fallen Vb. verbr. (außer 7.). 1a. ‘aus einer bestimmten Höhe durch die Schwerkraft nach unten bewegt werden’ – ... um nich vons Soofa zu fallen ... Richter o.J. 18; Bei dn Storm f’l de Eppel man blß s. Wb-Ak 54; Rda.: Karl fiel’n Schteen von’s Harze ... Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); dik fällt woll de Bude opn Kopp? ‘du langweilst dich wohl zu Hause?’ CA-Fö; davon fällt dick keine Perle ut de Krone ‘du vergibst dir dabei nichts’ Sprw-Börde; Dat harr ik nich dacht, see de Buur, do füll he von’n Wagen. Berufe-Altm 251; Sprw.: wie et fällt, sau buldert et Sprw-Börde; de Appel fällt nich wit van’n Stamm OST-GrAu; wu jehuwwelt wart, falln Schpäne Wb-Be; Wenn’t Kind in’n Pütt’n fallen is, denn ward’r todeckt. Spr-Altm 14; Wetterregel: Fällte eerste Schnee op’m Dreck, Dänn iß ’te Wintr ’n Jäck. Abergl-Ma 245 (WO-Ol). – 1b. in der Verbdg.: fallen lten ‘bewirken, dass sich etw. nach unten bewegt’ – ’n Anker fal’l ld’n ‘den Anker zu Wasser bringen’ Elbschifferspr. 391 (JE2-Pa); Färesemmeln (Pferdeäpfel) lassn se jetzt falln Spr-Asch 43; Un Anneken leit de letzte Kartuffel un et Messer fallen ... Lindaua o.J. 13. – 1c. ‘(nicht aus der Höhe, sondern in der Bewegung) den festen Halt verlieren und mit dem Körper zu Boden schlagen, hinstürzen’ – biste denn efalln? HA-Bee; ... datt de Mäkens vorr Schreck un Ang’st an de Äre failen. Firmenich o.J. 160 (WA-Ost); Rda.: hei fallt wer sne eigenen Feute HA-Oh; Ick bin ok nich upp’n Kopp ’efalln. Bewohner-Altm 2,22. – 2. ‘sich plötzlich heftig an eine bestimmte Stelle bewegen’ – Rda.: se sin sich um en’ Hals efall’n CA-Fö; He kümmt mit d’ Däör int Hus to falln. ‘Er bringt ein Anliegen ohne Umschweife zur Sprache.’ Wb-Altm 206. – 3. ‘in einen anderen Zustand geraten’ – dat folt mek in’t lachen ‘das brachte mich zum Lachen’ Wb-Nharz 206. – 4. ‘eine bestimmte Richtung, Tendenz haben’ – et fallt int Gele ‘es hat einen gelblichen Farbton’ Wb-We 149. – 5. in der Verbdg.: licht/swr fallen ‘keine/große Anstrengung erfordernd’ – et felt mek schwr, dat jelt op te bringen Wb-Nharz 206. – 6. in festen Verbdg. mit Präpositionalobjekt – up de Nerven fahn SA-Ch; in dat ge fallen ‘auffallen’ BLA-Brau; to Last fall’n ‘jmdm. Mühe und Kosten verursachen’ OST-Je; ... fuln Vetter Keil ins Wort ... Wäschke 61915,69. – 7. ‘geboren werden’ 3: Wb-We 149, Wb-Nharz 206. – 8. ‘im Krieg, Kampf getötet werden’ – hei is in’n Kr falln HA-Oh. – 9. ‘geringer, niedriger werden, sinken’ – de hitze felt Wb-Nharz 206; ’s Wter had efal’l Elbschifferspr. 405 (WO-Ro); de Prse fallt HA-Oh. – 10. ‘zu einer bestimmten Zeit stattfinden, zeitlich zusammenfallen’ – Pingesten fallt jedet Johr 50 Dare na Ostern ZE-Gro; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; Sprw.: man mott de Feste fiern, wie se fallt HA-Mo. – 11. ‘ausgesprochen, geäußert werden’ – n’ Woert fallen laten HA-Oh; sei hat sick wat fallen laten ‘sie hat eine Andeutung gemacht’ HA-Bee.
