anzeigen Vb. 1. ‘gegen jmdn. Anzeige erstatten’, auch ‘jmdn. denunzieren’ 2: Spr-Maa 440 (STE-Scher), vereinz. mbrdb., 3: vereinz. n elbostf., 4: Wäschke 61915,61 – h hätt m anzäijet vört jericht Spr-Maa 440 (STE-Scher). – 2. ‘(in der Schule) durch Handzeichen zu Wort melden’ 2: ZE-Roß, 3: QUE-Di.
Lautf., Gram.: anzeigen, -zeij(e)n, -zaijen Spr-Maa 440 (STE-Scher), ZE-Roß, vereinz. n elbostf.; -zeien Wäschke 61915,61; [antsait] Part. Prät. Mda-nwJe1a 41 (JE2-HSe, JE1-Ih); annezeiget, [-tsaijt] Part. Prät. a.a.O. 41 (JE1-Re), Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie); nzgn QUE-Di.
pe m. 1. 1: SA-Dä, 2: verstr. Altm., JE2-GrWu Scho, JE1-Zie, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – a. TiN ‘Affe’ – ... un hadde ’n richtijn, lewendijn Affn uffn Leierkasten sitzn. Krause 1964,96; Rda.: ick schwitze wie’n Affe JE2-GrWu; He is so neitschierig as’n Ap. Spr-Altm 83; dat is grade wie wenn en Affe in’n Kalender kucket, von einem unverständigen Menschen, Sprw-Harzvorlg 264; he süt t, ass wenn äm ’n Aop lst! ‘er sieht vergnügt aus’ Wb-Altm 8; Ick denk, mäi lust’ de Aop. Ausruf der Bestürzung, Bewohner-Altm 1,320; et hat sek’n Ape elusetAusruf der Enttäuschung, Wb-We 9; Sprw.: je höhger de Affe stigt, je mehr wieset hei ’n Aars WO-Gu; wat von’n Affen kimmt, will sich lusen, wat von’n Kater kimmt, will musen Sprw-Börde; Wat doo’k dänn met’n Aopen, wenn’r nich danzen kann. ‘Was tue ich mit einem Unternehmen, wenn es keinen Nutzen bringt.’ Bewohner-Altm 1,320. – b. Schimpfwort ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, auch ‘alberner, eingebildeter, hochmütiger Mensch’ – diu Aop diu SA-Dä; Bist ’ne ape. zu einfältigen Mädchen oder Frauen gesagt, Id-Eilsa 49; wutte ml ’n Affen seihn? – kk in’n Speijel! HA-Oh; Sprw.: Wat’n Ap is, dat süt’n ant Mul. Bewohner-Altm 2,130. – 2. bes. in der Verbdg.: pe, Ber, Klsener ... Ballspiel der Kinder, ausf. vgl. Abe-Babe, 2: OST-Rä, JE2-NSchl Scho, 3: verstr. n elbostf., CA-KlRo. – 3a. in versch. Verbdg.: ‘betrunken sein’,  dn, 2: vereinz. STE, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Ha – he hät Aopen STE-Go; ’n Affen upgehuckt WO-GrGe; dreget ’n Affen haime BA-Ha. – 3b. bes. in der Verbdg.: sik nen pen kpen ‘sich betrinken’ 2: Bewohner-Altm 1,320, 3: Spr-Maa 428 (WO-Ol), 4: Wb-Ak 13 – Reim.: Kannst du nich slaopen, köp däi ’n kleinen Aopen. Bewohner-Altm 1,320. – 4. ‘Tornister des Soldaten’ 3: HA-Oh.
Lautf., Gram.: A(a)pe, pe, [p] verstr. n/w elbostf., Id-Quea 142; oape, [p] JE2-Scho, vereinz. s WO; A(a)p, Aop, Oap, [p] verstr. Altm.; [aop] SA-Dä; Aopen, Oapen Dat./Akk. Sg. Bewohner-Altm 1,320, STE-Ho Wi; Aopen Akk. Pl. STE-Go; Affe GA-Bo, JE2-GrWu, JE1-Zie, verstr. elbostf., vereinz. anhalt.; Aff GA-La; Aff(e)n Akk. Sg. verstr. elbostf., BA-Ha, Krause 1964,96; f. belegt (1b.) vereinz. w elbostf.
re f. ‘oberster Teil des Getreidehalms, an dem die Körner sitzen, Ähre’ 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm. JE2 ö JE1, JE1-Kö, verstr. ZE, 3: verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., 4: verstr. omd. – dia Oarn sinn all ripe ZE-Mü; d Rong het jrte re JE2-Scho; mor jn orn lsen DE-Ca; ... Weiten ... dichte ’wussen mit grote vulle Ahren, ... Wedde 1938,94. – Volksgl.: Wenn’n strhalm mit ’ne oare in de stbe licht, denn jifftet besch. Spr-Maa 441 (OSCH-Schw). Je nachdem, an welcher Stelle der A. das Getreide zu blühen anfing, sollten niedrige, mittlere oder hohe Getreidepreise erzielt werden. Brauch-Rie 745.
