dpen Vb. 1. ‘taufen’, auch ‘einen Namen geben’ verstr. – Is’t Kind all döfft? Wb-Altm 37; Döpt is hei freilich nich sau ... Lindaua o.J. 103; Sprw.: wenn ’t Kind edofft is, willt alle Lüe Vadder (Pate) stahn WO-Gu. – 2. ‘Wasser hinzugeben, mit Wasser verdünnen’ 3: vereinz. elbostf. – de Melk is edoft Sprw-Börde.
Lautf., Gram.: dp(e)n Wb-Altm 37, vereinz. ö Altm., verstr. n/w elbostf.; dp’m, [dp] JE2-Scho, Wb-We* 206; depen HA-Oh; [dep] Id-Eilsa 57; deep(e)n verstr. mittleres/ö/s elbostf.; dp’m, [dpm], [dp] verstr. ZE, vereinz. s elbostf.; deupen CALV-Lö; [doip] SA-Dä; düöpen OSCH-Di; depm Mda-Ro; [dfn] Mda-Ze (ZE-Roß); taufen Mda-Sti 31; toof(e)n, [tfn] vereinz. anhalt.; Part. Prät.: döpt Pohlmann 1905,53; [dept] Id-Eilsa 57; [jdpt] Mda-Ze (vereinz. ZE); [dept] QUE-Di; [döpt] JE2-Scho; döfft Wb-Altm 37; dofft, [doft] SA-Dä Scha; edof(f)t verstr. elbostf.; [jdft] Mda-Ze (ZE-Roß); jetooft Krause 1964,96.
dörstig Adj. ‘durstig’ 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 8, Wb-Ak 47, Wb-Be – mek is darschtich Wb-Nharz 37; ... war’n wi nu en betten höllsch döstig ’eworr’n ... Lindaua o.J. 3.
Lautf.: [dörsti] GA-Fau; döstig, -ich Wb-Altm 37, Bewohner-Altm 1,329, verstr. w elbostf.; [drsti] Nd-Börde § 81 (WO-Schn); destig OSCH-Har; dorstich Wb-Holzl 77; darrstich QUE-Di; dörschtich Wb-We* 206; dorschtich Wb-Ak 47; torschtig, [torti] Mda-Sti 8, Wb-Be; derschtich Wb-We* 205; darschtich Wb-Nharz 37, CA-Fö.
Drweg n. ‘Tor, das der Durchfahrt eines Wagens dient’, auch ‘Einfahrt, Durchfahrt’, bes. zum Hof oder in die Scheune, auch ‘große Einfahrtstür des Bauernhauses’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. brdb., 3: verbr. elbostf., 4: verbr. omd. – dat Doorweech is oppe Wb-Holzl 77 (WA-KlWa); Se standen vorrsch Torwähk ... Heese 21919,38; ... un nu jungen wi dorch dat Dorweg oppen Hoff ... Lindaua o.J. 3; Der Wn stt un’nersch Trwch. Wb-Ak 171; ok schal Brun ... den dorwech helpen suvern unde reyne maken. 1400, UB Halberstadt 1,560.
Lautf.: [drve] WO-Zie, Do(o)rweg, -ch (2. Glied wohl vorw. mit Kurzvokal) ZE-Roß, verstr. n/mittleres elbostf., WE-Kö; -weech, Drwg OSCH-De, Wb-Holzl 77 (WA-KlWa), CA-Fö; Do(o)rwä(ä)g, -ch, drwëch, [drv] Wb-Nharz 44, verstr. ö elbostf.; Drwaich BLA-Sti; [drwg] verbr. anhalt.; [-w] verstr. w BE; Torwäch, Trwch, [trw] BLA-All, Wb-Ak 171, Wb-Be; Torwähk, Thorwäk Wäschke61915,65, Heese 21919,38; Derwch HA-Oh; derwëch, [derw] Id-Eilsa 57, Mda-Weg 124; [drve] CALV-Je; [d-] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [-v] SA-Al; [dve] SA-Rist, verstr. s Altm.,WO-Mei, HA-NHa; [dr-] JE2-Scho; [dr-] Dialekt-Ma 7 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Dor Göd); Drwch QUE-Di; [d(a)rve] Mda-nwJe1a 50 (JE2-HSe, verstr. n JE1); [drwg] veralt. Mda-Fuhne 29 (DE-Ca).
