Brde(n) f., m. ‘größeres gebratenes Stück Fleisch, Braten’ verstr. – d Brin is all frtich JE2-Scho; Na, smeckt denn mien Braoden? Pohlmann 1905,13; Denn brauchen mor forsch Fest keenen Braten zu koofen ... Heese 21919,87; Rda.: den Bren ruken (riechen) ‘merken, was auf einen zukommt’ Wb-We 21; an de Brae liet mick nischt, bloß an de Sose ‘Kleinigkeiten sind mir wichtig’, scherzh., Sprw-Börde; H kann all’ Daog Braod’n ät’n. mit tadelndem Unterton von einem vermö- genden Menschen gesagt, Wb-Altm 24; Sprw.: alle Dage Brae frit sich der Minsche tewedder Sprw-Börde;Wett ne Brae, wett ne Bra’e,
oppen Barch, oppen Barch.
Ausdeutung des Krächzens der
Krähe, WA-KlWa.
Lautf., Gram.: m.: Brad(e)n JE1-Try, OSCH-Da, vereinz. sw elbostf.; Braten vereinz. anhalt.; Braen HA-Ro, vereinz. w WE; Braan, brn vereinz. w elbostf.; Braod(e)n, [brdn] Wb-Altm 24, Pohlmann 1905,13, verstr. ö SA w OST, vereinz. n GA, STE-Ber, QUE-GrSchie; Braot(e)n, [brtn] Mda-Ze (ZE-Roß), vereinz. DE; [prtn] Wb-Be; Brao’n, [brn], [br], [brnn] verstr. w SA (außer n nwaltm.), GA-Ku Le Nie, WO-Col Zie, Mda-Ze (ZE-Roß), Mda-Ma 66 (JE1-Ran); [pr] Wb-Be; [braon] vereinz. n nwaltm.; [brjn] OST-Dü; prd’n Mda-Sti 24; [brin], [brin] verstr. ö Altm. (außer n WO), JE2-Scho; Braoi STE-Bis Ho; f.: Bra’e Wb-Holzl 69, verstr. ö elbostf.; Braa, br verbr. HA OSCH, WA-KlWa, WE-Rok, Wb-Nharz 32; [brd] verstr. mittleres/sw JE1; [br] CALV-Je Zo, vereinz. n elbostf.; [br] Mda-nwJe1a 47 (JE2-HSe, verstr. nw JE1); br WE-Re, QUE-Di; [brj] Mda-nwJe1a 47 (JE1-Rie); [brad] Dialekt-Ma 8 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Dor Göd); Broare, [brar] vereinz. ZE; [bral] Mda-Ze (ZE-Gro).
Break m. ‘leichte, offene Kutsche’ 3: HA-Oh, QUE-Di, 4: Heese 21919,27, Richter o.J. 38 – ... unn bestelle ‘n Wahn, kriehe ooch richtig noch en Brehk mit sechs Plätze. a.a.O. 38.
Lautf.: Breek, Brehk Heese 21919,27, Richter o.J. 38; Brk HA-Oh; Briak QUE-Di. – Etym.: zu engl. break ‘Kremser’, vgl. HWb-Engl 96.
brennen Vb. 1. verbr. – a. ‘in Flammen stehen’, auch dabei einen hellen Schein verbreiten, verbr. – dat Fa will nich bren’n SA-Dä; bain Nabbor hads jebrennd DE-Ca; Füer, Füer, bei uns brännt et! Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie); ... wenn de Lichter an’n Bome (Weihnachtsbaum) brennt. Wedde 1938,11; Rda.: ’s brennt Ausruf, wenn sich ein Suchender dem Versteck nähert, Wb-Ak 40; da brent et ‘dort wird gezankt’ Wb-Nharz 33; Sprw.: de Männer hebbet alle den Brand, un brennet (sind erregbar) se nich, sau glimmet se doch Wb-We 22; Rätsel:Ik weet män wat, wat brennt
Un’ brennt nich lichterloh.
– Brennnessel, Bewohner-Altm
2,170.
