Füllsel n., m. 1. ‘Füllung in gebratenem Geflügel’ 2: Wb-Altm 51. – 2. dass. wie  Fülls(en), 4: Serimunt 1929 Nr. 46, Vk-Anhalta 226 (KÖ), Mda-Fuhne 205 (verstr. ö DE).
Lautf.: Fillsel, [filsl] Serimunt 1929 Nr. 46, Mda-Fuhne 205 (DE-Kl); mit Dissimilation: Finzel, [finsl] Vk-Anhalta 226 (KÖ), Mda-Fuhne 205 (verstr. ö DE); Finsel Wb-Altm 51.
gn Vb. allg. (abweichende Verbreitung oder Häufigkeit wird bei den jeweiligen Bed. extra aufgeführt). – 1a. ‘sich zu Fuß fortbewegen’ – jocht mal uten Weg JE2-Hü; Un wie se nu so alle dreie jehn, fangt de Neering’n widder von de Schpukjeschichte ... an. Heimatkalender-Ze 1961,90 (ZE-Ze); goat up de Teien (Zehen) ZE-Mü; hai get doch tau diuknackich (gebückt) SA-Dä; ... un können nich mehr jrade jahen. Gesch-Un 44; Verbdg.: dat larnt jehn ‘es wird gelingen’ ZE-Roß; Rda.: w me geit un schteit ‘so, wie man gerade ist’ Wb-Nharz 55; He geit as d’ Flg in d’ Bottermelk. ‘Er hat einen schwerfälligen Gang.’ Wb-Altm* 72; Sprw.: dei langsam geit, kummt k Wb-We 37. – 1b. ‘sich (zu einem bestimmten Zweck, mit einer bestimmten Absicht) an einen bestimmten Ort, irgendwohin begeben’ – na Hs gn SA-Mol; ... un gung no de Kirchhofsecke ... Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi); amol war de Mutter ins Holz jejehn BA-Ha; jg m bain Flschor DE-Ca; danzen gn HA-Oh; Uff ’n Schwoof jehen ‘zum Tanz gehen’ Vk-Anhaltc 11 (BA-Ha); Ens woll Nanu moal jagt’n goah’n ... Matthies 1903,9; Rda.: ower’n Jordan gaan ‘verschwinden’ Wb-Holzl 94; t de Welt gn ‘sterben’ HA-Oh; ins Wasser jn ‘sich ertränken’ Wb-Ak 77; der jeit vor de Hunne ‘er stirbt’ JE2-Schm. – 1c. ‘regelmäßig besuchen’, auch ‘in einem bestimmten Bereich beruflich tä- tig werden’ – n’n mren gn Wb-Nharz 55; uf Arwt jn Wb-Ak 77; er “jeht bei de Ochsen” ‘er wird Ochsenknecht’ Serimunt 1932 Nr. 65; ik wett noch ganz genau, wie ick datt erste Joahr nah Schaule junk HA-Eim; die Dierns gingen früher alle Ahnde spinnen JE2-Bu. – 2. bes. in Verbdg. mit Vb. wie liggen, sitten, stn eine Bewegung auf einen anderen Zustand hin bezeichnend, 2: vereinz. Altm. – gao sitt’n! ‘setz dich hin!’ Wb-Altm 62; In’n Anfang dänn ging d’ Spök still an d’ Dör staohn ... Pohlmann 1905 ff.,125 (OST-GrRo). – 3a. ‘einen Ort verlassen, weggehen’ – wiste schont jehen? DE-Ho; denne kann’k ja wer gn HA-Oh; Rda.: einen gn lten ‘einen Darmwind entweichen lassen’ a.a.O.; d gans wil ek gn lten ‘die Gans soll zur Zucht gehen’ Wb-Nharz 55. – 3b. ‘ein Dienstverhältnis beenden, aufgeben’ – uten Deinst gohn GA-Beh. – 4. ‘sich lösen, abfallen’ – Rda.: aus en Leim jn Wb-Ak 77. – 5. ‘sich an etw. zu schaffen machen’, bes. um unerlaubt etw. zu entwenden – an wat nich jehn ZE-Roß. – 6. ‘in einer bestimmten Weise gekleidet sein’ – nietmodisch soll se gahn wie ne Eddelfrue HA-Bo. – 7. ‘mit jmdm. ein Liebesverhältnis haben’ – mit eene jehn ZE-Roß; hast du denn diene Öldern