Katharina 1. weibl. RN, in dem Neckreim:Triene,
melke de Schwiene,
Melk’n Bulln,
loat’ ne strull’n!
3: Lieder-Ma Nr. 911 (WO-Ol).
– 2. f. – a. ‘dumme, einfältige Frau’, abw.,  Dussel, vorw. in der Verbdg.: dumme Trne, 3: verstr. elbostf., 4: Spr-Anhalt 171 – so ane Trine zorniger Ausruf, Spr-Anhalt 171. – b. ‘unordentliche, liederliche Frau’, abw.,  Slampe, vorw. in der Verbdg.: olde Trne, 2: vereinz. nbrdb. – c. ‘kleines, gesprächiges Mädchen’ – Katrelle 4: Wb-Be. – d. in der Zus.: Trienegreitche ‘Mädchen, das immer lacht’ 3: OSCH-Ba. – 3. in der Verbdg.: snelle Kattrne ‘Durchfall’,  Dorchfall, 2: Wb-Altm 199, 3: Wb-We 63 und 129, Id-Queb 23.
Lautf.: Kattrine, Katrne verstr. elbostf.; Nbff.: Katrin Wb-Altm 199; Käte, Ktchen HA-Oh; [katréle] Wb-Be; Trine verbr. elbostf., Spr-Anhalt 171, Trien, Trn verstr. nbrdb.; Trineken Dim. HA-Ack, Trnk’n Dim. Wb-Altm 227; Zuss.: Kathrinlieschen ‘K. Elisabeth’ HA-Ack, Katrlschn dass., QUE-Di, Trn Lschen dass., HA-Oh; trnefke ‘K. Friederike’, Trne Fken ‘K. Sophie’ HA-Bee Oh; trin dertchen ‘K. Dorothea’; Trienegreitche ‘K. Grete’ OSCH-Ba. Zuss.: mit -trne: zu 2.: Kau-, Klatsch-, Kln-, Knudel-, Ködder-, Lodder-, Mär-, Modder-, Mussel-, Nl-, Nusch-.
Katte f. 1. TiN ‘Hauskatze’ allg. – zahlreich in komparativen Rda., meist mit Bezug auf den Menschen: d is natt w ne Katte (völlig durchnässt) JE2-Scho; falsch wie ane Katze Vk-Anhalta 62; sliken (drum rummer gn) w de Katte um den heiten Brei Wb-We 63; De mockt’n Gesicht, as wenn’t de Katt dunnern hürt. ‘Er blickt erschrocken oder verstört.’ Bewohner-Altm 1,342; H geit daovon ass de Katt von’ Duwenslag. ‘Er entfernt sich stillschweigend, ohne sich um seine Verantwortung zu kümmern.’ Wb-Altm 96; Hei weet so väöl daovan as de Katt van’n Sönndäg. ‘Er hat keine Ahnung von einer Sache.’ Bewohner-Altm 1,343; sich wie Hund un Katze vordrn CA-Ak; mit umschpringen, wie de Katte mit de Mus ‘etw. schnell und ohne Aufsehen erledigen’ Sprw-Börde; von Schmeichlern: … w d Kaddn, d vrn liggng un hin’n kradsen GA-Da; weitere Rda.: wenn d’ Katt ‘n Ei leggt ‘niemals’ Wb-Altm* 72; dagegen zum Vertrösten von kleinen Kindern: r de Katze an Ei lt. ‘bald’ Wb-Ak 86; Man kann ok de Katt’ in Sack köpen. Spr-Altm 82; Katte un Ms spelen ‘jmdn. hinhalten’ Wb-We 63; der katte de schelle nhengen ‘eine unangenehme oder gefährliche Aufgabe allein übernehmen’ Wb-Nharz 93; nich wetten, w de katte in’n heu lt ‘über eine Sache nicht unterrichtet sein’ a.a.O. 93; du kennst k wr keinen Vogel as ne Katte Antwort auf eine törichte Äußerung, Wb-We 63; daovan weet de Katt hinnern Fürheerd nist von einer unbedeutenden Festlichkeit oder zu deren Herabminderung, Bewohner-Altm 1,339; dai hat ümma greot Weoad (Worte) un kann kain Katt fan Fahaiad (Feuerherd) treckng von einem Prahler, SA-Dä; dei geit vr de Katten ‘er muss sterben’ Wb-We 63; dat is vör d Katt ‘das ist vergeblich, wertlos’ STE-Wi; dat drcht de Katte op’n Swanz weg ‘das ist unbedeutend, minimal’ HA-Oh; dat fritt weder Katte noch Hund dass., Wb-We 63; da fengen zehn Katten