angwen Vb. 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm** 39, JE2-Bö, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. w anhalt. 1a. ‘berichten, erzählen’ – hei kann wat anjeben ‘er kann gut erzählen’ Sprw-Börde. – 1b. ‘jmdn. anzeigen, denunzieren’ – hei hat ’ne anejben HA-Oh. – 2. ‘etw. veranlassen, bestimmen’ – hei het et mek nejben, ek solle dat daun. Wb-Nharz 12. – 3. ‘prahlen, sich wichtig tun’ – giff man nich so an JE2-Bö. – 4. ‘einem Gericht etw. hinzufügen’, bes. Gewürze – hast diu Sd (Salz) angai’m an dai Tüwwn (Kartoffeln)? SA-Dä. – 5a. ‘etw. verkaufen’ – dän brosch (Brosche) hewwek annejb’m Spr-Maa 436 (WO-Ol). – 5b. ‘beim Kauf neben dem Kaufpreis noch (alte) Sachwerte in Zahlung geben’ – D krst zwanzich Marrek un ich jwe denn noch an pr Sche mit n – bist’n ddermit zfr’n? Wb-Ak 19. – 6. ‘machen, tun’, spez. auch ‘arbeiten’ – wat haste waer vorr dummhait’n annejb’m? Spr-Maa 436 (WO-Ol); wat gäw’k denn nu wol an ‘welche Arbeit nehme ich mir nun vor?’ Wb-Altm** 39.
Lautf., Gram.: anjeben, -jben HA-Oh, Sprw-Börde, Heimatkalender-Be 1936,154; -jb’m Spr-Maa 436 (GA-Oeb, WO-Ol); -je’m Wb-Holzl 144; gift an 3. Sg. Präs. Wedde 1938,59; jifft - 3. Sg. Präs. HA-Bee; giff – Imp. Sg. JE2-Bö; [angai] SA-Dä; ngb’m Wb-We* 199; -jben Wb-Nharz 12; angäw’n Wb-Altm** 39; -jaeb’m, -jaem’m Spr-Maa 436 (JE1-Ran); nj’m Wb-Ak 19, [nj] Wb-Be.
anglpen Vb. 1a. ‘angaffen, mit starrem, verwundertem Blick auf etw./jmdn. schauen’ 2: STE-Wa, 3: vereinz. sw elbostf., Sprw-Börde. – 1b. ‘jmdn. ärgerlich, zornig anschauen’ 1: SA-Dä. – 1c. ‘jmdn. frech, listig anschauen’ 2: Wb-Altm 65, 3: HA-Bee, Spr-Asch 25 – ... awer wie hat Mollnhauer unsen Lehre anjejlupt a.a.O. 25. – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: Spr-Maa 436 (WO-HWa).
Lautf., Gram.: anglupen, -glp’n Wb-Altm 65, STE-Wa, HA-Bee, BLA-Brau; -jlup’m Sprw-Börde; -jejlupt Part. Prät. Spr-Asch 25; nglpen Wb-Nharz 13; -glp’m Wb-We* 199; [anglp], [-b-] SA-Dä; annegluppt Part. Prät. Spr-Maa 436 (WO-HWa).
angrpen Vb. 2: Spr-Maa 436 (JE1-Ziep), 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 3, Wb-Be. 1. ‘in Angriff nehmen, anfangen’ – hei wil keine rbeit ngrpen Wb-Nharz 13. – 2. refl. ‘sich anstrengen’ – Rda.: hai hat sick höllsch annegrepp’m ‘er hat für seine Verhältnisse eine große Ausgabe getätigt’ Spr-Maa 436 (WO-Ol). – 3. ‘schwä- chen, schädigen, zusetzen’ – Part. Prät.: hei st sau anegreppen t ‘er sieht mitgenommen, kränklich aus’ HA-Oh.
Lautf., Gram.: angrpen HA-Oh; -grp’m Spr-Maa 436 (JE1-Ziep, WO-Ol, HA-Neu); anegreppen Part. Prät. Lindauc o.J. 78, HA-Oh; ngrpen Wb-Nharz 13; -grfen Mda-Sti 3; [njraifn] Wb-Be.
anjetzt Adv. ‘im gegenwärtigen Augenblick’ 3: Spr-Maa 437 (WO-Ol).
