Christian 1. männl. RN – Rda.: man sachte Krischan, et Himme is ja noch datwischen 3: WE-Be; Neckreim: Christioan, Stich de Lampe oan. 4: Vk-Anhaltc 118 (DE-De);Krischan, steck de Piepe ahn,
Lat den Dampe ut de Hose gahn!
3: Vk-Harz 3,67 (WE-Lan);
Krischoan leet’n Boart stoahn,
Leet’n lang wär’n,
Leet’n awscheer’n.
2: Bewohner-Altm 2,160;
Tanzlied:Krischaon hat dat Geld verspeelt
Bie de Magd in Stalle,
Etwas hatt’e wedd’rekricht,
Aober noch nich alle.
3: Lieder-Ma Nr. 977 (GA-Wef);
Bastlösereim:Klopp, klopp Krischaon
willn beid naoh Wisch gaohn
willn beid härk’n
krieg’n klein Ferk’n -
striek aff, striek aff.
2: SA-NFe.
– 2. ‘dummer, einfältiger Mensch’, Schimpfwort,  Dusseldu bist villeicht ’n Jäne 2: ZE-Roß. – 3. in der Verbdg.: dei grote Krischan ‘große Zehe’,  2Tn, 3: WE-Velt. – 4. TiN ‘Pirol’,  Pingstvgel. – a. in der Verbdg.: Christian Flian 4: BE-Fr Me. – b. in der Verbdg.: Christian Kilian 3: CA-Löd.
Lautf.: Christian Vk-Anhaltc 118 (ZE-Mei, BE-GrMü); [grisdian] BE-Fr Me; Christioan Vk-Anhaltc 118 (DE-De); Christjan STE-Ei; Chrisjahn Vk-Harz 3,68; [krisjn] CA-Ak; Krischa(a)n, krischn verstr. elbostf.; Krischa(o)n, Krischoan SA-We, verstr. Altm., JE2-Gü; Kurzformen: Krist(e)l vereinz. elbostf.; Jäne, Jne ZE-Roß, Wb-Ak 75, Spr-Anhalt 170.
Dack n. 1. ‘Dach’ verbr. – op’n Dke HA-Oh; Hein kiekt dörcht Dack STE-Go; Ein Stormwind make sick op, dat mannige Zuckerbude öhr Daak int Feld e flogen is. Rauch 1929,118; ... denn steig ick rub un sleppt’ de Kiep up’n Rüggen na’t Dack. Hausfr-Altm 1930,8 (SA-Die); Rda.: under dk und fk bringen ‘etw. in Sicherheit/zum Abschluss bringen’ Wb-Nharz 36; Rätsel: Upp unse Dack, doa stat’n Mann, de rookt ’ne Piepe. – Schornstein, Lieder-Ma Nr. 444 (WO-Ri). – Brauch: Ist das D. fertig gedeckt, bringt der Dachdecker einen Strauß an der Dachecke an. Dem Hausherrn überreicht er den letzten Dachstein, wofür er ein Geldstück erhält. Vk-Anhalta 8. – 2. ‘Kopf’ vereinz. – Rda.: op’t Dk sten ‘schlagen, prügeln’ Wb-We 25; e upp’n Dack sitt’n ‘jmdn. streng zur Erfüllung seiner Pflichten anhalten’ Wb-Altm 30; die Anlehnung dieser Rda. an die Bed. ‘Kopf’ ist sekundär, urspr. Bezug zum Brauch des Dachabdeckens als Rechtsstrafe, vgl. Röhrich 1991 ff., 296.
Lautf., Gram.: Dack, [dak] verbr. nwaltm. brdb.; Dach ZE-Roß, Mda-Ro, verstr. anhalt.; Tach, [ta] Wb-Be, KÖ-GrPa; tch Mda-Sti 13; Daak, [dk] verbr. elbostf.; Daok, [dk] Wb-Altm 30, verstr. elbostf.; Pl. der Formen mit Langvokal: Daok’r Wb-Altm 30; Daokers Pohlmann 1905,55; Dke HA-Oh; Däker, dëker vereinz. w elbostf.; Deker Wb-Holzl 73 (HA-Eil).
Danzbodden m. ‘Tanzfläche’ 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Be – Rda.: op den Danzboden anholen ‘ständig tanzen’ Wb-We 26; Sprw.: Een wärd bedraw’n, wenn ’r de Dirns up’n Danzbodden besüht un dänn Acker up’n Weg. Sprw-Altma 56; Tanzlied:Danzbodd’n hat’n Lock, hat’n Lock,
Danzbodd’n hat’n Lock, hat’n Lock,
Wie will’n nao’en Timmermann schick’n
Der soll dän Danzbodd’n flick’n.
Danzbodd’n hat’n Lock.
Lieder-Ma Nr. 974 (WO-Ol).
Lautf.: Danzbodd(e)n, Dans-; außerdem: Danzboden Wb-We 26; [tantspo] Wb-Be.
Danzig ON – Reim:1 – 20.
Wer will mit nah Danzig,
Wer will mit nah Rosmarien,
Der kann sich ’ne Fruhe frien.