Lautf., Gram.: Inf.: fall(e)n; außerdem: fal’l, [fa] Elbschifferspr. 391 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), JE1-Go, Mda-Ze (verstr. ZE), Elbschifferspr. 391 (CA-Ak), Wb-Ak 54, BE-Fr; fahn, [fn] verbr. nwaltm.; [fn] vereinz. n nwaltm.; flln Mda-Sti 2; 3. Sg. Präs: fällt; außerdem: fel(l)t vereinz. w elbostf., Wb-Ak 102; [fet] SA-Dä; fallt, [falt] Wb-Altm 272, Winter-Altm 73, JE1-Go, verstr. ZE, vereinz. HA OSCH; 1./3. Sg. Prät.: feel, fl vereinz. Altm., Dialekt-Ma 11 (verstr. w JE1); feil, fail verstr. elbostf.; [fl] verstr. mbrdb.; fiel, [fl] Mda-Ze (ZE-Roß), Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), Krause 1964,39; [fl] Dialekt-Ma 11 (JE1-Ste, vereinz. sw JE1, ZE-Dor); [fl] a.a.O. 11 (verstr. s JE1, ZE-Göd); ful, [fl] Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. w/mittleres anhalt.; füll Berufe-Altm 251; fol(l)t HA-Oh, Wb-Nharz 206.
ften Vb. 1a. ‘ergreifen und festhalten’, auch ‘jmdn. ergreifen, erwischen, festnehmen’ verstr. – fass! Hetzruf an den Hund, Mda-sJe1 13; ... kreeg den kleinen Knecht an sien’ Been to faoten ... Pohlmann 1905 ff.,125; Rda.: ... bi’n Slawittchen faten ... Lindaua o.J. 1; Sprw.: wen de Kauh hört, der fat se bien Schwanze ‘wen eine Sache etw. angeht, der kümmere sich darum’ QUE-West. – 1b. ‘Haschen spielen’,  krgen, 2: GA-Sa, STE-Bis, 3: HA-Wef. – 1c. ‘mit der Hand berühren, an eine best. Stelle greifen’ verstr. – ... faßtese an’n Arm ... Wäschke 61915,74; d müsste anne Frange (Kurbel) ft’n JE2-Scho; Rda.: ... deip in de Ficke faaten ... ‘viel Geld ausgeben müssen’ Gorges 1938,61; Fasse dich man n deine Nse! ‘Kümmere dich lieber um deine eigenen Angelegenheiten!’ Wb-Ak 119. – 1d. refl. ‘sich  balgen, miteinander ringen’ 2: Wb-Altm 49, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., JE2-Grü Ku, JE1-Flö, 3: vereinz. elbostf. – faot di mal mit ämm Wb-Altm 49. – 2a. ‘als Ladung, Einfüllung aufnehmen’ – De Jasthewe, die Ausschpann hoddn, konntn de Menschen bale nich meh fassn. 4: Alt-Cöthen 65 f. – 2b. ‘ein bestimmtes Fassungsvermögen haben’ – de Emmer ft tein Lter 3: HA-Oh. – 3a. ‘Bier in ein Fass gießen’ 2: Wb-Altm 49. – 3b. in der Verbdg.: nen (ge)ft hebben ‘betrunken sein’,  dn, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/mittleres elbostf., 4: BLA-Sti – de hat ordentlich einen e fat WO-Ma. – 4. ‘erfassen, erkennen, verstehen’, auch ‘für möglich halten’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 207, 4: Wb-Be, Krause 1964,12 – ik kann’t noch immer nich ften HA-Oh; tas kannste fassn Wb-Be.
Lautf., Gram.: Inf.: fat(e)n, ft(e)n verstr. elbostf.; f(a)ot(e)n, foat(e)n verstr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Flö, vereinz. elbostf.; [ft] JE2-Scho; foaten ZE-Göd Nu; fass(e)n, [fas()n] verstr. anhalt.; 3. Sg. Präs.: fa(a)t, ft verstr. elbostf.; faat’t Wb-Holzl 84; faot vereinz. Altm.; foat’t Matthies 1903,8; fott, [fot] Wb-Altm 49, verstr. ZE; [fast] Mda-Ze (ZE-Roß); Imp. Sg.: faat, ft HA-Bee Oh; fate, fte vereinz. elbostf.; faot, foat, [ft] Wb-Altm 49, Lieder-Ma Nr. 924 (WA-Eg), QUE-Di; [fot] Mda-Ze (vereinz. ZE); faß, [fas] (vorw. als Hetzruf) MdasJe1 13 (verstr. s JE1), Mda-Ze (ZE-Roß), Lindauc o.J. 49, Wb-Be; fasse Wb-Ak 119; 1./3. Sg. Prät.: sw.: fte Wb-Nharz 207; faat’te Wb-Holzl 84; faßtese mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. 3. Sg. f. Wäschke 61915,74; st.: ft Wb-Altm 49; Part. Prät.: sw.: efa(a)t, eft vereinz. n/w elbostf.; efaat’t Wb-Holzl 84; efaot, [ft] JE1-Ca, Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA); faot, foat vereinz. Altm.; fatt Id-Quea 151; fat’t Bewohner-Altm 2,129; [fot] Dialekt-Ma 7 (JE1-Gü, verstr. mittleres/s JE1), ZE-Göd; [j-] Mda-Ze (vereinz. ZE); jefasst, [jfast] a.a.O. (ZE-Roß), BLA-Sti; [faot] SA-Dä; st.: eften HA-Oh; faot’n Wb-Altm 49.
