Musikant m. ‘Instrumentalist, der bes. zum Tanz und bei Umzügen spielt’ 1: Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), SA-Dä, 2: Bewohner-Altm 2,135, Matthies 1903,39, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Muskanten, spölt up Bewohner-Altm 2,135; … ehr Mann was Muskant west, spölte Sünndags un bi Hochtid’n un barbierte süs de Lü för fif Pennig. Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die).
Lautf., Gram.: musikant Id-Queb 12; Musekante, [mzekante] vereinz. elbostf., Wb-Be; Musekanten Pl. vereinz. n elbostf., Wäschke 71913,1, Richter o.J. 115; Muskant, [muskant] SA-Dä, Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); Muskant(e)n Pl. Bewohner-Altm 2,135, Matthies 1903,39.
3n 1. Präp., verbr. – a. räumlich, zur Bezeichnung der Richtung oder des Ziels einer Bewegung – … de Näs nach … Bewohner-Altm 2,123; de fne schteit n morjen (Osten) Wb-Nharz 130; n Stadt Wb-Ak 118; ich fre n Gden (ON Köthen) DE-Ca; nan Marchte gahn HA-Um; na Bedde gan Wb-Holzl 144; … als hei noch na Schaule gung. Rauch 1929,68; ick hewe na Gruhe (Grude) kiekt HA-Bo; se sall mal na mick rummekieken WO-Dru; ich je nn Jrsfdor BE-He. – b. zur Bezeichnung des Zwecks einer Bewegung oder Handlung – ik j n Inkp’m JE2-Scho; ick will no Pläuen (Pflügen) moken CA-Schw; wei gungen to silfdritt na’n Bahn (Baden) OSCH-Crot. – c. zur Bezeichnung des zeitlich Nachfolgenden – nah Pingesten Id-Eilsa 80; no Lichtmeß OST-Dü; Noa Mitternacht … Matthies 1903,34; n te Arwt Wb-Be; n jren Wb-Nharz 130; n es Essen gannsde m gom’m DE-Ca; de Wch is n ‘n Frost sau holperich HA-Oh. – d. zur Bezeichnung des in einer Reihe oder Rangfolge Nachfolgenden – d kimt n mek Wb-Nharz 130; Rda.: D Arwt kimmt jlei n’s Hun’ne-flen! ‘Das ist eine langwierige Arbeit.’ Wb-Ak 72; ‘t mihrt sick, sä jenn Mann, dunn kreeg hei een Uhrfig’ nao de änner. Bewohner-Altm 1,349. – e. ‘entsprechend, gemäß’ – wenn’t n mik jinge HA-Oh; n mnen forschtanne Wb-Nharz 130. – f. in Abhängigkeit von bestimmten Verben – wei hett ok mal nan Träckedinge (Ziehharmonika) danzet OSCH-Wu; dunn harr’e drei Dage nah’n oold Stücke Isen e’socht HA-No; Rda.: de Liere noat Muhl schwatzen ‘anderen nach dem Mund reden’ ZE-Gri. – 2. Adv. – a. in der Verbdg.: n un n ‘allmählich, schrittweise erfolgend’ vereinz. – ick ging noa un noa ümmer titiger tom Inköpn … Hausfr-Altm 1925,55. – b. in Verbdg. mit up ‘bis auf’ 3: HA-Oh, Wb-We 91, Wb-Nharz 130 – bett op einen n HA-Oh; op finnef dlder n heww’ek alles betlt Wb-Nharz 130. – c. in der Verbdg.: de Wind steit n ‘der Wind kommt von hinten’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 438 (STE-Bit, WO-Ro, JE2-Mi Pa), 4: a.a.O. 438 (CA-Ak). – d. als abgetrennter Teil von Adverbien (danach, wonach) vereinz. – Heischevers:Gewwet en Stücke Schinken,
da künn wi braav n drinken!
Brauch-wAltm 67 (GA-Nie).
Lautf., Gram.: na(h), n SA-Ho Se Stör, OST-Alt, STE-Schi, Nd-KlWu 17, JE2-Gü, verstr. elbostf. anhalt.; nach Bewohner-Altm 2,123, ZE-Steu, vereinz. sö elbostf., CA-Zu, DE-Que; nao, noa, n SA-Pü, verstr. Altm., vereinz. JE2, ZE-Kö Roß, Lieder-Ma Nr. 852 (WO-Ol), Tiedge 1954,39 (HA-Ost), Wb-Be, n Brauch-wAltm 67 (GA-Nie); [n] Wb-Be; [nao] SA-Dä; no(h), n vereinz. nwaltm., OST-Dü See, Hausfr-Altm 1927,43 (STE-Ber), STE-Kö, Sprw-Harzvorld 374, QUE-Di, BA-Gü, CA-Schw; no Mda-Sti 36; mit Enklise des bestimmten Art.: Akk. Sg.: na(h)n m. verstr. elbostf.; na(h)t n. GA-Dee, STE-Ta, JE2-Par, ZE-Ze, vereinz. elbostf.; nas n. vereinz. anhalt.; naon, nn m. JE1-Pre, QUE-Ga, BE-He; naot n. OST-Kre, GA-Klin, STE-Ga, JE1-Wa, ZE-Gri, HA-Hi, CA-Pö We; naos n. DE-Ho. Zuss.: zu 1c.: hr-; zu 1d.: hinden-, hr-.