drängen Vb. dass. wie  drängeln 1., auch refl. ‘sich gegenseitig auf engem Raum schieben und (zusammen-)drücken’3: vereinz. HA, OSCH-Di – Alles dränge sick dartau ... Lindaua o.J. 59.
Lautf., Gram.: drängen Gorges 1938,34; dränge 3. Sg. Prät. Lindaua o.J. 59; drengen HA-Oh, OSCH-Di.
Drüpp(e)br n. ‘Bier, das beim Ausschank vorbeiläuft und aufgefangen wird’ 3: vereinz. HA, Mda-Weg 91, 4: BE-Dro – ... dat de Kerl sin ganzes Drüppebeir extra for uns tesamme joten harre. Lindaua o.J. 5.
Lautf.: Drüppebei(e)r HA-Bee, Lindaua o.J. 5; -bier Wb-Holzl 80; dripbeier Mda-Weg 91; Trippbier BE-Dro.
dünn Adj. verstr. 1. ‘mager, dürr’ – dinne Arreme Wb-Ak 46; ... de klane, dinne olle Jumfer ... Spr-Asch 35; Rda.: dinne wie’n Hering Vk-Harz 3,45. – 2. eine geringe querschnittliche Ausdehnung/Schicht aufweisend’ – Denn sind min Wänn’ En bitschn dünn’. Kredel 1927,72; Rda.: dinne wn mnblt (Mohnblatt) Mda-Weg 106; et dinne krn ‘ein Vermögen vergeuden’ Wb-Nharz 41; hai git döach dick un dünn SA-Dä. – 3. ‘spärlich, nicht dicht stehend’ – dat Kern steit dünne HA-Oh. – 4. ‘dünnflüssig’, auch ‘wenig gehaltvoll’, bes. von Getränken – Water is mick all immer en betten te dünne west ... Lindaua o.J. 3; Rda.: öhne geiht et dünne dorch ’n Darm ‘er ist arm, hat wenig zu essen’ HA-Bee; Sprw.: Vöäl Swien moak’n dünnen Drank. Spr-Altm 82.
Lautf., Gram.: dünn, [dün] SA-Dä, verstr. Altm.; dünne, [dün] Nd-KlWu 16, verstr. n/w elbostf.; dünn’, [dü] m. Akk. Sg. vereinz. nbrdb.; dinne, [din] verstr. mittleres/s mbrdb. mittleres/s/ö elbostf. anhalt.; tinne, [tine] Mda-Sti 39, Wb-Be; Kompar.: dün(n)der Wb-Holzl 81, HA-Oh; [dinr] Mda-Fuhne 103 (verbr. mittleres/s anhalt.); [dir] Dialekt-Ma 9 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA); [dir] Mda-Fuhne 103 (verbr. n anhalt.); dinder, [dindr] Dialekt-Ma 9 (verstr. mittleres/s JE1), Wb-Nharz 41.
