anseichen Vb. ‘an/auf etw. Wasser lassen, urinieren’ 3: Spr-Maa 438 (WO-Ol), 4: Wb-Be.
Lautf.: ansaichen Spr-Maa 438 (WO-Ol); [nzn] Wb-Be.
ansichtig Adj., nur in der Verbdg.: nen ansichtig werden ‘jmdn. sehen, erblicken’ 3: Spr-Maa 439 (WO-Ol), Wb-Nharz 16, 4: Wb-Ak 23.
Lautf.: ansichtich Spr-Maa 439 (WO-Ol); n- Wb-Nharz 16; n- Wb-Ak 23.
anslgen Vb. 1a. ‘etw. durch Schlagen an etw. befestigen’ 2: Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel), 3: vereinz. elbostf. – ’m brett anschloaen Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 1b. ‘etw. befestigen, mit etw. verbinden’, bes. beim Verladen Güter am Kranseil, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 384 (STE-Tan), 4: a.a.O. 384 (CA-Ak). – 2. ‘Holz oder zum Fällen bestimmte Bäume mit der Axt oder dem Hammer kennzeichnen’ 3: Wb-Nharz 15. – 3. ‘durch Aushang öffentlich bekanntmachen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 15 – en hs nschln lten ‘ein Haus zwangsversteigern lassen’ a.a.O. 15. – 4. ‘durch Anstoßen beschädigen’ – Dort bettelte sich zwee Sektjläser. Schadt jarnischt, wenn eens dorvon anjeschla’n is. 4: Krause 1964,134. – 5a. ‘durch Schlagen zum Erklingen, Tönen bringen’, von einer Glocke, 3: Wb-Nharz 15, 4: Wb-Ak 23 – Ich dachte, se schlen n (die große Glocke der Marienkirche in Aken wurde bis 1919 zu bestimmten Uhrzeiten a.), dbei stormt’n se (gaben Feueralarm). a.a.O. 23. – 5b. ‘erklingen, tönen’ – et hat all anesln von der Turmuhr, 3: HA-Oh. – 6. ‘an der Freistätte anschlagen’, im Spiel, 3: Wb-We 8, 4: Wb-Ak 23. – 7. dass. wie  ansetten 6b., 3: vereinz. w elbostf. – Slache mal an, wat dat hus kost. Id-Eilsa 48. – 8. ‘eine bestimmte Wirkung haben, Erfolg zeigen’ 2: JE2-Scho, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 23, Krause 1964,20 – dat midd’l (Arznei) hat anneschloaen Spr-Maa 439 (WO-Ol); Dat Kapittel öwwer Polletik slaug nich mehr recht an, ... Wedde 1938,65; Mit listije Ooren beowachtete erschtma, wie seine Rede anschla’n tat, ... Krause 1964,20; Ich kann essen was ich will, bei mich schlett nischt n. ‘... ich werde nicht dicker, nehme nicht zu.’ Wb-Ak 23; Reim:jt d’n, dringkng, schlp’m, sp’m
sachte jn un bb’m –
dät schlait an
JE2-Scho.
– 9. ‘kurz und warnend bellen’, vom Hund, 2: Kredel 1927,23, 3: HA-Oh, Wb-Nharz 15, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: anslan, -sln vereinz. w elbostf.; ansleit, slei’t an 3. Sg. Präs. Kredel 1927,23, Wedde 1938,78, Klaus 1936,57; slaug - 3. Sg. Prät. a.a.O. 65; [anln] Elbschifferspr. 384 (STE-Tan); anschla’n Krause 1964,20; [lait an] 3. Sg. Präs. JE2-Scho; schlauch an 3. Sg. Prät. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); anjeschla’n Part. Prät. Krause 1964,134; nschln Wb-Nharz 15; anslon Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel); -schloaen Spr-Maa 439 (WO-Ol); [anln] Elbschifferspr. 384 (CA-Ak); nschln, [nln] Wb-Ak 23, Wb-Be.
anspinnen Vb. 1. ‘mit dem Spinnen beginnen’ 3: Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 2. refl. ‘sich allmählich entwickeln, anbahnen’, bes. von Krankheiten und Liebesverhältnissen, 3: vereinz. elbostf. – doa spinnt sick wat an Spr-Maa 439 (WO-Ol).
