hebben Vb. allg. 1a. ‘etw. besitzen, über etw. verfü- gen’, auch in Bezug auf Personen – wr well denn dat hem’n? HA-Oh; Hejje denn noch Äppel in’ Kelder? Wedde 1938,72; ik hew keene Tied ZE-Steu; Hai harre mit sne Fr … ain ainzich Kind, ainen Snen. Tiedge 1954,39; unse Sau het jans schne Frkng hat JE2-Scho; Rda.: hat nist, jifft nist HA-Oh; wecker hett, de hett STE-Ba; Sprw.: wat ek hewwe, dat wett ek, wat ek kre, dat mott’n erst sin Wb-We* 213; wr alles hebben will, kriggt nischt Wb-We 48; hebben is wis – krien is mis Sprw-Börde; Hebb’n iss bt’r ass krg’n. Wb-Altm 116; Rätsel:Hätt ich gleich die ganze Welt,
Alles Silber, alles Geld,
Grade Glieder, gesunden Leib,
Und dazu ein hübsches Weib,
Erd und Himmel auch dabei,
Wüßt ich doch, was besser sei
.
– ‘haben’ ist besser als ‘hätt ich’ Lieder-Ma Nr. 487 (WO-Ol).
– 1b. ‘zum Ehemann, zur Ehefrau haben’ – Dr hat Schulzen Lschen. Wb-Ak 64. – 1c. ‘bekommen, erhalten’ – da könnt se Dank hem’m! Wb-Holzl 103. – 1d. ‘befallen sein, ergriffen sein’ – d Hund harrn Holtbuk JE2-Scho; n’ Rappel hem’n HA-Oh; Rda.: Ich hawwe Hunger w son Frd Wb-Ak 72. – 2. in refl. Verbdg. – a. ‘sich übermäßig aufregen, viel Aufhebens machen, sich zieren’ – hawwe dich man niche! zu einem verweichlichten Menschen, Spr-Anhalt 170; r kennt eich was han! Wb-Ak 64; sek ewel hebben Wb-Nharz 72. – b. ‘sich benehmen, betragen’ – wu hätt sich de Jung’ ‘wie beträgt sich der Sohn’ Wb-Altm 78; w het sek dat prt Wb-Nharz 72. – 3. in Verbdg. mit einem Adj.: dor hads ailich verstr. anhalt. – 4. in Verbdg. mit können ‘ertragen, leiden, dulden’ – ek kan sau wat nich hebben Wb-Nharz 73. – 5. in Verbdg. mit Inf. und zubei Verneinung ‘dürfen, berechtigt sein’ – hei hatt d nist te daun HA-Oh; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 6. in Verbdg. mit einem Adv. – de Lü’ het te wennich drower ‘machen sich nichts daraus’ Wb-Holzl 103 (HA-Eil). – 7. in Verbdg. mit einer Präpositionalgruppe – dat het nischt op sek, dat d kimpt ‘er kommt gewiss nicht’ Wb-Nharz 72; et an sick hem’m ‘die Gewohnheit haben’ Wb-Holzl 103; Der hat’s mits Harze, mit de Niern, mit de Lunge ‘er ist erkrankt, leidet an etw.’ CA-Sta; sek b’n koppe hebben ‘sich streiten, zanken Wb-Nharz 72. – 8. temporales Hilfsverb zur Bildung von Perfekt und Plusquamperfekt in Verbdg. mit dem Part. Prät. – ek hebbe mek efreuet WE-Dee; ich hawwe mich das so in mein Dumm jedacht CA-Sta; bitken hat noch öwer bläbn SA-Ost; ‘s Wasser hat jewaksen (ist gestiegen) Wb-Ak 64; w ich uffen Rein jefrn hawwe Schifferspr., Wb-Ak 64; … de har Ju doch up Ju lang Stück to wiet plögt. Firmenich 1854,124 (Harzv.). – 9. in Verbdg. mit haste ‘eilig, überstürzt, sehr schnell’ – haste-nich-wutte-nich Wb-We 47; hast du nich, sst du nich Wb-Altm 75; hestenichesein Wb-Nharz 78; hastewaskannste Wb-Ak 66.
