Anna 1. weibl. RN – Anna, Sanna Ausdeutung des Klangs der Glocke, 3: GA-Ge; Neckvers: Anna, ds dr is main lbsder Jangk 4: CA-Ak; Neckreim:Anna Kawanna,
sett ‘t Pöttken upp ‘t Füer,
koake Bohn’n,
deatt Broud is to düer.
2: Matthies 1912,26 (n GA);
Anne pupanne,
slept jern bn manne,
slept jern bn saldten
un kann et nich lten.
3: Mda-Weg 86;
Abzählreim:Anchen, Dännchen,
Korenkännchen,
Zucker.
3: Lieder-Ma Nr. 588 (WO-NiDo).
– 2. ‘26. Juli’, Kalendertag – Bauernregel: Jakobi (25. Juli) un Ann’n is de Eren in’n ganzen Lanne. 3: Chr-Em 427. – 3. vorw. in der Verbdg.: dum alschen ‘unerfahrenes Mädchen’ 3: Wb-Nharz 10.
Lautf., Gram.: Anna; außerdem: Anne Bewohner-Altm 2,160, Mda-Weg 86; Anneken Dim. vereinz. w elbostf.; Annchen Dim. Lieder-Ma Nr. 587 f. (WO-NiDo); Ann’n (2.) Dat. Sg. Chr-Em 427; Zuss.: Andorte ‘A. Dorothe’ HA-Ack; Anndoertchen Dim. dass., HA-Oh; Ann-Ils ‘A. Elisabeth’ Wb-Altm 254; Annlis dass., a.a.O. 5; Anlieschen, Annlschen Dim. dass., HA-Ack Oh; Allischen, alschen Dim. dass., Wb-Holzl 54, Wb-Nharz 10; [aln] Dim. dass., Nd-Börde § 118 (WO-Schn); Antrine ‘A. Katharina’ HA-Ack; Anngrt ‘A. Margaretha’ Wb-Altm 5; Annemarie ‘A. Maria’ Bewohner-Altm 2,160; -mieke dass., Lieder-Ma Nr. 855 (WO-Ol); Ammar, Amr dass., Wb-Altm 4; Annemarimalelisch’n ‘A. Maria Margaretha Elisabeth’ a.a.O. 5 (s Altm.); Annfken ‘A. Sophie’ HA-Oh.
2anpken Vb. 1. ‘Feuer anzünden’ –Niemann, pieke Füer an,
Op’m Staindamm gaiht’et gut an.
3: Lieder-Ma Nr. 908
(WO-Ol).
– 2. ‘herbeilaufen, herbeikommen’ 3: Wb-Holzl 55.
Lautf., Gram.: anpeken Wb-Holzl 55; pieke an Imp. Sg. Lieder-Ma Nr. 908 (WO-Ol).
Arfte f. PflN 1. ‘Erbse’, bes. die Frucht, verbr. – Erften utpaalen Id-Altm; dick Erften met Speck Mittagsgericht, OST-Ost; wie äten hüte Arften JE1-Scha; kannste mich inne rwessen a Schticke Wurscht rinschneiden? BE-Grö; “Up mine Heimoathen hewwe ick ens Erwten ’esät, ...“ Heimatkalender-Je 1923,94 f. (JE2-Vie); Rda.: klappert, wie de Arfte in Potte von jmdm. gesagt, der redegewandt seine Ware feilbietet, Sprw-Börde; hei is bange w de Arfte in’n Potte ‘er ist sehr ängstlich’ BLA-Brau; Sprw.: ne blinne dwe fint k ne arfte Spr-Maa 441 (WO-Ol); dree Arften in de Schöttel makt mehr Lärm as wenn se vull is HA-NHa; Rätsel: wo (wie) kümmt’n Ärvt wer’d Woater? – rund, STE-Wa;Hans Pralle
Fällt von’n Stalle,
Will ween’n,
Un hat keen Oegelkn.
– die Erbse, Lieder-Ma Nr. 394 (HA-Sa);
Kinderlied:Plück, plück Ärften
Wenn de Panmann km
Un slg uns um de Bn,
Ach wo woll’n wi wn.
Wb-Altm 7.
