1Brt f. ‘Verlobte, feste Freundin’, auch ‘Frau an ihrem Hochzeitstag’ verbr. – na Junge, d hest woll ne Brt? JE2-Scho; “Sühst du, Trinecken, nu bist du miene Brut, wie ick dick dat mal als Schauljunge ... vorsproken hewwe.” Rauch 1929,31;Kiekt doa de Deern, deatt is woll ’n Brut,
Denn se süht goar glücklich ut ...
Matthies 1903,31;
Neckreim:Brut, Brut un Breddijam,
Gahn oppen Diekdamm.
Diekdamm fällt umme,
Wetten nich warumme.
Vk-Harz 3,78 (BLA-Be);
Rda.: ne fre brt ‘etw., was jeder erwerben kann’ Wb-Nharz 34; sachte mit dr Brd, sei is noch jung Mahnung zur Vorsicht, Behutsamkeit, BLA-Brau; Sprw.: Oll Brü wär’n met’t Lücht socht. STE-Bis; Wer’t Glück hät, führt de Brut. bezieht sich urspr. darauf, dass es eine Ehre für denjenigen war, der den Brautwagen fahren durfte, Bewohner-Altm 1,335; Rätsel: Wu väöl Naodln hrn to ‘ne gesmückte Brt? – keine, wenn sie schon geschmückt ist, Wb-Altm 272; wer will na de Brut gahn, der mutt schtif schtahn – gefüllter Geldbeutel, Sprw-Börde. – Brauch, Volksgl.:  Hochtt und Brt-Zuss.
Lautf.: Bru(u)t, [brt] vereinz. ö nwaltm., verbr. brdb. (außer s ZE) elbostf.; prt Mda-Sti 34; [briut] verbr. nwaltm.; [brüut] vereinz. mittleres nwaltm.; Braut, [braut, -d] verstr. s ZE, verbr. anhalt.; [praut] Wb-Be.
Berslde Plt. ‘(Stand der) Bauern’, auch ‘Bauernehepaar’ 2: Matthies 1903,43, 3: vereinz. elbostf.
Lautf.: Buerslüe Rauch 1929,4; -lü, Bersl Matthies 1903,43, HA-Oh; Buerschli-e Firmenich o.J. 158 (WA-Ost); Burslü Id-Eilsa 77; brschl Wb-Nharz 35.
Busch m. 1. ‘dicht gewachsener Strauch, Staude’, auch ‘Strauchwerk, Gebüsch’, auch in FlN (auch mit Bezug zu 2.), verbr. – um’n Busch hacken ‘um die Kartoffelstaude hacken’ WA-Ost; ... smitt de Falle tau un leggt sick in’n Busch op de Lure. Lindaub o.J. 26; ... singt nich all, Doa in de Büsch ’n Nachtigall? Matthies 1903,38; Rda.: oppen Busch kloppen ‘eine Anspielung machen, um etw. Bestimmtes zu erfahren’ Wb-We 24; halw Busch, halw Rock ‘vor Regen und Wind schützen Büsche und Bäume ebenso wie entsprechende Kleidung’ WE-Ro; Wetterregel: Sunn schient up’n natten Busch, giwt bald widder ’n Husch SA-Ra. – 2. ‘(kleiner) Wald’,  Holt, z.T. bes. ‘Laubwald’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. w Altm., verstr. mittlere Altm., vereinz. ö Altm., verstr. s JE2 n JE1, verbr. mittleres/s JE1 ZE, 3: verstr. sw JE1, vereinz. nw elbostf., Wb-Nharz 35, verstr. sö elbostf., 4: verbr. anhalt. – in’n Busch jehn ZE-Roß; ... wie ich so bei Sonnenuffjang durch’n Busch jehn thad. Richter o.J. 21; Mr han aus en Busch Straue (Streu) jehlt. Wb-Ak 42; en poar Dare fort Kinnerfest jehn de Jungs un Mächens in’n Busch un holn Jrienes zu’t Flechten ZE-Se; Sprw.: et Feld hat Ogen un der Busch Ohrn ‘es bleibt nichts verborgen’ Sprw-Börde. – 3. ‘abgebrochene oder vom Baum gefallene dürre Zweige, Reisig’, bes. von Nadelbäumen,  2Knack, 1: vereinz. n nwaltm., 2: verbr. mittlere/ö Altm. JE2, 3: JE1-HWa – en Bund Busch OST-Polk. – 4. dass. wie  Bü- schel 3., 1: SA-Böd.
