘in bestimmter Weise ausgehen’ 2: Hausfr-Altm 1929,23 (STE-KlMö), 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be, Krause 1964,104 – ..., daß dor allerlängste Winter schließlich doch ma endn muss! a.a.O. 104; tr en’net  noch m in Tsuchthause Wb-Be; Sprw.: Wat anfängt mit Leigen, mot ennen mit Bedreigen. Chr-Em 429; kunnen sey des nicht enden, so schullen sey eynen ouermann keysen, dey schal sey irscheyden ... 1386, WeteB-Calbea 62.
Lautf.: endn Krause 1964,104; ennen Hausfr-Altm 1929,23 (STE-KlMö), vereinz. w elbostf.; [e] Wb-Be.
rlich Adj. ‘aufrichtig, nicht betrügerisch’, auch ‘redlich, zuverlässig’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – h is älich SA-Zie; d het sik sn lwedge wat rlijes ekwlt Wb-Nharz 52; Sprw.: Ehrlich währt op’n längsten, Schuftig lebet in Aengsten. Chr-Em 429.
Lautf.: ehrlich, r-, [rli] WO-Zie, verstr. elbostf., vereinz. omd.; [r-] vereinz. w Altm., verstr. ö Altm.; [-] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [-] verstr. s Altm.; erlich HA-Oh; ihr-, [li] Bewohner-Altm 1,341, STE-Je Sa.
ten Vb. allg. 1. ‘(als) feste Nahrung zu sich nehmen, essen’ – itt nich so fett STE-GrMö; ohne Täne äten ZE-Sta; inne Kkng d’n w ümma JE2-Scho; ... wenn ik do Fröhstück äten. Pohlmann 1905,2; Hest denn all wat geten? Bewohner-Altm 2,41 (SA); Max, du saß na Huse koamen, wie willn wat äeten! Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie); ... erscht wollen mer abber unsen Schweinebraten essen. Richter o.J. 32; Als nu dat Nachtmal e gett’n war, sette sick olt un junk noch en Schur vor de Döre ... Rauch 1929,61; Rda.: Er ißt wie an Scheffeldrescher. ‘Er isst viel, unmäßig.’ Vk-Anhalta 62; hei itt als wenne Lüse kaut ‘er isst langsam’ Sprw-Eils 39; Aeten wat de Kelle gift Sprw-Harzvorle 144; ut’n Äten en Handwark drut maken ‘großen Wert auf das Essen legen’ BA-Re; t man, morjen krt et doch bles de Katten! scherzh. Aufforderung zum Essen, HA-Oh; ick ete, wat ick will un hole ut, wat ick mott Wb-Holzl 83 (HA-So); Un nu is met unse Mutter jar nich mehr jut Kärschen essn. ‘Mit ihr kommt man nicht gut aus, sollte man sich nicht anlegen.’ Spr-Asch 28; Sprw.: so as ick ät, so arbei ick SA-Ta; Wenn’n bie ’n Aeten schweet; denn hilpt et. Chr-Em 430; sülwest eten mkt fett Wb-We 36; Eten und Drinken hält Lief un Seele tesamme Sprw-Börde; De Bri wät nich so ht gät’n, as he uppdraogt is. Wb-Altm 25; Sprw.: äten, fräten, supen, langsam gn un pupen, dat sleit an WE-Be. – 2. in Verbdg. mit charakterisierenden Adj. ‘durch Essen in einen bestimmten Zustand bringen’ – Itt dick satt un dicke, stick aber nist in de Ficke (Tasche). Chr-Em 430.