3: Lieder-Ma Nr. 555 (WO-
NiDo).
Ding(s) n. 1. ‘nicht näher bezeichneter Gegenstand, nicht näher bezeichnete Sache’, z.T. auch solche, die nicht bezeichnet werden sollen oder dürfen, auch abw., verstr. – s a gabuddes Ding DE-Ca; ... det Ding wiere nich mehr zeitgemäß ... Heimatkalender-Je 1924,60 (JE2-Vie); ..., ick kann mit dei Dinger nich ummegahn! Rauch 1929,44; ... sie wollten sich naoh das aohle Dinges jaornich ummekuken ... Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa); Verbdg.: das kost an Dink vull (viel) Jeld un ten tt’s nischt Wb-Ak 46; Rda. (z.T. auch mit Bezug zu 2.): dat Dings met ’n Fiff ‘etw. ganz Kompliziertes’ Spr-Asch 23; hasd jelei an Dingk sidsen Androhung von Prügel, CA-Ak; Sprw. (z.T. auch mit Bezug zu 2.): jd Ding an sn rd, geit alles gd in Huse frt Wb-We 96; alle guen Dinge sind ehre (ihrer) dreie Sprw-Börde; Olt un kolt un kain Vörmoejen, Dat sünt drai Dinge, dai niss ’toejen. Lieder-Ma Nr. 779 (WO-Ol). – Volksgl.: Um eine Mäuseplage im kommenden Jahr zu verhindern, darf man in den Zwölften nur von den Dingern reden. SA-Lag. – 2. ‘Angelegenheit, Ereignis’ verstr. – Ich hawwe m an Dinges arlwet ... Wb-Ak 46; det Dink wern mer schon deichseln ZE-Roß; Rda.: ’n Dink t’n Dullhse ‘eine unerhörte Angelegenheit’ HA-Oh; dat is en dum dink ‘das ist eine üble Angelegenheit’ Wb-Nharz 41; datt geit nich mit rechten Dingen tau BA-GrAls. – 3. Bezeichnung von Personen, vorw. in Verbdg. mit charakterisierenden Attr., 1: SA-Pü, 2: vereinz. Altm., ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – saune junken Dinger (Mädchen) HA-Oh; liddjes Dingg ‘kleines Kind’ (vgl. 5.), BE-Fr. – 4. Bezeichnung für Gespenstergestalten des Volksglaubens, 3: vereinz. w elbostf. – d geit en Ding umme Wb-We 28. – 5. auch Dim. ‘etw. Kleines, Unbedeutendes’ 2: Wb-Altm 35, Wb-Altm* 52, 3: vereinz. elbostf. – 6. ‘Stück Vieh oder Wild’ 3: Wb-Nharz 41, BLA-Brau. – 7. ‘männl. oder weibl. Geschlechtsteil’ 2: Lieder-Ma Nr. 440 (WO-Ri), 3: verstr. elbostf. – t Ding is’t beste an daen ganzen Maeken BLA-Brau. – 8. in der Verbdg.: en grauen Ding ‘noch nicht entzündeter Kohlemeiler’ 3: BLA-Brau. – 9. Krankheit – a. in der Verbdg.: dat hillige Ding ‘Wundrose’ 2: Zauber-Ma 89 (GA-Mie), 3: a.a.O. 89 (vereinz. HA), Wb-We 51 – Zauberformel zur Besprechung der kranken Stelle:Hillige Ding, ick boite dick,
Datt’u nich stickst,
Datt’u nich brickst ...
Zauber-Ma 89 (HA-Sü).
– b. in der Verbdg.: blind(et) Ding ‘(Blut-)Geschwür’ 2: vereinz. Altm., 3: Wb-Holzl 65 (WA-KlWa), Id-Quea 145. – c. in der Verbdg.: en jefäärlich Ding dass., 3: Wb-Holzl 75 (HA-Eil).
Lautf., Gram.: Ding, Dink Sg.; außerdem: [dig] vereinz. anhalt.; tink Mda-Sti 4; Pl.: Dinger; außerdem: Dingers Spr-Asch 13; Dinge vorw. (2.) und bei verblassender gegenständlicher Bed. bei (1.) vereinz. elbostf.; Nbff. (urspr. Gen.): Dings, [dis] ZE-Roß, vereinz. elbostf.; [tiks] Wb-Be; Dinges vereinz. mittleres/sw elbostf., Wb-Ak 46, Heimatkalender-Börde 1925,64 (CA-Sa).
Dorothea 1. weibl. RN – Neckreim:Doorthe, Parte, Ruup’mnest,
Du bist in mien’n Goar’n west,
Hast mäi Äpp’l un Baer’n stoal’n,
Toef, däi soll dee Kuckuk hoaln.
2: Lieder-Ma Nr. 94 (WO-Do).
– 2. in der Verbdg.: Sankt Drota ‘6. Februar’, Kalendertag der heiligen Dorothee – Wetterregel: Sankt Droti bringkt dänn maisdn Sna 1: SA-Rist.
