Kbold m. 1a. ‘zwergenhafter, meist helfender, auch zu Streichen aufgelegter Hausgeist’ 1: SA-Dä, 2: verstr. Altm. ZE, 3: Wb-Holzl 123 (HA-Eil, WA-See), Vk-Ask 379, Vk-Anhaltb50 (BA-Ge, BE-GrMü), 4: Vk-Anhalta 183, verstr. w anhalt., DE-Ca, Vk-Anhaltb 50 (DE-Re) – … de sa’n doch … von eene Familie, die hann’n Kowwelt, – der sitzt inne Küche … Wäschke 41919,78. – Volksgl.: Der K. kann vielerlei Gestalt annehmen, so die eines kleinen roten Männchens (Brauch-Anhalt 170 – KÖ-Wad), einer Katze (a.a.O. 170 – ZE-Bor, Vk-Anhaltb 50 – ZE-Mü), von Feuer (Beiträge-Altm 1,149, Brauch-Anhalt 170 – KÖ-Wad) oder eines hellen Streifens am Himmel (Brauch-Rie 750). Wenn jmd. aufgrund seines Fleißes und seiner Sparsamkeit zu Wohlstand gekommen ist, so heißt es von ihm, dass er einen K. habe (Beiträge-Altm 1,149, Wb-Altm 112). Der K. wohnt unter dem  kel (Wb-Altm 112), auch in einem Fass auf dem Boden (Brauch-Anhalt 171 – ZE-Bor, Vk-Anhaltb 50 – ZE-Mü), wo er etw. zu essen und zu trinken, meist Semmeln und Milch, bekommt. Wird dies ein einziges Mal vergessen, geht der K. unter Getöse aus dem Haus und lässt es in Flammen aufgehen (Wb-Altm 112). Manchmal unterscheidet man zwischen einem reich und einem arm machenden K. Letzteren wird man durch Räuchern mit neunerlei Holz wieder los (Brauch-Anhalt 170 – ZE-Bor). Bes. nützlich macht sich der K. in der Küche, weshalb behauptet wird, dass zumeist Frauen einen K. haben (Brauch-Anhalt 171). Auf Zuruf der Hausfrau ist er in der Lage, das Essen in kürzester Zeit zuzubereiten (Brauch-Rie 750f., Wb-Holzl 123, Wäschke 41919,78). Von den nicht immer lauteren Absichten des K. zeugen die Feuermale im Gesicht mancher Menschen, die von seinem Schlag herrühren sollen (Brauch-Anhalt 171 – ZE-Bor). Die Mutter lässt ihr Kind nur dann allein im Bett zurück, wenn sie zuvor ein Gesangbuch unter das Kopfkissen gelegt hat, um den K. am Vertauschen des Kindes gegen einen Wechselbalg zu hindern (Vk-Anhalta 139 – ZE-Na). Hat jmd. einen K., so kann er nicht sterben, es sei denn, jmd. anderes lässt sich bitten, den K. zu übernehmen (Brauch-Anhalt 171 – KÖ-Ho). Ein Verstorbener, der den K. hatte, soll mit dem Kopf voran hinausgetragen werden (Vk-Anhalta 183). – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 4: Mda-Fuhne 184 (KÖ-Lö, jüngere Generation). – 2a. ‘kleiner Mensch’,  Knirps, 3: Vk-Ask 106. –2b. ‘stets fröhlicher Mensch’, auch ‘munterer, lebhafter Junge’ 1: SA-Dä, 4: Wb-Ak 96, Spr-Anhalt 166, Wb-Be – t hast je woll an Kowwelt in’n Laiwe a.a.O. – 2c. ‘ungezogenes Kind’,  Lümmel, 2: JE2-Scho. – 2d. ‘tobender, Lärm hervorbringender Mensch’ 2: Wb-Altm 112. – 3. in der Verbdg.: ‘n Kowwelt han ‘übermütig sein und viel lachen’ 4: Wb-Ak 96. – 4a. ‘aus Holundermark gefertigtes Stehaufmännchen’ 2: Wb-Altm 112. – 4b. Würfelspiel, 4: Brauch-Anhalt 170. – 5. ‘Pflug ohne Fahrgestell’,  Plg – dän Kobold nm’m se tum Tüffeln anpljen 2: JE2-Scho.