keine Mus drin von einem durchlöcherten Sack, Sprw-Börde; t man, dat krit doch bles de Katten scherzh. Aufforderung zum Essen, HA-Oh; hat aber jmd. zu viel gegessen: n drcht de Katte de M (Magen) nich wech HA-Oh; Et scha’et nich, de Katte sall’t aflicken. zum Trösten eines Kindes, das sich geringfügig verletzt hat, Sprw-Harzvorld 399; in ders. Verwendung: heile heile kätzken, werde wedder gaut! Id-Quea 158; de Katten prusten, et jift ander Wäder zu jmdm., der niest, Sprw-Börde; Sprw.: de Katte lett dat Musen nich HA-No; Wat van’t Katt is, lihrt musen. Bewohner-Altm 1,343; ‘t is ne schlechte Katt, de blot vor een Lock must STE-Wi; de Katte lert erst musen, wenn se jungen deitCALV-Zo; Laot de Katt män lopen, de Kaoter kriegt se doch. Bewohner-Altm 1,343; wenn de katte nich te hs is, denn schplen de mse op disch un benken Wb-Nharz 93; nachts sind alle Katten grau WE-Oster; Watt’n spaort vör’n Mund, datt fritt Katt un Hund. Wb-Altm 96; d fogels, d sau freu singen, frit de katte jren Wb-Nharz 93; Schnellsprechübung: Katte kuckt in Fettpott. “Kuck”, seggt de Katte. Vk-Harz 3,100 (WE-Oster); Kiek, seh de Katte, kiekt von’n Bodd’n in’n Fettpott. Lieder-Ma Nr. 183 (WO-Ol); Kinderreim:Ains, zwai, drai!
Katte laip in’n Snai.
Wie se wedder ruut’r koam,
Harr si witte Steww’ln an.
Lieder-Ma Nr. 152 (WO-HWa);
Johann, spenn an!
twei Katten foran
twei Mse foropp
denn geit dat galopp!
HA-Oh;
– Volksgl.: de Katte putzt sick, et gifft Besuch WO-Gu. Kratzt sie an der Tür, steht ein Todesfall bevor (DE-De). Wenn man sie mit ins Bett nimmt, vertreibt sie Krankheiten (KÖ-Dro, DE-Que). Verschluckt man dagegen ein Katzenhaar, wird man schwindsüchtig (BA-Fro). Vor allem die schwarze K. gilt als unheimlich, obwohl ihr auch Glück bringende Eigenschaften zugeschrieben werden. Wer K. leiden kann, bekommt keinen Mann bzw. keine Frau. Vk-Anhalta32. Vergisst ein Mädchen die K. zu füttern, so regnet es ihm in den Kranz; tritt es aber gar eine K., so findet sie nur einen hässlichen Mann. Hochzeit-Altm 10. weiterf. s. Vk-Anhalta 32. – 2a. in der Verbdg.: Katten schmieten ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 2: JE1-Gü. – 2b. in der Verbdg.: Katte miau Haschespiel, bei dem der die K. spielende Junge versuchen muss, einen der auf einem Ackerwagen sitzenden Mitspieler abzuschlagen, nachdem diese ihn mit Aussicht auf Beute (Bratwurst) zu sich lockten, 3: OSCH-Schl. – 3. vorw. im Pl., vorw. Dim. – a. ‘Blüten des Hasel- und Weidenstrauchs’ 1/2/3: allg. nd., 4: verbr. omd. – anne W’n sitt’n in Frja d asten Kätzchen JE2-Scho.  Blschp Bummel Frjrskättjen Lamm Lämmerswanz Maikatte Ndel Palme Palm(en)kätzchen Primmel Rpe Schp Schpswänze Troddel Wdenkatten Wulltappen. – b. ‘Samenträger der Kiefer’,  Knappel, 3: HA-Vö. – 4. ‘am Gürtel getragener Geldbeutel’ 2: Wb-Altm* 59, 3: Wb-Nharz 93. – 5. ‘Verbindung zwischen Leine und drei Flaschenzuggehäusen der Spriettakelage’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 222 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi), 4: a.a.O. 222 (CA-Ak).
