et Personalpron. 1. 3. Sg. n. verbr. – a. Bezeichnung für ein Neutrum als Subjekt oder Objekt – et degt (taugt) alleheile nischt Id-Quea 141; hest n’ et ejben? Wb-Nharz 52; er hat es jehatt un och behaln DE-Ka; Min Friescheitengeld? “Drei Da’e soll’t recken!” ... Lindaub o.J. 39; ... Klavier ... es is ooch schwer zu huckn. Krause 1964,124; Sprw.: Wecker sin Kind lew hät, de hölt et unner de Tucht. Spr-Altm 14; kein Unjlück is so jrot, et hat ’n Jlück in’ Schoot WA-West. – b. zur Bezeichnung für einen aus dem vorhergehenden Text bekannten Sachverhalt – Ick seh ’t all in ... Matthies 1903,45; Eck kan et nich machn Spr-Asch 19; wat geit’t mik an HA-Oh; Ach wat, du versückst et! Heimatkalender-Je 1927,122 (JE2-Vie). – c. mit demonstrativem Charakter als Prädikatsnomen in Verbdg. mit sn... ’s wier je nu eema de Familienkuh. Wäschke 61915,94; He is ’t alleen, De in Gefoar Uns runderhelpt ... Kredel 1927,74. – 2. für 3. Sg. f. bes. für Mädchen und junge, unverheiratete Frauen, 3: verbr. elbostf. – eet sine Mutter Wb-Holzl 83 (HA-Wo); Ja Liseken! Da sitt et! Lindaub o.J. 37; Aawer wi’ik nu bii ööt mit miinen Jewarwe ruutkaam ... Bode 1908,74. – 3. verbr. – a. als formales Subj., vorw. in unpersönlichen Konstruktionen, bes. bei Vb., die Witterungsvorgänge, körperliche und seelische Empfindungen, Zustände oder Zeitangaben bezeichnen – ’t jifft watt HA-Bee; et regent Strippen HA-All; et schniet allewiele höllisch WA-Ste; et is kolt JE1-Zi; s friert ’n BA-Ha; ... et war immer noch en bittchen schummerig. Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie); ... s’ schpeekt bloß an eene Schtraße? Wäschke 61915,125. – b. als formale Satzeinleitung – Also s war Kleenefingesten ... Heese 21919,28; Et is de dridde Wiehnachtsdag, ... Wedde 1939,5. – 4. als formales Objekt, verstr. – sei hat et in’n Koppe HA-Oh; Sprw.: mor muß’t n’m w’s kimmet Wb-Ak 53. – 5. für den best. Art.  dat, 2: Rda-Altm 268, GA-Al, JE2-Par, vereinz. JE1, 3: verbr. elbostf., 4: verbr. anhalt. – et Owest JE1-Ca; Et Jeld is knappe. Gorges 1938,56; de Zikke hat sich et Fell afeschowet Sprw-Börde; de Hnor fressen es Lb jarne BE-Il; Wer et längeste Striekholt trecket, fänget an. Wedde 1938,26; Gen.: et bents Wb-Nharz 52.
Lautf.: et(t) verbr. nd.; ät, ëtt Wb-Altm 48, WE-El, Mda-Ro; it JE1-Pre; es JE1-Dan Lei, vereinz. ZE, QUE-GrSchie, CA-Ca, verbr. omd.; ësz Mda-Sti 10; unbetont gekürzt zu ’t verbr. nd., Wb-Ak 53; ‘s verbr. omd. (vgl. aber auch gekürzte Formen von  dat); (2.): mit Dehnung des Anlauts: eet, t verstr. w elbostf., QUE-Di; ö(h)t, ööt Rauch 1929,68, vereinz. HA OSCH; öet, et vereinz. w elbostf.; üöt OSCH-Di.