Lautf., Gram.: Kobold, [kobolt] Beiträge-Altm 1,149, JE2-Scho, Brauch-Rie 750, JE1-Walt, Vk-Anhalta139, Vk-Anhaltb 50, Brauch-Anhalt 170f.; Kobolden Dat. Pl. Beiträge-Altm 1,148, STE-Ho; Kobbold, -t Wb-Altm 112, OST-Mech, Wb-Holzl 123; Koppolt Abergl-Ma 244; Kowwelt, [kowlt] Spr-Anhalt 166, Wb-Ak 96, Wb-Be, Wäschke 41919,78; [gowld] Mda-Fuhne 184 (KÖ-Lö, jüngere Generation), DE-Ca; [kobd] SA-Dä; [kowwl]Vk-Ask 106 und 379; Kubbelt SA-NFe Pre, OST-Kau. Zuss.: zu 2b.: Lach-; sonstiges: Mai-.
2köddern Vb. 1. ‘stochern’ 2: ZE-Kö Roß, 4: DE-Ca – keddere ma in’n Ausjuß, där scheint vorrstoppt zu sinn ZE-Roß; Zus.: gellere nich inne Hunnehidde rum! DE-Ca. – 2. ‘sticheln, jmdn. mit Worten reizen’ 2: ZE-Roß, 4: Mda-Fuhne 32 (DE-Ca) – wenn sich die zwee bei de Haare hann, denn steht e dorrnäm un keddert noch … ZE-Roß.
Lautf.: [kedrn] ZE-Roß; [ktrn] ZE-Kö; [gelrn] Mda-Fuhne 32 (DE-Ca). – Etym.: zu ndl. koteren ‘mit einer Stange stochern’ mit Nbf. keuteren, vgl. Kieser in Nd.Kbl. 90 (1983), S. 22; bei (2.) ist auch Zush. zu  1köddern denkbar, vgl. Mda-Fuhne 32.
Klhft n. dass. wie  1Klkopp, 3: OSCH-Ba (veralt.), WE-Dar Strö, Wb-We 72, 4: Wb-Ak 94 (s KÖ/DE), Mda-Fuhne 175 (KÖ-Il).
Lautf.: Klhöwed, Kohlhöwet(t) OSCH-Ba (veralt.), WE-Dar Strö, Wb-We 72; Klht Wb-Ak 94 (s KÖ/DE); [glhd] Mda-Fuhne 175 (KÖ-Il).
Kolwen m. 1. ‘Kolben’ 4: Wb-Be, Mda-Fuhne 16 (DE-Ca). – 2a. ‘(große, unförmige) Nase’, scherzh., 3: Klaus 1936,48, 4: Wb-Be, Mda-Fuhne 16 (DE-Ca) – Mit öhren Kolben peekeblau, Mit Näsenlöckern wie ne Kauh … Klaus 1936,48. – 2b. in der Verbdg.: der große Kulm ‘große Zehe’,  2Tn, 2: ZE-Mü. – 3. ‘Ende der Peitschenschnur’,  Ptschensnr, 4: BE-Ge.
Lautf.: Kolben Klaus 1936,48, BE-Ge; [gol] Mda-Fuhne 16 (DE-Ca); [kol], [kul] Wb-Be; Kulm ZE-Mü. Zuss.: zu 2a., sonstiges: Lt-.
Kpe f. 1. ‘großes Fass für Wasser oder Jauche’, z.T. mit Rädern versehen, auch unter Einschluss des gesamten Wagengestells, 3: verstr. w/s elbostf., 4: Wb-Ak 100, verstr. BE, Mda-Fuhne 90 (verstr. n KÖ w DE) – … item Harmen Smede I sch. vor de erste kope wassers als Hans Kocks hus brande; … 1497 Baurdinge-Que 7. – 2. ‘Fass mit zwei Henkeln’,  Tubbe(n), 2: JE1-Mö.
Lautf., Gram.: Kaupe, [kaup] verstr. w/s elbostf.; Kaupen Pl. Spr-Asch 40; Kupe, Kpe Wb-Ak 100, Wb-Be, BE-Gü; [gb] verstr. BE, Mda-Fuhne 90 (verstr. n KÖ w DE); Kuf JE1-Mö.
