anstten Vb. 1. 2: Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel), Francke 1904,51, Spr-Maa 439 (JE1-Ziep), 3: vereinz. n/w elbostf., 4: Wäschke 61915,115, Heese 21919,32. – a. ‘an etw. stoßen, prallen’ – Sprw.: Un de in’ Düstern tappn, stötn gar to licht an. Hausfr-Altm 1928,93 (Kredel). – b. ‘jmdn. anstoßen’, auch um ihn auf sich oder etw. aufmerksam zu machen – stoet mick nich an Spr-Maa 439 (WO-Ol); ... hä schtoß Karschtedts Fritzen an un sase: “Wa .. wa .. was is denn dasse – vorschtoppt?” Wäschke 61915,115. – 2. ‘ stottern’, auch ‘lispeln’ 1: SA-Han Scha, 2: verstr. n/mittlere Altm., WO-Ro, verstr. mittleres/s JE2, vereinz. JE1 ö ZE, 3: verstr. elbostf. (außer sö), 4: CA-Schw – hei stött an bin Spreken WE-Sa. – 3. ‘die gefüllten Gläser leicht aneinander stoßen, um auf jmdn./etw. zu trinken’ – lt üsch ml dropp ansteten 3: HA-Oh. – 4. ‘unangenehm auffallen, Missfallen erregen’ 3: Wb-Nharz 16.
Lautf., Gram.: Inf.: anstö(h)t(e)n, -stoet’n SA-Han Scha, vereinz. OST, WO-Ro, JE2-HBe Kar, JE1-Dan, Spr-Maa 439 (JE1-Ziep), verstr. n elbostf., vereinz. mittleres elbostf., WE-Sta, BLA-Wie; -steten, -stötn HA-Oh, Id-Eilsa 49; -stet(e)n, -stt’n, -schte(e)t(e)n JE1-Ge, vereinz. mittleres/ö elbostf.; nschtten Wb-Nharz 16; anstoßen, -stohsen JE1-Prö, CA-Schw, Heese 21919,32; 3. Sg. Präs.: stött an, stödt -, schtött - verstr. n/mittlere Altm., vereinz. mittleres/s JE2, JE1-Gö Grü, verstr. w elbostf.; stött ahn WE-Il; stett an ZE-Dü Ned, WA-Alt; stott - WE-Elb; stöhst - ZE-Buk; stohst - CA-Ca; steehst - CA-Salz; 3. Sg. Prät.: stott - Francke 1904,51; schtoß - Wäschke 61915,115.
Arbeider m. ‘Arbeiter’ 2: vereinz. nbrdb., 3: vereinz. elbostf. (außer sö), 4: Wb-Be, Heese 21919,101 – hei is kein guer Arbeir Sprw-Börde; Sprw.: Go’n Andriewer is bätter as’n slechten Arbei’er. Bewohner-Altm 1,319.
Lautf., Gram.: Arbeider OST-Sta; -beiter Spr-Altm 76, HA-Oh; -bei’er, arbaier Bewohner-Altm 1,319, Spr-Maa 441 (HA-Neu); -beir, -bei’r Id-Eilsa 49, Sprw-Börde; rbeir Wb-Nharz 17; Arbeter JE2-Bö; [arwtr] Wb-Be; Arweeter Pl. Heese 21919,101; rbr QUE-Di.
wends Adv. ‘abends’ 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Gü, Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie), Heimatkalender-Ze 1961,89 und 1964,95 (ZE-Ze), 3: verstr. elbostf., 4: CA-Ak, Heese 21919,64 – ... un för de “Wostsingers”, de aomds kaomen, moakt de Schlachder besonnere Wost. Ehlies 1960a 80; Abends schpielten se in’s Schtadttheator von Schillorn “De Reewor”. Heimatkalender-Ze 1964,95 (ZE-Ze); Sprw.: de Voggels, de froi singet, hlt bens de Katte HA-Oh; Wenn’t aw’nds eener fleut’t (flötet), sitt de Deuwel up’t Dack. Bewohner-Altm 1,320. – Volksgl.: A. darf man nicht ausfegen, da man sonst mit dem Schmutz auch das Glück aus dem Haus fegt. Abergl-Ma 233 (WO-Ol).