Lautf.: anspinnen HA-Oh; -spinn’n Spr-Maa 439 (WO-Ol); nschpin’n Wb-Nharz 15.
ansprken Vb. 1. 2: Wb-Altm 6, Spr-Maa 439 (OST-Scher), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – a. ‘jmdn. ansprechen, mit jmdm. ein Gespräch beginnen’ – Vater Hoppe nahmp immerma an Anloof, de Krankenschwester anzusprechen, ... Heimatkalender-Be 1936,156. – b. ‘jmdn. in einer Angelegenheit ansprechen’, auch ‘jmdn. um etw. bitten’ – ik will ’ne dropp ansprken HA-Oh. – c. ‘jmdn. in bestimmter Weise, z.B. mit Namen, ansprechen’ – Als hei se saugar mit Trinecken ansprok, sprung öht op un wolle öhr’n Häckerlingsbüdel griepen. Rauch 1929,30. – 2. ‘jmdn. im Vorübergehen besuchen’ 2: Wb-Altm 6. – 3. ‘gefallen, zusagen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 15, 4: Wb-Be – dat mken schprikt n Wb-Nharz 15.
Lautf., Gram.: ansprken HA-Oh; -spraeken Spr-Maa 439 (OST-Scher), -spräk’n Wb-Altm 6; -sprok 3. Sg. Prät. Rauch 1929,30; nschprken Wb-We* 200, -schprëken Wb-Nharz 15; anzusprechen Inf. mit zu Heimatkalender-Be 1936,156; -jesprochen Wäschke 41920,16; [npren] Wb-Be.
anstken Vb. 1. allg. ‘etw. anstechen’ 2: vereinz. Altm., ZE-Gri Roß, 3: vereinz. w elbostf. – a. ‘etw. durch Einstich öffnen’, bes. ‘anzapfen’ – n’ Ft Beier anstken HA-Oh; Unn nu is de Kaamer (des Hamsterbaus) annestoken. ... Da liet datt Getreide sau twei Hänne hoch. Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim). – b. in versch. Verbdg. auf den Menschen bezogen – einen nschtken ‘jmdn. reizen’ Wb-Nharz 16; hei hat mick schöne annestook’n ‘er hat mich heftig angefahren, gescholten’ HA-Bee; watt anstäk’n ‘schlagen, prügeln’ Wb-Altm 243; hei het b ne hellisch neschtken ‘er ist unangenehm aufgefallen, hat Missfallen erregt’ Wb-Nharz 16; anestoken sin ‘betrunken sein’,  dn, Wb-We 8. – 2. ‘etw. (mit einer Nadel) an etw. befestigen, anstecken’ 3: vereinz. n elbostf. (außer s GA), Wb-Nharz 16, 4: Wb-Ak 23 – Vorsch Fest muß ich noch neie Jard’n nstechen. a.a.O. 23; hai hat sik ne strze (Strauß) annestk’n Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 3. ‘anzünden, zum Brennen bringen’ 2: vereinz. brdb., 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – et hs nschtken Wb-Nharz 16; hei hat ’n Dimm’m (Diemen) anestken HA-Oh; steche ma de Latarne an! ZE-Roß; Hei stok sick de Lüchte an ... Rauch 1929,100; ... denn stoppe hei de Piepe un stok se ahn. Wedde 1938,55; Sprw.: stik et Licht an, wenn de Frösche kwaken! ‘das Aussprechen der Wahrheit beendet jede üble Nachrede’ Sprw-Börde; refl.: hei stickt sich n ‘er errötet, schämt sich’ CA-Fö. – 4. ‘etw. auf jmdn. übertragen oder von etw. erfasst werden’, bes. von Krankheiten, 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 23, Krause 1964,120 – gah nich na Willem – de ... stickt dick an HA-Bee; Schnapp’m (Gähnen) sticht n. Wb-Ak 23.