Fedder f. 1. ‘Feder eines Vogels’, bes. die von Gänsen werden auch als Bettfedern verwendet, verbr. (aus JE1 keine Belege) – Feddern plücken ‘Gänsen bei lebendigem Leib einen Teil der Federn nehmen’ WO-Ro; Feddern reißen ‘Federn schleißen’ BE-Dro, ausf.  rten; d Hinne had jor gne Fellorn mor DE-Ca; ... jeden Dag lett hei’n Fedder van d’ Möll fleigen, um to weiten, ow’ dei Wind sei wegdrög ... Hausfr-Altm 1930,4 (SA-Die); ... un ahn den gräunen Haut ne grote Fedder. Lindaua o.J. 25; Rda.: lichte wie ne Feddere Vk-Harz 3,45; sich mit fremme Feddern schmücken ‘Verdienste anderer als die eigenen ausgeben’ Sprw-Börde; ... un mor hädden zu jarne noch ... eenen ... fortjeschickt, där’n aus de Feddern (aus dem Bett) hädde langen missen. Heese 21919,50; Sprw.: Nao’n Fädder münn’ de Dirns äöwer dree Tün springen. ‘Junge Mädchen sollten keine Mühe scheuen, um die Aussteuer zusammenzubekommen.’ Bewohner-Altm 1,328. – Brauch, Volksgl.: Die Federkiele, die nach dem Schleißen übrig blieben, kamen entweder in die Friedhofshecke (ZE-Bor) oder in den Gartenzaun (DE-Ro), wo sie dann verrotten sollten. Brauch-Anhalt 65, Vk-Anhalta 210. – 2. ‘Schreibfeder’, urspr. eine angespitzte Gänsefeder, heute veralt., 2: Wb-Altm 50, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Wenn hei sick hennsetten un mit dei Fedder dat alles opschriem’n wolle, ... Rauch 1929,11. – 3. ‘spiralförmiges Teil in der Uhr’ 4: Wb-Ak 56.
Lautf., Gram.: Fedd(e)r Sg., -n Pl. (nwaltm., n/mittlere Altm.: [fed(n)], s. Altm.: [fed(n)], anhalt.: [fedr(n)]) Hausfr-Altm 1930,4 (SA-Die), SA-Ku, Wb-Altm 50, Spr-Altm 14, OST-Gla Mech, STE-Po, verstr. s Altm., Heimatkalender-Ma 1932,48 (JE2-Scho), vereinz. s ZE, verstr. n/ö elbostf., BLA-All, vereinz. n/mittleres anhalt., Mda-Fuhne 97 (verstr. anhalt. – bes. mittlere Generation); Feddere verbr. w elbostf.; Ferr(e)r, [ferr] Sg., -n Pl. (nwaltm., n/mittlere Altm.: [fer(n)], s. Altm.: [fer(n)]) vereinz. nwaltm., verstr. ö OST ö STE, Mda-Ze (ZE-Reu Stre); Fesser, [fezr], [fezr] verstr. n anhalt. (außer nö), Mda-Fuhne 97 (verstr. anhalt. – vorw. ältere Generation, z.T. auch mittlere Generation – bes. n/mittleres KÖ); [felr] Mda-Ze (ZE-Gro); [feln] Pl. STE-Je, WO-Zie; [feln] Pl. WO-Zi; [felr] Mda-Fuhne 97 (verstr. anhalt. – vorw. mittlere, bes. jüngere Generation, n/mittleres KÖ – bes. ältere Generation, sö DE – in allen Generationen); Fearrern Pl. Matthies 1903,26; Fädder, [fäd] Sg., -n Pl. Bewohner-Altm 1,328, OST-Har, Mda-Ost 45 (OST-Ko); [fdn] Pl. CALV-Zo; Fäddere HA-Oh; [fär] Sg., [-n] Pl. verbr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [fär] Sg., [-n] Pl. SA-Rist, vereinz. n GA, JE2-Scho; Fällern Pl. WO-Mahl; fader Mda-Sti 12; Faddern Pl. SA-Jeg; [farrn] Pl. SA-Die; [fr] SA-Dä; Fere HA-Oh; Feser DE-Ro; Fäder HA-Oh, Spr-Asch 10; [flr] KÖ-Tre.