1Dwel m. 1a. ‘Teufel’ verbr. – ... kieke sick in de Stube umme, op woll de Deubel nich hinder’n Oben vorrkeime. Lindaua o.J. 64; Rda.: op Deuwel kumm rut ‘mit aller Macht’ CA-Fö; des deuwels sn ‘eifrig, versessen (auf etw.) sein’ Wb-Nharz 40; is hinder her, wie der Deuwel hinder de Seele dass., Sprw-Börde; bis de ganz des Deubels? ‘bist du verrückt geworden? Wb-We 28; Ritt sei denn der düwel?! dass. (3. Pl.), Id-Quea 150; den lacht de Deuwel utn Hals ‘er lächelt heimlich und schadenfroh’ OST-Gla; Ick bin so falsch (ärgerlich), ick mücht mäi met’n Deuwel slaon. Bewohner-Altm 1,326; Von d kann der Teiwel kn Pechlicht besn. ‘Sie ist sehr geizig.’ Wb-Ak 169; de hat’n Düwel barwet lopen sein von einer zänkischen Frau, Id-Eilsa 59; De Olsch hät de Deuwel van de Kar verlar’n. dass., Bewohner-Altm 1,327; dann plaocht dai Daiw ‘er hat ein schlechtes Gewissen’ SA-Dä; in deuwels kiche kommen ‘in eine schwierige Lage geraten’ Wb-Nharz 40; Noch ihr de Deuwel Schoh’ ankrieg’t ‘in aller Frühe’ Bewohner-Altm 1,327; Ick will dick wol krin, eh dick de Düwel krigt. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); da hätt de Düwel sien Spöäl mang wenn etw. nicht gelingen will, STE-Wa; de Düwel sitt’r inne dass., WE-Zi; wi de Doiwel sien Speel hat ‘wie es der Zufall will’ Wb-Holzl 77; Wie ’s dor Teiwel will ... dass., Krause 1964,133; dat solle doch mit’n Deuwel taugahn ‘das müsste doch zu machen sein’ Sprw-Börde; d sast dänn Dwel nich anne Wand mln ‘du sollst kein Unheil heraufbeschwören’ JE2-Scho; Dät weet der Deubel ... Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie); ... denn is hüte Abend de Deuwel los. ‘... gibt es heute viel Trubel, Unruhe, Aufregung.’ Wedde 1938,22; Dat geit nao dusent Düw’l dass., Wb-Altm 44; sps mot sn! se der deubel, d hate sne gresmutter mit der mesgrepe kisselt. Mda-Weg 90; All’ Bitschen helpen wat, sä de Deuwel, dunn at’r de Bottermelk met de Meßfork. Bewohner-Altm 1,327; Väl Köpp, väl Sinn’, sagt de Düwel, da harr he een Karr’ vull Poggen (Frö- sche) schob’n. Spr-Altm 88; in Ausrufen und Flüchen: fui daibel OSCH-Di; in dreideuwelsnamen: ja ärgerliche Zustimmung, Sprw-Börde; dn Dwel ek HA-Oh; Dat di de Düw’l Wb-Altm 44; de sall de Deiwel holn STE-Schö; Doa sloa doch glieks de Düwel rin! Matthies 1903,35; Sprw.: de eine is’n andern sn Dwel ‘niemand gönnt einem anderen etw.’ HA-Oh; Tr’n Düw’l un Apptk’r, se hämm väöl Büss’n. Wb-Altm 275; Stiffmutter is’n Deuwel sin Underfutter HA-No; Steen ut’r Hand is’n Düwel in d’ Hand. ‘Mit einem Steinwurf kann man Schaden anrichten.’ Spr-Altm 88; wenn man von Düwel sprickt, is’e nich wit. SA-Bre; Wenn’n von’n Dübel seggt, kimmt e all um e Ecke. Chr-Em 431; wer et abends piepet, den danzt de Düwel op en Dake. Id-Eilsa 59; Hät de Deuwel irst een’n Finger, kriegt’r ook de Hand. Bewohner-Altm 1,327; Wer vor d’ Höll whnt, mütten Dübel to’n Fründ hemm. Firmenich 1854,122 (OST-See); Wer in’n Himmel will, mot’n Düwel taum Vadder hebben. Hbl-Ohre 1928 Nr. 25/ohne Verf. (HA-Höt); wer Geld hat, de kann Döwel danzen sehn. SA-Im; wu Geld is, da is de Düwel, un wu kein is, da is e tweimal HA-No; De Dübel schitt immer op’n gröttsten Hucken. Chr-Em 431; Hat de Doiwel de Kau ehaalt, kann hai dat Kalf ok noch halen. Wb-Holzl 33; In de Nod frätt de Deuwel Flegen. Bewohner-Altm 1,352; de Düwel is sau swart nich, as man ne afmlt ‘etw. wird nicht so schlimm, wie es zunächst zu befürchten ist’ Wb-We 34. – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 2: JE2-Scho, 4: verstr. anhalt. (jüngere Generation). – 2a. ‘böser, durchtriebener, hinterlistiger Mensch’,  s, auch ‘zänkischer Mensch’, Schimpfwort,  Stänker, 2: ZE-Roß, 4: Wb-Ak 169, Wb-Be – Das is an Teiwel! Wb-Ak 169. – 2b. in der Verbdg.: armer Teufel ‘armer, besitzloser Mensch’ – ... un an Selwerkoofen war bei dän armen Teiwel oh nich zu denken. 4: Heese 21919,25.