Lautf.: hebben, hebm, hemm, hem’n verbr. nd. (außer ZE); [hn] verstr. ZE; hän verstr. ZE; [hn] JE1-Güt Schor, ZE-Brä; han ZE-Roß, CA-Pö We, vereinz. anhalt.; hn Mda-Sti 3; hm, hn BA-Ha. – Gram.: 1. Sg. Präs.: hebbe, hewwe verbr. elbostf.; heww, heff vereinz. nwaltm. brdb.; verstr. ö ZE, WO-Dru, HA-Oh; hawwe ZE-Roß, CA-Sta, verbr. anhalt.; ha Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber), h Mda-Sti 38; 2., 3. Sg. Präs.: -a- vereinz. nwaltm., verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. JE2, verbr. ZE elbostf. anhalt.; -ä-, -e- vereinz. nwaltm. w Altm., verbr. ö Altm. JE2 JE1, verstr. ZE s elbostf., vereinz. nö CA, verstr. nthür.; Pl. Präs. Stammvokal wie Infinitiv, -t belegt: het 1. Pl. Präs. Wb-Holzl 103, 2., 3. Pl. Präs. HA-Oh, 1. Pl. Präs. Id-Eilsa 67; hat 2. Pl. Präs. ZE-Roß, vereinz. anhalt.; ht 2. Pl. Präs. Mda-Sti 38; 1. Sg. Prät.: harre vereinz. JE2 JE1, verstr. elbostf. anhalt.; Part. Prät.: hat(t)SA-Ro Ta, STE-Bül, CALV-Zo, WO-Ba; ehat verstr. elbostf.; gehatt BA-Ra; jehat verstr. anhalt; gehabt QUE-Asch; ehet WO-He. – Etym.: (9.) wohl nur sekundär an h. angelehnt und urspr. zu  hasten gehörig, vgl. DWB 4.2,69f. Zus.: zu 1c.: in-.
Herr m. 1. ‘Dienstherr, feudaler Guts- oder bäuerlicher Hofbesitzer’, von den Untergebenen auch als Anrede verwendet, verstr. – Hüte bruke de Heere nich tweemal te raupen, … Rauch 1929,13; … de Herre harre dat vorb’en (verboten) Tiedge 1954,39; Harre, ter Napper (Nachbar) rft Wb-Be; Rda.: Herre bist du, aber gillen (gelten) daue eck sagt die Frau zum Mann, WE-Dee; Ick bin Herr, sä de Mann, dao sat ‘r unnern Disch. Bewohner-Altm 1,339; de Uur, dee is mien Here nich Wb-Holzl 104; gestrenge Hrens regiert nich lange ‘der Winter ist bald vorrüber’ Wb-We 50 (vgl. 4.); Sprw.: As de Herr, so de KnechtSchwerin 1859,55; wie der Harre, so’t Gescharre JE1-Dan; Nie (neue) Heeren – nie Leeren.Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo); Met grod Herr’n ist nich god Käspern (Kirschen) äten, de langen ümmer nao de gröttsten. Bewohner-Altm 1,342;Wat de Harre dait, dat iss wohledaon,
Wat de Knecht dait, dat gaiht ook noch an,
Aow’r de Junge, daer mutt Schlaeje hebbn
. Lieder-Ma Nr.
769 (WO-Ol).
– Brauch: Gewöhnlich übernahm der Ehemann mit der Hochzeit das Erbe und wurde ab diesem Zeitpunkt de junge Herre genannt, seine Gattin de junge Fr. Hochzeit-Altm 45 und 52. Auf den Dörfern nannte selbst die Ehefrau ihren Mann de Hre. Wb-We 50. – 2. als Anrede in Verbdg. mit Namen oder Standesbezeichnungen, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – Harr Pastoor Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim); har Bartels, har kanter Wb-Nharz 70; Harr Napper (Nachbar) Wb-Be. – 3. ‘Gott’ – Rda.: Dat Og von’n Herrn is de best’ Meß upp’n Acker. 2: Spr-Altm 75. – 4. ‘die drei Eisheiligen’,  shilligen – a. in der Verbdg.: de kolden Herrn 2: JE2-Sy, JE1-HLo, 3: WO-El, 4: BE-Am. – b. in der Verbdg.: de (dr) (ge)strengen Herrn 2: verstr. Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-Dor, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. BE.