Lautf., Gram.: Inf.: anstek(e)n, -stk(e)n, [anstkn] Id-Altm, vereinz. elbostf.; [nstkn] QUE-Di; anstäken, -stä(ä)k’n, -schtaek’n, [anstkn] vereinz. Altm., Spr-Maa 439 (JE1-Ran Ziep), vereinz. n elbostf., WE-Oster; nschtëken Wb-Nharz 16; [anten] ZE-Roß; nstechen Wb-Ak 23; 3. Sg. Präs.: steckt an, schteckt - ZE-Gri, Krause 1964,120; stickt - vereinz. n elbostf.; - n CA-Fö; sticket an HA-Oh; sticht n Wb-Ak 23; Imp. Sg.: stick an vereinz. n/mittleres elbostf.; stich oan, n vereinz. anhalt.; steche an ZE-Roß; 3. Sg. Prät.: stok - Rauch 1929,100; stok’e - mit Enklise des Personalpron. m. HA-No; anstok Heimatkalender-Je 1937,76 (JE2-Fi); stok ahn Wedde 1938,55; steek an Berufe-Altm 251; schtachs - mit Enklise des Personalpron. n. Wäschke 61915,10; Part. Prät.: an(n)esto(o)k(e)n, -stken vereinz. elbostf.; nestoken, -schtken Wb-Nharz 16, CA-Fö; [nstkn] QUE-Di; anjestoch(e)n Spr-Asch 19, Richter o.J. 105; njestochen Wb-Ak 23; [antk] JE2-Scho.
Anstt m. 1. ‘das Anstoßen’ 3: Wb-We* 200. – 2. ‘plötzliche Steigung’ 3: Wb-Nharz 16. – 3. ‘Krankheit’ – Sprw.: wenn kinn’r krjen kn’n anstt, so woeren se in n’n joar jrt 2: Spr-Maa 439 (WO-An).
Lautf.: anstt Spr-Maa 439 (WO-An); nschtt, n- Wb-We* 200, Wb-Nharz 16.
anstten Vb. 1. 2: Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel), Francke 1904,51, Spr-Maa 439 (JE1-Ziep), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: Wäschke 61915,115, Heese 21919,32. – a. ‘an etw. stoßen, prallen’ – Sprw.: Un de in’ Düstern tappn, stötn gar to licht an. Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel). – b. ‘jmdn. anstoßen’, auch um ihn auf sich oder etw. aufmerksam zu machen – stoet mick nich an Spr-Maa 439 (WO-Ol); ... hä schtoß Karschtedts Fritzen an un sase: “Wa .. wa .. was is denn dasse – vorschtoppt?” Wäschke 61915,115. – 2. ‘ stottern’, auch ‘lispeln’ 1: SA-Han Scha, 2: verstr. n/mittlere Altm., WO-Ro, verstr. mittleres/s JE2, vereinz. JE1 ö ZE, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: CA-Schw – hei stött an bin Spreken WE-Sa. – 3. ‘die gefüllten Gläser leicht aneinander stoßen, um auf jmdn./etw. zu trinken’ – lt üsch ml dropp ansteten 3: HA-Oh. – 4. ‘unangenehm auffallen, Missfallen erregen’ 3: Wb-Nharz 16.
Lautf., Gram.: Inf.: anstö(h)t(e)n, -stoet’n SA-Han Scha, vereinz. OST, WO-Ro, JE2-HBe Kar, JE1-Dan, Spr-Maa 439 (JE1-Ziep), verstr. n elbostf., vereinz. mittleres elbostf., WE-Sta, BLA-Wie; -steten, -stötn HA-Oh, Id-Eilsa 49; -stet(e)n, -stt’n, -schte(e)t(e)n JE1-Ge, vereinz. mittleres/ö elbostf.; nschtten Wb-Nharz 16; anstoßen, -stohsen JE1-Prö, CA-Schw, Heese 21919,32; 3. Sg. Präs.: stött an, stödt -, schtött - verstr. n/mittlere Altm., vereinz. mittleres/s JE2, JE1-Gö Grü, verstr. w elbostf.; stött ahn WE-Il; stett an ZE-Dü Ned, WA-Alt; stott - WE-Elb; stöhst - ZE-Buk; stohst - CA-Ca; steehst - CA-Salz; 3. Sg. Prät.: stott - Francke 1904,51; schtoß - Wäschke 61915,115.
anstrken Vb. 1. ‘anstreichen, mit Farbe versehen’ 3: vereinz. n/w elbostf. – ’t hs anstrk’n Spr-Maa 439 (WO-Ol). – 2. ‘mit einem Strich kennzeichnen, hervorheben’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 24 – Dn Tch willich mich in Kalen’ner rt nstreichen. a.a.O. 24. – 3a. ‘sich jmds. Fehlverhalten merken, um es ihm später zu vergelten’ 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. (außer sö), 4: Wb-Ak 24 – die Jemeenheet wer ick dich noch anstreichn ZE-Roß. – 3b. in der Rda.: (nen) wecke anstrken dass. wie  anstwen 3., 3: Wb-We 8, Wb-Nharz 16. – 4. ‘ein Streichholz anzünden’ 3: vereinz. n/w elbostf. – 5. ‘irgendwo anstreifen’ – Rda.: Es kann “en Fieder Hei’ rinfahren, et striekt nich an”. von einem breiten Mund gesagt, 3: Vk-Anhaltc 95 (BA-Ra).
