Nachzehrer m. ‘Toter, der dem Volksglauben nach in seiner Gier nach Leben andere Menschen, bes. seine Angehörigen, in den Tod zieht’ – Volksgl.: Damit ein Verstorbener nicht zum N. werden kann, dürfen im Sarg weder Blumen oder Bänder noch Teile des Gewandes in seinen Mund gelangen, da er diese aufzehren würde und so die Kraft erhielte, durch sympathetischen Zauber den Angehörigen das Blut auszusaugen. Das Nachzehren kann nur beendet werden, indem dem Toten das Genick gebrochen oder ein Pfahl durch seine Brust getrieben wird. 1: Vk-Altm 267f., Kuhn 1843 Nr. 30 (um SA-Die), 2: Abergl-Altm 28.
1nsen Vb. 1. ‘niesen’ vereinz. – Volksgl.: Einmal Niesen schit wat, zweemal Niesen bedit wat. Sprw-Börde. Niest man mehrmals morgens auf nüchternen Magen, erfährt man an diesem Tag etw. Neues. Sprw-Börde, CA-Lö, Vk-Anhalta 338 (KÖ-Tre). Es kann auch bedeuten, dass sich Besuch einstellt (ZE-Cos) oder dass man ein Geschenk erhält. (BA-Fro). Vk-Anhalta 338. Niest jmd. am Sonntagmorgen, stirbt bald eine nahe stehende Person. Abergl-Altm 26. – 2. dass. wie  2 nseln, 1: SA-HLa, 2: STE-Osth, JE1-Grä.
Lautf.: niesen [-z-]; außerdem: nß(e)n, [ns()n] OST-Ko, ZE-Roß, Wb-Ak 121, Wb-Be; nissen SA-HLa. – Gram.: nus st. 3. Sg. Prät. DE-Ro.