afrennen Vb. 1. ‘Schuhwerk durch vieles Gehen abnutzen’, auch ‘der Reihe nach ein Gebiet, eine Strecke ergebnislos ablaufen’ 3: Spr-Maa 431 (WO-Ol), HA-Oh – Rda.: hai rönnt sik de hack’n aff Spr-Maa 431 (WO-Ol). – 2a. (refl.) ‘(sich) durch hastige Bewegungen oder Unachtsamkeit etw. abstoßen’ 3: Wb-Nharz 6, 4: Wb-Ak 8 – sek en ngel frennen Wb-Nharz 6; Nimm dich mit dn neien Topp an bißchen in acht, renne d nich jlei wedder anne Ecke ab! Wb-Ak 8. – 2b. ‘durch Stoßen abwehren, fern halten’ – de kau rent alle andern f 3: Wb-Nharz 6.
Lautf.: afrennen HA-Oh; f- Wb-Nharz 6; affrönn’n Spr-Maa 431 (WO-Ol); abren’n Wb-Ak 8.
afrten Vb. 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. ö JE2, Spr-Maa 431 (JE1-Ziep), ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1a. ‘durch kräftiges Ziehen abreißen, abtrennen’ – dän Ndnul df’n nich afrd’n JE2-Scho; “Au”, schreeg hä, “lött los, ji rieten mi süß dän Kopp af.” Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie). – 1b. ‘sich ablösen, abgehen’ – de Knopp is aferetten HA-Oh; an dän (am Mantel) is dor Hänkl abjerissn DE-Or. – 2. ‘abreißen, niederreißen’ – De olle Schluse bei Ihleborg hem se afferäten un bei Güsen ne nei grote Schluse annelät. JE2-Gü. – 3. ‘(durch Nachlässigkeit oder mangelnde Pflege) abnutzen, verschleißen’ – Kinner rt’n väöl aff ‘Kinder benötigen viele Kleidungsstücke’ Wb-Altm 173; ich bin jans abjerissen ‘ich habe nichts Ordentliches anzuziehen’ Wb-Ak 8. – 4. ‘aufhören, enden’ – de rbeit rit nich f Wb-Nharz 6; Bei d reißt des Unjlicke  nich ab. Wb-Ak 8. – 5. ‘eine Zeit verbringen, herumbekommen’ – ... “Dat is doch nich slimm, ik hewe nu 60 Jahr hinder mik un de fünewe, de riete ik ob eine Arsbacke af.” OSCH-Wu; twei Jere hat e in’t Kitchen aferetten HA-Oh.
Lautf., Gram.: af(f)rt(e)n, -rit’n Wb-Altm 173, Spr-Maa 431 (JE1-Ziep), vereinz. n elbostf.; riete af 1. Sg. Präs. OSCH-Wu; rieten - 2. Pl. Präs. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); af(f)eräten Part. Prät. JE2-Bö Gü; [afrd] Part. Prät. Elbschifferspr. 320 (JE2-Mi), JE2-Scho; affräten Part. Prät. Francke 1904,58; affritt 3. Sg. Präs. Wb-Altm* 72; frten Wb-Nharz 6; [frtn] QUE-Di; abreißen Wb-Ak 8, Wäschke 61915,136; -jerissen Part. Prät. ZE-Roß, DE-Or; [apraisn] Wb-Be; Abraßen subst. Spr-Asch 40.
afschaffen Vb. ‘etw., jmdn. aufgeben, nicht mehr halten’ 1: Essen-nwAltm 91 (SA-Han), 3: vereinz. n elbostf., Wb-Nharz 2, 4: Wb-Ak 9, Wb-Be – Mor han de Hin’ner wedder abjeschafft, d machen uns zu ville Wortschaft. Wb-Ak 9; sn’n lpst’n oder sn’n schatz waer affschaffen Spr-Maa 431 (WO-Ol).
Lautf.: af(f)schaffen Spr-Maa 431 (WO-Ol, JE1-Ran), HA-Oh; schaffen af 3. Pl. Präs. Essen-nwAltm 91 (SA-Han); f- Wb-Nharz 2; ab- Wb-Ak 9; [apafn] Wb-Be.
afschten Vb. 1. ‘eine Schusswaffe betätigen, abfeuern’ 2: Spr-Maa 431 (JE1-Ziep), 3: vereinz. n elbostf. – ne flinte affscht’n Spr-Maa 431 (JE1-Ran). – 2. ‘abschie- ßen, herunterschießen’ 2: STE-Wa, 3: vereinz. elbostf. – hei hat dat Zl in de Bde afeschten HA-Oh; Rda.: en Voggel afscheiten ‘die beste Leistung von allen erzielen’ Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: affscht’n Spr-Maa 431 (JE1-Ran); avschoaten Part. Prät. STE-Wa; af(f)scheiten, -schait’n vereinz. n elbostf., Sprw-Börde; affschiat’n Spr-Maa 431 (JE1-Ziep); fscheiten Wb-Nharz 6.