Lautf., Gram: Katte, [kat] Elbschifferspr. 222 (STE-Bit, WO-Ro), JE2-Scho, verbr. JE1, Mda-Ze (ZE-Reu), allg. elbostf.; Katt, [kat] SA-Dä Die, allg. nbrdb.; [katn] Pl. verbr. nwaltm. Altm.; Kadden, [kadn] Pl. verstr. Altm.; Katze, [káts] verbr. s JE1 ZE, vereinz. s elbostf. anhalt.; [kads] Elbschifferspr. 222 (JE2-Mi, CA-Ak); ktze Mda-Sti 2; Dim.: kätzken Id-Quea 158; Kättschk’n Wb-Altm 96; ketjen Wb-Nharz 96; Kettje f. WE-La, [kétsn] Wb-Be; nur (3.) vorw. Pl.: Kätz(e)ken vereinz. elbostf.; Kättchen SA-Han Jah, GA-Rö, JE2-Fi, OSCH-Ba Di Eil; Kättschen SA-Die, STE-Na Wa; Kätzchen verbr.; Kätzschern SA-Ah; Kettchen GA-Rö; Ketzchen Wb-Ak 87, [ketsn] JE2-Scho; [gedsn] verbr. BE. Zuss.: zu 1.: Klter-, Klau-, Klei-, Klster-, Mai-, Mau-, Mse-, Msemaukättken, Mze-, Nachtkatze; zu 3a.: Mai-; sonstiges: Mai-, Nasch-.
Kerse f. 1. ‘Frucht des Kirschbaums’, auch PflN ‘Kirschbaum’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., JE2-Scho, verstr. JE1, verbr. ZE, 3: allg. elbostf., 4: verbr. anhalt. – Korschn essn CA-Sta; Rda.: in de Kerschen gn ‘(verbotenerweise) Kirschen ernten’ Wb-We 64; Mit dene is kein gut Kerscheneten. ‘Er ist ein unverträglicher, gefährlicher Mensch.’ Hbl-Nharz 1929 Nr. 11 (ohne Verf.); Rätsel von der Kirsche:Grün wie Gras,
Was ist das?
Roth wie Blut,
Ist noch nicht jut,
Schwarz wie Pech,
Dann ist’s erst recht.
Lieder-Ma Nr. 396 (JE1-Ran);
dass.:Es sitzt anne Jungfrau uffen Bome
und hat an roten Rock ahne.
In Harzen is a Steen.
Was soll das sinn?
KÖ-Ra.
– 2. ‘anziehendes junges Mädchen’ 4: BE-Grö.