fett Adj. 1. ‘von hohem Fettgehalt, fettreich’ vereinz. – ... de fettn Happn ... Krause 1964,48; unse Bri w wa fett JE2-Scho; Rda.: dat mket ’n Kel nich fett ‘das ist unerheblich, ändert nichts mehr’ HA-Oh; Dat is en fett Maaltiet, see de Snider; do eten negen Mann von enen Luusschinken. Berufe-Altm 252. – 2. ‘fruchtbar’, vom Ackerboden – Sprw.: fetter Bon drecht ok Unkrut 3: Sprw-Börde. – 3. ‘üppig, kräftig gewachsen’ 3: Wb-Nharz 208. – 4. ‘sehr dick, korpulent, feist’, auch ‘gemästet’, von Vieh, verstr. – die is awwer fette, dän seine Olle ZE-Roß; Aber use schön fett Swien halt (holen) se uns weg. Lindaua o.J. 44; Wenn se denne ihre drei odder vier Zentnär hann, denn sinn se fett jenunk ... Heese 21919,86; Rda.: Mit fetten Ml kickt h t hgen Finstern ‘er gibt an, tut sich wichtig’ Wb-Altm 260; Sprw.: Dick’ Drank mockt fett’ Swin. Bewohner-Altm 1,328; en blöer Hund word selten fett Sprw-Börde; n magern Verglik is beter as’n fetten Prozess OST-Sta. – 5. ‘betrunken’,  dn, 1/2/3: verstr. nd., 4: BLA-Sti.
Lautf.: fett, [fet] (anhalt.: [fed]); außerdem: fatt BLA-Sti.
Flden m. 1. ‘flaches Gebäck’ 4: CA-Ak. – 2. ‘großes Stück’ 4: Wb-Ak 58, Wb-Be – an Fl’n Worscht a.a.O. – 3a. ‘Haufen’ 3: BE-Gü. – 3b. ‘Kuhfladen’ 3: Lindaua o.J. 38, Vk-Ask 185 – ... leit se en paar Fladen ... fallen ... Lindaua o.J. 38.
Lautf., Gram.: Fladen BE-Gü; Pl.: Lindaua o.J. 38; fln Vk-Ask 185; [fld] CA-Ak; Fl’n Wb-Ak 58, [fl] Wb-Be.
Fleck m. 1. ‘verschmutzte Stelle auf Textilien’ 2: JE2-Scho, 4: Mda-Sti 143, Wb-Ak 59, Wb-Be – w hest’n dänn Fläck wärra ha? JE2-Scho. – 2a. ‘Ort, bestimmte Stelle, Platz’ 2: Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – Hier op düssen Fleck, da is hei rindergahn! Lindaua o.J. 124; ... rührte sich äwer nich von’n Fleck. Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie); Rda.: op’n flekke ‘sofort’ Wb-Nharz 210; ... ’s Harze han alle Paschlewwer ufn rechten Flecke ... Wäschke61915,26. – 2b. ‘kleines Ackerstück, Beet’ – ... an Fleck mit Dill. 4: Wb-Ak 59. – 2c. ‘Mitte einer Schießscheibe’ 3: Wb-Nharz 210. – 3. ‘Flicken, aufgesetztes Stück Stoff oder Leder zum Ausbessern einer beschädigten Stelle’ 3: HA-Oh, Spr-Asch 45 – de Schauster mot’n Fleck opsetten HA-Oh.
Lautf.: Fleck, [flek]; außerdem: flekjen Dim. Wb-Nharz 210; [fläk] JE2-Scho; flack Mda-Sti 143.
