Brdegam m. ‘Verlobter, fester Freund’, auch ‘Mann an seinem Hochzeitstag’ verbr. – ... mei keemt so vör, as wenn d’ Deern schon ’n Brüjam ha ... Heimatkalender-Altm 1931,85 (Altm.); Wie se beide noch lüttge Krabben waren, harr’n se immer schon tesamme Brut un Bräddigam ’espelt ... Lindaua o.J. 10; de Braud is schonn d, dor Braidchen fld noche BE-Il; Wittch war nämlich’s Preitchen von ihre Tochter Lieschen. Wäschke 71913,3; Rda.: sieht ut wie’n Bredijam von einem herausgeputzten Mann, Sprw-Börde; Sprw.: Brut und Brietchen schieten up een Hipchen (Häufchen). ‘Es finden meist Eheleute ähnlicher Vermögensverhältnisse zusammen.’ Vk-Anhaltc 12 (ZE-Na). – Volksgl.: Ist ein B. seiner Braut untreu geworden, muss sie eine Haarlocke von ihm kochen. Abergl-Altm 19. – Brauch:  Hochtt.
Lautf.: Brüdigam JE1-Bü; Brüti- GA-Ip; Brütgam, -jam, Brüd-, [brtjam] SA-Ku, verbr. n Altm. (außer nö) n GA, verstr. mittlere Altm., vereinz. nö STE, verstr. nw JE1; Brütcham, [brtam] SA-Pa, STE-Buch; Brütgen, Brütjen, Brütchen, [brtn] vereinz. w JE1; Brügam, -jam, [brjam] verbr. n Altm., GA-Klö Wern, JE2-Schö; Brüam OST-Hö KlBeu; Brüem JE2-Mö; Brüjm OST-Kre; Brü(ü)m, [brm] z.T. veralt. SA-Bru Je, vereinz. nö GA, verbr. OST (außer n Rand) STE JE2 n JE1; Brü WO-Ro; Bruddegam SA-Se; Bride- JE1-Ziep; Brietgen, Brietj(e)n, Brietch(e)n, [brt()n] verstr. w/s JE1 ZE, verbr. sö elbostf., vereinz. nthür., Wb-Ak 40, BE-Dro; Brietche WA-We, QUE-Di; [brlejn], [brlin] Mda-Ze (ZE-Gro); [brjam] SA-Rie, OST-Ga; [brm] OST-Flee Ga; Bröddejam WO-Ro, vereinz. n elbostf.; Bröddi- verstr. n/mittleres elbostf.; Bredde-gam, -jam, [bredgam, -jam] verbr. s Altm. elbostf. (außer sö); predejm Mda-Sti 6; Breddigam, -jam, [bredijam] verstr. n/mittleres elbostf., Vk-Harz 8,30, vereinz. n WE, BLA-Bö; Bräddejam vereinz. HA BLA; Bräddigam, -jam WO-Col, Rauch 1929,127, vereinz. mittleres elbostf., BLA-Be; bei folgenden, im Kürze-Gebiet liegenden Belegen ist nicht eindeutig zu ermitteln, ob Länge oder Kürze vorliegt: Brödejam HA-KlBa; Brödigam, -jam HA-Hu So, OSCH-Har; Bredegam, -jam WA-Sa, vereinz. HA, WA-Un, vereinz. n WE; Bredigam, -jam vereinz. mittleres/sw elbostf.; Brädejam Id-Eilsa 54, BLA-Rü; Brädigam, -jam CALV-Calv, HA-So, vereinz. OSCH n WE; Bradigam WO-Eb, WA-Schl; Bräutigam WO-We, JE1-Mö, ZE-Steu; Bräutjam JE1-Zie, CA-Sta; [broetam] WO-Zi; Bräugng SA-GrGe Han; Bräugn, [broi] verstr. nwaltm.; Braidijam WA-Do; Breite- DE-Grie; Breit- Richter o.J. 70, DE-Je; Breitch(e)n, Breitj(e)n, [brait- ()n], [braidn] vereinz. s ZE, QUE-GrSchie, BA-Ba, CA-Ca, verbr. anhalt.; Preitchen, [praitn] Wb-Be, Wäschke 71913,3; [bri] SA-Ch; [braeg] vereinz. n nwaltm.; Breign, [brae] vereinz. n nwaltm. – Etym.: zu gleichbed. mnd. brdegam, -gom, brem, brdegam, 2. Glied zu ahd. gomo, got. guma ‘Mann’, das lat. homo ‘Mensch, Mann’ entspricht, vgl. HWb-Mnd 1,356, Kluge242002,147; die -chen, -jen-Formen werden z.T. als Dim. aufgefasst und erhalten deshalb neutrales Genus, vgl. Wb-BrdbBerl 1,716, Wb-Obersächs 1,301.