Lautf.: Inf.: et(e)n, [t()n] vereinz. nwaltm., verstr. Altm., JE2-Ste, vereinz. JE1, verbr. HA, sonst verstr. elbostf. (aufgrund der Laienschreibung ist nicht auszuschließen, dass ein Teil dieser Belege, bes. im Nwaltm. und Brdb., ä-, [-] zuzuordnen ist); edn OST-Sto; ät(e)n, [t()n] verbr. nwaltm. nbrdb., verstr. mbrdb. HA, sonst verbr. elbostf.; äd(e)n, [dn] SA-KlGe, vereinz. nbrdb.; eiten, ait(e)n vereinz. n nwaltm.; [aet, -d-], [ait, -d-] SA-Dä; [äitn] verstr. n nwaltm.; eaten vereinz. mbrdb.; eäten, [ätn] GA-Kä, vereinz. ö Altm., verstr. mbrdb.; äaten, [atn] JE1-Ge, verstr. ZE; äeten JE2-Par, vereinz. sö JE2; [ätn] Siedler-Je § 81 (s JE2 JE1); etten GA-Rö, WA-Do Schl; ätten WA-Ble; essen verstr. mittleres/s ZE, Spr-Asch 28, CA-GrRo, BA-Ha, QUE-Frie, verbr. anhalt.; äsn Mda-Ro; aszen Mda-Sti 12; 3. Sg. Präs.: itt Wb-Altm 260, vereinz. GA STE, verbr. elbostf.; ißt ZE-Göd, vereinz. anhalt.; ett Bewohner-Altm 2,135, verstr. mbrdb.; ätt JE1-Ge; Imp. Sg.: itt Wb-Altm 48, STE-GrMö, verstr. elbostf.; Wb-Ak 53; ett Spr-Altm 50, verstr. mbrdb.; [es] Mda-Ze (ZE-Roß); 1./3. Sg. Prät.: aat, [t] verstr. elbostf.; [t] QUE-Di; att Wb-Altm 48, Pohlmann 1905,50; t Wb-Altm 48; Part. Prät.: geten Bewohner-Altm 2,41 (SA); gëten Wb-Altm 48; [gdn] SA-Rist; gäeten SA-Se; [jatn] ZE-Göd; [j-] ZE-Kö; egett(e)n, -jett(e)n JE2-Gü, verstr. elbostf.; [jet] JE2-Scho; [jjetn] Mda-Ze (vereinz. ZE); [-jet] JE2-Scho; jejessen, [jjesn] Mda-Ze (ZE-Roß), Richter o.J. 32; gätten SA-La, Bewohner-Altm 1,323, STE-Bis.
Fbrur m. Monatsname, 1: SA-Rist, 2: vereinz. nbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 57, Wäschke 61915,14 – Et war mal in’n Fewerwar ne höllsche kolle Maanschiennacht. Rauch 1929,180; ... inn Fewerwar, wu de Ta kortsch un de Nächte lank sin ... Wäschke 61915,14; Wetterregel: w in Fbrua de Doach lenga, wt de Winda strenga SA-Rist; Februar warm, tweemaol Gott erbarm’! Bewohner-Altm 1,331; Wenn in’n Feberwar de Müggen schwarmen, mott’n sick in’n April de Hänne warmen. Chr-Em 428; föäl Rng in Fbrua, föäl Rng dat gse Joaa SA-Rist.
Lautf.: Februar vereinz. nbrdb.; [fbrua] SA-Rist; Feberwar Chr-Em 428; Feberwor Winter-Altm 73; Fewerwa(a)r, fwerwr verstr. elbostf., Wäschke 61915,14; Fwerwr, [fvrvr] Beiträge-Nd 62 (WO-HWa), Wb-Ak 57; [fewrwr] QUE-Di.