Lautf.: aw’nds Bewohner-Altm 1,320; abends, - Heimatkalender-Ze 1961,89 und 1964,95 (ZE-Ze), vereinz. w elbostf., WA-Un; abens, - HA-Oh, OSCH-Di; am’nts Heese 21919,64; am’ns Rauch 1929,16; Ams, a’ms Wb-Holzl 33, BA-Re, Spr-Asch 23; Aands Heimatkalender-Ma 1930,82 (JE2-Vie); ahns JE2-Gü; [v()ns] verstr. s OST n STE; [bms] WO-Zie; aomds Ehlies 1960a 80 und 1960b 298; [ms] verstr. mittleres/s nwaltm. wAltm., vereinz. ö Altm., WO-HWa, [ms] CA-Ak; [aoms] vereinz. n nwaltm.; [aons] vereinz. ö STE; [auns] STE-Wa.
bellen Vb. 1. Lautäußerung des Hundes,  blaffen, auch des Rotwilds, 1: SA-Net, 2: vereinz. Altm., JE1-Ka, ZE-Roß, 3: verstr. elbostf., 4: verstr. omd. – dei Tewe bellt WE-Kö; Keen Mensch war nich zu sähn, un der Hund an de Kette bellte un warjete sich bahle, weil e ... die fremde Karls beißen wolle. Heese 21919,81. – 2. ‘stark, rau husten’ 2: ZE-Roß, 3: Wb-Nharz 24, 4: Wb-Ak 34.
Lautf., Gram.: bell(e)n Inf., bellt 3. Sg. Präs., bellte 3. Sg. Prät.; außerdem: bell, [be] vereinz. s Altm., Mda-nwJe1b 65 (JE1-Lo), JE1-Pre, ZE-Roß, BE-Gü He, verstr. anhalt.; [bln] GA-Da; jebällt Part. Prät. BE-La; bean SA-Net.
Bemme f. 1. ‘bestrichene Brotscheibe’,  Stulle, 2: JE1-Kö, verstr. s JE1, verbr. ZE, 3: WA-Ta, vereinz. QUE n BA, verbr. sö elbostf., 4: BA-Ha Schie, verbr. anhalt. – ... ne Bemme mit Speck ... Heese 21919,12; “Mutter mich hungert, jipp mich anne Pumme!” Wäschke 71913,74. – 2. in der Verbdg.: Pemmen schneiden ‘flache Steine so auf eine Wasserfläche werfen, dass sie mehrmals springen’,  Botterstulle, 4: CA-Chö.
Lautf.: Bemme, [bem] JE1-Kö, ZE-Jü KlLei, vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt.; Pemme, [pem] JE1-Schor, ZE-Stra, vereinz. s ZE, WA-Ta, vereinz. n CA, verstr. n anhalt.; Bämme CA-Ba Ma, DE-Wa Wö; Bumme, [bum] z.T. veralt. vereinz. BA, Spr-Asch 25, QUE-GrSchie, vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt. (außer ö DE); Pumme, [pum] z.T. veralt. WA-Ta, vereinz. sö elbostf. s CA BE mittleres anhalt.; Bamme verstr. ZE (außer ö), DE-Or Reh; Pamme, [pam] verstr. s JE1, verbr. ZE, DE-Vo. – Etym.: noch nicht sicher geklärt, Herleitung aus gleichbed. slaw. pomazka zu sorb. pomaza‘beschmieren’ bes. von slawistischer Seite angezweifelt, daneben wird Zusammenhang mit ndl. boterham ‘Butterbrot’ > Botteramm > rhein. Bemme, Butterbämme erwogen, vgl. Eichler 1965,23 ff., Kluge 242002,108, Wb-Obersächs 1,211.
Brkutscher m. ‘Fuhrmann einer Brauerei’ 3: Lindauc o.J. 37, HA-Oh, 4: Heese 21919,101 – ... mit n Faß Bier ausjeholfen, wie’n dän sein Bierkutscher mah hadde sitzen jelahßen. a.a.O. 101.