wen 1. Adj. 2: verstr. brdb. (aus JE1 keine Belege), 3: verstr. elbostf. – a. ‘gleichmäßig flach’, auch ‘glatt, geebnet, gerade’ – äwen maoken STE-Wa; op bner re Wb-Nharz 48; Rda.: du häst noch väöl äw’n to maok’n ‘du musst noch viel gutmachen’ Wb-Altm 254. – b. ‘sauber, ordentlich’, auch ‘sorgfältig, genau’ – dat is en ebener Mensche CA-Fö; wat ganz eben undersoiken Wb-Holzl 81; mk ’t man nich tau ben Beiträge-Nd 61 (WO-HWa); Sprw.: Allto äw’n is half unäw’n. Bewohner-Altm 1,320. – 2. Adv. verstr. (aus JE1 keine Belege). – a. ‘soeben, in diesem Augenblick’ – ... eb’n düss’ Minut ... Matthies 1903,55; ben in genblikke Wb-Nharz 48; Eben flackere ok dat Füer op un belüchte de Wimmelsdorpsche “Spritze”! Lindauc o.J. 31. – b. ‘vor kurzer Zeit’ – unt isse k’m JE2-Scho; das hawwich doch ’mt jest CA-Ak; Ick hatt äben erst anfang’n to graben ... Firmenich 1854,133 (GA-Miest); ... weile doch ämnt erscht draußen jewest war. Wäschke 61915,6. – c. ‘genau, deutlich’ – datt kann ick so äw’n nich wt’n Wb-Altm 254. – 3. Pt. verstr. (aus JE1 keine Belege). – a. zustimmend, eine vorherige Aussage bekräftigend – ben, drumme HA-Oh; n mt Wb-Be; dat mein ek eben Id-Eilsa 59. – b. mit Bezug auf einen bekannten Sachverhalt – ... de Not war äben so groot ... Wille 1927,XV (BLA-Be); du kannst eben nich hören! CA-Fö; Mir sinn äm’nt uff Sunntahksbilljettersch jefahren ... Heese 21919,54.
Lautf., Gram.: eb(e)n Matthies 1903,55, Heimatkalender-Je 1937,78 (JE2-Fi), verstr. elbostf.; ebend Vk-Anhaltb 83 (ZE-Steu); [b] Id-Eilsa 59; b’mt Spr-Maa 438 (WO-Ol); [] SA-Ku; mt ZE-Roß; äw(e)n, [v()n] vereinz. Altm.; äwend, [vnt] verstr. ö/s OST n STE; äben, ëben Firmenich 1854,122 und 133 (OST-See, GA-Miest), verstr. sw elbostf.; äbent, ëbent OSCH-Di, Wb-Nharz 48; [] verstr. ö/s nwaltm. w Altm., vereinz. ö Altm.; ämnt, äm’nt vereinz. mittleres/ö anhalt.; ähmt, ’mt, [mt], [d] verstr. nw Altm., GA-Le, STE-Wa, Spr-Asch 12, vereinz. anhalt.; [a], [amt] Mda-Ze (verstr. ZE); [ont] STE-Bö Buch; [unt] STE-Je, JE2-Scho; b’n Mda-Sti 28; [äim] verstr. n/w nwaltm.; [äimt] SA-Ch; Formen mit Antritt eines unorganischen -t nur bei (2.) und (3.).
wens Adv. ‘in der gleichen Weise, genauso’ 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie), 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak, Wäschke 61915,127 – bensau ofte HA-Oh; main’et ebensau! Erwiderung eines Wunsches, Wb-Holzl 81; De annern machtens ämntso. Wäschke 61915,127; Rda.: dat’s man ebensauveel ‘das ist nur eine leere Ausrede’ Sprw-Börde.
Lautf.: ebenso Spr-Altm 87, HA-No; -sou Matthies 1912,29 (SA-NFe); -sau verstr. elbostf.; bm- QUE-Di; e’unso JE2-Gü; äwen- Francke 1904,26; äben so Heimatkalender-Ma 1932,45 (JE2-Vie); ëbensau Wb-Nharz 49; ämntso Wäschke 61915,127; [z] CA-Ak; m’so Mda-Harz 15 (OSCH-Crot).