Lautf., Gram.: Kersche Wb-We 64, BLA-All; Kerschen Pl. vereinz. w elbostf.; Kärsche, [kr], krsche Id-Eilsa 70, Mda-Gö/Is 100, BA-Ha, Mda-Ro, Mda-Sti 5; Karsche, [kar] vereinz. sw elbostf., BLA-Sti, QUE-Di Hau; [gar] veralt. DE-Ca; Kirsche, [kir] verstr. s Altm., JE2-Scho, vereinz. n elbostf., BLA-Ha, BE-Grö, KÖ-Tre; [gir] verstr. s DE; [kir] SA-Ah Lüg Pü, verstr. ö Altm. (außer n WO); [kirn] Pl. SA-Dä; [kr] verstr. nwaltm. n/mittlere Altm.; [k] verstr. nwaltm., SA-Al, OST-Bi; Korsche, [kór] WO-Zie, ZE-Roß, Wb-Holzl 125 (WA-KlWa), WA-Re, Wb-Ak 96, Wb-Be; Korschn Pl. CA-Sta; Körsche Wb-Holzl 125 (HA-Bar); [kur] WO-Mei, verstr. JE1 ZE, KÖ-KlZe, DE-Mo Ro; kürsche Mda-Ohre 343 (GA-Rä); [kri] veralt. Mda-Ma 65 (CA-We). Zuss.: zu 1.: Heidebeerkirsche, Herzkirsche, Holt-, Jden-, Knorpel-, Knupper-.
kfen Vb. 1. ‘tadeln, schelten’, auch ‘keifen’ 2: Wb-Altm 99, Id-Altm, Albrecht 21822 1,171, 3: Wb-Holzl 118 (HA-Höt), Lieder-Ma Nr. 85 (HA-Höt), Wb-We 64 – He het kaewen. Id-Altm; Papa ward dick kiemen … Lieder-Ma Nr. 85 (HA-Höt);Sehn ji, wie de Olle kiwt?
Em wat up den Bümmel giwt?
Albrecht 21822 1,171.
– 2. ‘ungeschickt schneiden’,  kaddeln, 2: SA-Win.
Lautf.: kifen Id-Altm; kf’n Wb-Altm 99; kiwen SA-Win; kw’n Wb-Altm 101; kiben Wb-We 64; Nbf.: kmen Wb-Holzl 118 (HA-Höt), kiemen Lieder-Ma Nr. 85 (HA-Höt). – Gram.: starke Flexion kfen, kf, kwen belegt Altm. – Etym.: (2.) nach Wb-Lüneb 2,120 zu kfen zu stellen, Übertragung von ‘streiten’ über ‘mit Waffen kämpfen’.
Klawr n. ‘Tasteninstrument mit senkrecht zur Tastatur gespannten Saiten’ vereinz. – Abzählreim:1 – 4.
Vor en Schmid seine Thür
Saßen drei Weiber
Mit goldene Kleider,
Spielten Klavier,
1 – 4.
Lieder-Ma Nr. 535 (CA-Egg).
Auf einem Klavier,
da steht ein Glas Bier,
wer daraus trinkt, der stinkt.
HA-Alv.
Zus.: Hand-.
klingklang Interj. dass. wie  klingeling, 3: Lieder-Ma Nr. 636 (WO-Ol), Mda-Weg 102, Wb-We 67.
Klster n. 1a. ‘Kloster’ 3: Lieder-Ma Nr. 477 (WO-Ol), HA-Oh, Wb-Nharz 100, 4: Mda-Sti 23, Wb-Be – Hai iss inn’n Kloost’r goan,
Hai itt wat goar iss,
Hai drinkt wat kloar iss,
Hai schlöppt bie de Nunne, dai doa iss.
Lieder-Ma Nr. 477
(WO-Ol).
– 1b. in Verbdg. mit ON – Neckvers: In Kloster is nist los, dao gifft blohs Linnewebers un Bessenbinners. Klosterneuendorf, 2: GA-KloNeu; Kloster Mareik NeckN für den ON Klostergröningen, 3: OSCH-Da; ick gae na Kloster Mayendorf, der Ort war ein K. geworden und das Wort K. steht hier als Eigenname, 3: Wb-Holzl 121 (WA-KlWa); dat Klster Bezeichnung für Kloster Michaelstein, 3: Wb-Nharz 100.  Trüstedt. – 2. dass. wie  Klsett, euphem., 1: SA-HLa, 3: Sprw-Börde, OSCH-Crot, BE-Gü, 4: BE-Dro, KÖ-Wu – sit ewig op’t Kloster Sprw-Börde.