Lautf.: Bei(e)rkutscher Lindauc o.J. 37, HA-Oh; Bier- Heese 21919,101.
beslen Vb. ‘mit Sohlen versehen’ 2: Bewohner-Altm 1,270 (nö OST), 3: vereinz. w elbostf., 4: Wb-Be, Heese 21919,56 – Stewwel beslen HA-Oh.
Lautf.: besohlen, -slen vereinz. w elbostf.; -soahlen Bewohner-Altm 1,270 (nö OST); busohlen Heese 21919,56; [puzln] Wb-Be.
besonders Adv. ‘sehr, überaus’,  bannig, auch ‘vor allem’ 2: ZE-Roß, Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze), 4: vereinz. DE – Mor kann je nich jerade sahn, daß es sich busondersch scheene zuheert, wenn sich n paar Dessauer odder Keethener odder Bärenborjer was zusammen vorrzehlen. Heese 21919,3.
Lautf.: besondersch, [bzondr]; außerdem: -sondorsch Krause 1964,13; -sonnersch Heimatkalender-Ze 1962,90 (ZE-Ze); busondersch Heese 21919,3.
bter Adj., Kompar. von  gt 1. einen höheren Grad kennzeichnend: ‘mehr als gut’ verstr. – kannste das nich besser machen? DE-Ho; hei is wer bter ‘ihm geht es wieder besser’ Wb-We* 201; ... in’n Jasthoff mußten se dadorrfor drei Silwerjroschen bußahlen, un’s schmeckte oh nich besser. Heese 21919,100; Rda.: besser is besser Wb-We* 201; Sprw.: ’n Dalder Geld is besser w ’n Puckel vull Sle HA-Oh; De Pär trecken bätter, wenn de Furrmann Sluck krigt. Bewohner-Altm 1,354; en gun Nawer is besser als en slechten Vorwandten WE-Be; Reim:Wat besser is wie ne Lus,
Dat nimmt me medde nah Hus.
Vk-Harz 3,59.
– 2. in Verbdg. mit Richtungsadv. ‘mehr, weiter’ vereinz. – gao bäter rupp ‘gehe weiter hinauf’ Wb-Altm 16; g d beter hen ‘geh etwas weiter’ Wb-We 17.
Lautf.: beter Wb-We 17; bät(e)r vereinz. Altm., WE-Oster, Wb-We* 201, BA-GrAls; bäder OSCH-Ba; [baid] SA-Dä; better, [betr] Id-Altm, STE-Schi, JE2-Gü, Mda-nwJe1a 46 (JE2-HSe, JE1-Ih Pa), Mda-Ze (ZE-Stre); bedder Kredel 1929,3, JE2-Wu; bätter, [btr] Bewohner-Altm 1,354, Brauch-wAltm 73, Siedler-Je § 62 (JE1); [btä] a.a.O. § 62 (n/mittleres JE2); besser, [besr] Mda-nwJe1a 46 (JE1-Gra), verstr. ZE elbostf. anhalt.; bäsr Mda-Ro.