fallen Vb. verbr. (außer 7.). 1a. ‘aus einer bestimmten Höhe durch die Schwerkraft nach unten bewegt werden’ – ... um nich vons Soofa zu fallen ... Richter o.J. 18; Bei dn Storm f’l de Eppel man blß s. Wb-Ak 54; Rda.: Karl fiel’n Schteen von’s Harze ... Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); dik fällt woll de Bude opn Kopp? ‘du langweilst dich wohl zu Hause?’ CA-Fö; davon fällt dick keine Perle ut de Krone ‘du vergibst dir dabei nichts’ Sprw-Börde; Dat harr ik nich dacht, see de Buur, do füll he von’n Wagen. Berufe-Altm 251; Sprw.: wie et fällt, sau buldert et Sprw-Börde; de Appel fällt nich wit van’n Stamm OST-GrAu; wu jehuwwelt wart, falln Schpäne Wb-Be; Wenn’t Kind in’n Pütt’n fallen is, denn ward’r todeckt. Spr-Altm 14; Wetterregel: Fällte eerste Schnee op’m Dreck, Dänn iß ’te Wintr ’n Jäck. Abergl-Ma 245 (WO-Ol). – 1b. in der Verbdg.: fallen lten ‘bewirken, dass sich etw. nach unten bewegt’ – ’n Anker fal’l ld’n ‘den Anker zu Wasser bringen’ Elbschifferspr. 391 (JE2-Pa); Färesemmeln (Pferdeäpfel) lassn se jetzt falln Spr-Asch 43; Un Anneken leit de letzte Kartuffel un et Messer fallen ... Lindaua o.J. 13. – 1c. ‘(nicht aus der Höhe, sondern in der Bewegung) den festen Halt verlieren und mit dem Körper zu Boden schlagen, hinstürzen’ – biste denn efalln? HA-Bee; ... datt de Mäkens vorr Schreck un Ang’st an de Äre failen. Firmenich o.J. 160 (WA-Ost); Rda.: hei fallt wer sne eigenen Feute HA-Oh; Ick bin ok nich upp’n Kopp ’efalln. Bewohner-Altm 2,22. – 2. ‘sich plötzlich heftig an eine bestimmte Stelle bewegen’ – Rda.: se sin sich um en’ Hals efall’n CA-Fö; He kümmt mit d’ Däör int Hus to falln. ‘Er bringt ein Anliegen ohne Umschweife zur Sprache.’ Wb-Altm 206. – 3. ‘in einen anderen Zustand geraten’ – dat folt mek in’t lachen ‘das brachte mich zum Lachen’ Wb-Nharz 206. – 4. ‘eine bestimmte Richtung, Tendenz haben’ – et fallt int Gele ‘es hat einen gelblichen Farbton’ Wb-We 149. – 5. in der Verbdg.: licht/swr fallen ‘keine/große Anstrengung erfordernd’ – et felt mek schwr, dat jelt op te bringen Wb-Nharz 206. – 6. in festen Verbdg. mit Präpositionalobjekt – up de Nerven fahn SA-Ch; in dat ge fallen ‘auffallen’ BLA-Brau; to Last fall’n ‘jmdm. Mühe und Kosten verursachen’ OST-Je; ... fuln Vetter Keil ins Wort ... Wäschke 61915,69. – 7. ‘geboren werden’ 3: Wb-We 149, Wb-Nharz 206. – 8. ‘im Krieg, Kampf getötet werden’ – hei is in’n Kr falln HA-Oh. – 9. ‘geringer, niedriger werden, sinken’ – de hitze felt Wb-Nharz 206; ’s Wter had efal’l Elbschifferspr. 405 (WO-Ro); de Prse fallt HA-Oh. – 10. ‘zu einer bestimmten Zeit stattfinden, zeitlich zusammenfallen’ – Pingesten fallt jedet Johr 50 Dare na Ostern ZE-Gro; Rda.: wenn ick dick in de Schnute schlage, fällt Ostern un Pingesten op einen Dach Androhung von Prügel, Sprw-Börde; Sprw.: man mott de Feste fiern, wie se fallt HA-Mo. – 11. ‘ausgesprochen, geäußert werden’ – n’ Woert fallen laten HA-Oh; sei hat sick wat fallen laten ‘sie hat eine Andeutung gemacht’ HA-Bee.