Chr m., n. 1. ‘Empore, galerieartiges Obergeschoss in der Kirche’, dort versammeln sich (wie z.T. auch bei 2.) die Kinder zur Bibelstunde und zum Singen, 1: SA-Scha, 2: SA-HHe, GA-Kö, verstr. mittlere Altm., verbr. ö Altm. n/mittleres JE2 mbrdb., 3: verstr. elbostf. (außer sö dort verbr.), 4: verstr. omd. – ik j bun (nach oben) nt Kr JE2-Scho; ... Sönndas, wenn wie nich opp’n Kauert bruken dein ... ’... wenn wir nicht in die Kirche mussten ...’ Heimat-Ohre 1922/Wöhlbier (HA-Eim); ... nu warsch inne Paschlewwer Kirche so, ... ungene saßen bloß de Weiwer, de Männer awwer saßen omn ufs Chor. Wäschke 71913,13.  Empore Galer Prche. – 2. ‘Raum in der Kirche vor dem Altar’ 3: vereinz. w elbostf. – 3. ‘Gruppe gemeinsam singender Personen’, vgl. aber auch Korps, 4: Wb-Be.
Lautf., Gram.: Chor, Koor, [kr], (nbrdb.: [k], anhalt.: [gr]) SA-HHe Scha, GA-Kö, verstr. mittlere/sö Altm., verbr. nö Altm., vereinz. n JE2, verbr. mittleres JE2 mbrdb., verstr. elbostf. (au- ßer sö, dort verbr.) omd.; Koer OST-Schö; Chore JE2-HGö (f.), BA-GrAls, CA-Bru (f.); Kaur OSCH-Di, Id-Eilsa 70; Kauert verstr. HA; Chur, Kuur, (nbrdb.: [k]) vereinz. nw/sö OST, STE-Neue Schi, verstr. ö STE, verbr. n JE2, Serimunt 1932 Nr. 65; Ku’er, Chuer STE-Hü, JE2-Kam Scha, CA-KlRo, Wäschke 41919,120; Chuor JE2-GrMa; im Gebiet Nebeneinander von n. und m., nur im Anhalt. Dominanz von n.