Lautf., Gram.: anstri(e)k(e)n, -strk(e)n, -strk’n Spr-Maa 439 (WO-Ol), verstr. w elbostf.; -schtriken Sprw-Börde; striekt an 3. Sg. Präs. Vk-Anhaltc 95 (BA-Ra); nschtrken Wb-Nharz 16; anstreichn ZE-Roß; nstreichen Wb-Ak 24.
antrecken Vb. 1. (refl.) – a. ‘(sich) anziehen, ankleiden’ 2: vereinz. Altm. JE2, verstr. JE1, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – trecke die Handschen an, et is kolt! JE1-Zi; ick hewwe dän jung’n annetreckt Spr-Maa 440 (WO-Ol); Un nu sahkse, daß Weiweßen noch Biljetter krichten die nich so fein anjetrekt warn wie sie. Heimatkalender-Be 1936,154; ... Unnerhosen, Unnerjacke un Hanschen treckt’n wi nich an, dät war unner unse Würde, ... Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Rda.: sick watt antreck’n ‘eine Äußerung auf sich beziehen’ Wb-Altm 6; Sprw.: wn dat Kld passet, dei trekket et n ‘wer sich angesprochen fühlt, ist gemeint’ Wb-We 8. – b. vorw. in versch. Verbdg.: ‘(sich) warm einhüllen, anziehen’,  inmummeln, 1: SA-Bre Sla, 2: verstr. n/sw Altm., WO-Ro, JE2-Ba KlWul, JE1-Grä Zi, 3: verstr. elbostf. – orndlich antrecken WA-Wa; bannich vöel antreckn SA-Kal; got wam Tüch antrecken SA-Sla; der hat seck dicke anetreckt BA-Rie. – 2a. ‘ein Seil straff ziehen’ 3: Wb-Nharz 16. – 2b. ‘etw. festziehen’ – ’ne Schrwe antrecken 3: HA-Oh. – 3. ‘sich (ruckartig) in Bewegung setzen’, von Pferden, 2: Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie), 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Ak 24, Wäschke 61915,18 – Un da sase “Hü!”, de Pfere trecktn an, un durthin junks. a.a.O. 18; ... de olln Zirkuspäere wollten nich wedder antrecken; ... Heimatkalender-Je 1927,118 (JE2-Vie). – 4. ‘gut eindringen’, von Feuchtigkeit in den Ackerboden, 3: Wb-Nharz 16. – 5. ‘irgendwo hinziehen und sich dort niederlassen’ 2: Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie), 3: Wb-Nharz 16 – d lde sint hr stern rscht netrekt a.a.O. 16.
Lautf., Gram.: antreck(e)n, -kk-, [antrekn] Inf., treckt an 3. Sg. Präs.; außerdem: [antrek] JE2-Scho, Mda-nwJe1b 64 (verstr. n JE1); anträcken GA-Wiep; träckt an 3. Sg. Präs. Bewohner-Altm 2,246; ahntreck(e)n, aan-, n-, -kk- vereinz. mittleres/s elbostf.; n-, [ntrek()n] OSCH-Har, QUE-Di, Wb-Ak 24, Wb-Be; 3. Sg. Prät.: antreckte Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); 1./3. Pl. Prät.: trecktn an, treckt’n - a.a.O. 1923,99 (JE2-Fi), Wäschke 61915,18; Imp. Sg.: trecke an JE1-Zi, WE-Zi; treck -, [trek an] Matthies 1903,25, JE2-Ba Scho, Spr-Maa 440 (WO-Ol); Part. Prät.: anjetrekt Heimatkalender-Be 1936,154; an(n)etreckt Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; a(h)ne- vereinz. sw elbostf.; njetreckt Wb-Ak 24; antrackt OST-NiGö.