frisch Adj. 1. verstr. – a. ‘nicht alt, noch unverdorben’, von Lebensmitteln – frische eier Wb-Nharz 220; ... wu’s frische Worscht jab. Wäschke61915,101; ... frisch Plumenkauken mit Kaffee ... Ehlies 1960b 298; de Eppel helt sick lange frisch HA-Oh. – b. ‘unverbraucht’ – hal mal frisch Handwater her WO-Dru; ... un wie ich drau- ßen in de frische Luft war ... Heese 21919,21. – c. ‘erst kürzlich hergestellt, entstanden, bearbeitet’, auch ‘erst kürzlich gewaschen’ – an frisches Himne Wb-Ak 62; Dä is erst gistern frisch lackiert ... Klaus 1936,46. – d. ‘erst kürzlich geschehen’ – Rda.: öhne hettse op frischer Dat (bei Ausführung einer verbotenen Handlung) kreejen HA-Bee. – e. ‘erneut, neuerlich’ – fon frischen anfengen Wb-Nharz 220. – 2. ‘erfrischend’ 3: vereinz. elbostf. – dat smecket frisch OSCH-Ba. – 3. ‘kühl’ verstr. – haite isses frisch Wb-Be. – 4. subst. ‘stets feuchte Stelle im Acker’,  Springstde, 2: ZE-Ra. – 5. ‘ausgeruht, lebhaft, munter’ 3: vereinz. elbostf. – hai is frisch WE-Zi.
Frenslde Plt. ‘erwachsene weibl. Personen’, auch abw., 1: vereinz. nwaltm., 2: verstr. Altm., vereinz. JE2, Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze), 3: verbr. elbostf., 4: Richter o.J. 7 – Ick sah, wie de Frunslü öhre Snoppdäuker parat stoken. Lindauc o.J. 37; Un för dei Fraunslü erst weier dei Tüffelutkriegertied dei schönste Tied. Ehlies 1960b 298; De Frnsld, de Frnsld, de draog’n doch gaor to nüdlich, nüdlich, nüdlich Tüg. Ausdeutung des Rufs der Lerche, Wb-Altm 126; Sprw.: Hunne pissen un Fruunslüü weenen, wenn’s willen OST-Sta; Manche Fronslüd hebb’n Mul an’n Kopp, wo’n Müs’ un Ratten mit vergeb’n künn. Spr-Altm 15; de frnsle sint afktenkeppe, ble willen se sau, ble sau Wb-Nharz 4.
Lautf.: Fruenslüt SA-NFe; -lüe Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), vereinz. n/w/mittleres elbostf.; -lü’, [frnsl] JE2-Scho, Wb-Holzl 93; -liede, Frenslde WA-We, BLA-Brau; -liete Heimatgesch-Bad 52; -li’e vereinz. ö/s elbostf.; Frnsld Wb-Altm 58 und 126; Frunslüe Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim); Fru(u)nslü(ü), Frnsl OST-Gen Sta, vereinz. w elbostf.; Frnsle WA-Neu, Wb-We* 262; frnsl Wb-Nharz 220; Fronslüd Spr-Altm 15; [frousl] SA-Rist; Frauenslüe Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); -lü’ Bewohner-Altm 1,333, JE2-Gü; -leite Richter o.J. 7; Fraunslü(ü) Ehlies 1960b 298, vereinz. ö Altm.; Frau’nsleite Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze).
Fudder f. ‘(unmäßiges) Essen’ – Wenn dunnmaols dei Lü oabends naoh Hus keim’, denn ging erst dei Fudderei los. 1: Ehlies 1960b 298.