– Volksgl.: Um ein Aufpicken frisch gelegter Samen der A. durch Hühner oder Tauben zu verhindern, nimmt man vor dem Legen, das schweigend erfolgen muss, drei Samen in den Mund, die am Ende der Arbeit in ein offen gelassenes Loch gespieen werden müssen. Bewohner-Altm 2,288. A. sollen zwischen elf und zwölf Uhr gelegt werden, um Maden fern zu halten. Brauch-Anhalt 59 (HA-Hi). – 2. in der Verbdg.: wille arfte ‘Bärenschote’ 3: Wb-Nharz 17.
Lautf., Gram.: Arfte, [arft] Sg., -(e)n, [-()n] Pl. OST-Bert, vereinz. n WO, verstr. JE1, vereinz. ZE, verbr. elbostf., Mda-Sti 125; arft Spr-Mab 399 (WO-An); Arwten Pl. STE-Ja Wa, JE1-Ge, verstr. elbostf.; Arrefte, Arft OSCH-Di, QUE-Di; A(r)fk(e)n Pl. SA-HDo Mel; [arwst] verstr. ZE; Arwesse, -weße, [arws] Sg., -n, [-n] Pl. vereinz. ZE, QUE-Asch, Dialekt-Ma 4 (CA-We), vereinz. omd.; Arrewesse Wb-Ak 26; Arbse Sg., -n Pl. JE1-Flö Pre, ZE-Buk Jü, vereinz. CA; Arbesse vereinz. CA; [ftn] Pl. SA-Dä; [rwz] vereinz. DE, [rwesn] Pl. Vk-Ask 374; hbsen Pl. BE-La; Aorwessen Pl. CA-Lö, DE-Kle; rweßen Akk. Pl. BE-Grö; Ä(r)ft, [rft] SA-Rist, vereinz. Altm.; Ä(r)ften, [ärftn] Pl. SA-Dre, vereinz. ö Altm. JE2, JE1-Wo; Ä(r)wten Pl. vereinz. nwaltm. ö Altm., JE2-GrMa; Ärfk Sg., -n Pl. vereinz. nwaltm.; Äwgnen Pl. SA-Fa; E(r)ften Pl. vereinz. nwaltm., verbr. nbrdb. n mbrdb., vereinz. elbostf.; E(r)wten Pl. vereinz. nbrdb. n mbrdb., HA-Ack; Erfk Sg., -en Pl. vereinz. nwaltm., OST-GrGa Har; Erbesse WA-We; Erwesten Pl. ZE-Brä Sta; Erpis veralt. JE2-Pa; [rft] Pl. JE2-Scho; Ääften Pl. SA-Kun Stö; Äerften Pl. OST-Ze; Eärften Pl. SA-Stei; Eaften Pl. STE-Kre.
arwen Vb. 2: Wb-Altm 260, Bewohner-Altm 1,260 (ö STE), Siedler-Je § 143l (JE2 JE1), vereinz. JE2, verstr. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. 1. ‘etw. als Erbe, Erbteil bekommen’ – Denn arwest Du dreihundert Dahler ... Klaus 1936,56; Rda.: dat arwet wider ‘der Gegenstand soll durch Erbschaft in der Familie verbleiben’ Wb-Holzl 57 (WA-KlWa); von denn Hingst ... erwt’t gd ‘Muttertiere, die von diesem Hengst gedeckt werden, sind schnell trächtig’ Wb-Altm 260; Neckreim:Lott’ iss doot, Lott’ iss doot,
Jule liet in Starb’m.
Hannchen kümmt, Hannchen kümmt,
Die sall alles arbm.
Lieder-Ma Nr. 993 (HA-Gro).
– 2. ‘best. Anlagen, Eigenschaften von seinen Vorfahren mitbekommen’ – ... das lak so inse drinne, das haddense von ihre Vätersch jearwet. Wäschke 61915,76.