Lautf.: Düw(e)l, [dvl] SA-Bre Dan, verstr. nbrdb. n/w elbostf., Id-Quea 150; [dv] SA-Ev; Dübel Firmenich 1854,122 (OST-See), vereinz. w elbostf.; Diewel, dwel vereinz. sw elbostf.; Döwel Schwerin 1859,46, SA-Im; [duiv, -o] verstr. nwaltm.; Deuw(e)l, Doiw(e)l, [doivl] SA-Ah, vereinz. Altm., verstr. elbostf.; Deubel Heimatkalender-Je 1923,98 (JE2-Vie), vereinz. elbostf.; [divl] SA-Pü; Deiw(e)l, [daivl] Wb-Altm 34, vereinz. SA, STE-Schö, vereinz. WO, JE2-Scho, verstr. mbrdb., vereinz. s elbostf., verstr. omd.; [daiv, -o] verstr. nwaltm.; Teiwel, [taiwl] vereinz. anhalt.; Deibel STE-Arne, Vk-Anhaltc 88 (ZE-We), HA-Oh, vereinz. anhalt.; [däiwl] JE2-Scho.
1gen Vb. ‘den Ackerboden mit der Egge bearbeiten, eggen’ verstr. – ... un denn will ick währ pleu’n un eggen ... Lindaua o.J. 16; wor missen mrjen en Wdsenaggor en BE-Il.
Lautf., Gram.: ehgen Firmenich o.J. 169 (CA-Uel); jen Mda-Sti 54; [n] vereinz. w BE; [] SA-Rie; äjn, [jn] Mda-Ze (verstr. ZE), Mda-Ro, Wb-Be; jeäjet Part. Prät. Vk-Unterharza 62; [n] SA-Sa, OST-Bi; [n] Mda-Ze (verstr. ZE), DE-Hi (veralt.); [(a)nn] z.T. veralt. Mda-nwJe1a 47 (JE2-HSe, verstr. n JE1); [] CA-Ak; äden CA-Ca, BE-HErx; [zn] DE-Els; [aedn] STE-Bö Je; idn] OST-Krum, STE-Sa; eggen, [egn] vereinz. CALV, Lindaua o.J. 16, OSCH-Di; [eg] vereinz. nwaltm., SA-Sal, GA-Bo, verstr. ö Altm., JE2-Scho; [e], [e] verstr. nwaltm., GA-Ku Le, Mda-nwJe1a 42 (JE2-HSe), JE2-Scho; [e] vereinz. nwaltm.; ejjen, [ej()n] verstr. Altm., Mda-nwJe1a 47 (verstr. n JE1), verstr. elbostf. (außer sö); [e()n] vereinz. ö SA w OST; [ek] OST-Dü, STE-Wa.