Fledderms f. 1. TiN ‘Fledermaus’verbr. – d Flärrams schlöppt wa Winda JE2-Scho; ... denn flüggt währ ne grote Fleddermus vorbi ... Lindaua o.J. 64. – Volksgl.: F. dürfen nicht in das Schlafzimmer gelangen, weil sie sich im Haar des Schlafenden verfangen könnten. Sie sollen sich auf das unbedeckte Haar von Menschen setzen, daher rufen Kinder, wenn sie eine F. sehen: Fledermaus, Fledermaus, Kämme mich die Haare aus (BA-Fro). Weil F. häufig in Schornsteinen zu finden sind, glaubt man, sie fräßen Speck (BE-GrMü). Bindet man das Herz einer F. mit einem seidenen Faden an den Arm, so gewinnt man beim Kartenspiel (BA-Ha). Vk-Anhalta 269.  Fladder(e) Fladdermus Flidderms. – 2. in der Verbdg.: Fleddermse smten dass. wie  fleddern 3., 2: WO-Wo, 3: WO-Gli, vereinz. sö elbostf. – 3. in der Verbdg.: Kleinmaokt Fledderms geheimnisvoll wirkendes Heilmittel der Volksmedizin,  Sympathmiddel, 2: Wb-Altm 135. – 4. Pl. PflN ‘Wasser-Schwertlilie’,  Schelpblme, 3: WE-Gö Rho.
Lautf.: Fleddermu(u)s (nwaltm., n/mittlere Altm.: [fledms], s Altm., JE2: [fled-]) SA-Schm, vereinz. w Altm., verstr. mittlere/ö Altm., verbr. JE2, verstr. JE1 ZE, verbr. elbostf., BLA-All, BA-Ha; -mous WE-Gö; -maus, [fledrmaus] ZE-KlLei, vereinz. ö ZE, BE-He, verstr. w/mittleres anhalt.; Flettermuus GA-Wa; Flerrer- (nwaltm., n/mittlere Altm.: [flerms], sAltm.: [fler-]) vereinz. ö/s nwaltm., verbr. Altm. (außer s Rand), Mda-Ze (ZE-Reu Stre); -mius SA-Dre; Flessermaus, [flezrmaus] vereinz. w/mittleres anhalt.; Flell(e)rmus, [flel()rms] GA-Sa, vereinz. ö ZE; -maus, [flelrmaus] verstr. s anhalt.; Fläddermu(u)s (nwaltm., n/mittlere Altm.: [fldms], s Altm., JE2: [fld-]) SA-Bon Scha, vereinz. nö Altm., CALV-Uth, JE2-Kar, Id-Eilsa 61; -maus KÖ-Wei; Flärrermu(u)s (nwaltm., n/mittlere Altm.: [flärms], s Altm., JE2: [flär-]) verstr. ö/s nwaltm., verbr. Altm. (außer s Rand), JE2-Scho; [-mius] verbr. n/w nwaltm.; Flärrermüus SA-KlGe; Flärrmus OST-GrBeu; Fläller- WO-Bu, ZE-Gö; Fladder- (mit Senkung -e- > -a-) BLA-Sti, BA-Schie; Fledermu(u)s vereinz. s Altm., JE2-Ma, JE1-Sche, vereinz. elbostf.; -maus JE1-Gö, vereinz. w/s JE1 w ZE, OSCH-Vo, WE-Ri, vereinz. sö elbostf., CA-Lö Kü; Fleser- CA-Ra Su; Fleler- CA-Me; Flerms HA-Oh; Flädermus JE1-Dan Ra, OSCH-Eils, vereinz. s elbostf.; [fldrmaus] BE-Gier KlSchie.
flgen Vb. verbr. 1. ‘sich aus eigener Kraft durch die Luft bewegen’ – ... unn de Larchen floggen ... in de Hehe ... Richter o.J. 22; d Schpinnejumfa (Libelle) flt wat Woata JE2-Scho; ... härr hei de Voggels wedder flei’n laten. Lindaua o.J. 161; Sprw.: En mütt immer sn wat krüppt, nich watt flüggt. ‘Man sollte auf alles in seiner unmittelbaren Umgebung achten.’ Wb-Altm* 72. – 2. ‘sich durch Auftrieb, Wind durch die Luft bewegen’ – ... Fedder fleigen lot’n ... Hausfr-Altm 1930,4 (SA-Die). – 3. ‘schnell, gewaltsam fortbewegt werden’ – de Funken flait HA-Ost; Ein Stormwind make sick op, dat mannige Zuckerbude öhr Daak int Feld e flogen is. Rauch 1929,118. – 4. ‘fallen, hinstürzen’ – Juste floch ... uffs Kreize ... Krause 1964,36.