schon e seggt, dat du mit mick geihst? HA-Bo. – 8. ‘trächtig sein’, von Tieren, 3: vereinz. w elbostf. – de Kau geit noch feier Wochen ‘in vier Wochen wird die Kuh kalben’ HA-Oh. – 9a. ‘sich durch etw. hindurch bewegen’ – Rda.: dorch de lappen gn ‘sich entgehen lassen’ Mda-Weg 105; De Kunne von Greitchens Dod war wie’n Loopfüer dorch’t lütge Dörp e gahn; ... Rauch 1929,66; dat mott’k mik mal dorch’n Kopp gn lten HA-Oh. – 9b. ‘in Bewegung sein, sich bewegen’ – de Wint geit wer de Hwersteppel a.a.O.; in’n Wind jn ld’n ‘das Steuer so drehen, dass das Segel mehr Wind fasst’, Schifferspr., Elbschifferspr. 356 (JE2-Mi). – 9c. ‘in Betrieb sein, funktionieren’ – Rda.: geiht et denn, oder knipt de Hose? (auch Bezug zu 10a. möglich) Sprw-Börde; Rätsel (auch mit Bezug zu 1a.): wat geit un geit un kümmp nich wer? – die Uhr, STE-Wa. – 9d. ‘aufgehen, treiben’, vom Hefeteig,  upgnmn Dch jait all JE2-Scho; der Deich is scheen ejehn CA-Gli. – 10a. ‘(in bestimmter Weise) vonstatten gehen, ablaufen’, auch ‘gelingen’ – dat geit swer HA-Oh; ..., düttmal hat’t noch gut ’egahn ... Lindauc o.J. 17; t wier doch janz hibsch jejehn ZE-Hu; ... kann doch nischt schief jehn. Krause 1964,18; Rda.: Et gait wi an’n Bimmfa’mt etreckt. ‘Es geht sehr gut, ohne Probleme.’ Wb-Holzl 36; dat jeht wie’s Brezelbacken dass., Vk-Anhalta 69; Sprw.: Wat nich will gahn, Lat schtahn! Vk-Harz 3,60. – 10b. ‘sich in bestimmter Weise entwickeln’, bes. von Geschäften – Wie jeht denn eier Laden? ZE-Roß. – 11. unpers. ‘ergehen’ – Mäi is dät ok so gohn. Hausfr-Altm 1927,41 (STE-Ber); Die jehts wo wie’n Harr Kanter seine? Wäschke 61915,103. – 12a. ‘sich machen lassen, möglich sein’ – Dat geiht doch nich, Vaoder ... Heimatkalender-Ma 1931,85 (Altm.); Rda.: ’t geiht woll, äöwert’ geiht nich. ‘Es ist zwar theoretisch möglich, aber praktisch nicht durchführbar.’ Bewohner-Altm 1,334. – 12b. ‘einigermaßen akzeptabel, erträglich sein’ – ’s Himne jt noch ‘das Hemd kann noch getragen werden’ Wb-Ak 77. – 13. ‘sich erstrecken, reichen’ – de rok geit bis op de kn Wb-Nharz 55. – 14. ‘in etw. passen, Platz, Raum finden’ – dr Korb jt nich mr in dn Sack Wb-Ak 77; Sprw.: gedüllich Schaop gaon fae (viele) in ’n Schtall SA-Dä. – 15. ‘eine bestimmte Richtung haben, in einer bestimmten Richtung verlaufen’ – d geit kein Wch HA-Oh; Von da jeht de Schossee linksch raus nah Tornau ... Heese 21919,33. – 16. ‘sich einem bestimmten Zeitpunkt nä- hern’ – et geit op achte Wb-Nharz 55; Dat is nu Nacht, geiht stark op Oelwe ... Klaus 1936,28. – 17. ‘sich in einem bestimmten Zustand befinden’ – w (wie) geit et? Wb-Nharz 55. – 18. ‘den Vorrang haben’ – Rda.: Geit doch nicks äöw’r de Rännlichkeit! seggt jenn’ Fru, un kert all Sündag Morgen är Hemm’ ümm. Wb-Altm 172; Sprw.: Nahwerschaft geiht vör Vadderschaft. Bewohner-Altm 2,20. – 19. ‘sich nach jmdm., etw. richten’ – dn geit et nich HA-Oh.