Lautf., Gram.: arwen Wb-We* 200; arwest 2. Sg. Präs. Klaus 1936,56; jearwet Part. Prät. Wäschke 61915,76; arben vereinz. elbostf.; arbm, arb’m, [arb] vereinz. elbostf.; arreben OSCH-Di; ar’m Wb-Holzl 57 (WA-KlWa), [ar] Siedler-Je § 1431 (JE1), verstr. ZE, Wb-Be; arre’m Wb-Ak 26; [är()v()n] Siedler-Je § 1431 (s JE2 n JE1); ärruw’n Bewohner-Altm 1,260 (ö STE); [ärn] vereinz. n JE2; erwet Part. Prät. Heimatkalender-Je 1926,112 (JE2-Vie); erb’n Wb-Altm 260; er’m Krause 1964,98.
s n. 1. ‘Aas, Kadaver’ 2: vereinz. nbrdb., ZE-Roß, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: Lieder-Ma Nr. 279 (DE-De) – zur Verstärkung: det stinkt wie s ZE-Roß; dat rucket wie s HA-Oh; Sprw.: wu Aas is, sammel sich de Geier ‘wenn es etw. zu erzählen gibt, versammeln sich die schwatzhaften Menschen’ Sprw-Börde; Vers:Weeß en Aas!
Wu laet’s, wu laet’s?
Hingern Bark!
Wacker fett, wacker fett?
Ausdeutung des Krächzens der
Krähe, Lieder-Ma Nr. 279 (DE-De);
Item Peter Werneken beschuldiget Mathies Wenteken darume, dat he sy gekomen unde itlyk as unde dot vehe up sinen hoff gebracht hebbe ... 1482, StB-Neuhaldenslebenc 144. – 2. Schimpfwort, bes. für einen durchtriebenen, niederträchtigen, hinterlistigen Menschen, oft mit anerkennendem Unterton, z.T. auch Kosewort, bes. gegenüber Kindern, 1: SA-Dä, 2: Wb-Altm 8 und 254, ZE-Roß, 3: Rauch 1929,130, Spr-Maa 442 (WO-Ol), verstr. w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – frflchtes st Wb-Be; n sönn oas freudig verwunderter Ausruf einer Mutter, Spr-Maa 442 (WO-Ol); S an s, mor solle’s doch nich for mchlich h’l, dasse das jeschafft hat. Wb-Ak 27.  TZ: zusammengestellt wurden Benennungen für Menschen, die ‘durchtrieben, gemein, niederträchtig, hinterlistig, betrügerisch’ sind, also mit pejorativer Bed., nur in wenigen Fällen auch mit anerkennendem Unterton, nicht alle Benennungen sind deckungsgleich, z.T. Berührung mit der Zentrale Bedrger: Blindslke Bube Duckmser Dwel Dwelsbrden Filou Ganfer Gnittenfänger Hackenbter Halunke Hundsfott Hunkebunke Kanaille Kanaillenschwein Kribbensetter 1Krpel Kujn Lghp Lder Lders Lderbn Lump Lumpenhund Lumpenkrl Lumps Messhund MonsieurMuckerNtenschter Ninive; weibl.: 1Best Mbel, weitere Synonyme  Schubbejack. – 3. in der Verbdg.: kein s ‘niemand’, derb, 3: HA-Oh, 4: Wb-Ak 27, Krause 1964,81 – “... Da lä’t eier toter Vater schon ne halwe Schtunde mank de Schtawwelbohn’n, un keen Aast kimmert sich umn!” a.a.O. 81.
Lautf.: A(a)s, s; außerdem: s, [s], Aos, [s] vereinz. nbrdb., ZE-Roß, Spr-Maa 442 (WO-Ol), Wb-Ak 27; [aos] SA-Dä; Aast, [sd] vereinz. anhalt.; st, [st] Nd-Börde § 125 (WO-Schn), Wb-Ak 27, Wb-Be. – Etym.: mhd./mnd. s ‘Fleisch eines toten Körpers, Köder’, daneben das zur gleichen Wurzel gehörige mhd. /mnd. t ‘Speise, Nahrung, Viehfutter’, in frnhd. Zeit fallen beide Bildungen zusammen: ‘Tiernahrung, Kadaver’, vgl. Pfeifer 1989,1.
b Laut des Schafes, 1: Lieder-Ma Nr. 70 (SA-Roh), 2: Matthies 1912,4 (SA-NFe), 3: Spr-Mab 383, HA-All.