n 1. Zahladj. verbr., stets betont. – a. in der Zahlenfolge ‘eins’, vgl. 1nsDe Tormuhr harre all eine slahn, ... Rauch 1929,71; ainen Meter in’ne Dickde Wb-Holzl 75; Rda.: Dat geit n, tw, dr ‘... schnell, rasch’ Wb-Altm 46; Abzählreim: ene, dene, deck un du bist weg HA-Va; Eene, deene, Duhmmstrick! Siebn Kattn schlaon sick ... Lieder-Ma Nr. 562 (WO-Be). – b. das Einzelne, auch Besondere betonend – adj.: D han blß n Mchen. Wb-Ak 52; t n Schtje han sechtsn Jr’m JE2-Scho; Rda.: von hunnert Morjen en Klt von sehr weitläufiger Verwandtschaft gesagt, WO-Gu; dor sedsd alles uff ne Grde DE-Ca; der Mann, der die Vaterschaft bestreitet, weil er nur einmal mit der Mutter des Kindes verkehrt hat, sagt: Upp n Hau fällt kn Bm. Wb-Altm* 73; Sprw.: Wenn väöl Hön’r in n Nest legg’n, helpt ’t sick bald. ‘Wenn man aus mehreren Erwerbsmöglichkeiten Einkünfte bezieht, wird man reich.’ Wb-Altm 263; subst.: dat grn is alles in eins ‘... ist verheddert’ Wb-Nharz 49; d sidst je d s in ne ‘allein, in Gedanken versunken’ CA-Ak; Rda.: sin ein un alles ‘seine ganze Freude’ Sprw-Börde; wedder eins noch keins ‘gar nichts’ a.a.O.; hat eenen weg von einem geistig beschränkten Menschen gesagt, Vk-Anhaltc 102; ’t is mi allns ns ‘... egal’ Wb-Altm 46. – c. eine Zusammengehörigkeit oder Übereinstimmung (zweier Größen) betonend – et is eine Nesse ‘es ist überall nass’ Sprw-Börde; se sünt wär eins ‘einig’ Id-Eilsa 59; Rda.: dat is ein afmken Wb-Nharz 49; tr Junke is tich n un tassellewe Kallwer w ter le Wb-Be. – d. in Verbdg. mit der Präp. in (und dem Adv. weg) die ununterbrochene Fortdauer einer Handlung, eines Geschehens oder Vorgangs bezeichnend – et gurscht in ene wech ‘es regnet fortwährend stark’ WE-Lan; ... se ruppten in einen wegg ... Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/Wöhlbier (HA-Eim); na, du blaffst ja hüte wedder in eins wech HA-Bee; in eins hen ‘ohne Unterbrechung’ Sprw-Börde. – 2. Indefinitpron. verstr. – a. ‘jemand, irgendeine(r)’, auch generalisierend ‘unsereiner, man’ – da kümmt ainder Wb-Holzl 57; einen in die Fresse haun HA-Alv; t machst je ’n jants koppschai Wb-Be; d hunt wil einen bten Wb-Nharz 50; einder wett gar nich, wo en anfangen sall mit Arbeiten WE-Dee; Rda.: n schlk awwer ner lank hin! Ausruf des Erstaunens, CA-Ak; D bist mich awwer ner ‘... ein ganz Besonderer’ Wb-Ak 52; Wenn eener dumm wart, warte ’s zuerscht in’ Koppe. Vk-Anhaltc 103; de will ainen wat forrtellen ‘... etw. weismachen’ Wb-Holzl 57; d warrt’n nich klauk t HA-Oh; dat konne ne et harze afschtten ‘das konnte einen sehr betrüben’ Wb-Nharz 7; sau kann’n sick in’n Menschen toischen HA-Eil; Sprw.: Wat einder daun kann, ward twei nich su’r. ‘Das Verteilen von Arbeit auf mehrere Personen verspricht Schonung’ Sprw-Harzvorld 399; wat ein sülwest daun kann, dat werd nich sau erket Wb-We 34; Von de Hund, de en bät’n hat, davon mütt’n Haar uppleng’n. ‘Um einen Kater zu beseitigen, muss man erneut Alkohol trinken.’ Spr-Altm 82; Wenn’n schimmelt Brot itt, find’t’n Geld. Schwerin 1859,43; Rätsel:Hinner uns Hus un Nowers Hus
plögt ener,
plögt on Koller un Schor,
plögt doch ’n grod For
(Furche).Moll (Maulwurf). Hausfr-
Altm 1929,79 (SA-Sal).