Lautf., Gram.: Inf.: gahn, gaan, j-, [gn], [jn] vereinz. w mbrdb., verbr. elbostf. (außer sö, dort verstr.), CA-Lö; gaen, gen, j- WA-Ste, WE-Oster, BLA-Brau; gahen, j- JE1-Walt, HA-Ro, vereinz. mittleres elbostf., WE-Velt, vereinz. n CA; g(a)ohn, goahn, j-, [gn], [jn], [--] verbr. nwaltm. nbrdb., verstr. JE1, ZE-Gri, verstr. elbostf., QUE-Frie; [gn] SA-Ah Rist; gaohen CALV-Uth, STE-Sto; [gon] verstr. n nwaltm.; goa(h)n, j-, [jan], [jan] verbr. n/mittleres mbrdb., vereinz. n/mittleres ZE; gehen, j- JE1-Schor Wö, vereinz. ZE, QUE-We, BE-KlMü, vereinz. omd.; gehn, j- JE1-Pa Wö, verbr. ZE, WE-Schau, verstr. sö elbostf., verbr. omd.; jaen Mda-Sti 26; [jn] veralt. Mda-Fuhne 75 (vereinz. s KÖ); 3. Sg. Präs.: gei(h)t, -ai-, j- [gait], [jait] vereinz. nwaltm., verstr. w Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1 elbostf. (außer sö, dort vereinz.); [gäit], [jäit] OST-Bi, vereinz. mittlere Altm.; [get] verstr. n nwaltm.; gaht, gaat, j- ZE-Li, vereinz. w elbostf., QUE-Di; g(a)oht, j- vereinz. w SA, WO-El; goat, [jat] vereinz. ZE; [jast] 2. Sg. Präs. Dialekt-Ma 12 (vereinz. sw JE1, ZE-Göd); geht, j-, [jt] verstr. ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. omd.; gäht, j-, [gt], [jt] SA-Fa Jah Jü, vereinz. ö SA, OST-Ar, GA-Fau Ku; [jit] Nd-KlWu 24; Imp. Sg.: ga(h), j- verstr. elbostf.; gao(h), j- vereinz. Altm. elbostf.; gaach, gch vereinz. w elbostf.; gaoch OSCH-Har, QUE-Di; joch JE2-Jer Ni Za, verstr. JE1, QUE-Wa; [j] Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA), BE-Gü; jk, [jk], [jg] ZE-Roß, verbr. omd.; [jg] veralt. vereinz. s KÖ; 1./3. Sg. Prät./1./3. Pl. Prät.: ging, -nk, j-, [gik], [jik]/gingen, j-, [gin], [jin] (nwaltm., Altm.: [gi], [ji]) verstr. nwaltm., verbr. Altm. JE2 JE1, verstr. ZE, verbr. elbostf. omd. (bes. ZE elbostf. omd. neben älteren u-Formen); ging, [gi], [ji]/ verstr. nwaltm.; güng 1./3. Sg. Prät. Wb-Altm 61; gung, -k, j-, [guk], [juk]/gungen, j-, [gun], [jun] Wb-Altm 61, vereinz. n SA, STE-GrMö, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), verstr. ZE, verbr. elbostf., verstr. omd. (bes. ZE elbostf. anhalt. neben jüngeren i-Formen); 3. Pl. Prät.: junken BLA-Be; gangen DE-Lin; junkten Vk-Harz 3,24 (BLA-Be), BLA-Hü; jinkt 3. Sg. Prät. GA-Wern; Part. Prät.: egahn, -gaan, -j- verstr. elbostf.; egen BLA-Brau; g(a)ohn, j- verstr. nwaltm. Altm.; e-, [jn] JE2-Scho, OSCH-Har, QUE-Di; degn WA-HDo; [gaon] SA-Dä; ejoahn, [jan] JE2-GrWu, ZE-Göd; [j-] Mda-Ze (ZE-Reu Stre); ejehn CA-Gli Pö; je- verstr. ö ZE, vereinz. n CA, verstr. nthür.; -jangen, [jjan] Mda-Ze (ZE-Roß), verstr. anhalt.