Lautf.: Busch, [bu]; außerdem: Pusch, [pu] Wb-Be, KÖ-GrPa; Busk vereinz. nwaltm. (veralt.); [b] Siedler-Je § 306 (JE2-Ma).
Buschwark n. ‘dichtes Gebüsch, Gestrüpp’ 2: Matthies 1903,38, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 43, Wb-Be – Un helpt deatt nich, mütt ’ck noch deatt Buschwerk ruteriet’n. Matthies 1903,38.
Lautf.: Buschwark vereinz. elbostf.; [puwark] Wb-Be; Buschwarrek Wb-Ak 43; -werk Matthies 1903,38.
dgen Vb. ‘Tag werden’ 2: Wb-Altm 30, Matthies 1903,1, 3: Rauch 1929,29 – Ne Lüchte bruke se nich mehr, denn’t fung all an te dagen. a.a.O. 29.
Lautf., Gram.: dagen Rauch 1929,29; daog’n Wb-Altm 30; doagt 3. Sg. Präs. Matthies 1903,1.
Dagstock m. ‘Spazierstock’ 1: verstr. n nwaltm., SA-Bee, 2: verbr. n/mittlere Altm., verstr. s Altm. mittleres JE2, 3: verbr. n elbostf. OSCH WE, vereinz. WA, BA-GrAls, CA-Atz – ... un kloppt mit sien’n Dagstock upp’n Post’n voan Gustav’n sien Quartier. Matthies 1903,16.  Adieustock Dankstock Gnestock Gängelstock Gangstock Gstock Gdendagstock Handprd (scherzh.) Handstock Jungeichene Krück(e) Krückeder Krücker Krucks Krückstock Reiseknüppel Reisestock Spazrstock Stadtstock Stock Taktstock tgstock Wanderstock.
Lautf.: Dagstock, -schtock (bei laienschriftlichen Belegen nicht erkennbar, ob am Ende des 1. Gliedes Verschluss- oder Reibelaut) SA-Bre Brie, verstr. Altm., vereinz. mittleres JE2, verstr. n elbostf. OSCH WE, WA-So; Dach-, [datok] SA-HDo Zie, verbr. n/mittlere Altm., WO-Sa, verstr. n elbostf. OSCH n WE, WA-Am, BA-GrAls, CA-Atz; Dack-, Dagg-, [daktok, dag-] vereinz. SA, verstr. OST mittlere/s Altm., JE2-HGö Schar, verstr. n elbostf., OSCH-Ad, WA-GrGe KlRo; Tag- vereinz. n/mittlere Altm., HA-Vö, WE-Ri; Tack- OST-GrBa, HA-Wed; Da- GA-Wo; Nbf.: Dags- WO-Eb.
d(r) I. Adv. verbr. – 1. räumlich – a. ‘an dieser Stelle, dort’ – ’t wass väöl Minschheit dao Wb-Altm 137; Doa sitt’n groten swatten Koater. Bewohner-Altm 2,159; d fld anne Hornsge BE-GrWi; Äppel un Walnötte, Eierplumen un Beerenbratjen, Honnigkauken un Zuckerkannig – ick fund da immer wat te präpeln (essen)! Lindauc o.J. 43; De jreeßte Anßiehunk waar imm’r daa, wo de Fähre vorjefiehrt wurr’n ... Heimatkalender-Ze 1962,91 (ZE-Ze); Rda.: da liet der Hund bejraben ‘das ist der entscheidende Punkt’ Sprw-Börde; da lät der Kamm uff de Butter ‘da herrscht große Unordnung’ ZE-Roß; Sprw.: wu hackt ward, da fallt ook Späne HA-No; Reim:Hinner uns Hus, dao geiht to Kehr,
as wenn Hochtiet un Kinndöp wär.