Lautf., Gram.: Herr vereinz. Altm.; Herre, [hr] Hochzeit-Altm 45, verstr. w elbostf., verbr. w JE1; Herrn Pl. vereinz. nwaltm., verstr. Altm. JE2 JE1, ZE-Dor, verstr. elbostf., KÖ-Kö; Herrns Pl. vereinz. Altm.; Härrn Pl. GA-Ziep, WE-Oster, BA-Re; Hähn Pl. SA-Han; He(e)re, hre Mda-Ma 62 (JE1-Prö), vereinz. elbostf.; Heer(e)n Pl. Hbl-Ohre 1926 Nr. 6/ohne Verf. (CALV-Zo), HA-Ost, WA-Am; [her] Id-Eilsa 67, Here HA-Oh (veralt.); hiere OSCH-Di (veralt.); Harre, [har] Mda-nwJe1a 36 (JE1-Rie), verstr. s JE1 ZE, vereinz. ö elbostf. anhalt.; Harr, har(nur bei Anrede in Verbdg. mit Namen oder Standesbezeichnung) Hbl-Ohre 1925 Nr. 3/Wöhlbier (HA-Eim), Wb-Nharz 70, [har] Wb-Be; Harrn, [harn] Pl. BLA-Ti, vereinz. ö elbostf., CA-Ak Sa, verstr. BE. Zuss.: zu 1.: Hoff-, Hs-, Mt-; zu 4.: sherren.
hren Vb. 1. ‘akustisch wahrnehmen’ verstr. – W Frderich … dat te hr’n kraich, word’e rsich. Tiedge 1954,39; hre ml! OSCH-De; ich hre je s schwr Wb-Be; Rda.: d is s klk, d kann Palaukng (Regenwürmer) blaff’n (husten) han JE2-Scho; dat Jrs wassen hern ‘sehr klug sein’ HA-Oh. – 2. ‘gehorchen’ 1: SA-Dä, 2: ZE-Kö Roß, 3: WO-Gu, Wb-Holzl 107, HA-Oh, Wb-Nharz 77, 4: vereinz. omd. – tr Junge kann toch nich hrn Wb-Be; dat mken hrt nich n mek (hen) Wb-Nharz 77; Sprw.: wer nich hören kann, mot fäulen WO-Gu. – 3. ‘in jmds. Besitz sein’, auch ‘zugehören’, vgl. gehren, 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 148, Wb-Ak 69 – Das hrt uns nich. Wb-Ak 69; Db km’n se an’n Seelschen See, d k tau Arxlä hr’n dai. Tiedge 1954,39; tu n Schtje han sechtsn Jr’m JE2-Scho; in dai Schtoll hoian vae (viele) Taudaod’n SA-Dä; Rda.: hai höört da tehuse ‘er ist dort geboren, stammt von dort’ Wb-Holzl 107; Sprw.: wme de Kau hert, d ft se b ‘n Swanze ‘wer zuständig ist, der möge sich kümmern’ HA-Oh. – 4. refl. ‘sich geziemen, sich schicken’, vgl. gehren, 2: Wb-Altm 85, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 77, Id-Quea 159 – dat hert sik nich HA-Oh; ass sick dat hört un gebrt Wb-Altm 85.