Gang m. 1. verstr. – a. ‘Art und Weise des Gehens’ – ... met trippligen Gang. Pohlmann 1905,13; en scheiben jank hebben Wb-Nharz 56; ’n Jank n kennte’s deine Mutter sin. Wb-Ak 75. – b. ‘das Gehen auf einer bestimmten Strecke mit einem bestimmten Ziel’ – et is ein Jank (Weg) HA-Oh; ... un sette öhr’n Gang foort. Rauch 1929,64; Denn moakens bei Gesang Sick ganz fröh uppen Gang. Francke 1904,26; Rda.: dae geit keinen Jang wedder ‘er wird bald sterben’ BLA-Brau. – 2. ‘ununterbrochene Bewegung’, bes. ‘Laufen einer Apparatur, Maschine’, auch ‘Ablauf, Verlauf’, vorw. in festen Verbdg., verstr. – de Maschne in’n Jank bringen HA-Oh; ’n Kn in Jang schben ‘den Kahn in Fahrt bringen’ Elbschifferspr. 354 (STE-Tan); ... ’s soll jetzt in’n Jank kummen ... Richter o.J. 87; ek kriet nich tau Gange BLA-Brau; in Jange sinn ‘schon munter oder bei der Arbeit sein’ ZE-Roß; ... dät allens sienen Gang geiht. Ehlies 1960b 298; Rda.: Einen op’n Jang bringen ‘jmdn. fortjagen’ Sprw-Harzvorlf 22; de K is jants schn in Jange ‘die Kuh ist gut genährt’ JE2-Scho; is im Gange ‘ist betrunken’,  dn, WO-San. – 3. ‘überdachter oder umschlossener Weg’, bes. ‘enger Gang zwischen Häusern und Gehöften’,  Gatze, verstr. – ... de Gänge wor’n hellisch eng ... Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi); Ich hawwe’n Jank gescheiert. Wb-Ak 75. – 4. ‘Hausflur, Raum hinter der Haustür’, bes. im Obergeschoss eines Gebäudes,  Hsflr (n.Z.), 3: verstr. elbostf., 4: Serimunt 1929 Nr. 46 – oppm Jange QUE-Di. – 5. ‘die einzelnen Teile der Seitenwände des Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 122 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 122 (CA-Ak). – 6. ‘Anzahl von 20 Fäden im Gewebe’ 2: Wb-Altm 60.
Lautf.: Gang, J-, [ga], [ja]; außerdem: Gank, J- verstr. elbostf. anhalt. ([jag]); jnk Mda-Sti 9.
Geschichte f. verstr. 1. ‘Erzählung, Schilderung’ – schnurrig Geschicht SA-Wa; ne kleine Jeschichte vertell’ JE2-Gü; Unse Lehre vorzählt uns efterschmals scheene Jeschichtn. Spr-Asch 25; Dunnemals, wu die Jeschichte anfänget ... Wäschke 61920,1; Verbdg.: “De biwelsche Jeschichte” ‘Religionsbuch’ Serimunt 1932 Nr. 65. – 2. ‘Ereignis, (unangenehme) Sache, Angelegenheit’ – dat is ne dumme Jeschichte HA-Oh; ... zu frahn, wie hä ewwer die Jeschichte dächte. Heese 21919,11; Rda.: Jeschichten machen ‘sich widerspenstig zeigen’ ZE-Roß; ... wat make Je denn vor Jeschichten ... zu einem Kranken, Wedde 1938,72; dat is ne schöne Geschichte iron. ‘das ist schlimm’ Wb-We 39. – 3. verhüllend für Gegenstände und Vorgänge, die nicht benannt werden sollen, bes. für die Menstruation der Frau.
Lautf.: Geschichte, J-; außerdem: Geschicht, J- vereinz. nwaltm. n/mittlere Altm.
Gwel m. ‘Giebel’ verbr. – dat Lleof (Efeu) rangkt an Gaew heoch SA-Dä; das Haus schdd midden Jewwel n de Schdrße DE-Ca; Wenn die Mauer ... ’s Haus fartig han, denn hats mehrscht vier Wänne un ßwee Jewwel. Serimunt 1929 Nr. 46; Wetterregel: wenn de Sunne de Jewwel belickt, wert schn Wdr Beiträge-Nd 64 (WO-HWa); schient de Sunne gegen Gebbel, lept et morgen ut’en Stebbel JE1-Ran.