dat I. best. Art. n. Sg. allg. – dat Jetreide WA-KlOsch; dätt Geld SA-Rist; det Kalf ZE-Stre; inn Harwest fällt dat Loof WA-Alt; das Wetter ist schlecht DE-Ho; det Koarn is öwerrieb OST-Los; ’t Kint hat Aa maket Id-Eilsa 45; dr muss des Brd ailinge (ohne etw. dazu) essen CA-Chö; Sprw.: Jifft Gott dat Häseken, jifft’e ok dat Gräseken. HA-Bar; Bauernregel: no Lichtmeß traut de Voß det Iß nich mehr OST-Dü; in unbetonter Stellung: t’ Kind Wb-Holzl 74; ’s Haus zuschlßen Wb-Ak 46; Genus abweichend von der Standardspr.: dat Mek (Milch) SA-Dä; dat Sapp (Saft) Wb-Altm 257; wie willt mal dat Schrank affrücken HA-Bee; et schütze dat Liew vor Külle. Wedde 1938,82; dat Karnl is verstopped BLA-Brau; vor subst. Inf.: dat ofte Prau’m (Proben) Wb-Holzl 147; Nu geiht dat Nöähl’nt un Kläöternt an ... Pohlmann 1905,45; vor subst. Adj.: Düt wer dät Allerbest. Kredel 1929,167; Oma hat dat Lütje up’n Schot CALV-Calv. – II. Demonstrativpron. n. allg. – 1. in Bezug zu einem Subst. ‘dieses’ – dat (eines von mehreren) Glas hatn Knacks WO-El; b dat prt g ek nich b Wb-Nharz 27; Dat een oll Perd was beestig klok ... Pohlmann 1905,4; nachgestellt: saun haun (Huhn) dat Wb-Nharz 38. – 2. in subst. Funktion – merke dick dat WA-Un; du kannst dat ruhij midde anneseihn HA-Bee; kannste das nich besser machen? DE-Ho; nu kieke dick dat doch blot mal an WO-Da; dat is en ganzen Klauken HA-Oh; Dat harre dai Hexe r nedn. Mda-Harz 17 (BLA-Hü); Das kann ich ... janz jenau sa’en ... Heimatkalender-Be 1936,156; det (Konj. s. IV.1.c.) det nich jeht, seht doch jeder ZE-Roß; ... dachte ... wedder an das, wasse heite frieh Neies ... jehiert hadde ... Wäschke 61915,114; für weibl. Personen: ... Annecken ..., dat freut sick all sau opt Fäutewaschen, ... Rauch 1929,14; in Gesprächen über dritte Personen unabhängig vom Geschlecht: dat harre hellische Kartuffeln ernt QUE-Hau; Rda.: wat helpt dät all, wenn’t all nich helpt! OST-Ost; Dät will’n wäi äm nich up de Näs’ binn’. ‘Das werden wir ihm nicht erzählen.’ Bewohner-Altm 1,352; Sprw.: wat de Bur nich will, det deit he nich STE-Do; wat mick nich brennt, dat puste ick nich ‘was mich nicht persönlich betrifft, ist mir egal’ Sprw-Börde. – 3. anstelle von unpersönlichem es – det rengt aber düchtig JE2-NeuWa; Nomerrach (Nachmittag) gifft dat Kauken SA-Bee; det is schlimm mett de Pissmieren (Ameisen) ZE-Brä; Das schadt doch niche! Wäschke 71913,4. – III. Relativpron. n. vereinz. – ... dat erste Jahr, dat hei ute Schaule war, harre hei ... als Kauhjunge deint ... Rauch 1929,135; dat Prd, dat den Hawern verdeint hat, kriggt ne nich Wb-We 48. – IV. Konj. allg. – 1. Nebensätze einleitend. – a. Subjektsatz – Et war man gut, dat schließ- lich Hauptmann Knöselmeyer mit sine Mannschaft affmarschieren dei un de Vorrhang daljung. Lindauc o.J. 38. – b. Attributsatz – In ihre Not nuh, daß se den Varsch widder verjessen kinne, ... Richter o.J. 23. – c. Objektsatz – Un nu sahkse, daß Weiweßen noch Biljetter krichten die nich so fein anjetrekt warn wie sie. Heimatkalender-Be 1936,154; ... heertn, daß Krausen schlachten tadn. Alt-Cöthen 76; ... un doato ha eahr Mudder eam deatt strengst’ns anbefoahl’n, deatt he Klock fief wearrer müßt to Hus sick infin’n ... Matthies 1903,1 f.; Hä wußte nämelich, daß Ballenstedt anhältsch un Thale preisch is ... Heese 21919,49; Se