Lautf.: hören WO-Gu, Wb-Holzl 107, Id-Quea 159; [hn] SA-Jü, vereinz. w nwaltm., verstr. n Altm., WO-Zi Zie; [hn] verstr. s Altm.; [hr] Siedler-Je § 128 (sö JE2, n JE1); hr’n Tiedge 1954,39, hör’n Wb-Altm 85; hern HA-Oh; heeren, hren WO-Wo, Wb-Nharz 77, Richter o.J. 116; [hr] Siedler-Je § 128 (s JE1); hr’n Wb-Ak 69; [hrn] verstr. ZE, Wb-Be; haer’n Mda-Sti 42; [hern] QUE-Di; [hrn] Mda-Fuhne 83 (verbr. anhalt.); [hn] OST-Kru, verstr. STE; [hn] STE-Buch Steg, [han] JE2-Scho; [hän, hr] Siedler-Je § 128 (JE2, außer sö); hüören OSCH-Di; hern Mda-Ro; [hrn] Mda-Fuhne 83 (verbr. s CA KÖ w DE) (ältere Generation); [hoin] verstr. n nwaltm.; [hoin] SA-Dä. – Gram.: 1. Sg. Präs.: [hre] Wb-Be; 3. Sg. Präs.: hö(ö)rt vereinz. Altm., JE2-Sa, Wb-Holzl 107, OSCH-Schw, Id-Quea 159; [ht] JE2-Scho; hert HA-Oh; hrt WO-Sa, Wb-Nharz 77, Spr-Asch 42, Wb-Ak 69; hürt Bewohner-Altm 1,345; 1. Sg. Prät.: hierte Alt-Cöthen 12; 3. Sg. Prät.: höre Klaus 1936,49; 1./3. Sg. Prät.: hrte Mda-Sti 23; hrte, hr Wb-Nharz 77; Part. Prät.: ehört Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); [jhrt] DE-Els; Imp. Sg.: hür Pohlmann 1905,23; hre vereinz. w elbostf.; hoire WA-Un; hre Wb-Nharz 77; [hrg] Mda-Fuhne 108 (verstr. anhalt., jüngere Generation). Zuss.: zu 1.: hen-, hr-, wer-; zu 3.: hen-.
immer verbr. 1. Adv. – a. ‘jederzeit, andauernd, ständig’ … icke ümmer hinder öär häe. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); Binnfamen harren wie ümmer in’e Ficke. Hbl-Ohre 1928 Nr. 14/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: et blift nich immer un ewich sau Sprw-Börde. – b. ‘jedesmal, gewöhnlich’ – Un ümmer drb’m de Amtlü’ de Underdn’n mit growwe Wre un de Rau’ (Rute) an. Tiedge 1954,39; äor hads immor ailich BE-Scha; mne mutter s (sagte) immer Wb-Nharz 85. – c. ‘nach und nach, sich steigernd’ – ummer mehr ZE-Hu. – 2. Pt. zur Verstärkung in Ausrufe- und Fragesätzen – was machste denn ummer noch? Alt-Cöthen 34.
Lautf.: immer, [imr] verstr. brdb., verbr. elbostf., verstr. omd.; immor, [imr] JE2-GrMa, verbr. BE, KÖ-KlPa, DE-Ca; immr CA-GrRo; [im] WO-Zi; imma STE-Osth, [im] WO-HWa; ümmer vereinz. nwaltm., verstr. Altm. JE2 n JE1 nw elbostf.; [üm] verbr. nwaltm. n Altm., STE-Je, WO-Zie, ümmä JE2-Kl-Wu; ümme SA-Han, STE-Da; [üma] SA-Dä, JE2-Scho, [üm] verstr. sö Altm.; ummer verstr. ö ZE, Alt-Cöthen 34, Wäschke 71913,2, [umr] Wb-Be; [umr] verstr. ZE; [um] OST-Krum, STE-Bö; jümmer Wb-Altm 93.
1Kn m. 1a. bes. ‘großes, flaches Wasserfahrzeug zum Transport von Lasten, das nicht über einen eigenen Antrieb verfügt’, aber auch allg. für Wasserfahrzeuge versch. Größe gebr., nicht jedoch für Dampfer, verbr. – … de Kn slauch umme … Tiedge 1954,39 (HA-Ost); mit’n Kn op’n Dke rumpadeln HA-Oh; … ut perpetualiter liberum aque transitum de navi, quam cane in vulgari appelant, in utroque littore Sale sine omni inpedimento habeant. Urkunde des Erzbischofs von Magdeburg von 1168, UB Erzst. Magdeburg 1,326; E. C. is gewoldiget en cane vor V lot. 