afschinden Vb. 1. refl. ‘sich abmühen, abquälen’ 3: Spr-Maa 431 (WO-Ol), HA-Oh, 4: Wb-Ak 9 – Dr muß sich mechtich abschingen, dasse durchkimmet. a.a.O. 9. – 2a. refl. ‘sich (die Haut) abschürfen’ 3: Wb-Holzl 52, Wb-Nharz 6, 4: vereinz. anhalt. – sek et bein, et fel fschinnen Wb-Nharz 6. – 2b. dass. wie  afschellen, 2: JE2-KlWul, 4: Vk-Anhaltb 78 (BE-Am) – de Borke van Tack afschin JE2-KlWul.
Lautf., Gram.: af(f)schinnen Wb-Holzl 52, HA-Oh; affschinn’n Spr-Maa 431 (WO-Ol); afschin JE2-KlWul; fschinnen Wb-Nharz 6; schind ab 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltb 78 (BE-Am); abschin’n, -schingen Wb-Ak 9; [abi] Mda-Fuhne 32 (DE-Ca); abjeschungen Part. Prät. Wäschke 31909,37.
afsgeln Vb. 1. ‘absegeln’ 3: Spr-Maa 431 (JE1-Ran). – 2. dass. wie  afschwen 3., 3: Wb-We 4. – 3. dass. wie  afschurren 2., 3: a.a.O. 4.
Lautf.: afsegeln Wb-We 4; affsäjeln Spr-Maa 431 (JE1-Ran).
afslten Vb. 1. ‘verschließen, zuschließen’ 2: Spr-Maa 431 (JE1-Ziep), 3: vereinz. elbostf. – ick hewwe butten noch nich afeschloten Sprw-Börde. – 2. ‘beenden, zum Abschluss bringen’ 3: Wb-Nharz 7. – 3. ‘verabreden, vereinbaren’, auch ‘einen Kaufvertrag abschließen’ 3: HA-Oh, Klaus 1936,13 – Da war dä Wedde awesloten. a.a.O. 13.
Lautf., Gram.: af(f)slten, -slt’n Spr-Maa 431 (WO-HWa), HA-Oh; af(f)schluten ,-schlt’n vereinz. n/mittleres elbostf.; fschlten Wb-Nharz 7; Part. Prät.: awesloten Klaus 1936,13; ahfeschloten Lieder-Ma Nr. 567 (WE-We).
afstwen Vb. 1. ‘vom Staub befreien, abstauben’ 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 11. – 2. in der Verbdg.: ain’n wat affstoeb’m ‘jmdn. schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: Spr-Maa 432 (WO-Ol).
Lautf.: affstoeb’m Spr-Maa 432 (WO-Ol); afstöben Id-Eilsa 47; affstö’m Wb-Holzl 52; fschtben Wb-Nharz 2; abst’m Wb-Ak 11.
afstrpen Vb. 1. ‘abstreifen’ 2: Spr-Maa 432 (OST-Fe), STE-Ste, Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie) – Her ströpte den Bindfoam af un moakte de Schachtel up. a.a.O. 1923,98 (JE2-Vie). – 2. ‘Federn schleißen’,  rten, 2: vereinz. n/mittleres OST. – 3. ‘bei der Hopfenernte die zuvor niedergelegten Hopfenstangen aus den Pflanzen ziehen’ 2: Bewohner-Altm 2,272.
Lautf., Gram.: awströpen STE-Ste; ströpte af 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); awströpt Part. Prät. Bewohner-Altm 2,272; [afstrpm] vereinz. n/mittleres OST; affstrp’m Spr-Maa 432 (OST-Fe).
afsunderlich 1. Adj. ‘ungewöhnlich, eigentümlich’ 2: vereinz. Altm., 3: Spr-Maa 428 (WO-Ol), verstr. w elbostf., Sprw-Börde – Dät mütt’n afsünnerlich Geschicht west sind ... Firmenich 1854,124 (OST-Hav); Wetterregel: de ganze woche wund’rlich, de frdach iss absund’rlich ‘war das Wetter in der Woche unbeständig, soll es sich am Freitag ändern’ Spr-Maa 428 (GA-Oeb). – 2. Adv. ‘besonders’ 3: Wb-Nharz 1.
Lautf.: afsunderlich, -sund’r- Spr-Maa 428 (WO-Ol), vereinz. w elbostf., Sprw-Börde; -sunner- vereinz. Altm., WE-He; -sünner- Firmenich 1854,124 (OST-Hav); -sonder- vereinz. w elbostf.; Afsonderliches subst. Wb-We 4; absunderlich, -sund’r- Spr-Maa 428 (GA-Oeb), Wb-Nharz 1 (BLA-Ha); -sonder- a.a.O. 1.