Fger m. 1. ‘Schornsteinfeger’ 3: Wb-Holzl 84 (HA-Um). – 2. ‘kräftiger, korpulenter, robuster Mensch’, auch von bes. großen Tieren und Früchten, 2: Wb-Altm 50, 3: verstr. elbostf., 4: Krause 1964,33 – so’n Fjer HA-Oh; dat is’n helleschen fjer Wb-Nharz 207. – 3. ‘männl. Geschlechtsteil’ 3: QUE-He. – 4. ‘tatkräftiger, unternehmungslustiger, wagemutiger Mensch’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – 5. ‘Frau, die Männern nachläuft und Geschlechtsverkehr mit ihnen sucht’, Schimpfwort,  Slampe, 3: BLA-Brau, Vk-Ask 151, 4: Spr-Anhalt 170, Wb-Be. – 6. ‘verschwenderischer Mensch’ 3: vereinz. w elbostf. – Sprw.: Na’n Heger kümmt’n Feger. ‘Auf den sparsamen Hauswirt folgt oft ein Verschwender.’ Chr-Em 429.
Lautf.: Feger, Fger, -j- vereinz. elbostf., Spr-Anhalt 170; Fäger, Fëger, -j- Wb-Altm 50, ZE-Roß, verstr. elbostf., Wb-Be, Krause 1964,33; Faejert BLA-Brau.
finden Vb. verbr. 1a. ‘(suchend) auf etw. stoßen, etw. entdecken’, auch ‘wiederfinden’ – Dee sochchte unn sochchte unn konne nistst finnen. Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/ Wöhlbier (HA-Eim); Nu wußteje Jule, wu der Bulle zu fingen war ... Wäschke 61915,26; Rda.: ’n Lock finn’ ‘eine Lösungsmöglichkeit finden’ Wb-Altm* 62; hei kann kein Enne finnen CA-Fö; hei hat en Har inne efunnen ‘er hat einen Kritikpunkt an einer Sache gefunden’ Wb-We 156; dat wart sek schn finnen ‘das wird sich schon noch herausstellen’ Wb-Nharz 209; det is n jefunnes Fressen ‘das kommt gelegen’ ZE-Roß; Sprw.: Tau jeden Pott findt sek en Deckel. Vk-Harz 3,58; ’n blinn’ Duw’ finnt ook’n Ärft. Bewohner-Altm 1,329; Wenn’n Hund hauen will, find’n ok balle en Stock. Chr-Em 430. – 1b. in der Verbdg.: wat finden ‘stehlen’,  klauen. – 1c. ‘etw. vorfinden, antreffen’ – ik dacht ik fin’n Nest full Aia, nu want lta Döppe (leere Schalen) JE2-Scho. – 2. ‘in bestimmter Weise einschätzen, beurteilen, empfinden’ – tas finnich awwer kmisch von tn Wb-Be; ... die hadde nuh jarnischt dorrbei fingen kennen ... Heese 21919,88. – 3. ‘in bestimmter Weise erleben, erfahren’ – ... har öwer ook sin’n Spaß doran funnen ... Hausfr-Altm 1929,23 (STE-KlMö).
Lautf., Gram.: Inf.: find(e)n vereinz. Altm. elbostf., Krause 1964,93; finnen verstr. elbostf.; finn’n, finn’, [fi] verbr. nwaltm. nbrdb. n/mittleres mbrdb., ZE-Roß, verbr. elbostf., vereinz. BE (bes. jüngere Generation), Mda-Fuhne 109 (KÖ-KlPa – bes. jüngere Generation); fing(e)n, [fin] verstr. ZE, vereinz. s elbostf., verbr. omd. (bes. ältere und mittlere Generation); [fi] Mda-Fuhne 109 (verstr. mittleres/ö anhalt. – bes. jüngere Generation); 3. Sg. Präs.: finnt, find verstr. nd., Krause 1964,121; finget BA-Re, Richter o.J. 59; 1./3. Sg. Prät.: fund, funt Wb-Altm 260, Hausfr-Altm 1925,55 (Kredel), verstr. elbostf.; funn STE-Wa; fungk, funk Mda-Ro, Mda-Sti 53; [fug] DE-Ca; 1./3. Pl. Prät. und Part. Prät.: Stammvokal -u-, Verteilung von -nd-, -nn-, -ng- wie beim Inf.