SA-NFe;
in Verbdg. mit Lokaladverbien: d jänt ‘dort drüben’ STE-Schi; ... ne Nachtigall, da boben in’n Beerboom! Rauch 1929,55; Da draußen sinn nuh de Jungens in de Ferien oh mah jewäst ... Heese 21919,7; in Verbdg. mit einem Relativ- oder Demonstrativpron.: d d nischt hebn, dat sint grde de schlimsten Wb-Nharz 36; düsse d sünt et e’ west HA-Oh. – b. ‘hier’ – de Fder is all d HA-Oh; Un Max was ümmer noa ’n nich doa. Matthies 1903,42; De andern waren mit’n Kutschwa’n da, ... Wedde 1938,32; in Ausrufen oder Aufforderungen, z.T. verbunden mit einer Geste des Anbietens oder Überreichens, dann häufig mit Kurzvokal: da hastet Id-Eilsa 97; da, nimm hen! HA-Oh; ta, da lie’t et HA-Bee; da, et rnt Wb-Nharz 36; D, knippere m, ich kre’s Pakt nich uf! Wb-Ak 93; Rda.: t hastn Kitt Ausruf der Verärgerung, Wb-Be. – c. in Verbdg. mit sn ‘anwesend, vorhanden, zur Stelle sein’ – et is naug da, et langt hen CA-Fö; denn sinn se alle d gewest ZE-KlLei; “Na”, jriente dor Harr Amtsrichter, “wänn die Harrschaften da sinn, kann ick je de Sitzung areffnen.” Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); ... weil nich ville Gras doa woar ... Heimatkalender-Je 1923,94 (JE2-Vie); Von düsser Kaste waren ... noch twei utgewussene Exemplare da. Klaus 1936,7; Sprw.: Wenn Öäl up de Lamp’ is, is wä’rr keen Dächt (Docht) dao. Bewohner-Altm 1,348. – 2. zeitlich – a. ‘zu diesem Zeitpunkt, in diesem Augenblick’ – Ertüffeln hem’se jo do kaum all ekennt JE2-Gü; Middewoche nh Pingesten d worrn Eier un Kuke un alles denn so desammegeholt. ZE-KlLei; umme sesse d kimmete noch nich Wb-Nharz 36; Awer vorr fufzig, sechzig Jahern, da war de Fastelabend jo doch noch en betchen anderscht nah oelder Mode feuert. Vk-Harz 8,30; Verbdg.: Hei jung noch hier un da (ab und zu) in’n Buernhoff tau sine olen Schulfrünne ... Lindauc o.J. 19; als fester Bestandteil in Sagwörtern: Aller Anfang is swar, seggt de Dew, da slep’r ’n Möhlensteen weg. dass., Spr-Altm 88; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Dat gift Luft, sä de ole Müldersche, da leit se ’n Pup Sprw-Harzvorld 399; hier herrscht Ordnung, sä de Fru, da lag de Kamm op de Botter QUE-Nei. – b. ‘plötzlich’ – Da – op en Male sejjt et: “Stop”! Gorges 1938,76. – c. ‘dann, darauf(hin)’ – h het mik antickt un d heff ik an Schreck krgng JE2-Scho; Da lachtnse denn alle, o Finzel, – awwer Vetter Wewer arjerte sich heemlinge. Wäschke 61920,153; de Schape harren awer kaum ’n paar Snuten enohmen, da waren all dee Hunne rann unn harren se an de Hinderbeine. Hbl-Ohre 1927 Nr. 28/ Wöhlbier (HA-Eim). – 3. modal ‘in solchem Fall, in dieser Hinsicht, unter diesen Umständen’ – “Dar häst du recht”, sä’ Hinnerk, ... Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); Da hadden mor je denn oh jelei n Richtijen derwischt. Heese 21919,11; Da kann de Minsche wedder spüren, Wudrop de Müse spekelieren ... Gorges 1938,61; Da brauch mor sich jarnich anzuschtrengn. Krause 1964,23; d bin ek j noch ristiger Wb-Nharz 36; Rda.: da kann et eime angest un bange wern CA-Fö; da kamm’er je de Kränke kreienAusruf des Unmuts, Spr-Anhalt 169; Sprw.: köp Nahwers Rind un frie Nahwers Kind, da warst du selten bedragen WO-Gu; Volksgl.: mich krawweltet so in de linke Hand, da werick woll noch Jeld krien ZE-Roß. – 4a. satzeinleitend, ohne eigentliche Bedeutung, wie ‘es’ – Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; Da wurrn denn n Amnt inne Pfarrküche de Amntbusuche ummer kortscher ... Wäschke 61915,4; Rda.: dao hat all wedder ener n Löppel weggelegt ‘da ist wieder jmd. gestorben’ JE1-HWa. – 4b. verstärkend – Dä hat unsch da eine int Hus rinesett ... Klaus 1936,26; d het d nischt te gn Wb-Nharz 72. – 5. als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung, oft abgeschwächt zu (de)r - an ( dran): de Pahl is awwe, da mott ’ne Anschrah an! HA-Bee; de Minsche woll’er ok nich ran Wb-Holzl 73; ... ann deen groten Garen ... da grenzen twei grote Burhöwwe an. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); b ( drb): da willt wie lustig un fröhlich bie sien HA-Bee; fr ( drfr): ek kan der nischt fr Wb-Nharz 37; hinder ( drhinder): ek will er woll hinner komen Wb-We 35; in ( drin): Brahpannen, wer se kriejen kann, Da sall de Bäcker t’ Fleisch in braan. Gorges 1938,40; mit ( drmit): da is kein Spßen midde HA-Oh; Reim:De Blomen hebben wi vör uns geplückt,
do hebben wi uns met uutgeschmückt.