Lautf.: Kloster, [klstr]; außerdem: Kloost’r Lieder-Ma Nr. 477 (WO-Ol); Klester HA-Oh; [glsdr] BE-Gü.
K f. 1a. TiN ‘weibl. Rind’ verbr. – hei mott Keue ob de Wische (Wiese) heu’n (hüten) GA-Lock; … denn hammer so vill Jeld, dassemer uns Kiehe un Färe koofen kenn’n. Wäschke 41920,41; Rda. mit Bezug auf Viehhaltung und wirtschaftliche Bedeutung: De gaude Koh melkt man dörchs Mul. ‘Bei guter Fütterung gibt die Kuh viel Milch.’ Spr-Altm 82; Een Koh deckt’n Disch. a.a.O. 82; Oll Kö’ gew’n Melk, jung Hünner gew’n Eier. Bewohner-Altm 1,345; hat de Deuwel de Kauh ehalt, kann hei dat Kalw ok noch halen HA-Eil; Rda. mit Bezug auf den Menschen und sein Verhalten: Wem de Kauh jehört, fate se bin Schwanz ‘wen eine Sache etw. angeht, der kümmere sich darum’ Sprw-Börde; Watt helpt n’n K, wenn s ‘n Emmer vull melkt un sleit’n in’n Dreck ‘Hab und Gut nützen nichts, wenn es vergeudet wird’ Wb-Altm 205; man wart sau olt wie ne Kau un lehrt ümmer noch dertau Sprw-Eils 39; et jift mr bunte keu w eine Zurückweisung einer unberechtigten Forderung gegenüber jmdm., der glaubt, eine verlorene Sache wieder zu erkennen, Wb-Nharz 94; wenn eine Kauh schitt, böert dä andere den Swanz hoch OSCH-Ba; hei kukkt et an w de Kau de ne Dr ‘er ist verwundert’ Wb-We 64; sau old wrd keine Kau WE-Be; Rätsel: et jing in’n Wald un leiht Tellderken fall’n, wat is dat? – de Kauh WO-Schn;Eine Kauh un’n Kalf
Un’n half Kalf half
Un’n Hirsch un’n Reh,
Wuur vell Beine harr’n dee?
Lieder-Ma Nr. 474 (HA-Um);
Kinderreim:Muh, muh, muh!
Raupt uns unse Kuh.
Wai jeeb’m eer det Futter,
Sai jeeft uns Melk un Bodder
Un raupt man immer: Muh!
a.a.O. Nr. 78 (WA-Eg);
Abzählreim:Ich un d, Mil’lersch K,
Mil’lersch sel, das bis d.
Wb-Ak 99.
Wiegenlied:Slap, Kinneken, slap.
Vorn Holte geiht en Schap,
Vorn Holte geiht ne bunte Kauh,
Kummet usen Kinneken tau.
Vk-Harz 3,87 (WE-Schau).
Brauch: In vielen Altmarkdörfern war es üblich, beim ersten Austrieb zu Pfingsten das Vieh zu bekränzen. Dies war häufig mit einem Wettstreit der Hütejungen und Kuhmägde verbunden. Der besten K. der Herde, die zuerst ausgetrieben war, wurde ein von einem Mädchen gebundener Kranz umgehängt. Brauch-wAltm 72f. (SA-Zier, vereinz. GA). Hatte eine Kuhmagd ihre Herde als letzte ausgetrieben, hatte sie allerlei Witze und Neckereien über sich ergehen zu lassen. Gegen Abend suchten die Burschen aus der Herde dieses Mädchens eine K. heraus, die sie schmückten, indem u.a. eine aus Stroh und anderen Materialien gefertigte Puppe auf das Tier gesetzt und befestigt wurde. Diese bunte K. wurde losgelassen und lief unter dem Jubel der Bewohner so lange durch das Dorf, bis die Puppe heruntergefallen oder zerstört war. Erst dann wurde das Tier wieder auf den Hof gelassen. SA-Ch. – 1b. TiN in der Verbdg.: bunte/blinde Kuh ‘Marienkäfer’,  Marenkwer, 2: JE2-Pap, JE1-Bü – blinne Kue JE2-Pap. – 2. ‘alte oder dicke Frau’, Schimpfwort,  Pummel, 2: ZE-Roß. – 3. in der Verbdg.: sitt wie dot up de Koh ‘bittet unablässig um etw.’,  beddeln, 2: STE-Bir.