Lautf., Gram.: Inf.: fall(e)n; außerdem: fal’l, [fa] Elbschifferspr. 391 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), JE1-Go, Mda-Ze (verstr. ZE), Elbschifferspr. 391 (CA-Ak), Wb-Ak 54, BE-Fr; fahn, [fn] verbr. nwaltm.; [fn] vereinz. n nwaltm.; flln Mda-Sti 2; 3. Sg. Präs: fällt; außerdem: fel(l)t vereinz. w elbostf., Wb-Ak 102; [fet] SA-Dä; fallt, [falt] Wb-Altm 272, Winter-Altm 73, JE1-Go, verstr. ZE, vereinz. HA OSCH; 1./3. Sg. Prät.: feel, fl vereinz. Altm., Dialekt-Ma 11 (verstr. w JE1); feil, fail verstr. elbostf.; [fl] verstr. mbrdb.; fiel, [fl] Mda-Ze (ZE-Roß), Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), Krause 1964,39; [fl] Dialekt-Ma 11 (JE1-Ste, vereinz. sw JE1, ZE-Dor); [fl] a.a.O. 11 (verstr. s JE1, ZE-Göd); ful, [fl] Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. w/mittleres anhalt.; füll Berufe-Altm 251; fol(l)t HA-Oh, Wb-Nharz 206.
fangen Vb. 1a. ‘ein Tier zu fassen bekommen, in seine Gewalt bringen’ verstr. – Mieskatt sall meei Müs’ fangen. Matthies 1912,24 (GA-Miest); Fänget Sei denn ok wat? Lindauc o.J. 75; Ek will nah unsen Garen gahn ... Rotkählekens fängen ... Wedde 1938,70; Rda.: wer mit den wat fängen well, mott’t ook schon in’n Sacke hebbm HA-No. – 1b. ‘jmdn. fassen, ergreifen’, auch ‘festnehmen’ verstr. – ... Schpitzbumn fangen. Wäschke 61915,5; Dee Mäkens willn we fängen, wenn se ewwer’n Jraam kommen. Firmenich o.J. 159 (WA-Ost); Rda.: dee is nich in’n Raip te fängen ‘er ist ständig beschäftigt, unterwegs’ Wb-Holzl 84. – 1c. ‘Haschen spielen’,  krgen, 3: OSCH-Osch. – 2. verstr. – a. ‘(nach etw., was geworfen wird, greifen und) festhalten, auffangen’ – den Ball fängen WO-Da; wter fengen Wb-Nharz 207. – b. subst. dass. wie  FangeballFängen speelen HA-Bü. – 3. auch in der Verbdg.: Fer fangen ‘in Brand geraten, zünden’ vereinz. – de Swamm fenget nich Wb-We 151; ... dao wärn unse Schtrohdächer baohle Feier fängen. Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Rda.: ... ob ich nich etwa Feier fangen wulle. Richter o.J. 45.
Lautf., Gram.: Inf.: fang(e)n, [fan], [fa] SA-Dä, verstr. brdb., Dialekt-Ma 6 (vereinz. w JE1), verstr. anhalt.; fngen Mda-Sti 2; fäng(e)n WO-Sa, JE1-Bu, verstr. elbostf., Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); feng(e)n, [fen] Mda-sJe1 24 (verstr. sw JE1), verstr. w elbostf., vereinz. ö elbostf.; 2./3. Sg. Präs.: -ä-, -e- GA-Da, verstr. elbostf.; -a- SA-Dä Hen, verstr. brdb.; 1./3. Sg. Prät.: st.: [fik] Mda-sJe1 24 (JE1-Ra, verstr. sö JE1); [fk] a.a.O. 24 (verstr. sw JE1); fung, -k vereinz. elbostf., Mda-Sti 53; fong, -k vereinz. w elbostf.; sw.: [fet] Mda-sJe1 24 (JE1-Ra); [fat] a.a.O. 24 (JE1-Ve, ZE-Ned); fangete Wb-Ak 54; Part. Prät.: st.: [fa] JE2-Scho; jefangen Krause 1964,29; efongen verstr. elbostf.; sw.: [fat] Mda-sJe1 24 (verstr. sö JE1); jefanget Wb-Ak 54; efänget Wb-Holzl 84, CA-Fö; [fet] Mda-sJe1 24 (verstr. sw JE1), Id-Eilsa 60; [fat] SA-Dä.