nfrgen Vb. 1. ‘sich nach etw. erkundigen’ 2: Matthies 1903,23, 3: Wb-Holzl 145, HA-Oh, Wb-Nharz 131 – Drum ging he denn, um naotofroag’n, Watt eam deatt Fürrer (Fuder) kost’n scholl. Matthies 1903,23. – 2. ‘an etw. gelegen sein, Verlangen nach etw. haben’ – n kauken fr’k nischt n 3: Wb-Nharz 131. – 3. subst. dass. wie  Nfrge 2.et is kn Nfrns 3: QUE-Di.
Lautf., Gram.: nafra’en Wb-Holzl 145; nfrn HA-Oh, Wb-Nharz 131; naotofroag’n Inf. mit zu Matthies 1903,23; Nfrns subst. n. Gen. Sg. QUE-Di.
Ngel m. 1. ‘am unteren Ende zugespitzter Metallstift mit abgeplattetem Kopf zum Befestigen oder Verbinden, bes. von Holzteilen’ verstr. – n’ Ngel in de Want sln HA-Oh; ‘n spitz’n Noagel Matthies 1903,3; Rda.: en ngel op’n kop drpen ‘mit einer Äußerung das Wesentliche erfassen’ Wb-Nharz 131; h hat’n grt’n Naog’l in’ Kopp ‘er ist stolz, hat hochfliegende Pläne’ Wb-Altm 144. – 2. ‘flache Hornplatte am unteren Ende von Fingern und Zehen’ verstr. – Rda.: nich dat Swarte undern Ngel ‘überhaupt nichts’ HA-Oh; nich sau veel, wie man von’n Nagel wischen kann dass., Sprw-Börde; sick watt undern Nagel rieten ‘stehlen’ HA-Eil. – Volksgl.: ‘n Sunntch darref mor sich k’n Nl vorschnei’n, sunst word an Sticke V lm. Wb-Ak 118. – 3. Pl. ‘Schläge,  Prgel’ 3: Wb-Nharz 133.
Lautf., Gram.: Nagel, Ngel Spr-Altm 77, SA-Ra, verstr. elbostf.; Njel WE-Zi; Narel BE-Grö, [nl] Mda-Fuhne 105 (verstr. w/mittleres anhalt.; bes. jüngere Generation); [nwl] Siedler-Je § 145 (n/mittleres JE2); Na’el ZE-Kö, Serimunt 1930 Nr. 82; Naal, [nl] Mda-nwJe1a 49 (verstr. nw JE1), verstr. ZE, Wb-We 92, Mda-Ro, Mda-Sti 54, verstr. anhalt. (bes. ältere Generation); Noag(e)l, Ngel Wb-Altm 144 (1.), Matthies 1903,3, vereinz. elbostf.; [nl], [nl] Elbschifferspr. 106 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), Mda-Ze (ZE-Roß), Nd-Börde § 39, Wb-Be, Mda-Fuhne 105 (verstr. ö anhalt.; bes. jüngere Generation); [no] SA-Die; [n] SA-Rist; [nl] BE-Fr La; Näg’l (2.) Wb-Altm 143; Pl.: Nagels ZE-Roß, vereinz. elbostf.; ngele Wb-Nharz 131 (BLA-Hü); nle verstr. ZE, Mda-Sti 27; [nls] Mda-Ze (ZE-Roß); [ns] SA-Rist; Nägel HA-Alv; Näj(e)l, [nj()l] Mda-Ze (ZE-Roß), Mda-Fuhne* § 262 (verstr. anhalt.; bes. jüngere Generation); njele (3.) Wb-Nharz 133; [nwl] Siedler-Je § 145 (n/mittleres JE2); [nl] verstr. anhalt. (bes. ältere Generation), nle Wb-Nharz 131 (WE-Oster); [njo] SA-Die; Naogeln, Näög’l (1.) Wb-Altm 144. Zuss.: zu 1.: Hf-, Holt-, Jesus-, Koppel-, Latt-, Nt-; zu 2.: Nd-, Np-.
ngeln Vb. 1. ‘Nägel einschlagen, mit Nägeln versehen’ 1: SA-Rist, 2: Wb-Altm 144, Matthies 1903,35, 3: HA-Bee Oh, Wb-Nharz 131, 4: Wb-Ak 119, Wb-Be. – 2. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: Wb-Nharz 133.