Lautf.: [jvl] STE-Buch; Gäw(e)l, J-, [gv()l], [jv()l] verbr. nbrdb. (außer OST, dort nur OST-Dü Ko und außer s Rand); [gv], [gvo] vereinz. w/mittleres nwaltm.; [jvo] verstr. ö/s nwaltm.; [gbl], [jbl] verstr. OST, vereinz. n STE; [gäiv], [gäivo] vereinz. n nwaltm.; [gaew] SA-Dä; [jav()l] verstr. mbrdb.; [gvl] GA-Ku; [jv()l] verstr. JE2 JE1; [gv] SA-Fa; [jv] SA-Jü; Geww(e)l, J-, [jev()l] vereinz. s Altm., Dialekt-Ma 9 (vereinz. w JE1), Mda-Ze (ZE-Gro), ZE-Roß, verbr. elbostf. anhalt. (au- ßer w BE); [gevo] SA-Hö; Gebbel, J- vereinz. elbostf.; Gäwwel, J-, [gvl], [jvl] Brauch-wAltm 87 (SA-Han), vereinz. s Altm., WA-GrOt, Mda-Ro, Mda-Sti 5; [jiw()l] Mda-Ze (ZE-Roß), Wb-Be, Dialektgeogr-Elbe/Saale Kt. 14 (verbr. BE mittleres DE); Jibbel QUE-GrSchie.
Gurke f. 1. PflN wie Standardspr., auch die Frucht, verbr. – Da wassn Kol un Gurk in d’ Wett. Kredel 1927,76; Ich hawwe anne Man’l Jurreken injelt. Wb-Ak 82; Ne sure Jurke wörr nich slecht. Gorges 1938,62; Rätsel: Watt vör’n Unnerschd iss zwischen zwei mal zwei iss vier, un ingemaokten Gurken? – ausgemacht und eingemacht, Wb-Altm 273. – Fast in jedem Haushalt wurden G. sauer eingelegt und in Steingutbehältern bis zum Frühjahr aufbewahrt. Gegessen wurden sie zu jeder Mahlzeit, bes. zu Stippe, Bratkartoffeln oder Grützwurst. Essen-nwAltm 20. – Volksgl.: Wänn d Jrkng blind blin, mütt Fraue, dan Krm (Regel) hett, dachjn, dänn jefft föäl Jrkng. JE2-Scho. Stellt man einen alten Schuh in den Garten, hat man ebenfalls eine gute Gurkenernte zu erwarten. Wb-Ak 82.  Jütschke; scherzh.: Bettlerwurst Gärtnerslacke Gärtnerworst Kakau Kalbe; Gurkenart: Klettergurke. – 2. ‘(große) Nase’, abw., 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Serimunt 1930 Nr. 82, Wb-Be – hei het ne re Gurke HA-Oh.
Lautf., Gram.: Gurke, J-, [jurk] (s. Altm., JE2: [grk], [jrk], [jrk], anhalt.: [jurg] neben [jrg]) verbr. s Altm. n/mittleres JE2, verstr. mbrdb., verbr. n elbostf. WA, verstr. OSCH s elbostf., BA-Gü, verbr. anhalt.; Gurk, Jurk (nwaltm., nw OST, nö GA: [gk], [jk], mittlere/ö Altm.: [jrk]) verbr. nwaltm. Altm. (außer s Rand), JE2-Kam; Gurgen, J- Pl. SA-Ra, OST-Schö Spä; Guik SA-Ah KlGe Sta; [guik] SA-Rist; Gurreke, J- OSCH-Har, WE-Elb Wa, Wb-Ak 82; Gorke, J-, [jork] JE1-Bü Pre, ZE-Roß Ze, vereinz. w elbostf. n CA omd.; Kurke vereinz. s elbostf. (außer n CA), Mda-Sti 52, QUE-Frie, DE-Que; Kurreke BLA-Ha, QUE-Di; Korke BA-Neu Sip; Hurke HA-Oh, Wb-Holzl 114 (HA-Wa), vereinz. n/w OSCH, WE-Wa; Horke OSCH-Ham; Jürke JE1-Stei Zi, WA-Sche; [jrk] GA-Le; Jürken Pl. JE2-KlWul; Jörke JE2-HSe; Järken Pl. JE2-Mö. – Etym.: die mnd. Formen augurke, agurke (vgl. HWb-Mnd 1,129) sind aus dem Slaw. entlehnt, zu altpoln. ogurek, russ. ogrok, tsch. okurka, die auf mgriech. ágovros ‘unreif’ zurückgehen, vgl. Kluge 242002,378, ausf. s. Eichler 1965,43, Bellmann 1971,97 ff.
gursch Interj. von einem klatschenden, schallenden Geräusch, das bes. beim Aufschlagen von etw./jmdm. entsteht, 3: Wb-Nharz 66, Spr-Asch 43, 4: Serimunt 1932 Nr. 65.
Lautf.: gursch, j-.