– b. das Einzelne, Besondere betonend, bes. in der Verbdg. mit ander (mit semantischer Nähe zu 1b.) – das aine Gind is glain ... BE-Sa; D ne Ostern hat’s m tichtich jeschneiet. Wb-Ak 52; ümmer einder nahn andern! HA-Bee; Un der eene, der mit de Vaodermördersch bis ebber de Ohren ... Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Sprw.: ’n sn Deod is annan sn Breot SA-Dä; den einen sien Uhl is den andern sin Nachtigall HA-Va; sau geit et in der Welt, d’ ene hat den Büdel, de andre dat Geld Wb-We 23; De een is doch vör’n ännern. ‘Begabung und Geschicklichkeit sind bei den Menschen verschieden ausgeprägt.’ Bewohner-Altm 1,330. – c. in verkürzten Sätzen für das subst. Objekt stehend – einen nemen ‘Alkohol trinken’ HA-Oh; ’n lßen ‘einen Darmwind entweichen lassen’ Wb-Ak 52; sek eins singen Wb-Nharz 49; du krichst ene anne Bramme Androhung von Prügel, JE1-Go; Was hat’e denn for ne jeheirt? Wb-Ak 52. – 3. unbest. Art. verbr. – a. in normaler Sprechhaltung stets unbetont – a Barrich KÖ-Pi; en Glas Behr SA-Jeg; ‘n Hp’n Ld’ Wb-Altm 84; d ld a Abbel DE-Ca; de junge Frau hat ane beese Krankheet DE-Vo; “Was denn vor an Vorein?” Wäschke 61915,121; d Hirsch het wa än Jewaih JE2-Scho; Rda.: en Hals afschnien ‘übervorteilen, betrügen’ Sprw-Börde; d st t w en schmlet Handk ‘er sieht dünn aus’ JE2-Scho; hei liggt (lügt) sau harte wie en Pert leppt QUE-West; hei hat Infälle w en ld Hs ‘er hat sonderbare Einfälle’ WE-Be; Dat könnt ene sure Kreike (Pflaumensorte) weren ‘das könnte für jmdn. ungünstig werden’ Wb-We 74; Sprw.: op en Heger kumt en Feger ‘auf einen sparsamen Hauswirt folgt oft ein Verschwender’ Wb-We 48; von’n groten Bullen fällt ook en groot Kalw HA-No; Bauernregel: Lichtmessen hell und klar, jibt an jutet Flachsjahr Spr-Asch 49; Rätsel: wann is de Voß en Voß? – wenn er allein ist, scherzh. Ausnutzung der lautlichen Übereinstimmung mit dem Zahladj., OST-Ker. – b. betont, in gefühlsbetonter Rede verstärkend – Das is an Wetter! Wb-Ak 50; ein Jeld hat das jekost ‘viel Geld ...’ a.a.O. 51. – c. vor Zahlwörtern und Mengenangaben die Gültigkeit einer Aussage einschränkend ‘etwa, ungefähr’ – ein veir Wochen her Wb-We 34; Vorr’n drittig Johren, ... Lindaua o.J. 63; an Sticker dreie Wb-Ak 16; wi willn noch n acht Daog töw’n (warten) Wb-Altm 258.