Lautf., Gram.: ngeln HA-Bee Oh, Wb-Nharz 131; n’l Wb-Ak 119; naogeln Wb-Altm 144; noagel 1. Sg. Präs. Matthies 1903,35; [nln] Wb-Be; [n] SA-Rist; njeln (2.) Wb-Nharz 133.
Narre m. ‘dummer, einfältiger Mensch’,  Dussel, auch ‘lächerlicher Mensch’,  Clown, 1: SA-Roh, 2: vereinz. Altm., 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 14, Wb-Be – … düss’ oll Na’ Matthies 1903,14; Rda.: to’n Nr’n hämm ‘jmdn. foppen, täuschen’ Wb-Altm* 63; forn Narren holen dass., Sprw-Börde; sik tau’n Narrn mken ‘sich lächerlich machen’ HA-Oh; hat’n Narren an efreten ‘hat jmdn., etw. übertrieben gern’ Sprw-Börde; ek denke, de narre bit mek Ausruf des Erstaunenes oder Erschreckens, Wb-Nharz 132; Sprw.: ein Narre makt teine ‘ein Narr verführt viele Menschen zur Dummheit’ Id-Eilsa 80; jedem Narren gefällt siene Kappe HA-No; Kinder un Narren segget de Wrheit Wb-We 92; Wenn de Nar’n to Marcht kaom’, verdeenen de Kräömers Geld. Bewohner-Altm 1,329; wenn unse Herrgott en Narren hem’m will, lett’e en olen Kerel de Fru ster’m Wb-Holzl 145.
Lautf., Gram.: Narre, narre verstr. elbostf., Wb-Be; Narr(e)n Dat./Akk. Sg. vereinz. elbostf.; Narrn Pl. Spr-Asch 50; Narden Dat. Sg. OST-Klei; Nan Dat. Sg. SA-Roh; Nr Wb-Altm 143, Wb-Altm* 63; Nar’n Pl. Bewohner-Altm 1,329; Na’ Matthies 1903,14; nrre Mda-Sti 14.
Nwersdorp n. ‘in unmittelbarer Nähe liegendes Dorf’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., Heimatkalender-Ma 1932,47 (JE2-Vie), 3: vereinz. n elbostf., 4: BE-Dro – … de spät noch ut’t Noawersdörb trügg kem’n … Matthies 1903,16.
Lautf., Gram.: Noawersdörb Matthies 1903,16; [nvsdrp] SA-Ku, OST-Ko; [-dp] verstr. s nwaltm. n/mittlere Altm.; [naovs-] vereinz. n nwaltm.; Nahwerdörp Rauch 1929,180; Noaberdörper Pl. Hausfr-Altm 1924,33; [nvdrp] WO-Col; [-dp] GA-Le, CALV-Uth; [-drp] STE-Buch; [nvdrp] OST-Dü Hi Kru, STE-Ro; [-dp] vereinz. ö Altm.; [naxbardrp] CALV-Zo, WO-HWa; [-drp] STE-Bö Je Steg; [naxbdrp] WO-Zi; Nachboardörper Pl. Heimatkalender-Ma 1932,47; [nabdörp] GA-Bo; [naxbdrp] WO-Zie; Nachbardorf BE-Dro.
nichts Indefinitpron. ‘kein Ding, keine Sache’, auch ‘nicht das Mindeste, Geringste’ allg. – Ick segg noch nist! Matthies 1903,15; ik hewwe nist ‘dr jejen HA-Oh; mit dne will’k nist te daun hemm’n HA-Oh; … wen’t recht ville schneit het, det det Veh nüscht mehr to freten’ne fun’n hät JE2-Gü; Rda.: kein nn un kein nischt ‘gar nichts’ Wb-Nharz 135; in’ner Welt Jottes jr nischt dass., Wb-Ak 121; nicks un wedder nicks ‘ohne Nutzen für einen selbst, ohne Gegenleistung’ Wb-Altm 147; for nischt un langewle dass., Wb-Nharz 135; tau nist komen ‘keine Zeit haben, um geplante Arbeiten erledigen zu können’ Sprw-Harzvorlg 264; der is tau nischt nütze ‘er ist ein Taugenichts’ Sprw-Börde; Sprw.: van nist kümmt nist STE-Kre; wu nischt is, kümmt nischt hen Sprw-Börde; Wo nicks is, da hat der Kaiser sin Recht verlor’n. Sprw-Altm 76.