– b. ‘eingeschaltet, angezündet sein’. – 2. ‘Haare mit der Brennschere kräuseln’ 3: HA-Oh, 4: Wb-Be. – 3. ‘Kaffee rösten’ 3: HA-Oh. – 4a. ‘jmdn. verbrennen, durch Feuer verletzen’, auch refl. ‘sich verbrennen, durch Feuer verletzen, einen brennenden Schmerz zuziehen’ 1: SA-Rie, 2: ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf. – aua, ick hawwe mich awwer an’n Finger jebrennt ZE-Roß; Rda.: sek reine brennen ‘die Schuld von sich abwälzen’ Wb-We 22; Sprw.: wat mick nich brennt, dat puste ick nich ‘was mich nicht persönlich betrifft, ist mir egal’ Sprw-Börde; Rätsel:Hinner uns Hus steiht een Männeken.
Wenn mer’n anfoat, denn brennt he.
– Brennnessel, SA-Rie.
– 4b. ‘einen brennenden Schmerz verspüren’, auch ‘von Juckreiz befallen sein, Juckreiz verspüren’, bes. in der Nase,  kribbeln, 2: Pohlmann 1905,33, 3: OSCH-Crot, 4: Heese 21919,94 – et brennt in de Näse OSCH-Crot. – 5. ‘auf ungültige Weise aufkommen, im Lauf gestört werden’, beim Spiel, bes. ‘verkantet liegen’, vom Würfel, 2: Wb-Altm 24, 3: Wb-We 22.
Lautf., Gram.: Inf.: brenn(e)n; außerdem: pren’, [pre] Mda-Sti 46, Wb-Be; [brä] JE2-Scho; 3. Sg. Präs.: [brent]; außerdem: [bränt] SA-Ch, vereinz. w Altm., verbr. mittlere/ö Altm. (außer s Rand), JE2-Scho, Heimatkalender-Ma 1932,44 (JE2-Vie); [brant] vereinz. nwaltm. nö Altm.; 3. Sg. Prät. und Part. Prät. Formen mit -e- oder -ä- (ohne Rückumlaut); außerdem: prnte Mda-Sti 2.
Brennholt n. ‘(klein gehacktes (Stück)) Brennholz’,  Klwe(n), 1: SA-Rist, 2: GA-Sche, verstr. ö Altm. JE2, JE1-Stei, ZE-Bi We, 3: vereinz. w elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Da junk nämelich Jähne am’ns ... naus un mauste sich so ville Brennholz, wie e brauchte ... Heese 21919,60.
Lautf.: Brennholt; außerdem: -holz CA-Ak, Heese21919,60; [prenhols] Wb-Be; Brännholt OST-Möl, STE-Steg, vereinz. JE2.
brtslgen Vb. ‘überreden’ 3: HA-Oh, Wb-Nharz 33, 4: Wb-Ak 40, Heese 21919,25 – Hast’n denn brtjeschln? Wb-Ak 40.
Lautf., Gram.: breet jeschlahn Part. Prät. Heese21919,25; brtschln Wb-Ak 40; breit sln HA-Oh; - schln Wb-Nharz 33.
bringen Vb. allg. 1a. ‘etw. an einen best. Ort schaffen, befördern’ – de tolle Hagen hat de Schwiene na Schlanstidde brocht OSCH-Wu; w brengng k Tüffeln in Tüffellock JE2-Scho; Rda.: bei Siet bringen ‘stehlen, entwenden’ STE-Ga; was ewwern Jordn brengen ‘etw. verderben’ Wb-Ak 79. – 1b. ‘etw. zu jmdm. befördern und übergeben’ – ... ne halwe Semmel müßte hä doch för öähre kranke Wiese (Luise) met na Huse breng’n ... Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie); d musd de Schg noch bain Schsdor brengng DE-Ca; D’ Stork hät di’n kleinen Broder brocht. Pohlmann 1905,30; ... ich were Eich doch keen Unjlicke nich brengen! Wäschke 61915,18; Sprw.: Wer’t Klein nich acht, wärd’t Grod nich bracht’. Bewohner-Altm 1,344. – 2. ‘jmdn. an einen best. Ort begleiten’ – ... brachte awwer doch noche, wie sichs jeheert, das Mächen zu Hause. Heese 21919,45. – 3. ‘verursachen’, auch ‘mit etw. einhergehen, mit sich bringen’ – de wint brinkt rn Wb-Nharz 33; Der Winter hat Schnee un Ais jebracht. Spr-Asch 28; ... Mul- un Klauensüke, Rotlauf, Schwinsüke usw., de recht völe Sorr’nn un Not up’n Hof breng’n künn’n. Heimatkalender-Je 1923,99 (JE2-Fi); Bauernregel: De April mag sien wie e will, aber Loof un Gras bringet e doch. Chr-Em 427; kolln Ma bringkt Strou un Hou (Heu) SA-Rist; Sprw.: Höner bringen Fndschopp (weil sie im Garten des Nachbarn Schaden anrichten) Wb-Altm 278. – 4. ‘etw., jmdn. in eine best. Lage, in einen best. Zustand versetzen’ – op’n Swunk bringen ‘jmdn. antreiben’ HA-Oh; hei brochte mek rscht wedder drop ‘er erinnerte mich daran’ Wb-Nharz 33; Ick will de Sache woll tau Schick (zum richtigen Ergebnis) bringen ... Lindauc o.J. 23. – 5. in Verbdg. mit um ‘dafür sorgen, dass jmd. einen Verlust, Schaden erleidet’ –Dat se hat dän Schnied’r
Um sien bettjen Jeld ebracht
. 3: Lieder-Ma 979 (WO-Ol).
– 6. ‘erbringen, einbringen, Gewinn bringen’ – dat bringet vl HA-Oh. – 7. ‘aufgrund eigenen Strebens eine best. Position, Reichtum, Ansehen erreichen’ – hei het et wd ebrocht BLA-Brau; Da sall ’t dä Minsche tau wat bringen! Klaus 1936,18. – 8. in Verbdg. mit Subst. zur Umschreibung eines Verbalbegriffs – dat Heu op de Wiesche opn Hupen bringen WA-KlWa.
Lautf., Gram.: bring(e)n, bringng, [bri], bring’ Inf.; bring(e)t 3. Sg. Präs.; bring Imp. Sg.: verbr. nwaltm., verstr. w Altm., vereinz. nö GA nw STE, verbr. s JE1 ZE elbostf., Heimatkalender-Börde 1925,62 (CA-Sa), verstr. w BE; [prin] Wb-Be; breng(e)n, brengng, [bre], breng’ Inf.; brengt 3. Sg. Präs.; breng Imp. Sg.: SA-Die, vereinz. w SA w GA, sonst verbr. nbrdb. n/mittleres mbrdb., BLA-Bö, BA-Ha, verbr. anhalt.; bräng(e)n, bräng’ Inf.; brängt 3. Sg. Präs.: SA-Bre, vereinz. nbrdb., JE1-Ma; prëngen Mda-Sti 5; 1./3. Sg. Prät.: -a-, -o-; außerdem: -u- JE1-Ziep; -ö- SA-GrGe Kön, OST-Werb; -e- SA-Sa, OST-KlBeu; -ä- SA-Kri; Part. Prät.: -a-, -o-; außerdem: -ö- Wb-Altm 25, WA-See.
Brer f. ‘Brauerei’ 3: verstr. elbostf., 4: Heese 21919,73 – Op den groten Grasplatze vorr de Brueri stunnen schon tein, twölf Wa’ns ... Lindauc o.J. 14.
Lautf., Gram.: Brueri, Brer verstr. elbostf.; Bruerie-e OSCH-Grö; brr Wb-Nharz 34; Brauereien Pl. Heese 21919,73.