Lautf., Gram.: K, Koh, Koo SA-Ku Rist Zie, verbr. Altm., JE2-HGö Schö Zo, JE1-Grä Gü Ra Ran; Kouh OST-Thie, ku Mda-Sti 40; Kau(h), [kau], [kao] verbr. nwaltm. elbostf.; Keuseken Dim. Mda-Weg 101; K, Kuh WO-Zi, JE1-Bü Kü, ZE-Roß, HA-Alv, Lieder-Ma Nr. 78 (WA-Eg), a.a.O. Nr. 613 (WO-Ol), a.a.O. Nr. 615 (GA-Se), Vk-Harz 3,94 (QUE-Que), Wb-Be, BLA-All, Vk-Anhalta 32; [g] DE-Ca; Kue, [ku] JE2-Pap, JE1-HLo Stei, verstr. ZE; Kua ZE-Mü; Pl.: [k] JE2-Scho, JE1-Gra HZi Wö; [kö]GA-Bo, CALV-Je Uth Zo; Köh, K, Kö’, [k] SA-Rist Zie, Bewohner-Altm 1,345, verstr. n/mittlere Altm., GA-Da Le Schw, JE2-Gü, Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), verstr. nw/mittleres JE1; Ke, [k] Dialekt-Ma 12 (verstr. JE1, ZE-Dor), QUE-Su, Kehe BA-Op; Keh, K Dialekt-Ma 12 (JE1-Güt Schor Walt), verstr. ZE; [kj] Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1, CA-El); kwe Mda-Sti 40; [kje] WO-Col Zi Zie; [ki] SA-Ku, [ki] STE-Bö Je Steg; [köi] SA-Pü Zie, GA-Da Ku, [köi] STE-Bad; [kui] verstr. nwaltm.; Kuü SA-Die; Küehe Heimatkalender-Je 1929,XII (JE2-Vie); Koie, [koi], Käu(h)e, Keu(h)e, [koe] verstr. n/w elbostf.; [koi] SA-Ah GrGe Jü, Keu HA-Oh, Id-Eilsa 70, Wb-Nharz 94; Keuj QUE-Di; Kei(h)e, keie, [kae], [kaie], [kai] WO-Eb Mei, HA-Neu Va, Wb-Nharz 94 (WE-De), vereinz. n CA; Kiehe Wäschke 41920,41, Richter o.J. 7; [g] DE-Ca. Zuss.: zu 1a.: Harz-, Hirsch-, Kalwe-, Kerken-, Lnigen-, Melke-, Melk-, Mtsche-, M-, Ossen-; zu 1b.: Himmelskühchen, Mtsche-, M-; sonstiges: Maikken.
Kochstedt ON, in dem Neckreim:Kochstedt liet in Grunne,
Et jifft woll scheene Maek’ns drin,
Oaber luter dumme Hunne.
3: Lieder-Ma Nr. 869 (WA-Eg).
Khrdshs n. ‘Haus des Kuhhirten’ 3: Firmenich 1854,137 (BA-GrAls), Lieder-Ma Nr. 637 (BA-GrAls) – Abzählreim:Et leip ne Muus
Umt Kauheershuus
Tif, taf, paf,
Du bist af.
a.a.O. 637 (BA-GrAls).