han druf njetrn, daß de Hippetk jelescht word. Wb-Ak 24; Rda.: hai iss nich waert, datne de sunne beschnt Spr-Mab 397 (WO-Ol). – d. Adverbialsatz – zeitlich: dat (als) ek d sau schtunt, km en hse jelpen Wb-Nharz 37; Rda.: nu, datt (da) de Hals aff iss, nu will’r krei’n ‘wenn es zu spät ist, will man sich bessern’ Wb-Altm 276; modal: d mustt so maken det et inn Kwer jait Mda-nwJe1a 51; Rda.: lacht, dat de Kiwwecken blaumen ‘er lacht laut, mit weit aufgerissenem Mund’ Sprw-Börde; Arbeiten, dat de Swaorn knack’n. Spr-Altm 79; konsekutiv (Folge): se wonen sau nahe dat se seck afraupen konnen. Id-Eilsa 46; Uff’n Hof wärd allens hinjestawwelt, daß me in Dustern driwerwech fallen kann. Spr-Asch 42; Sprw.: ehe dä Fule tweimal geiht, slept hei, dat ne de Buk weih deiht WE-Velt; final (Zweck): up jede Satte koam en poar Schplett, det man de ändere weder druppschtell kunne ZE-Ste; ... denn will ich dich schon drewwelieren (bedrängen), daß ich mei’n Willen kreie ... Wäschke 61915,141; Rda.: Unse Harregott stü’rt alle hohen Böme, dat se nich in’n Himmel wasset Sprw-Harzvorld 382. – 2. in Verbdg. mit anderen Einleitungswörtern von Nebensätzen – damid dat ... Wb-Holzl 74; wrumme dat ... Wb-Nharz 37; indem dat ick da schtund Sprw-Börde; Sau jung dat nu ne ganze Wiele hen mit dat Vortellen, bet dat de Büdel leddig war un keinder mehr wat wußte. Wedde 1938,55. – 3. zur Einleitung von Ausrufen (in Nebensatzform) – dat d dat nich wer deist HA-Oh; Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; ... dät ick Dämlack nich ihr daran dacht hew’!“ Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); nach Imper.: s rtich un datte nich furt geist Wb-Nharz 38.
Lautf., Gram.: Art.: entgegen dem Befund des DSA und den Darstellungen in den Handbüchern dominieren im Nbrdb. (nach Fragebogenabfrage ‘das Pferd wiehert’) keineswegs die dät/det-Belege, sie halten sich dort die Waage mit dat (vgl. auch Möhringim Nd. Jb. 123 (2000). S. 93): dat verbr. nwaltm., verstr. Altm. (außer Südrand, dort verbr.) JE2, vereinz. JE1 (außer w, dort verstr.), allg. elbostf., vereinz. s CA (ältere Generation), unbetont gekürzt zu ’t verstr. nd. (vgl. aber auch  et); das vereinz. s nd., allg. omd.; [ds] BA-Ha; dät verstr. SA, vereinz. n GA, verbr. ö Altm. (außer n WO), verstr. JE2, JE1-Lö, ZE-Kö; det SA-Ta, verstr. nbrdb., verbr. mbrdb., vereinz. s GA w JE1; deatt Matthies 1903,3; des Wb-Ak 46, CA-Chö, unbetont verkürzt zu ’s BE-Gü, DE-Or Vo (vgl. aber auch et); Akk. wie Nom.; Demonstrativpron.: hier verschiebt sich das Gewicht im Nwaltm., Nbrdb. und im n JE1 zugunsten von dät/det: 19 Orte haben beim Art. dat, beim Demonstrativpron. (nach Fragebogenabfrage ‘das habe ich in der Schule nicht gelernt‘) dagegen dät/det, das Verhältnis von dät zu det bleibt ungefähr gleich, die anhalt. Orte mit des, (e)s beim Art. verwenden hier das; Konj.: ähnliche Verteilung wie beim Demonstrativpron., allerdings keine flächendeckende Abfrage; Enklise des folgenden Personalpron. 2. bzw. 3. Sg. zu datte(r) verstr. elbostf.; dasse verstr. anhalt.
Dreckswalwe f. 1. TiN Schwalbenart, 1: SA-Dä. – 2. dass. wie  Dreckhmel, 2: JE2-Scho, 4: Spr-Anhalt 169. – 3. ‘Maurer’, scherzh.,  Mrer (n.Z.), 2: Wb-Altm 39, 3: Spr-Asch 40, 4: vereinz. anhalt. – ... Dreckschwalmn (wiese zu de Mauer san) ... Wäschke 71913,71.