Lautf., Gram.: Sg.: A(h)re, Aare, re verbr. w elbostf., WA-See; r GA-Wef; Ao(h)re, Oa(h)re, re, [r] Id-Altm, JE2-Scho, JE1-Ma Zi, vereinz. elbostf. anhalt.; Aor Wb-Altm 8; [ar] vereinz. ZE; [] SA-Rist; Ä(h)re, aere, ëre, [r] ZE-Bur Roß, vereinz. s elbostf. omd.; re Wb-Nharz 51 (BLA-Hü), Mda-Sti 21; Pl.: Ahr(e)n verstr. elbostf., CA-Lö, DE-Vo; Ahren Dat./Akk. Wedde 1938,94; Oa(h)rn, Orn SA-Pe, STE-Ho, ZE-Mü, Bauernwelt-Ze, BA-Re, CA-Do Lö; [oarn] WA-Neu; an SA-Me; [aon] SA-Dä; Ähr(e)n OST-Fle, JE2-GrWu Gü, JE1-Bü Kö, OSCH-Be, CA-Brei Schw, Richter o.J. 31; Ähr JE1-Zie; Ehren Vk-Unterharza 70 (BA-Schie).
Arfte f. PflN 1. ‘Erbse’, bes. die Frucht, verbr. – Erften utpaalen Id-Altm; dick Erften met Speck Mittagsgericht, OST-Ost; wie äten hüte Arften JE1-Scha; kannste mich inne rwessen a Schticke Wurscht rinschneiden? BE-Grö; “Up mine Heimoathen hewwe ick ens Erwten ’esät, ...“ Heimatkalender-Je 1923,94 f. (JE2-Vie); Rda.: klappert, wie de Arfte in Potte von jmdm. gesagt, der redegewandt seine Ware feilbietet, Sprw-Börde; hei is bange w de Arfte in’n Potte ‘er ist sehr ängstlich’ BLA-Brau; Sprw.: ne blinne dwe fint k ne arfte Spr-Maa 441 (WO-Ol); dree Arften in de Schöttel makt mehr Lärm as wenn se vull is HA-NHa; Rätsel: wo (wie) kümmt’n Ärvt wer’d Woater? – rund, STE-Wa;Hans Pralle
Fällt von’n Stalle,
Will ween’n,
Un hat keen Oegelkn.
– die Erbse, Lieder-Ma Nr. 394 (HA-Sa);
Kinderlied:Plück, plück Ärften
Wenn de Panmann km
Un slg uns um de Bn,
Ach wo woll’n wi wn.
Wb-Altm 7.
– Volksgl.: Um ein Aufpicken frisch gelegter Samen der A. durch Hühner oder Tauben zu verhindern, nimmt man vor dem Legen, das schweigend erfolgen muss, drei Samen in den Mund, die am Ende der Arbeit in ein offen gelassenes Loch gespieen werden müssen. Bewohner-Altm 2,288. A. sollen zwischen elf und zwölf Uhr gelegt werden, um Maden fern zu halten. Brauch-Anhalt 59 (HA-Hi). – 2. in der Verbdg.: wille arfte ‘Bärenschote’ 3: Wb-Nharz 17.
Lautf., Gram.: Arfte, [arft] Sg., -(e)n, [-()n] Pl. OST-Bert, vereinz. n WO, verstr. JE1, vereinz. ZE, verbr. elbostf., Mda-Sti 125; arft Spr-Mab 399 (WO-An); Arwten Pl. STE-Ja Wa, JE1-Ge, verstr. elbostf.; Arrefte, Arft OSCH-Di, QUE-Di; A(r)fk(e)n Pl. SA-HDo Mel; [arwst] verstr. ZE; Arwesse, -weße, [arws] Sg., -n, [-n] Pl. vereinz. ZE, QUE-Asch, Dialekt-Ma 4 (CA-We), vereinz. omd.; Arrewesse Wb-Ak 26; Arbse Sg., -n Pl. JE1-Flö Pre, ZE-Buk Jü, vereinz. CA; Arbesse vereinz. CA; [ftn] Pl. SA-Dä; [rwz] vereinz. DE, [rwesn] Pl. Vk-Ask 374; hbsen Pl. BE-La; Aorwessen Pl. CA-Lö, DE-Kle; rweßen Akk. Pl. BE-Grö; Ä(r)ft, [rft] SA-Rist, vereinz. Altm.; Ä(r)ften, [ärftn] Pl. SA-Dre, vereinz. ö Altm. JE2, JE1-Wo; Ä(r)wten Pl. vereinz. nwaltm. ö Altm., JE2-GrMa; Ärfk Sg., -n Pl. vereinz. nwaltm.; Äwgnen Pl. SA-Fa; E(r)ften Pl. vereinz. nwaltm., verbr. nbrdb. n mbrdb., vereinz. elbostf.; E(r)wten Pl. vereinz. nbrdb. n mbrdb., HA-Ack; Erfk Sg., -en Pl. vereinz. nwaltm., OST-GrGa Har; Erbesse WA-We; Erwesten Pl. ZE-Brä Sta; Erpis veralt. JE2-Pa; [rft] Pl. JE2-Scho; Ääften Pl. SA-Kun Stö; Äerften Pl. OST-Ze; Eärften Pl. SA-Stei; Eaften Pl. STE-Kre.