Lautf.: bä(h); außerdem: böä Lieder-Ma Nr. 70 (SA-Roh).
backen Vb. 1. ‘Teig bereiten und ihn in der Ofenhitze garen’ verstr. – haite packmmer uns Kuchn Wb-Be; willn’je back’n, back’n Nachahmung der Laute des Frosches, Spr-Mab 382; subst.: Jibacktes ‘Gebackenes’ QUE-Di; beis Schlachten un Backen ward de Molle vurjeholt Serimunt 1929 Nr. 46; d müsst Brme (Hefe) hln tum Backng JE2-Scho; Rda.: De is jo män half gar backt ‘er ist unschlüssig, zögerlich’ Bewohner-Altm 1,326; dä is nich gar ’ebacket ‘ihm ist nicht zu trauen’ WE-Oster; Jenn Fru woll Brod spar’n – har Koken backt. Sprw-Altma 22; Sprw.: Backen un Bruun gerött nich alle Dage WO-Gu; Bi’t Waschen un Backen hebb’n de Fruen den Düwel in’n Nacken Spr-Altm 15; In de ganze Welt wä(r)t Brot backt ‘auch in der Fremde findet man sein Auskommen’, bes. zu jmdm. gesagt, der die Heimat nicht verlassen will, Wb-Altm 278; Kinderreim:Backe, backe Kauk’n,
De Bäck’r hatt’ eraup’m.
Waer will schoene Kuchen back’n,
Daer muß hab’m sieb’m Sachen: ...
Lieder-Ma Nr. 104 (WO-Ol);
Abzählreim:Eene, deene, detzel,
wer backt Pretzel?
Wer backt Kok’n?
De mött sök’n!
Matthies 1912,11;
Neckreim:In Bind (ON Binde) is nischt to find,
as en dröjen Tacken, da mütten
all de Wieber mit backen.
OST-Ker.
– Bis ins 20. Jh. hinein wurde der Teig noch zu Hause bereitet und zum Backen dem Bäcker des Ortes oder ins gemeindeeigene Backhaus gebracht. Alle zwei bis drei Wochen war Backtag. verstr. Verschiedentlich wurde auch im eigenen Backofen, der sich häufig im Garten befand, gebacken. Essen-nwAltm 19, Kost-Ma 75.  Backhs, Backwen, Brt 1., Kken 1. – 2. in den Verbdg.: – a. (ge)backt(e) Bren dass. wie  Back(en)bren 1., 2: STE-Je Steg, JE2-Bü HSe, vereinz. JE1, 3: JE1-Ca HWa, vereinz. mittleres/s elbostf. –b. (ge)backt(e) Plmen dass. wie  Back(en)plmen, 2: WO-Zi, vereinz. JE1, 3: JE1-Ca HWa, vereinz. sö elbostf. – 3a. ‘etw. (an)kleben’ 1: SA-Dä Rist, 2: OST-Sta, 3: HA-Bee. – 3b. ‘kleben, haften, sich zusammenballen’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf. – de Snei backet all HA-Oh; ... datt Slimmste is, dat dee Eere sau backt, worumme man ’n halben Zentner an’e Schauhe mitsleepen mott ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 18/Wöhlbier (HA-Eim); et himme bakt mek op’n lwe Wb-Nharz 19. – 4. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 2: OST-Sta, 3: CA-Eick.
Lautf., Gram.: back(e)n, [bak()n]; außerdem: Inf.: [bak] verstr. nwaltm. Altm., JE2-Scho; Backent subst. Dat./Akk. Sg. Bewohner-Altm 1,321; [pakn] Wb-Be; pcken Mda-Sti 2; 3. Sg. Präs.: bäckt Vk-Harz 3,61; backet (3.) HA-Oh; ba(c)kt Matthies 1912,11, Wb-Altm 9, ZE-Roß, vereinz. elbostf. (vorw. 3.); bakket (3.) Id-Eilsa 50, Wb-We 11; 1. Pl. Präs.: [pakr] mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. Wb-Be; Imp. Sg.: backe vereinz.; 1./3. Sg. Prät.: bakte, bauk Wb-Nharz 19; puk Mda-Sti 33; Part. Prät.: jebacken Serimunt 1929 Nr. 46; e- Vk-Harz 8,30; gebackte, je-, [jbakt] attr. f. Nom. Pl. vereinz. sö Altm., JE2-Bü, vereinz. JE1 mittleres/s elbostf.; Jibackts subst. QUE-Di; ’ebacket vereinz. w elbostf.; ebackt, [bakt] JE2-Scho, vereinz. s/ö elbostf.; backt, [bakt] vereinz. nwaltm., verstr.Altm.; backte attr. f. Nom. Pl. OSCH-Schw, WE-Ha.