Lautf., Gram.: flg(e)n, [flgn] Wb-Altm 53, CALV-Uth; [fl(g)] vereinz. ö nwaltm., verbr. w/mittlere Altm.; fle(e)jen, [flj()n] Mda-Ar 53 f. (SA-Vi, OST-Ar Schr), vereinz. s OST ö STE, WO-Zi Zie, Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1), Mda-Sti 34; [fln] verstr. mittleres OST, vereinz. n/mittleres STE (außer ö Rand), JE2-Scho, Mda-Ze (vereinz. ZE); fleen, flehn, [fln] OST-Sta, STE-Wa, verstr. mbrdb.; [flin] STE-Je; fleigen Hausfr-Altm 1930,4 (SA-Die); [flaig] SA-Dä; fleijen vereinz. n elbostf., Sprw-Börde; fleien, -ai- Wb-Holzl 86, Dialekt-Ma 7 (vereinz. nö CA); flein, -ai- verstr. elbostf.; [fln] QUE-Di; [fläi(g)] verbr. nwaltm.; [fljn] ZE-Roß; flie(h)en, [fln] Mda-Ze (ZE-Roß), verbr. anhalt.; 3. Sg. Präs.: flüggt, flücht, [flüt] vereinz. nwaltm. Altm. n/mittleres elbostf.; flicht Wb-Nharz 210, QUE-Di; flüwt Bewohner-Altm 1,347; [flt] JE2-Scho, Mda-Ze (vereinz. ZE); fleit OSCH-Har; [fl()t] Mda-Ze (ZE-Roß); [fld] vereinz. anhalt.; Imp. Sg.: fle(e)g, -ch SA-Fa We, verstr. Altm., JE2-Fe; fleh SA-Meh, OST-Dü; fleig, -ch verstr. nwaltm. n elbostf.; flai’e Wb-Holzl 98; fläig SA-Pü; [flj] QUE-Di; flieg, -ch, flch vereinz. nd. (vorw. im Ansingevers für Marienkäfer), Wb-Ak 109, verstr. BE; flie JE2-Go; flüg, -ch verstr. HA; 1./3. Sg. Prät.: floog, -ch, flg, -ch; außerdem: fl HA-Oh; [fle] Id-Eilsa 61; fluk Mda-Sti 53; flock Wäschke 31919,132; Part. Prät.: e flogen, -j- Rauch 1929,118, OSCH-Har; [fln] WO-HWa; jeflogen, -flgen -r- Mda-Sti 23, vereinz. DE; eflo’en, [fln] verstr. elbostf.; je-, [j-] QUE-GrSchie, DE-Ca; efln vereinz. elbostf.; flaog’n Wb-Altm 53; [fl(g)] verstr. ö/s nwaltm. w/mittlere Altm.; [flg] CALV-Uth; [fln] vereinz. n WO; [flao] verstr. n nwaltm.; [flog] OST-Hi; [flg] OST-GrRo; [fln] OST-Dü Krum, STE-Ro; [fln] OST-Meß, STE-Peu; [fln] OST-Ga Ko; [-] Dialekt-Ma 11 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Göd); [flon] verstr. mittleres/ö STE; [flun] OST-Kru Wal, STE-Je; efla-u-n Mda-Je 230 (n/mittleres JE2); sw.: [flt] Dialekt-Ma 11 (verstr. mittleres/s JE1).
flink Adj. ‘schnell,  rasch’, auch ‘eifrig, fleißig’ 2: vereinz. Altm., ZE-Wö, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. anhalt. – flinke beine hebben Wb-Nharz 211; n flink Mken HA-Oh; ... wie flink das junk! Richter o.J. 10; ... de swarst Arbeit ging öhr flink von d’ Hand ... Heimatkalender-Ma 1931,84 (Altm.); Rda.: ... flink wie’n Ilk (Iltis) ... Lindaua o.J. 8; flink wie ne Wesele Vk-Harz 3,45.
flüstern Vb. wie Standardspr., 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 106 – Un nu fung hei ahn te flüstern ... Lindaua o.J. 65.
Lautf., Gram.: flüstern Inf., flüstert 3. Sg. Präs. vereinz. Altm., HA-Bee, Lindaua o.J. 65; flistern Wb-Altm 54, Mda-Sti 106; fliestern, flstern vereinz. OSCH WE; [flstn] SA-Dä; flustern Wb-Altm 54, Wb-Holzl 87 (WA-KlWa).