1375, StB- Neuhaldensleben 251; eyn gudt nye kn up dem strange (Bach) Inventar Klosterhof Aderstedt von 1498, UB Kloster Ilsenburg 2,448; Wer in schiflin oder kahnen toppe schiffet, der muß von izlichem sch., was fur toppern wahre er schiffet 1 stuck zu zol geben; … Amt Dessau und Lippehne 1547–1549, Landreg-Anhalt 1,37f. – K. bezeichnete urspr. die kleinste Schiffsart, etwa seit dem 18. Jh. ist es in der heutigen Bed. gebr. und steht vorw. für das große Elbfrachtschiff. Der Unterscheidung und Benennung liegen versch. Gesichtspunkte zugrunde, z.B. Baumaterial (Holzkahn, eiserner Kahn), Bauweise (Hamburger Kahn, Breslauer Kahn u.a.), Form des Decks (Schrägdecker, Plattdecker), hauptsächlich befahrene Wasserstraße (Elbe-, Saale-, Kanalkahn), beförderte Ladung (Stein-, Bierkahn u.a.). vgl. ausf. Elbschifferspr. 63 und 75ff., Wb-Ak 84. – 1b. ‘kleiner Fischerkahn’ – dät tsfatt (kleine tiefe Schaufel) nömmt man tum Wta tschippm tn Kn 2: JE2-Scho. – 1c. in der Verbdg.: klner Kn ‘das hölzerne, 3–4 m lange Beiboot der großen Elbfrachtkähne’, es wurde am Heck des K. (1a.) mitgeschleppt, 2: Elbschifferspr. 85 (STE-Bit Tan, WO-Ro), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 85 (CA-Ak), Wb-Ak 84 – nemm doch dän kleen Kahn un stake na de annere Seite newwer ZE-Roß. – 2. ‘Bett’,  Bedde, 2: ZE-Roß, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 84, Wb-Be – in Kn jn ‘schlafen gehen’ Wb-Ak 84; lech dik in’n Kn HA-Oh. – 3. ‘großer Schuh’ 4: Wb-Ak 84. – 4. ‘kleiner Schlitten der Kinder’,  Slde(n), 4: CA-Mi.
Lautf.: Kn, Kaan Wb-Holzl 115, HA-Oh; sonst: [kn]. Zuss.: zu 1.: Holzkahn, Kippelkahn, Kohlenkahn, Lger-, Middel-.
knen Vb. 1. ‘zum Vergnügen mit dem Boot fahren’ 2: Nd-KlWu 16, ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 115, HA-Oh, Tiedge 1954,39 (HA-Ost), 4: Mda-Sti 46, Wb-Ak 84, Wb-Be – op’n Dke knen HA-Oh; Mr han uns in Hfen an bißchen jeknt. Wb-Ak 84; de hämm ümmä jäärne koant Nd-KlWu 16. – 2. ‘glücken, gelingen’ – et hat ekaant, secht de Meyersche, we’er kaine Arbait ekrecht 3: Wb-Holzl 115 (HA-Eil).
Lautf.: kn(e)n; außerdem: [k] Wb-Be, k’n Wb-Ak 84, kn’n Tiedge 1954,39 (HA-Ost); [kan’n] Nd-KlWu 16.
krgen Vb. 1. allg. – a. ‘erhalten, in den Besitz von etw. kommen’, auch ‘kaufen können’ – jiff mi dütt, krüsdu dat SA-Die; Ich hawwe an Brf jekricht. Wb-Ak 98; mor schlachden mrjen, d graisde  ne glne Worschd DE-Ca; bai Aisenschulzen krichtemor alles DE-Els; Rda.: wat ek hewwe, dat wett ek, wat ek kre, dat mott’n erst sin Wb-We* 222. – b. ‘als Belohnung, Bezahlung, Vergeltung bekommen’ – dovor hatte ‘n Doaler ekricht JE1-Pre; hei kreich noch Jelt fon mik HA-Oh; hei hat Knast ekren CA-Fö. – c. ‘verabreicht bekommen’ – ne Wucht krgng ‘Prügel bekommen’ JE2-Scho; ne Ziehung kreigen dass., BLA-Ta; wat in nakken krn Wb-Nharz 107; du krist wecke hinder de eren HA-Oh. – d. ‘zu etw. kommen, sich verschaffen’ – Rda.: Nu hem se sek doch noch kricht. ‘Sie haben geheiratet.’ Spr-Asch 31. – 2. allg. – a. ‘in einen bestimmten Zustand geraten’, auch ‘sich etw. zuziehen, etw. erleiden’ – hei kricht de Msern HA-Oh; se krg’n glk dat Lopen Wb-Altm 117; … keen’n Aden kreien! Wäschke 41910,123; Äwer so wie dät Füer nu Luft kreeg, prasselt et mang dät Koarne …Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); et met der angest krn Wb-Nharz 107; h het mik antickt un d heff ik an Schreck krgng JE2-Scho; Rda.: dae kan’n Hals ok nich full krjen ‘er kann nicht genug bekommen’ BLA-Brau. – b. ‘in den Stand versetzt werden, die Möglichkeit haben, etw. zu tun’ – te wetten (wissen) krn Wb-Nharz 107; W Frdrich … dat te hr’n kraich, word’e rsich … Tiedge 1954,39; Ob wie wat te eten krie’n können? Lindaua o.J. 5; Rda.: töw (warte) nochn bütschen, seggt de Hohn tumm Pierworm (Regenwurm), dunn kreeg he imm to faten und fret imm upp STE-Kre. – c. ‘bewerkstelligen, schaffen’, auch ‘hervorbringen, entstehen lassen’ – … det wie dann Krohm wärrer runner droagn kreegn OST-Los; Se hat’n Kind krg’n. Wb-Altm 116. – d. ‘jmdn. zu einer bestimmten Tätigkeit veranlassen’ – bi’t lsen krn Wb-Nharz 107. – e. ‘etw. zu erwarten haben’ – heite Nacht kriemer a Jewitter BE-Grö; Rda.: mor kreien noch was uff de Mitze ‘es wird bald regnen’ Vk-Anhalta 68. – 3a. ‘fassen, ergreifen, erwischen’ allg. – kriech mick doch Wb-Holzl 127; teuf (warte) man, dick will ick schon kriej’n HA-Bee; Sprw.: Wenn de Hund nich eschetten harre, harre’n Hasen ekrejjen. Zurückweisung von Ausreden, Sprw-Harzvorld 374. – 3b. auch subst. ‘Haschen spielen’ 1 verbr nwaltm., 2: verbr. Altm., 2: verstr. JE2 JE1 ZE, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – Krieg’n spöln OST-Gen; Abzählreim:Wi will’n uns nich lange stri’n
un du moßt krie’n.
HA-Vö.
Eine Variante des Spiels ist das englische Krgen, bei dem der Abgeschlagene nur eine Hand zum Haschen frei hat, da er die andere Hand auf die Stelle legen muss, an der er abgeschlagen wurde. OST-Kau, JE2-Ge.  afsln ankrgen fangen ften grpen Hasche haschen Kterkrgen Kluckhasche Krger packen zecken.
Lautf., Gram.: krieg(e)n, [krg()n], [krg] verbr. nwaltm. Altm., vereinz. JE2 n JE1, JE1-Flö, ZE-We, verbr. n elbostf., verstr. mittleres/s elbostf., BA-Sil, vereinz. w anhalt.; [kr] verstr. SA, OST-Har, GA-Le, STE-Ber Wa; krieken JE1-Scha; kriejen verstr. ö Altm., JE2-Schö, JE1-Re, verstr. nw elbostf., vereinz. s elbostf.; [grjn] vereinz. w anhalt.; krie(h)en, [krn] OST-Ga Ko, STE-Scho, verstr. mittleres/s JE1 mittleres elbostf., Wb-Be; [grn] BE-Am; krien, [krn] verstr. mittleres/sö Altm., vereinz. s JE2 w JE1, JE1-Ho, ZE-Roß, verbr. mittleres/s elbostf., Mda-Sti 54, CA-Sa; [grn] DE-Ca; kregen (3b.) SA-Pre, WO-Ke Ma, JE1-Me Ran, ZE-Stre, HA-AHa, BA-Ha; krägen (3b.) SA-Hen; kreen OSCH-KlQue; kreigen WE-Is, BLA-Ta; krei(e)n, [krai()n] Mda-Ma 65 (JE1-Prö), JE1-Kra, verstr. ZE, QUE-Tha, Vk-Ask 379, vereinz. omd.; [grai()n] BE-Gier KlSchie, DE-Ca; krein QUE-Su; [krin] Mda-Ze (ZE-Gro); kräin WE-Gö; 2. Sg. Präs.: kriegst JE1-Zep; krst