Lautf.: anjetz(t).
anlappen Vb. ‘jmdn. heftig anfahren, schelten’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. n elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – dänn hewwek moal annelapt Spr-Maa 437 (WO-Ol).
Lautf.: anlappen; außerdem: -lappm, -lapp’m ZE-Roß, Spr-Maa 437 (WO-Ol); n-, [nlapm] Wb-Ak 21, Wb-Be.
anlten Vb. 1. ‘in Gang setzen, starten’ – dn Mtor anlten 3: HA-Oh. – 2. ‘anbehalten, nicht ausziehen’, von Kleidungsstücken und Schuhen, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 21 – Lß de Sche jlei n, mr missen nochem fort! a.a.O. 21. – 3. ‘eingeschaltet, angezündet lassen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 12, 4: Wb-Ak 21 – konst de lampe doch nelten Wb-Nharz 12. – 4. ‘an etw. heranlassen’ – lt’n hunt ml n ‘hetze den Hund darauf’ 3: a.a.O. 14. – 5. refl. – a. ‘anfangen, beginnen’ 3: Wb-Holzl 55, 4: Wb-Ak 21 – Der Winter leßt sich dis Jr fr n. a.a.O. 21. – b. ‘sich zu Beginn in bestimmter Weise entwickeln, erweisen’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 21, Wb-Be – dat lätt sick sau an, as wennet raengn will Spr-Maa 437 (WO-Ol); Rda.: nich ewel nlten Wb-Nharz 14; w lesste sich tenn n? ‘wie macht er sich?’ Wb-Be. – 6. dass. wie  anlappen, 3: Wb-We 7.
Lautf.: anlaten, -lten; außerdem: -loat’n Spr-Maa 437 (WO-Ol); nlten, ne- Wb-Nharz 12 und 14; [nltn] QUE-Di; nlßen Wb-Ak 21, [nlsn] Wb-Be.
anmten Vb. 1. ‘nach Maß anfertigen, anmessen’ 2: Spr-Maa 438 (JE1-Ziep), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa) – ... un leit mick en paar Stewweln anmeten. Lindauc o.J. 34; Rda.: sick stewwl’n ammtn von Kindern gesagt, die barfuß durch tiefen Schmutz laufen, Spr-Maa 438; dat höltene Kamsool ( Kamsl) anmeten ‘jmds. Sarg machen’ Wb-Holz 115 (HA-Um). – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 4: KÖ-Ge.
Lautf., Gram.: anmeten, -mten vereinz. HA; ammtn, -mt’n Spr-Maa 438 (WO-HWa Ol); anmäten Klaus 1936,5; -mäat’n Spr-Maa 438 (JE1-Ziep); nmëten Wb-Nharz 10; anmessen KÖ-Ge; meßte an 3. Sg. Prät. Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa).
anmunstern Vb. refl. ‘sich auffällig oder geschmacklos kleiden’ 2: GA-Bo, 3: Spr-Maa 438 – wat hat se sick denn n schn wedd’r annemst’rt 3: a.a.O. 438 (WO-HWa).
Lautf.: ammunst’rn Spr-Maa 438; [anmustn] GA-Bo; ammst’rn Spr-Maa 438 (WO-HWa).