Lautf.: nichts SA-Ro, vereinz. Altm. n JE1 ö elbostf., DE-Wö; nichs GA-Kak, HA-Wed, DE-Scheu; nichst WE-Be; nischt, [nit] SA-Hen, vereinz. w Altm. (außer s GA), verstr. mittlere Altm., verbr. ö Altm. n JE2 mbrdb., ZE-Roß, WO-El GrRo, HA-Vö, OSCH-Huy, verbr. WA, vereinz. n WE, verbr. s elbostf. omd.; nüscht vereinz. Altm. s JE2, JE1-Gü Zi, WO-Hei; nist verbr. nwaltm. w Altm., verstr. mittlere/s Altm., vereinz. ö Altm., JE2-Fe Neu Zo, verbr. n/w elbostf. (außer s WE, BLA nur vereinz.), WA-So, QUE-Di Su West; [nst] Mda-Ar 27, Siedler-Je § 149e, Teuchert o.J. 83 (JE2-GrMa); nüst SA-Ben, OST-GrBeu Schön, STE-Hü, WO-Col, WE-Zi; nicks Wb-Altm 147, Spr-Altm 76, vereinz. n OST, GA-Esch Ga Vi, WA-Un, nix WO-Ro; [nks] Mda-Ar 27; nich GA-Ro; nisch JE1-Wer; nis OSCH-Rö.
nmen Vb. ‘nennen, mit einem bestimmten Namen bezeichnen’, auch ‘erwähnen’ 1: vereinz. nwaltm., 2: vereinz. Altm., JE2-Scho, 3: vereinz. n elbostf. WE – Dai Dean (Mädchen) is nao mik noimt SA-Dä; Wer ‘n bittchen ler’t ha, nöäumt he “Er”, To d’ Meist’n sä he “Du”. Matthies 1903,9; Datt iss nich nmt. Wb-Altm 148.
Lautf., Gram.: nm Wb-Altm 148; näömen Pohlmann 1905,36; nöäumt 3. Sg. Präs. Matthies 1903,9; noimen, näumen vereinz. n elbostf. WE; [noy] Nd-Börde § 39; Nbf.: naumen Wb-We 93; Part. Prät: [nmt] SA-Ku Zie, Wb-Altm 148; [nmt] SA-Pü; [nimt] JE2-Scho; näumt, [noimt] SA-Dä GrGe, Hausfr-Altm 1937,95.
Nt f. verbr. – 1. ‘Mangel, Elend, Armut’ – Nt ln (leiden) HA-Oh; b dne is de nt grt Wb-Nharz 135; He heatt nu doa deatt schöeune Brout, Wett nist voan Soarg’n un Angst un Nout, … Matthies 1903,47; Sprw.: in de Net fritt de Dwel Flein ‘in Notlagen begnügt man sich mit wenigen oder sonst verschmähten Dingen’ HA-Oh; Not is’n bitter Krut, is äwerwunnen de Not, so kümmt de Dod. Spr-Altm 77. – 2a. ‘schwierige Lage, Gefahr, Bedrängnis’ – … frögst se mal, of se nich ok mit Vadder (Pate) stahn will bi dienen Jungen; denn bin ick ut alle Not, … Rauch 1929,6; Rda.: d is Hollant in Net ‘es steht sehr schlimm, man ist ratlos’ HA-Oh; Sprw.: Nd kennt kein Gebd ‘in Notsituationen werden die üblichen Normen ignoriert’ Wb-We 94; Not lehrt bän (beten) GA-Bo. – 2b. ‘äußerer Zwang, Unvermeidlichkeit’ – s tt wer  Nt Wb-Be; Rda.: Noot an Mann sien ‘es ist dringend Hilfe nötig’ Wb-Holzl 147; noch keine nt hebben ‘es ist noch keine Hilfe, Eile nötig’ Wb-Nharz 135; tau’r Net gei’t sau ‘wenn es unvermeidlich ist, geht es auch auf diese Weise’ HA-Oh. – 3. ‘Besorgnis, Angst’ – nt umme einen hebben Wb-Nharz 135. – 4. ‘Mühe, Anstrengung’ – met dän hatter eire liewe Not ZE-Roß.
Lautf.: Not, [nt]; außerdem: Nd vereinz. Altm., Wb-We 94; node adv. ZE-Hu; [not] SA-Meh; Net HA-Oh; Nout, [nout] Matthies 1903,47, GA-Je Si Wen; nuot OSCH-Di; [net] Mda-Ro; [neot] SA-Dä.