Lautf., Gram.: 1. Zahladj., in der Zahlenfolge: een, n verbr. nwaltm., Wb-Altm 46, SA-Kun, vereinz. n GA, verbr. ö Altm., verstr. JE2, vereinz. JE1, ZE-Bur, WA-So, Wb-Ak 52; eene, ne vereinz. sö Altm., HA-Sa, verstr. mittleres/s JE2, JE1-Wo, vereinz. w JE1, HA-Bre NHa, OSCH-KlQue, QUE-Frie, CA-Mi; ejn SA-Jee; än SA-Ne; eän GA-Mie; aein GA-Pe; äin OST-Klä, verstr. mittlere Altm.; ein, eyn, ain SA-Bre Dam, verbr. w Altm., verstr. w OST, vereinz. w STE, JE2-Za, verstr. w elbostf., QUE-Su; eine, aine WO-Me, verbr. w elbostf., verstr. ö elbostf., vereinz. nthür.; ane, ne WE-Lü, Vk-Ask 161, BA-Schie; enne ZE-Dor, enn SA-Die, STE-Grä; in Abzählreimen, abweichend vom sonstigen Gebrauch: eene, ne Wb-Altm** 48, vereinz. ö/s Altm. elbostf., BE-Me, KÖ-Pro; een GA-Rä; Eneke Dim. Lieder-Ma Nr. 571 (vereinz. n elbostf.); Eeneken Dim. a.a.O. 589 (BA-GrAls); Eenichen Dim. a.a.O. 589 (DE-Je); enne vereinz. n/mittleres elbostf., Lieder-Ma Nr. 584 (DE); 2. Zahladj., Indefinitpron., Artikel (in betonter Stellung): st. (attr. und allein stehend): Nom. Sg. m., n.: een, n vereinz. nwaltm., Wb-Altm 46 und 263, Spr-Altm 75, SA-Rie, vereinz. OST n/mittleres JE2, verstr. mbrdb., WO-Gu, CA-Salz, verstr. anhalt.; ein, eyn, ain SA-Rie, verstr. elbostf., Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); n Vk-Ask 137 (QUE-Scha); Dat./Akk. Sg. m.: enen, eenen Wb-Altm 46, vereinz. ö/s Altm., Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie), JE1-Mo, vereinz. anhalt.; een’n, n’n, ’n, [], [e] SA-Dä, Wb-Altm 46 (nur Zahladj.), Bewohner-Altm 1,334, vereinz. anhalt.; een, n SA-Ty, SA-Stap, OST-Ho Möl, JE2-Schö, JE1-Gö, ZE-Roß, KÖ-Grö; äin STE-Ho; einen, ainen verstr. elbostf.; ei’n HA-Alv, WA-GrGe, CA-Fö, BA-Ha; ohne Flexionsendung (z.B. in der Verbdg.: in e.): ene, ne WE-Lan, Wb-Nharz 7 und 49, CA-Ak; een, n Wb-Altm 16 und 46, Wb-Alm* 7, Spr-Altm 82; Dat. Sg. n. wie Dat./Akk. m.; Akk. Sg. n. wie Nom. Sg. m., n.; Nom./Akk. Sg. f. und als Stellvertreter eines Subst.: eene, ne vereinz. s Altm., verstr. mbrdb., JE1-Me, Vk-Harz 8,49, vereinz. sö elbostf., verstr. anhalt.; een vereinz. nwaltm., verstr. n/mittlere Altm.; eine, aine verstr. elbostf., Mda-Sti 30, Wb-Ak 50 (bei Hervorhebung); ein SA-Bre, verstr. w Altm.; ahne, ne Vk-Ask 374, Spr-Asch 17, BA-Neu Sip; Dat. Sg. f. wie Nom./Akk. Sg. f.; außerdem: unflektiert: n JE2-Scho; sw.: Nom. Sg. alle Genera: ene, ne Wb-We 23, verstr. anhalt.; een Bewohner-Altm 1,330, Pohlmann 1905,33; eine, [ain] vereinz. elbostf., BE-Sa; Dat. (Akk.) Sg. f.: e(e)ne JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1923,100 (JE2-Fi), vereinz. anhalt.; eine Wedde 1938,20; 3. Artikel in unbetonter Stellung: en(n) m./n. vereinz. w Altm., OST-Ker Le, vereinz. ö JE2, verstr. elbostf.; enne f. JE1-Kä, ZE-Dor, vereinz. elbostf., BA-Sip, Krause 1964,60; [] m./n. SA-Ko; än, [n] m./n. SA-Ab HDo, JE2-Scho; an(n), [an] m./n. SA-Bon Dä, Spr-Asch 49, Mda-Ro, verbr. anhalt.; an(n)e f. verstr. sö elbostf. omd.; a m./n. verbr. anhalt.; sonst vorw. enklitisch: ’n m./n., nwaltm., n nbrdb. auch f. (nicht eindeutig von der Kurzform für  1man zu trennen); ne, ’ne f.; ’n Pl.; 4. als Stellvertreter eines Subst. bzw. für ein logisch zu ergänzendes Subst.: m.: eener, ner verstr. Altm., JE2 JE1, ZE-Roß, vereinz. anhalt.; eender JE2-Gü, Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie); einer vereinz. HA OSCH, WE-Rho; einder, ainder verstr. elbostf., Mda-Sti 30; aaner QUE-Di; ander Mda-Weg 85; Akk. Sg. vgl. st. Akk. Sg. m.; n.: eens, ns Wb-Altm 46, Sprw-Börde, vereinz. anhalt.; eins, ainsz vereinz. elbostf., Mda-Sti 30; f.: wie st. f. Nom. Sg.; unflektiert (vor allem verallgemeinernd ‘man’): een, n vereinz. Altm.; ein vereinz. elbostf.