1B m. 1. 2: vereinz. Altm., Dialekt-Ma 7 (verbr. mittleres/s JE1), vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. omd. – a. ‘das Bauen, Errichten eines Bauwerks’ – “... awwer der Bau, der kostje zu vill!” Wäschke61915,55. – b. ‘Baustelle’ – ... un da freien siche denn die, die sonst uffn Bau arweeten ... Heese 21919,73. – 2a. ‘Gebäude, Haus’ 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 33 – Ich bin’n janzen Tch nich aus en Bau jekom’m. a.a.O. 33. – 2b. ‘Wohnung des Altenteils’, veralt., 2: vereinz. Altm. – 2c. ‘Stallgebäude, in dem der Knecht schläft’, veralt., 2: Wb-Altm** 40. – 2d. ‘Vorwerk’ 3: vereinz. w elbostf. – 3. ‘Höhle, Höhlung als Wohnstätte best. Tiere’ 2: Hausfr-Altm 1924,33, 3: vereinz. elbostf. – Dee Hamster harren sick in’t Koornfeld öhren Bu makt ... Hbl-Ohre 1928 Nr. 22/Wöhlbier (HA-Eim); Rda.: ... un griene wie’n Voß uten Bu. Lindaua o.J. 40. – 4. ‘Reparatur eines Kahns’, Schifferspr., 2: Elbschifferspr. 98 (STE-Bit Tan, WO-Ro, JE2-Mi Pa), ZE-Roß, 4: Elbschifferspr. 98 (CA-Ak), Wb-Ak 33 – uff Bau sinn ZE-Roß.
Lautf., Gram.: Bu, [b] Wb-Altm 26, vereinz. s Altm., verstr. elbostf.; Bau, [bau] vereinz. Altm., Elbschifferspr. 98 (JE2-Mi Pa), Dialekt-Ma 7 (verbr. mittleres/s JE1), vereinz. ZE, HA-Bo, Spr-Asch 41, BE-Gü, verstr. anhalt.; [pau] Wb-Be; pou Mda-Sti 20; Nbf.: Bue n. Wb-Holzl 71 (2d.).
1Ber m. 1a. ‘(Groß-)Bauer, Landwirt, Besitzer eines Bauernhofes’ verbr. – Die B. hatten freie Verfügungsgewalt über ihren (Erb-)Besitz, Abgaben und Belastungen lagen allenfalls auf dem Hof, nicht auf der Person des B. Da sie die größten landwirtschaftlichen Nutzflächen (um 1900 bis zu Größen von über 70 Morgen in der Altm., über 100 Morgen im Unterharz und in der Börde, wo sich sogar Höfe bis zu einer Größe von 400 Morgen fanden) und als Einzige ein volles Pferdegespann (Vollspänner: 4 bis 6 Pferde) besaßen, bildeten sie die Oberschicht. Wohlhabende B. arbeiteten nicht mehr selbst mit, sondern leiteten den landwirtschaftlichen Betrieb von einem im Anwesen eingerichteten Kontor aus. Nur sie durften als B. bezeichnet werden, im letzten Drittel des 19. Jh. gingen sie selbst zur Bezeichnung Ökonom über. Unter ihnen standen in der sozialen Hierarchie die Dreiviertel-/Halbhüfner und Halbspänner sowie die Kossaten (vgl. ausf. Ktste(r)) und Grundsitzer, die über wenig oder nur gepachtetes Ackerland verfügen konnten. vgl. u.a. Knechte-nwAltm 5, Vk-Altm 50, Alltag-Börde 14 f., 403, Volkstum-Ma 36, Vk-Unterharza 41. – de grte Ber ‘der Besitzer eines Bauernhofes’ Wb-We 24; bie de groten Bure wärt disse Arbeit in Akkort e’makt HA-Neu; d Mut (Magd) dnt bain Ban JE2-Scho; Da is mal ... en Bure west, dei’n grotes Anwesen harre. Rauch 1929,77; en Buer mutt feste mit taufaat’n, der kann nich blot mit’n Handschtock jahn WA-We; Slimm genogt, dät de Bure nich to ville Insicht häm ... Heimatkalender-Je 1924,59 (JE2-Vie); Bei den eenen (gemeint ist eine Gaststätte) waren der Farre un der Kanter un der Schulze un de Bauern ... Heese 21919,101; Zundert alleweile hat je wo jeder Bauer seine Jagd ... Wäschke 61915,24; Rda.: den Buren up’n Aeddelmann setten ‘nach Wein Bier trinken’ Id-Altm; dat willt nu mal Engels weeren, sää de Paster, dunn leigen sebben besoopene Buren undern Disch HA-No; Sprw.: Sommerroggen un Ziegenmeß freten den Bur’ as he is. ‘Beide ruinieren den B., weil der Sommerroggen den Boden auszehrt und Ziegenmist nutzlos ist’. Spr-Altm 87; Tanzlied:Alleweil sin de Bauern lustig,
Alleweil sin de Bauern froh,
Alleweil kost’ der Weizen fuffzig
Un zwee Groschen das Bund Stroh.