Hals m. 1. ‘Körperteil des Menschen und bestimmter Säugetiere, der Rumpf und Kopf miteinander verbindet’, auch ‘Genick’ allg. – sek en hals brken Wb-Nharz 68; Rda.: ewwer Hals un Kopp ‘überstürzt, in großer Eile’ Sprw-Börde; et geit um Hals un Kopp ‘es geht ums das Leben, um die gesamte Existenz’ CA-Fö; dat is jo kein hals aff ‘das ist nicht so gefährlich’ Id-Quea 156; en Hals ummedreien ‘zugrunde richten, ruinieren’ Sprw-Börde; en Hals afschnien ‘übervorteilen, betrügen’ Sprw-Börde; einen ewer’n Hals kommen ‘zu ungelegener Zeit kommen, belästigen’ BLA-Ca; von Halse schaffen ‘sich von Mühen, Unbequemlichkeiten freimachen, sich eines lästigen Menschen entledigen’ Sprw-Börde; de len einen op en Halse ‘sie verursachen jmdm. Mühe und Kosten’ CA-Fö; sei sin sich um en’ Hals efall’n ‘sie haben sich umarmt, versöhnt’ CA-Fö; Sprik dek nist öwer’n HalsMahnung zu Vorsicht und Zurückhaltung im Gespräch, Sprw-Harzvorlg 254; en lanken hals mken ‘neugierig hinterhersehen’ Wb-Nharz 68; Sprw.: nu, datt de Hals aff iss, nu will’r kreien ‘wenn es zu spät ist, will man sich bessern’ Wb-Altm 276. – 2a. ‘der Rachenraum mit Kehlkopf, Luft- und Speiseröhre als Sitz der Atem- und Stimmwege’ allg. – Rda.: an schlimm Hals ‘Halsentzündung’ Serimunt 1930 Nr. 82; ich hawwe’s in Hals ‘ich habe eine Halsentzündung’ Wb-Ak 64; ein taun Halse rut hängen ‘bei jmdm. Widerwillen, Abneigung hervorrufen’ Sprw-Börde; de Lüe nischt in’n Hals hängen ‘nichts bekannt werden lassen’ Sprw-Börde; öhne steiht dä Hals wiet open ‘er bekommt nie genug’ OSCH-Ba; dae kan’n Hals k nich ful krjen dass., BLA-Brau; er kreit ‘n Hals nich vull wie anne Schtoppjans dass., Spr-Anhalt 168; En Hals opsparren ‘laut sprechen, schreien’ Sprw-Harzvorld 382; hei hat den Hals wiet operetten dass., CA-Fö; wenn dr doch m sei’n jrßen Hals h’l worre! ‘wenn er schweigen, sich zurückhalten wollte!’ Wb-Ak 64; se lacht ut vulln Hals SA-Sa; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Sprw.: de K melkt dörch’n Hals ‘der Milchertrag hängt von der Fütterung ab’ Wb-Altm 278. – 2b. in der Rda.: in falschen/sünndagschen/unrechten/verkrten Hals kmen/krgen ‘sich beim Trinken verschlucken’,  verslken, 2: verstr. Altm. – 3. ‘Flaschenhals’ 3: Wb-Nharz 68. – 4. ‘Tülle der Gießkanne’ 1: SA-Die. – 5. ‘Ecken des Segels’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 191 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 191 (CA-Ak).
Lautf.: Hals; außerdem: [halts] Wb-Be; [hs] SA-Ah Dä; [haos] SA-Die. Zuss.: zu 1.: Kkel-, Kker-, Kk-, Lang-; zu 2a.: Kaff-; zu 5.: Ober-; sonstiges: Keller-.
Halsdk n. ‘Halstuch’ 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 36, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be, Serimunt 1931 Nr. 18 – dat Hsdauk höt wm ‘das Halstuch hält warm’ SA-Dä.
Lautf.: Halsdk Wb-Altm 36; -dauk vereinz. elbostf.; [hsdauk] SA-Dä; [haltstx] Wb-Be; Halstuk Serimunt 1931 Nr. 18.
häschern Vb. 1. ‘schreien, aufgeregt umherlaufen’ – brauchsd dich nich s dsu heschorn 4: DE-Ca. – 2. ‘durch Gerede jmdn. in Misskredit bringen’ 4: Wb-Be, Serimunt 1932 Nr. 65 – t sost toch nich immer heschern Wb-Be. – 3. ‘angeben’ 4: Wb-Be.
Lautf.: häschern Serimunt 1932 Nr. 65; [hern] Wb-Be; [hern] DE-Ca.