Wb-Ak 98; [krist] SA-Dä, Bewohner-Altm 1,349, Matthies 1903,21, JE2-Scho, ZE-Roß, verstr. elbostf., Wb-Be; [krüsd] mit Enklise des Personalpron. SA-Die; [kraist] verstr. ZE; [graisd] BE-Gier, DE-Ca; [graisd] mit Enklise des Personalpron. DE-Ca; 3. Sg. Präs.: kriegt Bewohner-Altm 1,343, Spr-Altm 15, ZE-Dor KlLei, HA-Hu, vereinz. s elbostf., CA-Do Mi; kricht, [krit] SA-Dä, JE1-Pre, ZE-Cob Jü, verstr. elbostf., DE-Els; kritt ZE-Roß, Wb-Be; kriet, krtJE1-Walt, Vk-Anhaltb 83 (ZE-Steu), WE-Ro, Wb-Ak 98; kreit Spr-Anhalt 168; [graid] BE-Scha; 3. Sg. Prät.: st.: kre(e)g vereinz. nbrdb.; krch OSCH-Har; krch QUE-Di; kraich, kreich Tiedge 1954,39, HA-Oh, Vk-Harz 3,23 (BLA-Be); kre-ich Wb-Holzl 127, Wb-Nharz 107; sw.: kriegte WE-Si; krichte Wb-Ak 98, Wäschke 71913,59; kreiete (veralt.) Wb-Ak 98; Part. Prät.: st.: kreg(e)n, kräg(e)n SA-Roh, verstr. Altm.; [krg] JE2-Scho; kreng SA-Ben; [krjn] JE2-Scho; ekrejen HA-Bo; ekre-in Wb-Holzl 127, Wb-Nharz 107; [krig] SA-Dä; (e)kreggen, (e)krejjen Dialekt-Ma 10 (JE1-Ra), vereinz. w elbostf., QUE-Di; (e)krn HA-All Um, OSCH-Da KloGrö, QUE-Ga, CA-Fö; ekren HA-Oh, OSCH-Eils; sw.: kriegt verstr. ö Altm., JE2-Fi; ekriegt WO-El Me; gekriegt, je- vereinz. mbrdb.; kriggt Wb-Altm 116, WO-Ri, JE1-Try Wol; kricht vereinz. STE, Spr-Asch 31; ekricht verstr. w JE1, ZE-Göd; jekricht, [jkrit] Mda-Ze (verstr. ZE), QUE-GrSchie, Wb-Ak 98, Wäschke 71913,49; jekritt ZE-Roß; jekreit Alt-Cöthen 8; (e)kreggt WA-Ost Schl Ste. Zuss.: zu 1.: hr-, in-, ls-, mit-; zu 2a.: nedder-, wer-; zu 2b.: wer-; zu 3a.: hr-, in-; sonstiges: wer-.
mr Kompar. von  vl, verbr. 1. Indefinitpron., unbest. Zahlwort, Adv. (je nach Verwendung) Bezeichnung einer über ein best. Maß hinausgehende Anzahl, Menge, Intensität von etw. – mr w hunnert Faut daip Tiedge 1954,39 (HA-Ost); miehr un miehr ‘in zunehmendem Maße’ JE2-Schön; mer oder wenniger ‘in gewissem Maße’ HA-Oh; Rda.: mehr wie’k nich hewwe, kann ick nich jeben Sprw-Börde; hei hat mer Angest wie Weid (Schmerzen) HA-Oh. – 2. Adv. in der Verneinung Kennzeichnung der Beendigung eines Geschehens, eines Zustandes, einer Reihenfolge – Mei hemm absolut keine Tiet meh te verleiern … Vk-Harz 3,24 (BLA-Be); … rohe Friesrecke (Unterröcke), dee alle-wiele nich mähr Mode sind … Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); Dao leet’r ‘n Kopp nich daol mihr hang’. Pohlmann 1905,20; Rda.: met em is nich mihr völ los ‘er ist krank’ OST-Kru; der ett ken Brod mihr ‘er ist tot’ JE2-Brie.
Lautf.: mr, mehr Wb-Altm 122, verstr. w Altm., JE2-Gü, Siedler-Je § 121 (JE1), verstr. ZE elbostf., vereinz. anhalt.; mer HA-Oh; [mär] Siedler-Je § 121 (JE1); [ma] SA-Meh, GA-Wen; [m] HA-Eil; meh, m Wb-Nharz 124 (BLA-Be Tr), Vk-Harz 3,24 (BLA-Be), Wb-Ak 112 (jüngere Form); mähr Firmenich o.J. 159 (WA-Ost), maer Mda-Sti 21; mäh Alt-Cöthen 7; mihr, mier, [mr] Hausfr-Altm 1930,7 (SA-Die), Pohlmann 1905,20, verstr. ö Altm. JE2, OSCH-Di; mer Mda-Ro; [ma] STE-Gro, JE2-Scho; [mä] Siedler-Je § 121 (JE2).
