henunder Adv. ‘hinunter, abwärts’ 2: Mda-nwJe1b 74 (JE1-GrLüb), ZE-Roß, 4: Wb-Ak 122, Wäschke 71913,9 – n Machdeborch nun’ner (die Elbe stromabwärts) Wb-Ak 122; Wie der Wäschkenvater … ma nunger junk in’n Saal … Wäschke 71913,9.
Lautf.: [nundr] Mda-nwJe1b 74 (JE1-GrLüb); nunger Wäsch-ke 71913,9; [nunr] ZE-Roß; nun’ner Wb-Ak 121. Zus.: langhinunter.
hrkrgen Vb. 1. ‘beschaffen, herbeischaffen, holen’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 77, 4: Wäschke 71913,3 – w sal ek dat jelt hrkrn? Wb-Nharz 77; krch mek dat bauk ml hr Wb-Nharz 77; den Stock herkrn (um Prügel zu verabreichen) HA-Oh. – 2. ‘jmdn. ergreifen, um ihm Gewalt anzutun oder ihn zu berauben’ 3: Wb-Nharz 77. – 3. refl. ‘sich  balgen’ 3: QUE-Di, BA-Re.
Lautf.: herkriegen QUE-Di, BA-Re; hrkrn Wb-Nharz 77; hä- kreien Wäschke 71913,3; herkrn HA-Oh.
Hsdle f. dass. wie  Hsflr, 1: verbr. nwaltm., 2: verstr. Altm., 3: JE1-Wol, verstr. w elbostf., 4: Wäschke 71913,125.
Lautf.: Husdele verstr. nw elbostf.; -del SA-Bee Hen Wö, OST-Bi, GA-Rö Sta; -däle JE1-Wol, verstr. sw elbostf.; -däl, [hsdl] vereinz. nwaltm. Altm.; Husdäel SA-Ta; -däa SA-Han Hö Ro; -dea SA-Ty; Huisdäel SA-Dä; -da SA-Dre; [hiusdäio] SA-Ch Kö; [-däi] SA-El; [hüusdi] SA-Hi; Hausdeel SA-Pe; -däle WE-Ri, -dähle Wäschke 71913,125.
itzunder Adv. 1. dass., 2: Wb-Altm 252, JE1-Ge, ZE-Roß, 3: Wb-We 58, Wb-Nharz 88, 4: Mda-Sti 224, Wäschke 71913,39 – inzunder is et andersch Wb-Nharz 88; … se hußen dunnemals so … epse zundert alleweile noch so heeßen, weeß ich niche. Wäschke 71913,39. – 2. ‘fast, beinahe’ – inzunder lch’e d 3: Wb-Nharz 88.
Lautf.: inzúnder Wb-We 58, Wb-Nharz 88; zunder Mda-Sti 224; ßunder JE1-Ge; zunner Wb-Altm 252; zundert Wäschke 71913,39; [suntert] ZE-Roß.
Kaldne f., vorw. im Pl. 1a. ‘Gedärm, Eingeweide des Schlachtviehs’ verbr. – schmais de Galau’n uff’n Misd! DE-Ca – Gekochte K. waren eine übliche Speise: haide jiwweds Galdau’n mid Linsen BE-HErx; Galdau’n mid Glumb BE-Nie;Ruh, Ruh, Reste!
Unser Mann hett Gäste,
Hett ‘ne olle Kauh geschlacht,
Hett de Kaldun’n nich reine gemacht,
O du olle Mazpumpe
(Schimpfwort)!
Kaldüneckens schmecken sau stumpe.
Firmenich o.J. 163
(CA);
Rätsel: Et krüppt dorch’n Tun, treckt hinderher de Kaldun? – Stopfnadel mit Faden. Chr-Em 438.  Darm Fülltg Gedärm Gedärmse Gekrse Geschlinge Ingedme Ingedmels Ingesnde Ingewde Inster Kalbsgekröse 1Krse Kt Kutteln Micker. – 1b. übertr., auch derb für ‘Eingeweide, Leib des Menschen’ verbr. – Alle Underlat stuke de Wa’n in en Slaglock, dat se de Kaldunen in Buke schuttern. Wedde 1938,68; Hörn un Sähn war’n beinah vorjangn, un’s war, wie wenn’n alle Kallaun’n in’n Leiwe jeplatzt wie’ern. Wäschke 71913,29; maine Galdau’n gnurrn noche, d hann noch Hunger BE-Il; Rda.: et in’n kaldnen hebben ‘Leibschmerzen, eine Kolik haben’ Wb-Nharz 91; dass.: m kniptet in de Kaldn’n ZE-Kö; datt geiht in de krusen Kaldunen ‘den ganzen Körper erfassend, durch und durch’ WE-Oster; Dn jt’s dinne durch de Kaldau’n. ‘Er ist arm, hat wenig zu essen.’ Wb-Ak 83; dor hadde Galau’n foll ‘er ist betrunken’ BE-Sa. – 2. ‘Blättermagen des Rindes’,  Bldermgen, 2: verbr. JE2 JE1 – die janze Kaluhne JE2-Vie.