Brauch-wAltm 73;
n ( drn): Rda.: ... da steiht dick de Lecker na ‘darauf hast du Appetit’ Chr-Em 430; Dao krei’t wädder Hund noch Haohn noa. ‘Das ist völlig unwichtig.’ Bewohner-Altm 1,340; t ( drt): ile Brot und da nist tau WE-Velt; Rda.: d hat hei keine Oren tau ‘das will er nicht hören’ Wb-We 96; up ( drup): dao sall use Fritze oppe danzen goan. GA-Eick; t ( drt): un dat kann’n dat nich anseihn, wat da mal ute makt wern sall! Rauch 1929,91; von ( drvon): ik heww’er (habe da) doch nist fonn Wb-Holzl 73; Rda.: Datt iss’n Hochtd dao de Katt hinnern Fürhrd nicks van wt ‘eine kleine Hochzeit’ Wb-Altm** 46. – II. Konj. vereinz. – 1. kausal ‘weil’ – d sei fon Tlen schprken: ek sal sei säin, dat ... Wb-Nharz 36. – 2. zeitlich ‘als’ – d ek d sau schtunt, sach ek ... a.a.O. 36.
Lautf.: betont: dar, dr Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), vereinz. elbostf.; daor Wb-Altm 32; unbetont oder als Teil eines Pronominaladverbs in getrennter Stellung (I.5.): der verstr. elbostf.; dor, [dor] Winter-Altm 74, CA-Ak; ’er oder ’r verstr. elbostf.; betont: da(a), [d] vereinz. ZE, verbr. elbostf., verstr. anhalt.; dao, doa, [d], [d] verbr. ö/s nwaltm. nbrdb., ZE-KlLei Roß, vereinz. elbostf., verstr. s CA BE, DE-Ca; [t] Wb-Be; do, [d] SA-Die, vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. nthür., CA-Löd; doa, [da], [da] verstr. mbrdb.; [dao] verstr. n/w nwaltm.; in Ausrufen oder Aufforderungen (I.1b.): da, [da] vereinz. elbostf., CA-Ak; ta, [ta] verstr. w elbostf.; [t] Wb-Be. – Etym.: es wurden hier versch. Wörter zusammengefasst, die sich lautlich und semantisch überschneiden: mnd. sind dr und dre bereits vielfach nicht geschieden und haben sowohl räumliche (‘da, dort, dorthin’) als auch zeitliche (‘als, damals als’) Bed. Daneben steht zeitliches mnd. d mit den Bed. ‘da, damals, damals als, wenn’, vgl. HWb-Mnd 1,396 f. und 1,435.
drb Adv. verstr. 1. ‘nahe bei etw./jmdm., ganz in der Nähe’ – dichte drb HA-Oh; Der ... Melkpott stund ok op’n Disch un ok ein Jlas derbie ... Gesch-Un 44; ... un Vater Giebe saß derbei ... Wäschke 61915,66. – 2. ‘bei etw. anwesend, an etw. beteiligt sein’ – hai is daob west SA-Dä; Joa Varrer, glieks, ick bin doabi, ... Matthies 1903,20; Die beeden warn nämlich bei jede ... Jerichtsvorhandlung dorbei ... Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze); da mußt de nadierlich oo wedder dorrbei sinn ZE-Roß. – 3. ‘währenddessen, gleichzeitig damit’ – Db km’n se an’n Seelschen See. Tiedge 1954,39 (HA-Ost); ... unn wurre so rot derbei ... Richter o.J. 41. – 4. ‘bei dieser Sache/Angelegenheit, hinsichtlich dessen’ – ... hei nahm awer wieder keinen Schaden derbie. Wedde 1938,56; ... ooch dor echtfinnische Uffjuß. Dadorbei wurre iwwer de jliehnd heeßn Schteene ne janze Pulle voll Wasser jejallert. Krause 1964,17; Rda.: d is doch nist db ‘es ist nicht schlimm, bedenklich’ HA-Oh; Sprw.: et is b allen ein Aber derb Wb-We 27.