1r Possessivpron. verstr. 1. 3. Sg. f. – ... ehr Mann was Muskant west ... Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); se sol man op ere Kinder oppassen HA-Oh; Anna sat all lange an öhre Spinnkarre un sung ... Rauch 1929,16; Se drähte sich na ihrn Mann rum ... Wäschke 61915,59; zur Umschreibung des Gen.: Ick bin Schulten r. Wb-Altm* 53; dr re fder Wb-Nharz 51; Dr (deren, eigentlich die ihr) Brser (Bruder) is mit mich aus de Schle jekom’m. Wb-Ak 47. – 2. 3. Pl. – ... de Meekens proben öhre witten Danzkleeder ahn ... Lindaua o.J. 137; Dachlöner, di in Sommer öre Arweet be-i de Bure harrn JE2-Gü; de Siejer hämm ähre Preise kricht JE1-Pre; Rda.: Ut änner Lü’ ähr’n Büdel lew’n. ‘von geborgtem Geld leben’ Bewohner-Altm 1,348.
Lautf., Gram.: m. Nom. Sg., n. Nom./Akk. Sg.: ehr, [r] verstr. nwaltm., verbr. w Altm., vereinz. ö Altm. mittleres/s JE2 w JE1, verbr. mittleres/ö elbostf., verstr. s elbostf. nthür.; ähr, ër, [r] Wb-Altm* 53, SA-Le, vereinz. GA ö Altm. n JE2 JE1, ZE-Ze; äer vereinz. nwaltm., GA-Wiep; [ar] Dialekt-Ma 4 (verstr. mittleres/s JE1); [ai] SA-Dä; öhr, r, äör (nbrdb. [--]) Wb-Altm* 53 und 63, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm. JE2, JE1-Grä Pa, WO-Dru, verbr. w elbostf. (außer sw, dort vereinz.); er SA-Han, vereinz. w Altm., OST-Ga, GA-Dee, HA-Oh; üher WE-Sta; ihr OST-Schm, GA-Mie, JE2-Neu Ste, JE1-Stei Ze, verstr. ZE, vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt. ([r]); Umschreibung d. Gen.: re Wb-We* 229, Wb-Nharz 51; re Wb-We* 229; m. Dat./Akk. Sg.: auf -n; f. Nom./Dat./Akk. Sg. und Nom./Akk. Pl.: ehre, re vereinz. ö/s elbostf.; ehr Abergl-Altm 15, vereinz. SA; ähre, [r] JE2-Scho, JE1-Pre; ö(h)re JE2-Gü, Rauch 1929,16, verstr. HA OSCH; oehr Francke 1904,38; öäre Hbl-Ohre 1926 Nr. 6 (CALV-Zo); ere HA-Oh; ihre, re vereinz. anhalt.; Zusammenrückung aus d re ‘deren’: diere, dre, [dr] f. ZE-Roß, vereinz. anhalt.; diehrn n. Dat. Sg. Wäschke 61920,81.