Bäcker m. wie Standardspr., 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – De dicke Bäcker word kriedewittschen um de Neese rum ... Lindaub o.J. 7; Dans, j mütt’n dät Brt met nn Becka n’m! JE2-Scho; Rda.: de Bäcker hat ekneppen ‘der Bäcker hat von dem zum Backen gebrachten Teig etw. für sich zurückbehalten’ Id-Eilsa 73; de Mäkens gt af w de warmen Semmeln bn Bäkker ‘die Mädchen sind zum Heiraten sehr begehrt’ Wb-We 125; Datt iss ass bi’n Becker de Semmel ‘hierfür gibt es einen festen Preis’ Wb-Altm 276; d hat der Becker seine Fraue durchjejocht von einem löcherigen Brot gesagt, Wb-Ak 33; Sprw.: Wo de Brauer waohnt, kann de Bäcker nich waohnen. ‘Trinker essen wenig.’ Bewohner-Altm 1,321; Reim: dr beckr unn dr millr, sinn schwestr-, braudr-kinnr. von der angeblichen Unehrlichkeit beider gesagt, Vk-Ask 159; Kinderreim:Backe, backe Kauk’n,
Där Bäck’r het jeraup’m,
Het jeraup’m de ganze Nacht,
N.N. het kain’n Daich jebracht,
Kricht ook kain’n Kauk’n.
Lieder-Ma Nr. 105 (WA-Eg);
Neckvers:Der Bäcker ist ein Schweinehund,
Der klaut von jedem Brot ein Pfund.
Vk-Anhaltc 140 (DE-Ho);
De Bäcker het siene Fru eschlahn
Met en Schiewer op et Lief.
Oh, wie schreich dat areme Wief!
Vk-Harz 3,69.
backen 1., Brt 1., Kken 1.  Kkenbäcker; scherzh., abw.: Backebeck Bäckerknst Backeweich Dgpe Kleisterpansch Klunsterbäcker Klunz Klunzbäcker Klunzfritze Klunzkonditor Kneter 1Knp Knper Knst Kringeldreier Krpelbäcker Luffe Luffenbäcker Luffenmker Mlhse Mlsack Mlworm Prillekenbäcker Prillekenhingst Schrippenarchitekt Semmelfoss Semmelhengst Semmelschrippe Semmeltechniker Teighengst Teigmops.
Lautf., Gram.: Bäcker, -kk-, Bäck’r; außerdem: Becker Wb-Altm 276, Wb-Altm* 72, vereinz. w elbostf., Wb-Ak 33, beckr Vk-Ask 159; [beka] JE2-Scho; [bek] SA-Gä; [pekr] Wb-Be; packer Mda-Sti 13.
Back(e)trog m. ‘längliches Holzgefäß, in dem der Teig zubereitet wird’ 1: SA-Die, 2: vereinz. brdb., 3: vereinz. n/w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Rätsel: Hänget in’t Huus, wie ne dohije Kauh. – der B., Lieder-Ma Nr. 508 (WO-Ol). – Brauch, Volksgl.: Hatte eine Kuh zum zweiten Mal gekalbt, ließ man sie in einem B. lecken, der dazu in den Stall gebracht wurde. Damit sollte der Segen des Brotes auf das Tier übertragen werden, um dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Vk-Anhalta 24 f. Am Tag der Trauung zogen sich die Braut im B. und der Bräutigam in der Pferdekrippe an. Man erhoffte sich so eine glückliche Ehe und für die Frau eine leichte Entbindung. Abergl-Altm 21, Brauch-Anhalt 23.