Lautf., Gram.: Dreckswalw Wb-Altm 39; [drekwalu] JE2-Scho; [-waiwak] Dim. SA-Dä; Dreckschwalbe Sg., -n Pl. Spr-Asch 40, Spr-Anhalt 169 und 175, BE-Grö; -schwalmn Pl. Wäschke 71913,71; [trekwalwe] Wb-Be.
einzeling Adj. ‘einzeln’ – ... das war das Vorzimmer, un da saß ane eenzlinge Frau drinne. 4: Wäschke 71913,35.
flm(i)sch Adj. veralt. 1a. ‘groß, stark, kräftig’ 1: SA-Brie Han, 2: verstr. w Altm., verbr. ö Altm., JE2-Fi Wa, vereinz. mbrdb., 3: vereinz. w elbostf., JE1-Ca Wol, WA-Re Schw, 4: verstr. w/mittleres anhalt. – det is n fläämsch’n Kerl GA-Fau; ... weile doch mit seine fuffz’n Jahr schuen an flämscher Pengel war ... Wäschke 71913,29; flämsche Portion JE1-Mö; flämsch Glück SA-Bad. – 1b. ‘ungeschickt, unbeholfen, schwerfällig’ 2: OST-Drü, STE-Ka Tan. – 2a. ‘grob, ungeschliffen, unhöflich, frech, flegelhaft’,  unrtig, 1: SA-Böd, 2: GA-Ho, vereinz. STE, ZE-Buk Reu, 3: verstr. w elbostf., vereinz. ö elbostf., 4: Vk-Anhalta 70. – 2b. ‘finster, unfreundlich’, vom Aussehen,  brummig, 2: Wb-Altm 52, STE-Wa, 3: verstr. elbostf. – eine flämsche Miene BLA-Ta; hat en fläämsch Gesichte maket WE-Sa. – 2c. ‘böse, niederträchtig’ 3: OSCH-Ba, WA-Schw. – 3. ‘drollig’ 3: Wb-Nharz 210. – 4. ‘sonderbar, eigenartig’ 1: SA-Scha, 3: HA-Bre – ditt kömmt mi flaamsch vör SA-Scha.
Lautf.: flä(ä)msch; außerdem: fleemsch HA-Um; flöämsch vereinz. Altm.; flaamsch SA-Scha, JE1-Mö; flämisch vereinz. s elbostf. w/mittleres anhalt.
Frsen n. dass., 2: vereinz. Altm., 3: Mda-Weg 127, 4: vereinz. w/mittleres anhalt. – ... ’s jiwwet an kales un an heeßes Frier’n ... Wäschke 71913,30.
Lautf.: Fresen Id-Altm; Frsend, -t Wb-Altm 57, Beiträge-Altm 1,139; frësen, freisen Mda-Weg 127; Frieren Serimunt 1930 Nr. 82; Frier’n, [frrn] Wb-Be, Wäschke 71913,30.
h Personalpron. 3. Pers. Sg. m. 1. allg. – h tochte fan n Drp nt änna JE2-Scho; sin’n Treckehund harre hä vört Dörp utespannt JE2-Gü; … singen warte wo nich kennen, hä is je an pischen heesch (heiser). Wäschke 71913,27; bringet’e ‘t denn her? HA-Oh; datt schall h wol laot’n, auch datt schall’r wol laot’n Wb-Altm 167; … rait ml ‘n Rtknecht mit ne vor sik op’n Pre t. Tiedge 1954,39; darum mott dat ok anders wärn mit ne HA-Bo; d sast äm nich schtt’n JE2-Scho; ik will’ ne mal frn HA-Oh. – 2. Anrede für sozial tiefer stehende und fremde Personen, slt., früher auch höfliche Anrede für ältere Menschen, 3: Wb-Nharz 73. – 3. subst. ‘Ehemann’ 2: ZE-Nu.