Kopfgucke f. ‘Kopftuch’ 2: ZE-Roß, 4: Serimunt 1931 Nr. 18, Mda-Fuhne 33 (DE-Ca), DE-Schie.
Lautf.: Koppkuke, -kke, [kopkk] ZE-Roß, Serimunt 1931 Nr. 18, DE-Schie; [gobgg] Mda-Fuhne 33 (DE-Ca).
Köpper m. 1. ‘Kopfsprung’ 3: BE-Gü, 4: Mda-Fuhne 17 (DE-Ca). – 2. ‘spatenartiges Gerät zum Abtrennen des Rübenkopfs und der Blätter’ 3: BE-Gü, 4: vereinz. w BE.
Lautf.: Köppert BE-Gü; [gebr] vereinz. w BE; [gebrd] Mda-Fuhne 17 (DE-Ca).
Kwen m. ‘(kleiner) Stall, Verschlag für Vieh’, bes. für Schweine, 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 97, Id-Altm, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 163, Wb-Ak 95, Mda-Fuhne 17 (DE-Ca) – Mr han zw Schweine uffen K’m. Wb-Ak 95; … dy scal synen kouen setten dre foyte van deme twischeltuone … 1381, WeteB-Calbea 45.
Lautf.: kwnVk-Ask 185; Kb’n, kb’n HA-Bee, Mda-Sti 163; Kbm HA-Uep; Km’n HA-Oh; Ko’m, K’m Wb-Holzl 124, Wb-Ak 95; [g] Mda-Fuhne 17 (DE-Ca); [keb] Id-Eilsa 73; Kwen Id-Altm; Kaob’n Wb-Altm 97; [km] SA-Rist; Kowe Wb-We 73; Kuffe Wb-We 76. Zuss.: Hühnerkoben, Ndel-.
Krabbe f., vorw. im Pl. dass. wie  Krabte, auch ‘ungezogenes, aufsässiges Kind’,  Lümmel, 1: SA-Dä Sla, 2: vereinz. Altm., JE1-Ziep, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 97, Wb-Be, Mda-Fuhne 31 (DE-Ca) – en Hupen Kramm OSCH-Osch; oh, diene Kramm’m sünd awer gut in Jange HA-Bee; … denn de Kramm’n harr’n ja ok de gruleerigsten Geschichten von den Rattenfenger vortellt. Rauch 1929,173; Wat hei dänn nich sülwst ‘n ät, dät nämmt hei för de Krabben met. Bewohner-Altm 1,347.
Lautf., Gram.: Krabbe vereinz. s elbostf.; Krabb, [krab] SA-Dä, Wb-Altm 114; Krawwe, krawe ZE-Roß, verstr. elbostf., Wb-Ak 97, Wb-Be; [graw] Mda-Fuhne 31 (DE-Ca); Kramme, [kram] HA-Erx, CA-Ak; Pl.: Krabb(e)n SA-Sla, vereinz. Altm., JE1-Plö Ziep, verstr. n/mittleres elbostf., CA-Wer; Krabbm WA-See; Krawwen Wb-Holzl 126, OSCH-Di, QUE-Hau; Krappen OST-Wal; Kramm(e)n, Kramm, Kram’m vereinz. n/mittleres elbostf., Wb-Be; Krabbens OSCH-De, WE-La Strö; Kramms verstr. WE. Zus.: Mutz-.
Kramme f. ‘u-förmiger Haken mit zwei spitzen Enden, die eingeschlagen werden können’, bes. als Haken an Türen, vgl. 1Krampe, 2: vereinz. ö Altm. (außer n WO) JE2, verstr. mbrdb., 3: vereinz. w JE1, 4: Richter o.J. 20, Mda-Fuhne 141 (verstr. ö DE, z.T. veralt.) – d Kramme wät inne Pöäle rinnekloppt JE2-Scho.
Lautf.: Kramme, [kram] vereinz. JE2, verstr. mbrdb., vereinz. w JE1, Richter o.J. 20; Kramm, [kram] vereinz. ö Altm. (außer n WO); [gram] Mda-Fuhne 141 (verstr. ö DE). – Etym.: zu gleichbed. mnl. cramme, vgl. auch zur Verteilung von Kramme und  Krampe Teuchert 21972,262, Spr-Elbe/ Saale 147. Zus.: s-.