Lautf.: dorbi Essen-nwAltm 91 (SA-Han); dor(r)bei ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1964,91 (ZE-Ze), vereinz. anhalt.; derbie, -b vereinz. mittleres/s elbostf.; -bi’e, -be Rauch 1929,139, Wb-We 27; drb HA-Oh, Wb-We* 205; derbei ZE-Nu, vereinz. anhalt.; [terpai] Wb-Be; dabi(e) verstr. n/mittleres elbostf.; dabi Hausfr-Altm 1928,94 (Kredel); dabei Spr-Asch 33; d(a)obi(e), doa- [db] vereinz. nwaltm. w/mittlere Altm., Tiedge 1954,39 (HA-Ost), QUE-Di; doabäi Lieder-Ma Nr. 585 (GA-Mie); -bei, d- Francke 1904,76, Heimatkalender-Je 1924,62 (JE2-Vie), JE1-Grü, Wb-Ak 23, Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa); dobei JE2-Gü; -bäi Hausfr-Altm 1929,23 (STE-KlMö); [daob] SA-Dä; Erweiterung mit d: daderbie Gesch-Un 42; -derbei ZE-Roß, Heimatkalender-Be 1936,154; -derba Spr-Asch 54; -dorbei Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), Heese 21919,5, Krause 1964,17; doderbei Wäschke 61915,37.
drt Adv. verstr. (außer JE1). 1. ‘zu dieser Sache/diesem Vorgang hinzu’ – dicke Melk met’n Stücke Brot dotu JE2-Gü; ... wille we nich ne Tasse Kaffee dartau drinken? Wedde 1938,47; Zuss.: ... nu kümmt de Klaukheit ok mit dertau ... Rauch 1929,6; Sprw.: man wart sau olt wie ne Kau un lehrt ümmer noch dertau Sprw-Eils 39. – 2. ‘zu dieser Sache/Angelegenheit, hinsichtlich dieser Sache/Angelegenheit’ – datau kann ick nischt seggen Sprw-Börde; daderzu bin ich jarnich abjeneicht ZE-Roß; ... un ick weet män gaornich, wo sei daoto (zu dieser Meinung) kaom’ don. Pohlmann 1905 ff.,121. – 3. ‘außerdem, überdies’ – ... hä hadde tanzen jelarnt, un noch derzu bein Ballettmeester Fricke aus Dessau ... Wäschke 61915,67. – 4. ‘zu diesem Zweck, dafür’ – dtau hewwe ik dat nich e’ mket HA-Oh; ... de Landdagswoahl; Doato was d’ ganz Gemein’ to Stäh ... Matthies 1903,54; Sprw.: Wer’n Hund hang’n will, findt ok’n Strick dato. Spr-Altm 82.
Lautf.: darto SA-NFe; -tau Wedde 1938,47, Vk-Anhaltb 77 (BA-Ba); -tue Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie); daort Wb-Altm 32; dertau verstr. elbostf.; -zu vereinz. anhalt.; [trts] Wb-Be; dortau Lindaua o.J. 107; dor(r)zu Wb-Ak 49, Heese 21919,93; dr-, d’rßu Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), Spr-Asch 41, Serimunt 1929 Nr. 46; dato, [dto] vereinz. nbrdb.; -tau Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die), verstr. elbostf.; daoto, doa- vereinz. Altm.; [dtau] Lautdenkmal 1937 (WA-KlOsch), QUE-Di; doatu Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); do- JE2-Gü; dzu Mda-Sti 24; Erweiterung mit d: daderzu ZE-Roß, Richter o.J. 5; -dorzu Krause 1964,119.