Vk-Anhaltc 141 (BA-Neu);
von den anderen sozialen Schichten des Dorfes streng geschieden, entwickelte sich ein eigenes Standesbewusstsein, dem bes. im Selbstbild best. Eigenschaften zugeordnet werden: Sprw.: ein Bur kann nich artreckt (erzogen) wern, dei mot geboren sien WO-Gu; de Hoff stärvt nich, blot de Buurn stärven OST-Sta; Wenn man ainen Buren opp de Töne (Zehen) tritt, denn hinkt dat ganze Dörp. Wb-Holzl 35; Wer’n Bur’n bedregen will, de mütt fröh upstaohn. Bewohner-Altm 1,325; de Buur de up sien Vee nich acht, de acht sick sälwest nich OST-Sta; Hat de Bure Geld, denn hat’t de ganze Welt. ‘Eine gut gehende Landwirtschaft, sichert auch den Wohlstand eines Landes.’ Chr-Em 428; das Bestreben, dieser Stellung auch äußerlich Ausdruck zu verleihen, regt zu Spott an: Rda.: Dät versteiht sich, sä de Bur, dao sprak’r hochdütsch. Bewohner-Altm 1,325; Een Bur woll ook väörnehm sind, häi slep bet half Naomiddag. a.a.O. 1,324; Sprw.: Bure blifft Bure un wenn hei slöpt bet Middag HA-Bee; n slächten Buan, de nich prohlen un stähn (stöhnen) kann, je nohdem wiet anbracht is STE-KlMö; In Gedanken frt de Br k in’t Kutsch. wird gesagt, wenn sich jmd. Illusionen macht, Wb-Altm 205; Bur is keen Eddelmann. Bewohner-Altm 1,324; andererseits wird den B. Eigennutz, Geiz und übermäßiges Gewinnstreben nachgesagt: Rda.: Ei is Ei, sagte de Bur, dunn bracht’r ’n Preister ’n Sperlingsei. Spr-Altm 87; Dat kost nix, sä de Bur, do prügelt he sin Jung. Heimatland-Ga 1930 Nr. 10; Sprw.: Wenn de Bure fon Je’m höört, dat is als wenn de Slach ön röört. Wb-Holzl 35; Wenn de Bur spar’n will, denn fängt’r bäin Köster un Prester an. Bewohner-Altm 1,324; ’ne Arme kann man ebenso argern as ’ne Rieke sagte de Bur, as he nach Geld freiete. Spr-Altm 87; Wenn de Köh’ god togaohn un de Fraun’s god afgaohn, denn kann de Bur bestaohn. ‘Wenn die Rinder gut gedeihen und die Ehefrau stirbt, kann der Bauer (durch eine erneute Heirat einer vermö- genden Frau) seinen Reichtum mehren.’ Bewohner-Altm 1,324; ebenso gilt der B. als dickköpfig und bequem: wat de Bur nich will, det deit he nich STE-Do; ehe der Bure zweemoahl jeit, schlept’te detten der Buuk weh deit JE1-Wol; sowohl abw. als auch anerkennend (mit Bezug auf die Bauernschläue): en Bur is en Bur, is en Beist (Biest) von Natur WE-Oster; Br iss ’n Br, Schelm von Natur. Wb-Altm 98; aus der Sicht der Stadtbevölkerung werden den Bauern Unkultiviertheit, Rückständigkeit, Beschränktheit, sogar Dummheit und Grobheit vorgeworfen: Rda.: de Ber stöt’n in’n Nacken ‘Derbheit und Ungebildetheit dringen immer wieder beim B. durch’ Wb-We 24; dat gaet ja as wenn dai Biua Pliu’m fritt ‘das geht sehr schnell’ SA-Dä; Alltoglik sä de Bur, dao har’r een Pärd vör’n Waw’n (Wagen). Bewohner-Altm 1,325; wat versteht de Bure von Jurkensalat? OSCH-Eils; Wat de Welt doch grod is, sä de Bur, dunn keek’r äöwer’n Kohltun. Bewohner-Altm 1,324; A’ wil (jetzt) kaom ick, sä de Bur, dao feel häi ut de Luk. Verspottung von übertriebenem Eifer, a.a.O. 1,324; Sprw.: wat de Bur nich kennt, det fritt he nich GA-Trü; wenn de Buer keine Inwenige (Wendestelle) härre, pleue hei bet na Jerusalem WE-Dee; De Bur’n lieben lange Mettwöst un korte Predigt. Spr-Altm 87; de dümmsten Burn hebbn de jrötsten Tüffeln STE-Bir. – 1b. in der Verbdg.: lüttger/kleiner Ber ‘Kleinbauer, Besitzer eines kleinen Ackerhofes’,  Ktste(r), 2: ZE-Jü, 3: vereinz. OSCH WE. – 2. ‘grober, unhöflicher Mensch’, abw., 4: Wb-Ak 33, Vk-Anhaltc 42 – Rda.: D bist an richtijer Bauer, nimmst nonichem de Mitze ab. Wb-Ak 33. – 3. ‘Unter’, Spielkarte, 2: Wb-Altm 29. – 4. ‘Weihnachtsmann’,  Wnachtsmann, vgl. Berkls, 3: Wb-Nharz 35.