Lautf.: he vereinz. ö nwaltm., verbr. Altm., vereinz. JE2 s JE1 ZE, BLA-Sti; verstr. s JE2 JE1, ZE-Kö Mü, vereinz. anhalt. (veralt.); heä JE1-Ge; hei, hai verbr. nwaltm., OST-Des Meß, JE1-Prö, allg. s GA HA OSCH WA WE BLA, QUE-Di, CA-Fe; häi, hei, he-i SA-Stö, verstr. sö OST ö STE, WO-Ri, verstr. w JE2, JE2-Ba Bö; heai SA-Ho; heu STE-Sta; enklitisch meist ‘e oder völlige Assimilation; [r] vereinz. JE1, verstr. s ZE, OSCH-He, WA-Dom, verstr. QUE BA CA anhalt.; enklitisch ‘r, auch vereinz. Altm. – Gram.: Dat., Akk.: em, en Mda-Ze (verstr. ZE); äm Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa) (nur Dat. belegt), JE2-Scho; hem, [m] SA-Ku (nur Dat. belegt); mm, jmm, jümm, jm Wb-Altm 46; öne Tiedge 1954,39 (nur Dat. belegt); ene, ne HA-Oh; [en] Id-Eilsa 81; üöne OSCH-Di (nur Dat. belegt); ne, ne Wb-Nharz 73; ne, ene BLA-Brau; [en], [n] QUE-Di; ne HA-Bo; nur Akk. belegt: ‘n Wb-Altm 46, HA-Oh; Mda-Ze (verstr. ZE); ‘ne, ‘n Id-Eilsa 80; een, öön, öne, ‘ne Wb-Holzl 82 und 144; m,  SA-Dä.
Hemdsärmel m. ‘Ärmel des Oberhemds’ 1: SA-Dä, 3: HA-Oh, CA-Fö, 4: Wb-Be, Wäschke 71913,4, Heese 21919,30 – de Hemmsärmel opkrämpeln CA-Fö; Rda.: tr lft je haite in Hemsarmel (nur mit Hemd bekleidet, ohne Jackett o.ä.) Wb-Be.
Lautf.: Hemmsärmel CA-Fö; -armel, [hemsarml] Wb-Be, Wäschke 71913,4; Himmesärmel HA-Oh; Him’sarmel Heese 21919,30; [hmsrm] SA-Dä.
hengn Vb. 1. ‘zu einem Ort gehen’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. elbostf., 4: CA-Ak, Wäschke 71913,44 – jk man immer hin, ich komme jlai CA-Ak; Rda.: No, wu sall de Reise hengahn? Frage an jmdn., der das Haus verlässt und keine Arbeitskleidung trägt, 3: Sprw-Harzvorld 382. – 2. ‘davongehen, weggehen’ – da gait’e hen 3: Wb-Holzl 103. – 3. ‘vergehen, verstreichen’, von der Zeit, 2: Lautdenkmal 1937 (ZE-Buk), 3: HA-Oh, Wb-Nharz 75 – so jing Jr for Jr hen ZE-Buk; Rda.: dat lte ek nich sau hengn ‘das lasse ich nicht auf sich beruhen’ Wb-Nharz 75. – 4. ‘sterben’,  starwen, 2: WO-Sa, 3: GA-Ka.
Lautf., Gram.: hengahn, -gn HA-Oh, Sprw-Harzvorld 382, Wb-Nharz 75; -gaohn Pohlmann 1905ff.,115; [hengaon] SA-Dä; henjoan STE-Schi; hinjehn Wäschke 71913,44; gahe henn 1. Sg. Präs. Rauch 1929,54; jähst henn 2. Sg. Präs. Mda-Ar 53 (SA-Vi, OST-Schr); geit hen 3. Sg. Präs. WO-Sa, Wb-Holzl 103; gah hen Imp. Sg. BLA-Be; jk hin Imp. Sg. CA-Ak; jing hen 3. Sg. Prät. Lautdenkmal 1937 (ZE-Buk); junk hen 3. Sg. Prät. Vk-Harz 3,23 (BLA-Be); hinne gan Part. Prät. GA-Ka.