Middernachtssde f. ‘Nordseite’ – … op de Middernachtsste n Ostingerslä tau … 3: Tiedge 1954,39 (HA-Ost).
mit 1. Präp. verbr. – a. zur Bezeichnung der Gemeinsamkeit, des Zusammenseins, Zusammenwirkens – met em (ihm) OST-Katt; met se (ihr) ZE-Roß; Hai harre mit sne Fr … ain ainzich Kind … Tiedge 1954,39; … dee mit öhre Hunne deen Wegg ropper ekomen waren … Hbl-Ohre 1928 Nr. 9/Wöhlbier (HA-Eim). – b. zur Bezeichnung der Art und Weise, der Begleitumstände – met der hast ‘hastig’ Wb-Nharz 126; mit Jedult geiht alles vel besser HA-Oh. – c. zur Bezeichnung des Mittels oder Materials – mit dat lange Metz SA-We; hei kummet mit’n Zuch HA-Oh; Ich fre mits Rd n Dessau …. Wb-Ak 114; Rda.: dat jütt met Molln ‘es regnet heftig’ STE-Schi; Sprw.: mit Jeld kann’n Dwel danzen lten HA-Oh. – d. zur Bezeichnung der Zugehörigkeit, des Inhalts – … draug n Tellder mit Kauken rop … Klaus 1936,7; sönn richtig Schneedriem met Fusselschnee OST-Los; d Dwel (Fischart) bitt an Hkng met ne Plme JE2-Scho. – e. zur Bezeichnung einer Zeitangabe – mid der Tiet ‘inzwischen’ Wb-Holzl 141; mit’r Wle ‘allmählich’ HA-Oh; met enmoal ‘plötzlich’ ZE-Mü. – f. zur Bezeichnung einer allg. Beziehung zum Objekt – frintlich, bse sn met einen Wb-Nharz 126; mid mich gannsde das nich machen DE-Ca; darum mott dat ok anders wärn mit ne HA-Bo; det is schlimm mett de Pissmiern (Ameisen) ZE-Brä; dat is lauter bedrjer met dne Wb-Nharz 126; et worre immer schlechtr met de Hand Ldk-Anhalt 2,50 (BA-Bad). – 2. Adv. verstr. – a. zur Bezeichnung einer (vorübergehenden) Beteiligung, Zugehörigkeit – nich d allne, d andern k medde Wb-Nharz 125; Se brauchte heite nich mit. Wb-Ak 114; Rda.: Datt iss mi goar nich mit ‘Das ist mir nicht recht’ Wb-Altm 138. – b. ‘damit, womit’ – entlich km’r midde rt ‘endlich verriet er es’ HA-Oh; einen medde frn lten ‘jmdn. mit etw. zufrieden lassen’ Wb-Nharz 125.
Lautf., Gram.: mit SA-Dä We, Wb-Altm 138, verstr. s Altm., verbr. elbostf., verstr. anhalt.; mid Wb-Holzl 141, [mid] Mda-Fuhne 50 (verbr. w/n anhalt.), DE-Ca; met(t) SA-Dan, verstr. n/ö Altm. JE2, verbr. JE1 ZE, Wb-Nharz 126, Mda-Harz 16 (BLA-Hü), vereinz. QUE BA; med Wb-We 87, [med] Mda-Fuhne 50 (verbr. ö/s anhalt.); mät, mt(t), [mt] Wb-Altm 137, Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa), ZE-Kö, Mda-Ro, Mda-Sti 5; mid(d)e Adv. verstr. w elbostf.; medde Adv. Wb-Nharz 125. – Etym.: im Mnd. noch strikte Trennung von mit Präp. und mde, medde Adv., vgl. HWb-Mnd 2,929 und 2,998; Stammvokal -e- der Präp. im brdb. Gebiet ist ndl., im anhalt. ndl. und md., im s elbostf. md. beeinflusst, vgl. Teuchert 21972,391ff. Zus.: zu 2.: hr-.