Lautf., Gram.: Kaldune, [kaldn] Sg., Kaldunen, [kaldnn] Pl.; außerdem: Pl.: Kaldun’n, [kald], Kaldn, [kaldn] verstr. Altm., vereinz. JE2 JE1, ZE-Kö, verstr. elbostf.; Galdun’n, Galdun OSCH-Crot Har, vereinz. WA; [kaldiu] SA-Dä; kldu’n Mda-Sti 167; KaluhneSg. JE2-Vie; Kaldaunen CA-Ca, Serimunt 1930 Nr. 82, BE-Gü, Kaldau’n, [kaldáu] JE1-Zie, ZE-Roß, Wb-Ak 83, DE-Els; [galdau] vereinz. nw BE; [kaláune] Sg. Wb-Be; Kallaun’n Wäschke 71913,29, Kalaun KÖ-Bie; [galau], [galaun] verbr. anhalt.; Nbf.: Kaldarmen Wb-We 61.
kapenren Vb. 1. ‘zerbrechen, zerschlagen, zerstö- ren’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 95, JE2-Scho, 3: verstr. elbostf., 4: Wäschke 71913,20 und 21 – Junge, du kappenast m jo alles JE2-Scho; ‘s hat doch de Nacht nochema jefru’rn, da lät der mitte Jungens ufde Bach un kappeniert’s Eis. Wäschke 71913,20; der mutt alles kapenirn Sprw-Börde. – 2. ‘töten’ 3: Wb-We 62, Wb-Nharz 92.
Lautf., Gram.: kapenren Id-Queb 2, kappenieren, kappenren Wb-Nharz 92, Wäschke 71913,21; [kapnrn], kapeniern vereinz. elbostf.; [kapnan] JE2-Scho; kapponieren Wb-We 62, CA-Fö; kapernrn Wb-Altm 95; [kapnt] Part. Prät. SA-Rist; Nbf.: kapluern HA-Oh. – Etym.: Herkunft strittig, möglicherweise Abl. zu  1kappen oder auch zu  Kapn, vgl. Wb-Meckl 4,104, Wb-ObsächsErzg 2,15.
kappelig Adj. 1. ‘wackelig’, von Möbeln, die keinen festen Stand haben, 3: Mda-Weg 100, 4: Wb-Be, Wäschke 71913,29. – 2. ‘hinfällig, altersschwach’ 4: Wb-Be, Wäschke 31919,67 – … an Heppchen kappelig war je Himmel immer, awwer dasse so rasch krepiern warre, das hädde ich doch nich jejlowet. Wäschke 31919,67.
kauderwelschen Vb. ‘unverständlich, wirr reden’,  kauderwelsch, 2: Wb-Altm 97, JE1-Plö, ZE-Lu, 3: OSCH-Ad, CA-We, 4: Wäschke 71913,125 – watt kauderwälscht du all wedder? Wb-Altm 97.
Lautf.: kauderwelschen; außerdem: -wälsch’n Wb-Altm 97.
Kerkenvder m. 1. ‘Mitglied des Kirchenrates, Gemeindeältester’ 3: HA-Oh, Lindauc o.J. 111, Wb-We 64. – 2. ‘Kirchendiener’ 4: Brauch-Anhalt 153, Wb-Be, Wäschke 71913,12 – … der Kirchenvater kamp aus seinen Schtuhl mit’n Klingepeitel. Wäschke 71913,12; K. wurde ein Bauer jeweils für ein Jahr, in dieser Zeit musste er mit dem Klingelbeutel die Kollekte einsammeln, brauchte aber selbst nichts einzuzahlen. Brauch-Anhalt 153.
Lautf.: Kerchenvader Lindauc o.J. 111, Wb-We 64; Kirchenfder HA-Oh; -vater Wäschke 71913,12; [kórnftr] Wb-Be.
Klinge(l)bdel m. 1. ‘Klingelbeutel’, zum Einsammeln der Kollekte in der Kirche, 3: Wb-Holzl 120, HA-Oh, Wb-Nharz 99, QUE-Di, 4: Wb-Ak 90, Wb-Be, Wäschke 71913,12 – … wenn der Harr Pfarre fartich war un wedder inne Sankristei war, denn sungense ‘s ßweete Liet, un der Kirchenvater kamp aus seinen Schtuhl mitn Klingepeitel. Das war ane lanke Schtange mit an Geldpeitel von Sammt vorne drane. Den hulte vor jeden hin, dassese sollten an Pfennek ninthun; … a.a.O. 12. – 2. FlN, 3: vereinz. WA, Wb-Nharz 99 (BLA-Hü) – Den Trägern des K. wurde von der Kirche ein bestimmtes Flurstück zur Nutzung überlassen.
Lautf.: Klingebüdel Wb-Holzl 120; -bdel, -biedel Burghardt 1967,163 (WA-West), Wb-Nharz 99, QUE-Di; -bül HA-Oh; -peitel Wäschke 71913,12; Klingelbeit’l Wb-Ak 90; [klilpaitl] Wb-Be.