Lautf., Gram.: Buer, [br, nwaltm., nbrdb.: -, -] vereinz. ö nwaltm., verstr. nbrdb., WO-Ma, verstr. mittleres/s elbostf.; per Mda-Sti 19; Buere, [br] vereinz. s JE2 n JE1, HA-Oh, vereinz. nw OSCH, WA-Un; Buur, [br] SA-HDo Ho, vereinz. w Altm., verstr. ö Altm., JE2-Gü, GA-Ge, verstr. sw elbostf., vereinz. ö elbostf.; pr Mda-Sti 19; Bure, [br] verstr. s Altm., vereinz. mittleres JE2, verstr. mbrdb., verbr. n elbostf., vereinz. n OSCH; Bu(h)rn Pl. SA-Han Rie, vereinz. ö Altm., JE1-Gü, BA-Re, Vk-Unterharza 52 (BA-Schie); [biu] verbr. nwaltm.; [biu] SA-Dä; Büer SA-Um; [büu] SA-Hi Pe; Bauer Sg., Bauern Pl. verstr. s ZE, QUE-GrSchie, Vk-Anhaltc 141 (BA-Neu), verbr. anhalt.; [paur] Wb-Be.
Ber(n)hoff m. ‘Grundbesitz eines Bauern einschl. der Wohn- und Wirtschaftsgebäude’ 1: verbr. nwaltm., 2: verbr. Altm., JE2-Bö, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – ... ann deen groten Gaaren, dee tau datt Grundstücke hören dei, da grenzen twei grote Burhöwwe an. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/Wöhlbier (HA-Eim); Na ne halwe Stunde da kahmben se an’n ziemlich jroßen Bauernhoff ... Heese 21919,80; Sprw.: Ne dicke Fru’ un en groten Hanen, dee ziert den ganzen Buerhoff. Wb-Holzl 34.
Lautf., Gram.: Buerhoff Matthies 1903,37, Rauch 1929,11, Wb-Holzl 34; Pl.: [bhv] GA-Bo, WO-Col; [bhf] vereinz. ö nwaltm., verbr. n/mittlere Altm.; [-ho] STE-Bö Je; [-hif] SA-Die; [biuhif] SA-Fa Wü; [-hef] vereinz. nw nwaltm.; [büuhif] SA-Pe; [-hef] SA-Hi; Sg.: Burhoff, brhof vereinz. nbrdb. elbostf.; Burhöwwe Pl. Hbl-Ohre 1925 Nr. 7/ Wöhlbier (HA-Eim); Bauerhoff Wb-Ak 33; Buern- vereinz. n elbostf.; Pl.: [bnhv] vereinz. s Altm. (außer sö); [-ho] STE-Buch Steg; [bnhv] WO-Zi Zie; [-hf] SA-Chei, GA-Fau; [biunhf] SA-Jü; [-hif] SA-KlGe; [-hef] SA-Ch Gie; Sg.: Br’nhoff, [brnhof] Wb-We* 204, QUE-Hau; Bauern- Wb-Ak 33, Heese 21919,80; [paurnhof] Wb-Be.