annmen Vb. 1. 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. ‘etw. in Empfang nehmen, nicht zurückweisen’ – n’ Breif annem’n HA-Oh; ... denn mügte hei doch als Geschenke von öhm dat grote Vöggelhus ... annehm’n ... Rauch 1929,88; Rda.: Das kannich doch jr nich nn’m bescheidene Abwehr bei der Annahme eines Geschenkes, Wb-Ak 22. – b. ‘ein Angebot akzeptieren’ – ... ick sall wer na öhm als Kutscher komm’n un dei Stidde will ik ok annehm’n. Rauch 1929,31; nimm an! Aufforderung zum Essen und Trinken, Wb-Altm 5; subst.: w kom’m b’mt vont annm’m Ablehnung, etw. zu essen oder zu trinken, Spr-Maa 438 (WO-Ol). – c. ‘etw. billigen, seine Zustimmung geben’ – Brauch: In Rohrsheim fand jeweils Anfang Januar das A. statt. Am ersten Tag wurde die Gemeinderechnung verlesen und besprochen. Am zweiten Tag wurden mögliche Neuverpachtungen, z.B. des Gemeindekruges, sowie Nachtwächter, Kuhhirten u.a. angenommen. Wesentlicher Teil des A. waren gemeinsame Mahlzeiten der Dorfbewohner. Gesch-Ro 110. – 2. (refl.) – a. ‘sich etw. zu eigen machen, beherzigen’ 3: Lindauc o.J. 45, HA-Oh, 4: Wäschke 61915,138 – “Wenn meine Frau nu noch Vernunft annähm,” ... a.a.O. 138; dat Ge mott’n sik annemen HA-Oh. – b. ‘etw. (durch Zusehen von jmdm.) erlernen, sich aneignen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 22 – D bist n all jrß un kannst noch jr nischt, d mußt dich n m an bißchen was nn’m! a.a.O. 22. – 3. 3: vereinz. n/w elbostf. – a. ‘adoptieren’ – n’ Kint annemen HA-Oh. – b. ‘jmdn. einstellen’, auch ‘jmdn. mit der Erledigung einer Angelegenheit beauftragen’ – L (Leute) annemen HA-Oh; en afkten (Advokat) nnmen Wb-Nharz 14. – c. in der Verbdg.: sik annmen lten ‘freiwillig und vor der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit Soldat werden’. – 4. ‘etw. in sich aufnehmen, eindringen lassen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 14, 4: Wb-Ak 21 – Das Ei nimmt kne Farrewe n. a.a.O. 14; de mge (Magen) nimmt nischt n (das Essen nicht bei sich behalten können) Wb-Nharz 14. – 5. ‘anfangen, etw. zu verbrauchen’ – Mr missen an neien Topp Ms nn’m. 4: Wb-Ak 22. – 6a. ‘glauben, vermuten’ – dat will’k nich annemen 3: HA-Oh. – 6b. ‘voraussetzen, unterstellen’ – angenem’n, dat is wer (wahr)? 3: a.a.O. – 7. refl. ‘sich eines Menschen oder einer Sache annehmen’ 3: Wb-Nharz 14. – 8. dass. wie  anniesen, 4: KÖ-KlPa.
Lautf., Gram.: annehmen, -nehm’n Rauch 1929,31 und 88, KÖ-KlPa; ahnnehmen Wedde 1938,11; nnm’n Wb-We* 199; annm’m Spr-Maa 438 (WO-Ol); -nehm’ Pohlmann 1905 ff.,119; -nem(e)n HA-Oh; nahm an 3. Sg. Prät. Lindauc o.J. 45; annoahm Part. Prät. Francke 1904,82; -jenommn Part. Prät. Krause 1964,82; -nëm’n Wb-Altm 5; nnëmen Wb-Nharz 14; annähm 3. Sg. Konjunk. Prät. Wäschke 61915,138; [nn] Wb-Be; (n)n’m Wb-Ak 21; annömen Wb-We* 199.
anschaffen Vb. (refl.) ‘(käuflich) erwerben, sich zulegen’, auch ‘heranschaffen’ 1: Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die), 2: Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi), JE2-Gü, 3: vereinz. n elbostf., Sprw-Börde, 4: Wb-Be, Krause 1964,41 – sick ’n plauch (Pflug) anschaffen Spr-Maa 438 (WO-Ol); sick wat Lüttjet (ein Kind) anschaffen HA-Oh; hei harre sick ok balle ’n Meeken anneschafft Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); “Hinnerk, du mußt Woter anschaffen, ...” Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die); Da sat grade de Gemeinderat tesamme un tüftele hen un her, ob woll ’ne nie’e Spritze aneschafft wer’n solle oder nich. Lindauc o.J. 20.
Lautf., Gram.: anschaffen Inf., schafften an 3. Pl. Prät.; außerdem: an(n)eschafft Part. Prät. Lindauc o.J. 20, Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); an- Part. Prät. Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi); [nafn] Wb-Be.