fren Vb. 2: Elbschifferspr. 310, 348 und 392 (STE-Bit Tan, WO-Ro), vereinz. mittleres JE2 mbrdb., 3: verstr. w JE1, Wb-Holzl 84 (nur 6.), vereinz. s elbostf., 4: verstr. omd., vgl. fren 2. 1. ‘sich mit einem Fahrzeug fortbewegen’, auch mit Schiffen – do fuhrn mer na de Statt BE-Dro; ... un ewerläte, obse o dritter (Klasse) fahren sulle. Heimatkalender-Be 1936,154; Dr frt als Steiermann bei de Voreinicht’n. ‘Er ist als Steuermann bei einer Schifffahrtsgesellschaft tätig.’ Wb-Ak 54; Rda.: w hei wol fren mach ‘wie es ihm wohl ergeht’ Wb-Nharz 206; Sprw.: Schlecht jefr’n is besser w jt jeloffen. Wb-Ak 54. – 2. ‘sich fortbewegen’, von Fahrzeugen, auch von Schiffen – der Kn is jefr’n wne Hanne ‘der Kahn ist schnell und ohne Zwischenaufenthalte gefahren’ Elbschifferspr. 310 (STE-Bit). – 3. ‘ein Fahrzeug (in bestimmter Weise) führen’ – subst.: Hä nahmb nuh das eene Radt, setzte sich druff, un das Fahren junk janz fein ... Heese 21919,65. – 4. ‘mit einem Fahrzeug befördern, transportieren’ – fre ma dän bei’n Dokter ZE-Roß; Da luß der Harr Amtmann alle Morjen de Milch na Keetn fahrn ... Wäschke 61915,110. – 5. ‘sich hastig an eine bestimmte Stelle bewegen’ – Rda.: er ist in die Brett gefahren ‘er ist gestorben’ KÖ-Pö. – 6. in der Verbdg.: fren lten ‘entweichen lassen’ – ainen faren laten ‘einen Darmwind entweichen lassen’,  ppen, Wb-Holzl 84.
Lautf., Gram.: fahr(e)n, fr(e)n; außerdem: [fr()n] MdanwJe1b 67/Dialekt-Ma 8 (JE1-HZi Wö, verstr. w JE1), vereinz. ZE, Dialekt-Ma 8 (vereinz. nö CA), Wb-Ak 54, Wb-Be; [fr] Elbschifferspr. 348 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa, CA-Ak); [farn] Mda-sJe1 27 (vereinz. w JE1); 1./3. Sg. Prät.: faur vereinz. s elbostf.; fur Mda-Sti 33; fuhr, [fr] Dialekt-Ma 5 (CA-Pö), vereinz. anhalt.
Farken n. 1. ‘junges, noch nicht entwöhntes Schwein, Ferkel’ 1/2/3: verbr. nd., 4: BLA-All Sti, verstr. w/mittleres anhalt., bes. im s ZE und im Omd. veraltet neben  1FerkelKoofense keene Farken? Wäschke 61915,108; ... dät Dine Sau män zwee Ferken ’ehat hät ... Heimatkalender-Je 1923,95 (JE2-Vie); Wat, dritteihn Farken? ... De Su hat doch blot twölf Titten ... Wedde 1938,16; wenn’t twei Farken sünt, denne frt se besser HA-Oh; Rda: De Farken waschen sick ok nich un wern doch Swiene. Erwiderung eines unsauberen, schmutzigen, Menschen (vgl. 2.), Bewohner-Altm 2,22; veel Geschrei un wennig Wulle säe der Deuwel und da frat hei ’t Farken Sprw-Börde; Sprw.: Wenn een’n Ferken anbo’n wärd, mütten dänn Sack upmaoken. ‘Man muss eine günstige Gelegenheit nutzen.’ Bewohner-Altm 1,331.  Fark 1Ferkel Ferksken Fickel kel Sgfarken (bis zu 6 Wochen alt). – 2. ‘unsauberer, schmutziger Mensch’, bes. von Kindern, Schimpfwort, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Be – dat is’n Farken! Sprw-Börde.  TZ: Arschmurkel sstücke Dreckbatzen Dreckbr Dreckfarken Dreckferkel Dreckfinke Drecklappen Dreckmurkel Dreckpansen Dreckpsel Dreckspatz Dreckswn Fselswn 1Fickebatz Fickel Finke Fltangel Hacksch 1Hmel Kladderbock Krfarken Lusch 2Mauschel Messfinke Messhund Mistbiene Mistschwein Miststück Mochfinke Mochkempe Mochsau Modderkempe Modderschwein Mohrrüpel Mohrschwein Molli Moorfarken Morchel Mran; weitere Synonyme  Swn, weibl.  Slampe.