Lautf., Gram.: Backetrog, bakketroch Heimatkalender-Je 1937,77 (JE2-Fi), Wb-Nharz 19; -trch WE-We; Backtroch, back-, [baktro] vereinz. n/w elbostf., Wb-Ak 30; -droch ZE-Roß; -trock DE-Ra; [bagtro] SA-Die; Backtrog, -trch vereinz. anhalt.; -trög Pl. OST-Ziem; -trö’e Pl. Alt-Cöthen 65; backtraech Spr-Mab 382 (WO-An).
Backwen m. ‘Backofen’, auch FlN oder Bestandteil von FlN, verstr. – ick jah nan Backan ZE-Ra; sau heit w in’n bakben Wb-Nharz 19; Ok an’n groten Backa’n gung de Sitzung noch ne Wile wider, ... Heimatkalender-Je 1923,96 (JE2-Vie); Rda.: Dee könnt opp’n Backo’m döschen (dreschen). ‘Er ist klein.’ Wb-Holzl 36; de kann keen Hund ut’n Backofen locken ‘er ist wirtschaftlich schlecht gestellt’ SA-Bru; dat lett sick nich in Backa-o’m schiu’m (schieben) ‘die Arbeit lässt sich nicht beschleunigen, man muss sich die Zeit dafür nehmen’ SA-Dä; Wenn’t in Backaw’n schuw’n künn, un Kiep vull Holt daoväor böten. ‘So leicht und schnell ist die Angelegenheit nicht auszuführen.’ Bewohner-Altm 1,320; Er Töl’n (Hunde) sitt’n upp’n Backofen un blaffen: Jakobsdag, kumm ball, ball, ball! unser Brot is all, all, all! über ein von armen Bauern bewohntes Dorf, Spr-Altm 86 f.; Sprw.: Gegen en heiten Backowen is quae (schwer) hujahnen (gähnen). ‘Gegen eine mächtige Person ist schwer anzukommen.’ Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Rätsel: In uns’n Goar’n stait’n Stall vull bruune Paere. – B. voller Brot, Lieder-Ma Nr. 443 (WO-Ri); Petyr Becker schal wiken Heynen Scroder myt dem bachouen twey voyte von siner schnen 1387, WeteB-Calbea 60. – B. waren, sofern sie sich nicht in einem Backhaus ( Backhs) befanden, freistehend errichtet. Vielfach besaß jeder Hof einen eigenen B. (verstr. brdb.). Wegen der Brandgefahr waren B. an oder gar in den Häusern selten. (verstr.). Hatte der B. nach dem Anheizen genügend Hitze entwickelt, wurde die Glut hin und her geschoben und schließlich herausgezogen. Zur Bestimmung der richtigen Backtemperatur wurden Ähren in den B. gelegt ( ren), verfärbten diese sich nicht mehr schwarz, konnte der Ofen beschickt werden. OST-Me.
Lautf.: Backow(e)n, Bakk- Rda-Altm 267, Heimatland-Ga 1930 Nr. 10, STE-Ho, Wb-We 11, DE-Or; -oben, -ben Sprw-Börde, Wb-Nharz 19; backb’m, -bmt Spr-Mab 382 (WO-Ol); Backohmen DE-Ra; -m’n HA-Oh; [bakmm] Mda-nwJe1a 45 (JE1-Re); Back’m, -oo(h)m, [bakm] a.a.O. 45 (vereinz. n JE1), ZE-Roß, Wb-Holzl 5 und 36, Wb-Ak 30, DE-Ho; -aowen Hagen 1957,328; -aob’n Wb-Altm 276, Matthies 1903,3; -aom, -oa(h)m, -o(o)m verstr. SA, OST-Bö, GA-Trü; -aw(e)n Bewohner-Altm 1,320, STE-Wi; -aben Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; -ag(e)n GA-Est, STE-Sta Ste; -a(h)n, -a’n, [bakn] vereinz. JE2, verstr. n JE1, ZE-Ra; -hahn JE1-Grä; -aane, [bakn] JE2-Reh, Mda-Ze (vereinz. ZE); Backen, [bakn] verstr. sö JE1 ö ZE; Backaom, [bakao] SA-Dä Schm; -aun vereinz. n/mittleres JE2; -ofen Spr-Altm 86, SA-Bru, vereinz. OST, STE-La; [bag] DE-Lin; Packomen KÖ-GrPa; [pak] Wb-Be.