dat I. best. Art. n. Sg. allg. – dat Jetreide WA-KlOsch; dätt Geld SA-Rist; det Kalf ZE-Stre; inn Harwest fällt dat Loof WA-Alt; das Wetter ist schlecht DE-Ho; det Koarn is öwerrieb OST-Los; ’t Kint hat Aa maket Id-Eilsa 45; dr muss des Brd ailinge (ohne etw. dazu) essen CA-Chö; Sprw.: Jifft Gott dat Häseken, jifft’e ok dat Gräseken. HA-Bar; Bauernregel: no Lichtmeß traut de Voß det Iß nich mehr OST-Dü; in unbetonter Stellung: t’ Kind Wb-Holzl 74; ’s Haus zuschlßen Wb-Ak 46; Genus abweichend von der Standardspr.: dat Mek (Milch) SA-Dä; dat Sapp (Saft) Wb-Altm 257; wie willt mal dat Schrank affrücken HA-Bee; et schütze dat Liew vor Külle. Wedde 1938,82; dat Karnl is verstopped BLA-Brau; vor subst. Inf.: dat ofte Prau’m (Proben) Wb-Holzl 147; Nu geiht dat Nöähl’nt un Kläöternt an ... Pohlmann 1905,45; vor subst. Adj.: Düt wer dät Allerbest. Kredel 1929,167; Oma hat dat Lütje up’n Schot CALV-Calv. – II. Demonstrativpron. n. allg. – 1. in Bezug zu einem Subst. ‘dieses’ – dat (eines von mehreren) Glas hatn Knacks WO-El; b dat prt g ek nich b Wb-Nharz 27; Dat een oll Perd was beestig klok ... Pohlmann 1905,4; nachgestellt: saun haun (Huhn) dat Wb-Nharz 38. – 2. in subst. Funktion – merke dick dat WA-Un; du kannst dat ruhij midde anneseihn HA-Bee; kannste das nich besser machen? DE-Ho; nu kieke dick dat doch blot mal an WO-Da; dat is en ganzen Klauken HA-Oh; Dat harre dai Hexe r nedn. Mda-Harz 17 (BLA-Hü); Das kann ich ... janz jenau sa’en ... Heimatkalender-Be 1936,156; det (Konj. s. IV.1.c.) det nich jeht, seht doch jeder ZE-Roß; ... dachte ... wedder an das, wasse heite frieh Neies ... jehiert hadde ... Wäschke 61915,114; für weibl. Personen: ... Annecken ..., dat freut sick all sau opt Fäutewaschen, ... Rauch 1929,14; in Gesprächen über dritte Personen unabhängig vom Geschlecht: dat harre hellische Kartuffeln ernt QUE-Hau; Rda.: wat helpt dät all, wenn’t all nich helpt! OST-Ost; Dät will’n wäi äm nich up de Näs’ binn’. ‘Das werden wir ihm nicht erzählen.’ Bewohner-Altm 1,352; Sprw.: wat de Bur nich will, det deit he nich STE-Do; wat mick nich brennt, dat puste ick nich ‘was mich nicht persönlich betrifft, ist mir egal’ Sprw-Börde. – 3. anstelle von unpersönlichem es – det rengt aber düchtig JE2-NeuWa; Nomerrach (Nachmittag) gifft dat Kauken SA-Bee; det is schlimm mett de Pissmieren (Ameisen) ZE-Brä; Das schadt doch niche! Wäschke 71913,4. – III. Relativpron. n. vereinz. – ... dat erste Jahr, dat hei ute Schaule war, harre hei ... als Kauhjunge deint ... Rauch 1929,135; dat Prd, dat den Hawern verdeint hat, kriggt ne nich Wb-We 48. – IV. Konj. allg. – 1. Nebensätze einleitend. – a. Subjektsatz – Et war man gut, dat schließ- lich Hauptmann Knöselmeyer mit sine Mannschaft affmarschieren dei un de Vorrhang daljung. Lindauc o.J. 38. – b. Attributsatz – In ihre Not nuh, daß se den Varsch widder verjessen kinne, ... Richter o.J. 23. – c. Objektsatz – Un nu sahkse, daß Weiweßen noch Biljetter krichten die nich so fein anjetrekt warn wie sie. Heimatkalender-Be 1936,154; ... heertn, daß Krausen schlachten tadn. Alt-Cöthen 76; ... un doato ha eahr Mudder eam deatt strengst’ns anbefoahl’n, deatt he