Lautf.: Fark(e)n Bewohner-Altm 2,22, SA-Ne Sal, OST-GrAu, verbr. s Altm. ([frk]), verbr. JE1 ZE elbostf., BLA-Sti, verstr. w/mittleres anhalt. ([frgn]); Faorken JE1-Flö; [fg] GA-Da; Farrek(e)n, [farkn] verstr. w elbostf., QUE-Di, Wb-Ak 54; [fargn] BE-Gier; Ferk(e)n vereinz. nw elbostf. WE, Id-Quea 152, BLA-All; Ferk(e)n vereinz. nwaltm., verstr. Altm. (außer s Rand) JE2, JE1-Ka Wo; rk(e)n, [frk] vereinz. nwaltm., verstr. Altm. (außer s Rand) JE2, JE1-Grü Stei; [fk] verbr. nwaltm.; Färgn OST-Mech; Faäkn SA-HDo; Faoäken GA-Wen; [fk] SA-Ku; Fearken SA-Stei; Fäerken GA-Ber; Fäaken SA-Hö; [fagn] SA-Die; [fk] OST-Har.
ften Vb. 1a. ‘ergreifen und festhalten’, auch ‘jmdn. ergreifen, erwischen, festnehmen’ verstr. – fass! Hetzruf an den Hund, Mda-sJe1 13; ... kreeg den kleinen Knecht an sien’ Been to faoten ... Pohlmann 1905 ff.,125; Rda.: ... bi’n Slawittchen faten ... Lindaua o.J. 1; Sprw.: wen de Kauh hört, der fat se bien Schwanze ‘wen eine Sache etw. angeht, der kümmere sich darum’ QUE-West. – 1b. ‘Haschen spielen’,  krgen, 2: GA-Sa, STE-Bis, 3: HA-Wef. – 1c. ‘mit der Hand berühren, an eine best. Stelle greifen’ verstr. – ... faßtese an’n Arm ... Wäschke 61915,74; d müsste anne Frange (Kurbel) ft’n JE2-Scho; Rda.: ... deip in de Ficke faaten ... ‘viel Geld ausgeben müssen’ Gorges 1938,61; Fasse dich man n deine Nse! ‘Kümmere dich lieber um deine eigenen Angelegenheiten!’ Wb-Ak 119. – 1d. refl. ‘sich  balgen, miteinander ringen’ 2: Wb-Altm 49, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., JE2-Grü Ku, JE1-Flö, 3: vereinz. elbostf. – faot di mal mit ämm Wb-Altm 49. – 2a. ‘als Ladung, Einfüllung aufnehmen’ – De Jasthewe, die Ausschpann hoddn, konntn de Menschen bale nich meh fassn. 4: Alt-Cöthen 65 f. – 2b. ‘ein bestimmtes Fassungsvermögen haben’ – de Emmer ft tein Lter 3: HA-Oh. – 3a. ‘Bier in ein Fass gießen’ 2: Wb-Altm 49. – 3b. in der Verbdg.: nen (ge)ft hebben ‘betrunken sein’,  dn, 2: vereinz. Altm., 3: vereinz. n/mittleres elbostf., 4: BLA-Sti – de hat ordentlich einen e fat WO-Ma. – 4. ‘erfassen, erkennen, verstehen’, auch ‘für möglich halten’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 207, 4: Wb-Be, Krause 1964,12 – ik kann’t noch immer nich ften HA-Oh; tas kannste fassn Wb-Be.