Lautf., Gram.: [droti] Gen. Sg. SA-Rist; [drd] CA-Ak; Kurzformen: Doort(h)e vereinz. n/mittleres elbostf.; Dorti Wb-Altm 37; Dorte vereinz. n elbostf.; Drt Wb-Altm 37; Dörte Vk-Anhaltc 119 (ZE-Roß), a.a.O. 115; Dora a.a.O. 115; Dre Wb-Ak 47; tre Wb-Nharz 195; [tr] QUE-Di; Te Wb-Ak 169; Dim.: Dortchen Ehlies 1960a 79, vereinz. elbostf.; Dertjen HA-Oh; [dertn] Id-Eilsa 57; Durtchen Pohlmann 1905,11; trechen Wb-Nharz 195; [trn] QUE-Di.
Drift f. 1. ‘(mit Gras bewachsener) Feldweg’, urspr. ‘Weg, auf dem das Vieh zur Weide getrieben wird’, auch ‘Weideplatz’, heute vorw. als FlN, 2: Wb-Altm 40, verstr. JE2 JE1, 3: verstr. elbostf., 4: BA-Neu – op de Drift lang HA-Oh. – 2. ‘Furt durch einen Graben’,  1Frt, 2: vereinz. Altm. (außer SA), 3: GA-Se. – 3. ‘Viehherde, Schar von Tieren’,  Korps, 2: Wb-Altm 40, 3: vereinz. elbostf. – ’n drift Köe Wb-Altm 40. – 4. ‘Rad am Spinnrad’ 2: Wb-Altm 40, 3: Lieder-Ma Nr. 451 (WO-Ol).
Lautf.: Drift, als FlN vereinz. Trift.
drinken Vb. verbr. 1. ‘trinken’ – in Somma müdd’n fi (viel) dringkng SA-Dä; Un nachher hamer Kaffee un Millich jedrunk’n ... Spr-Asch 16; Da jafet wat te äten und te drinken. Vk-Harz 8,31; Sprw.: et drinkt de Minsche, et suppt dat Pärd, manchmal ist ok umgekehrt (auch mit Bezug zu 2.) WO-Gu; Wenn eine Gans drinket, drinket se alle. Vk-Harz 3,58. – 2. ‘(gewohnheitsmäßig) Alkohol trinken’ – ... wovoan se eein’n Schopp’n noa ’n eannern drink’n. Matthies 1903,2; ... un den een’n sahkemer daderbei jar nich an, dasse so vill Wodka jetrunken un aus de Buie (Wiege=Bett) jefalln war. Wäschke 41910,121; Rda.: eenen drupp drinken ‘einen Handel mit einen Trunk beschließen’ STE-KlSchwa; hat einen ewer den Dorst e drunken ‘ist betrunken’ WA-KlRo; drinken dk recht gärn, ick kann’t k laot’n sagt der Trinker zweideutig (Bezug zu den Bed. ‘unterlassen’ und ‘unterbringen’), Wb-Altm* 62; Sprw.: Wenn dat Köppken drunken hät, will dat Ftk’n danz’n. Wb-Altm 278; Wenn’ oft drinkt, wärd’n lang’ so döstig nich. Bewohner-Altm 1,329; Reim:Drinke ick, sau hinke ick,
Drinke ick nich, sau hinke ick doch;
Also iss’t bess’r jedrunk’n un jehunk’n,
Als nich e’drunk’n un doch e’hunk’n ...
Lieder-Ma Nr. 930
(WO-Ol).
Lautf., Gram.: Inf.: drink(e)n, [drik()n]; außerdem: [drik] verbr. nwaltm. Altm., JE2-Scho, vereinz. n elbostf.; [drig] SA-Rist; trink(e)n, [trikn] JE1-Flö Prö, ZE-Gö KlLei, BLA-Ha, verbr. omd.; [trik] SA-Ku Pü; 1./3. Prät.: drunk, [druk] verstr. nd.; trunk Wb-Ak 173; 3. Pl. Prät.: drunkten Mda-Harz 17 (BLA-Hü); Part. Prät.: drunken verstr. nwaltm. Altm.; [drug] SA-Rist; edrunk(e)n, [druk(e)n] verstr. elbostf.; je- vereinz. s nd.; getrunken, je- QUE-GrSchie, verstr. omd.
Dwelsbrden m. 1. ‘boshafter, durchtriebener Mensch’, Schimpfwort,  s, 3: Wb-We 28, 4: Lieder-Ma Nr. 798 (DE). – 2. dass. wie  Dwelskrl, 3: Wb-We 28.
Lautf.: Deubelsbr(d)en Wb-We 28; Deibelsbraten Lieder-Ma Nr. 798 (DE).
Eduard männl. RN – Neckreim:Edewart, de Zicke blarrt,
jiff se wat te supen,
da kann se gut na pupen
3: HA-Bee;
Edeward, wat moakst du doa?
‘Vater, ich studiere.’
Edeward, du kannst jo nich.
‘Vater, ich probiere.’
3: Lieder-Ma Nr. 894 (WO-Ol).
Lautf.: Eduard Vk-Anhaltc 119 (DE-Or); Edeward, -t vereinz. elbostf.; Kurzform: Ete Vk-Anhaltc 120 (ZE-Klie), vereinz. anhalt.