Klock fief wearrer müßt to Hus sick infin’n ... Matthies 1903,1 f.; Hä wußte nämelich, daß Ballenstedt anhältsch un Thale preisch is ... Heese 21919,49; Se han druf njetrn, daß de Hippetk jelescht word. Wb-Ak 24; Rda.: hai iss nich waert, datne de sunne beschnt Spr-Mab 397 (WO-Ol). – d. Adverbialsatz – zeitlich: dat (als) ek d sau schtunt, km en hse jelpen Wb-Nharz 37; Rda.: nu, datt (da) de Hals aff iss, nu will’r krei’n ‘wenn es zu spät ist, will man sich bessern’ Wb-Altm 276; modal: d mustt so maken det et inn Kwer jait Mda-nwJe1a 51; Rda.: lacht, dat de Kiwwecken blaumen ‘er lacht laut, mit weit aufgerissenem Mund’ Sprw-Börde; Arbeiten, dat de Swaorn knack’n. Spr-Altm 79; konsekutiv (Folge): se wonen sau nahe dat se seck afraupen konnen. Id-Eilsa 46; Uff’n Hof wärd allens hinjestawwelt, daß me in Dustern driwerwech fallen kann. Spr-Asch 42; Sprw.: ehe dä Fule tweimal geiht, slept hei, dat ne de Buk weih deiht WE-Velt; final (Zweck): up jede Satte koam en poar Schplett, det man de ändere weder druppschtell kunne ZE-Ste; ... denn will ich dich schon drewwelieren (bedrängen), daß ich mei’n Willen kreie ... Wäschke 61915,141; Rda.: Unse Harregott stü’rt alle hohen Böme, dat se nich in’n Himmel wasset Sprw-Harzvorld 382. – 2. in Verbdg. mit anderen Einleitungswörtern von Nebensätzen – damid dat ... Wb-Holzl 74; wrumme dat ... Wb-Nharz 37; indem dat ick da schtund Sprw-Börde; Sau jung dat nu ne ganze Wiele hen mit dat Vortellen, bet dat de Büdel leddig war un keinder mehr wat wußte. Wedde 1938,55. – 3. zur Einleitung von Ausrufen (in Nebensatzform) – dat d dat nich wer deist HA-Oh; Daß de das j nich vorjißt. Wb-Ak 79; ... dät ick Dämlack nich ihr daran dacht hew’!“ Hausfr-Altm 1930,6 (SA-Die); nach Imper.: s rtich un datte nich furt geist Wb-Nharz 38.
Lautf., Gram.: Art.: entgegen dem Befund des DSA und den Darstellungen in den Handbüchern dominieren im Nbrdb. (nach Fragebogenabfrage ‘das Pferd wiehert’) keineswegs die dät/det-Belege, sie halten sich dort die Waage mit dat (vgl. auch Möhringim Nd. Jb. 123 (2000). S. 93): dat verbr. nwaltm., verstr. Altm. (außer Südrand, dort verbr.) JE2, vereinz. JE1 (außer w, dort verstr.), allg. elbostf., vereinz. s CA (ältere Generation), unbetont gekürzt zu ’t verstr. nd. (vgl. aber auch  et); das vereinz. s nd., allg. omd.; [ds] BA-Ha; dät verstr. SA, vereinz. n GA, verbr. ö Altm. (außer n WO), verstr. JE2, JE1-Lö, ZE-Kö; det SA-Ta, verstr. nbrdb., verbr. mbrdb., vereinz. s GA w JE1; deatt Matthies 1903,3; des Wb-Ak 46, CA-Chö, unbetont verkürzt zu ’s BE-Gü, DE-Or Vo (vgl. aber auch et); Akk. wie Nom.; Demonstrativpron.: hier verschiebt sich das Gewicht im Nwaltm., Nbrdb. und im n JE1 zugunsten von dät/det: 19 Orte haben beim Art. dat, beim Demonstrativpron. (nach Fragebogenabfrage ‘das habe ich in der Schule nicht gelernt‘) dagegen dät/det, das Verhältnis von dät zu det bleibt ungefähr gleich, die anhalt. Orte mit des, (e)s beim Art. verwenden hier das; Konj.: ähnliche Verteilung wie beim Demonstrativpron., allerdings keine flächendeckende Abfrage; Enklise des folgenden Personalpron. 2. bzw. 3. Sg. zu datte(r) verstr. elbostf.; dasse verstr. anhalt.