Gang m. 1. verstr. – a. ‘Art und Weise des Gehens’ – ... met trippligen Gang. Pohlmann 1905,13; en scheiben jank hebben Wb-Nharz 56; ’n Jank n kennte’s deine Mutter sin. Wb-Ak 75. – b. ‘das Gehen auf einer bestimmten Strecke mit einem bestimmten Ziel’ – et is ein Jank (Weg) HA-Oh; ... un sette öhr’n Gang foort. Rauch 1929,64; Denn moakens bei Gesang Sick ganz fröh uppen Gang. Francke 1904,26; Rda.: dae geit keinen Jang wedder ‘er wird bald sterben’ BLA-Brau. – 2. ‘ununterbrochene Bewegung’, bes. ‘Laufen einer Apparatur, Maschine’, auch ‘Ablauf, Verlauf’, vorw. in festen Verbdg., verstr. – de Maschne in’n Jank bringen HA-Oh; ’n Kn in Jang schben ‘den Kahn in Fahrt bringen’ Elbschifferspr. 354 (STE-Tan); ... ’s soll jetzt in’n Jank kummen ... Richter o.J. 87; ek kriet nich tau Gange BLA-Brau; in Jange sinn ‘schon munter oder bei der Arbeit sein’ ZE-Roß; ... dät allens sienen Gang geiht. Ehlies 1960b 298; Rda.: Einen op’n Jang bringen ‘jmdn. fortjagen’ Sprw-Harzvorlf 22; de K is jants schn in Jange ‘die Kuh ist gut genährt’ JE2-Scho; is im Gange ‘ist betrunken’,  dn, WO-San. – 3. ‘überdachter oder umschlossener Weg’, bes. ‘enger Gang zwischen Häusern und Gehöften’,  Gatze, verstr. – ... de Gänge wor’n hellisch eng ... Heimatkalender-Je 1923,101 (JE2-Fi); Ich hawwe’n Jank gescheiert. Wb-Ak 75. – 4. ‘Hausflur, Raum hinter der Haustür’, bes. im Obergeschoss eines Gebäudes,  Hsflr (n.Z.), 3: verstr. elbostf., 4: Serimunt 1929 Nr. 46 – oppm Jange QUE-Di. – 5. ‘die einzelnen Teile der Seitenwände des Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 122 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 122 (CA-Ak). – 6. ‘Anzahl von 20 Fäden im Gewebe’ 2: Wb-Altm 60.
Lautf.: Gang, J-, [ga], [ja]; außerdem: Gank, J- verstr. elbostf. anhalt. ([jag]); jnk Mda-Sti 9.
Gramm(e) n., m., f. ‘der zweite Grasschnitt’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. w/mittlere/s Altm., 3: verbr. elbostf. (außer sö, dort nur vereinz.) – de eerste Snitt wart Heu, de tweite Gramme HA-Bee; Wenn dei Gramm rin is, denn geiht dät Tüffelnutkriegen los. Ehlies 1960b 297.  Grammet Grumm(e) Grummet Ngras Nmd Schur.
Lautf., Gram.: Gramme, J-, [gram], [jram] f. verbr. s Altm. elbostf. (außer sö, dort vereinz.); Gramm, J-, [gram], [jram] verbr. nwaltm. w/mittlere Altm., vereinz. sö Altm.; [ram] vereinz. mittleres SA, GA-Fau; endungslose Formen: n. belegt: vereinz. nwaltm., verstr. w/mittlere Altm.; f. belegt: vereinz. sö Altm.; m. belegt: vereinz. w/mittlere Altm.; f. oder m. (nur Angabe d. nd. Form d. best. Art.): verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; Grammen Pl. OSCH-De; Gremme f. GA-Wa.
Grtber m. ‘Bauer mit großem Besitz an Land (und Vieh), Großbauer’ 1: Ehlies 1960b 298, 2: Heimatkalender-Ma 1932,48 (JE2-Vie), 4: Krause 1964,72 – ... da dientn in Johnz (ON Jonitz) bei an Jroßbauern zwee Mächns. a.a.O. 72.
Lautf., Gram.: Grotbuern Dat./Akk. Sg. Ehlies 1960b 298; Grotbure Dat./Akk. Pl. Heimatkalender-Ma 1932,48 (JE2-Vie); Jroßbauern Dat./Akk. Sg. Krause 1964,72.