Arftenmmke f. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Erbsenfeld sitzt’,  Roggenmme – Den Kindern wird mit der A. gedroht, um sie vom Betreten des Feldes abzuhalten, 2: Spr-Maa 441 (GA-Mie).
Lautf.: fk’mmoenk Dim.
armlich Adj. 1. ‘ärmlich, dürftig, kümmerlich’ 3: Spr-Maa 441 (JE1-Ran), 4: Wb-Ak 26 – Bei d is’t sre arremlich. a.a.O. 26. – 2. ‘jämmerlich, mangelhaft, unzulänglich’ – Sprw.: Wr arrem is, word  arremlich behan’lt. 4: a.a.O. 26.
Lautf.: armlich Spr-Maa 441 (JE1-Ran); arrem- Wb-Ak 26.
rslock n. 3: Spr-Maa 442 (WO-Ol), verstr. w elbostf., Sprw-Börde, 4: BA-Schie, vereinz. w anhalt. 1. ‘After’, derb – auf die neugierige Frage “wu wisst’n hin?” wird schroff abweisend geantwortet: “noa Oarschlockstimm” Spr-Maa 442 (WO-Ol); Rda.: Arschlock hoch Amereka ‘auf einer Gesellschaft ging es hoch her’ Sprw-Börde; t’n rse int rschlok kommen ‘vom Hundertsten ins Tausendste kommen’ Wb-Nharz 18. – 2a. Schimpfwort – d rslock! HA-Oh; S an rschloch, jiwwet mich d anne Schelle! Wb-Ak 26. – 2b. Kosewort für ein kleines Kind.
Lautf.: Arslock vereinz. w elbostf.; Arsch-, rschlok(k) Sprw-Börde, Wb-We 10, Wb-Nharz 18; Arschloch BA-Schie, CA-Sa; oarschlock Spr-Maa 442 (WO-Ol); rschloch, [rlo] Wb-Ak 26, Wb-Be.
rsupgang m., nur in der Rda.: dai junge vertellt jeden oarschopjank tau hs ‘der Junge erzählt zu Hause jede Kleinigkeit’ 3: Spr-Maa 442 (WO-Ol).
rtlich Adj. 1. dass. wie  rtig 1., 1: SA-Dä, 3: Wb-We 10, BLA-Brau – dai Klaosbiua bringt Nait un Abbn (Nüsse und Äpfel) fer oatlich Kinna SA-Dä. – 2a. dass. wie  rtig 2a., 3: vereinz. s elbostf., 4: Mda-Sti 125 – en rtlijes Frnzen (Frauenzimmer) QUE-Di. – 2b. dass. wie  rtig 2b., 2: Kredel 1929,26, 3: Wb-Nharz 18 – En oartlich Knecht, de socht ’n Burn, De Lon un Bett äm gaf un Brot ... Kredel 1929,26. – 2c. ‘gut entwickelt, kräftig’ – en rtlich bmeken (Bäumchen) 3: Wb-Nharz 18. – 3. ‘merkwürdig, seltsam, sonderbar’, auch ‘schlecht’ 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf. – me is so aordlich GA-KloNeu; dt is jon alichen Buddel (Flasche) STE-KlMö; Was (sei) nich so aortlich ‘benimm dich nicht so sonderbar’ Wb-Altm* 49; der himm’l isso artlich ‘das Aussehen des Himmels verspricht Regen und Wind’ Spr-Maa 442 (vereinz. n CA); de kau melkt sick aartlich (weil Narben an der Zitze sind), Wb-Holzl 57 (HA-Wo).
Lautf., Gram.: a(a)rtlich, rt-; außerdem: aort-, aord-, ort-, rt- vereinz. Altm.; [rtlijs] attr. st. n. Nom. Sg. QUE-Di; [otli] SA-Dä; alichen attr. m. Akk. Sg. STE-KlMö.
Artsche f. TiN 1. ‘Hänfling’ 2: Wb-Altm 7, 3: vereinz. w elbostf. – in Gern sitt ’ne Ärtsche HA-Oh. – 2. ‘ Goldammer’ 3: HA-Bre. – 3. ‘Grauammer’ 3: Wb-Holzl 57 (WA-KlWa). – 4. ‘Gartensänger?’ 3: a.a.O. 57 (HA-Eim), Hbl-Ohre 1930 Nr. 2/Wöhlbier (HA-Eim) – Awer an besten singen von alle, datt dei dee Atsche. a.a.O. – 5. ‘Grasmücke’ 3: Spr-Maa 442 (HA-Alv).
Lautf.: Artsche Wb-Holzl 57 (WA-KlWa); Artsch Wb-Altm 7; Atsche Wb-Holzl 57 (HA-Eim), Hbl-Ohre 1930 Nr. 2/Wöhlbier (HA-Eim); oartsche Spr-Maa 442 (HA-Alv); oartsch a.a.O. 442 (GA-Esch); Ärtsche HA-Oh; Erdsche, Ert- HA-Bre, OSCH-De.