Lautf., Gram.: Inf.: fat(e)n, ft(e)n verstr. elbostf.; f(a)ot(e)n, foat(e)n verstr. Altm., vereinz. JE2, JE1-Flö, vereinz. elbostf.; [ft] JE2-Scho; foaten ZE-Göd Nu; fass(e)n, [fas()n] verstr. anhalt.; 3. Sg. Präs.: fa(a)t, ft verstr. elbostf.; faat’t Wb-Holzl 84; faot vereinz. Altm.; foat’t Matthies 1903,8; fott, [fot] Wb-Altm 49, verstr. ZE; [fast] Mda-Ze (ZE-Roß); Imp. Sg.: faat, ft HA-Bee Oh; fate, fte vereinz. elbostf.; faot, foat, [ft] Wb-Altm 49, Lieder-Ma Nr. 924 (WA-Eg), QUE-Di; [fot] Mda-Ze (vereinz. ZE); faß, [fas] (vorw. als Hetzruf) MdasJe1 13 (verstr. s JE1), Mda-Ze (ZE-Roß), Lindauc o.J. 49, Wb-Be; fasse Wb-Ak 119; 1./3. Sg. Prät.: sw.: fte Wb-Nharz 207; faat’te Wb-Holzl 84; faßtese mit Enklise des nachfolgenden Personalpron. 3. Sg. f. Wäschke 61915,74; st.: ft Wb-Altm 49; Part. Prät.: sw.: efa(a)t, eft vereinz. n/w elbostf.; efaat’t Wb-Holzl 84; efaot, [ft] JE1-Ca, Dialekt-Ma 7 (verstr. w JE1, vereinz. nö CA); faot, foat vereinz. Altm.; fatt Id-Quea 151; fat’t Bewohner-Altm 2,129; [fot] Dialekt-Ma 7 (JE1-Gü, verstr. mittleres/s JE1), ZE-Göd; [j-] Mda-Ze (vereinz. ZE); jefasst, [jfast] a.a.O. (ZE-Roß), BLA-Sti; [faot] SA-Dä; st.: eften HA-Oh; faot’n Wb-Altm 49.
Fbrur m. Monatsname, 1: SA-Rist, 2: vereinz. nbrdb., 3: verstr. elbostf., 4: Wb-Ak 57, Wäschke 61915,14 – Et war mal in’n Fewerwar ne höllsche kolle Maanschiennacht. Rauch 1929,180; ... inn Fewerwar, wu de Ta kortsch un de Nächte lank sin ... Wäschke 61915,14; Wetterregel: w in Fbrua de Doach lenga, wt de Winda strenga SA-Rist; Februar warm, tweemaol Gott erbarm’! Bewohner-Altm 1,331; Wenn in’n Feberwar de Müggen schwarmen, mott’n sick in’n April de Hänne warmen. Chr-Em 428; föäl Rng in Fbrua, föäl Rng dat gse Joaa SA-Rist.
Lautf.: Februar vereinz. nbrdb.; [fbrua] SA-Rist; Feberwar Chr-Em 428; Feberwor Winter-Altm 73; Fewerwa(a)r, fwerwr verstr. elbostf., Wäschke 61915,14; Fwerwr, [fvrvr] Beiträge-Nd 62 (WO-HWa), Wb-Ak 57; [fewrwr] QUE-Di.
fest Adj. verstr. 1. ‘hart, nicht weich oder locker’ – de re (Erde) is feste Wb-Nharz 208; das muß feste wern DE-Ho. – 2a. ‘stabil, haltbar, widerstandsfähig’ – Uns Hus steit fast in’ Grund ... Kredel 1929,60. – 2b. ‘unerschütterlich, unbeirrbar’ – Verbdg.: truu un fast STE-Wa. – 3a. ‘stark, kräftig, energisch’ – man feste! HA-Oh; ... un drücket feste op’n Klingerknopp ... Wedde 1938,66; Vetter Keil hadde mitte eene Hand de Miehme Schwanebergen feste an sich jedrückt ... Wäschke 61915,68. – 3b. ‘sehr, überaus, in starkem Maß’,  bannigfeste danzen Wb-Nharz 208; ... un wei Kin’ner mußt’n alle immer feste mit arwei’n. Lautdenkmal 1937 (WA-KlOsch); De Umschteh’nd’n die bedeilicht’n sich nadierlich daad’rbei feste met. Heimatkalender-Ze 1962,92 (ZE-Ze).
Lautf.: fest Heimatkalender-Je 1937,78 (JE2-Fi), HA-Oh, QUE-GrSchie; fast, [fast] SA-Dä, verstr. Altm.; sonst: feste, [fest]. – Etym.: im Mnd. vest(e) neben vast(e) u.a. ‘fest, stark, sicher, beständig’, vgl. HWb-Mnd 1,664 und 710.