b verbr. I. Präp. – 1. räumlich – a. zur Bezeichnung der Nähe von etw., jmdm. – bn hse Wb-Nharz 26; sai stait b ’n Fer WA-Un. – b. zur Bezeichnung der direkten Berührung, Verbindung – Lock bä Lock STE-Schi; d Schtrke (weibl. Rind) wa no nich bain Bulln JE2-Scho; b’n Koppe krn HA-Oh; Rda.: dat geit mi bit an’n Kraog’n ‘das wird für mich gefährlich’ Wb-Altm 115; ’n beis Schlafittchen n’m ‘jmdn. fassen’, auch ‘jmdn. zur Rechenschaft ziehen’ Wb-Ak 118; Sprw.: wn de kau hrt, d ft’se bn schwanze ‘wen eine Sache etw. angeht, der kümmere sich darum’ Wb-Nharz 27. – c. zur Bezeichnung des Lebens- und Arbeitsbereichs von jmdm. – bäi uns to Hs Nd-KlWu 16; bi fremmen Lüen WE-Dee; Ich bleiwe bei mei’n Vter w’n. Wb-Ak 33; Bi’n Dokter dao mütt ‘r noch beestig lang lu’rn. Pohlmann 1905,23; Jerade en Jahr spehter, wie der Junge hier bei’n Koofmann ... in de Lehre jekommen war ... Heese 21919,9. – d. zur Bezeichnung des eigenen Bereichs – Rda.: bi sick sin ‘bei Verstand sein’ Wb-Altm* 50. – e. ‘zu’, vorw. in Verbdg. mit Verben der Bewegung zur Kennzeichnung des Ziels der Bewegung – bmek ‘zu mir’, Zuruf an Hunde, Mda-Weg 87; ... mor jehn nu erscht ehma alle bei uns ... Alt-Cöthen 15; ... jehnse mantema num bei’n Harr Pfarrn ... Wäschke 61915,12; ’n Daach secht’n, wenn’n bi Lü’ kümmt Wb-Holzl 63. – 2. zeitlich – a. zur Bezeichnung eines Zeitpunktes oder einer Zeitspanne – b Daoch SA-Dä; b mnder tt ‘zu meiner Zeit’ Wb-Nharz 27; b Winterstt HA-Oh; bi Schuren ‘zeitweise’ Wb-Holzl 63. – b. zur Bezeichnung der Gleichzeitigkeit mit einem weiteren Geschehen – Ich wr jerse beis Abwaschen, we km. Wb-Ak 33. – 3. modal, zur Angabe der Begleitumstände, auch mit kausalem oder konditionalem Nebensinn – Ik wodd bäi de Hitt hällisch möh. Hausfr-Altm 1927,45 (STE-Ber); Rda.: b Nacht un Nbel ‘heimlich’ HA-Oh; bi Weje sien ‘rüstig sein’ Wb-Holzl 63; b kasse sn ‘genügend Geld besitzen’ Wb-Nharz 27; noch nich ganz bi Welt sien ‘noch benommen sein’ Wb-Holzl 63. – 4. in Bezug zu jmdm., etw.: ‘betreffs’ – Sprw.: bi Kälwer un lüttje Kinder mott’n de Maate wetten ‘Erwachsene dürfen in Bezug auf Kinder und Jungtiere nichts erwarten, was über deren Verständnis und Leistungsfähigkeit hinausgeht.’ HA-No. – 5. zur Bezeichnung einer bestimmten Beziehung zu jmdm., etw. – hei wr der haupter (Anführer) b de sache Mda-Weg 96; Rda.: et Kind bi’n rechten Namen nennen ‘etw. ohne Beschönigung aussprechen’ Sprw-Börde. – 6. zur Bezeichnung eines Geschehens, Vorgangs bzw. der Beteiligung an etw. – wei sint bn dreschen Wb-Nharz 27; beis Schlachten un Backen ward de Molle vurjeholt Serimunt 1929 Nr. 46; Sprw.: weck’rn bit Brotbacken Deeg an’n Finger hack’n bliwt, is giezig Spr-Altm 52. – II. Adv. Kurzform von  drb, vereinz. – dichte bi Wb-Holzl 63; d is nischt b te mken Wb-Nharz 122; dao nusselt h all tw Daog bi un wt nich farig. Wb-Altm 148; da willt wie lustig un fröhlich bie sien HA-Bee.
Lautf. (auch in Verbdg. mit Zuss.): bie, b verbr. nwaltm. w/mittleres SA, vereinz. n SA nw OST w GA, verstr. s Altm. (außer s STE), verbr. elbostf.; p Mda-Sti 17; bei, bai verbr. ö SA w OST n/mittleres GA, vereinz. STE, verstr. JE2 mbrdb., vereinz. sö elbostf., verbr. anhalt.; [pai] Wb-Be; be-i GA-Wo, ZE-Kö; bäi, [bi], [bäi] Bewohner-Altm 1,331, verstr. mittlere Altm., vereinz. mittleres/s JE2, Mda-Ze (ZE-Gro); bäj OST-Möl; STE-GrMö Schi; ba BA-Ha, Spr-Asch 34.