Knacks m. 1. ‘knackendes Geräusch’ 3: HA-Oh, Spr-Asch 44, 4: Mda-Sti 160, Wb-Ak 92, Mda-Fuhne 12 (DE-Ca) – Et jift dann … anen klanen Knacks. Spr-Asch 44. – 2a. ‘ Sprung in Glas oder irdenen Gefäßen’, auch von Eiern oder Holz, 2: STE-Kre, JE2-Ba, vereinz. ö ZE, 3: vereinz. elbostf., 4: Mda-Sti 160, Wb-Be, BE-Al Kl-Schie, Mda-Fuhne 12 (DE-Ca) – dat Glas hatn Knacks WO-El. – 2b. ‘seelischer oder körperlicher Schaden, Gebrechen’ 2: Wb-Altm 108, Beiträge-Altm 1,344, STE-Wa, ZE-Roß, 3: vereinz. elbostf., 4: Wb-Ak 92, Wb-Be, Wäschke 41910,149 – hei hett en knacks weg Id-Queb 4.
Lautf.: Knacks, Knak(k)s, Knax; außerdem: [gnags] BE-Al Kl-Schie, Mda-Fuhne 12 (DE-Ca); knks Mda-Sti 160.
knifflig Adj. ‘schwierig, mühselig, Geduld und Geschicklichkeit erfordernd’ 2: Wb-Altm 110, Beiträge-Altm 1,139, STE-Wa, ZE-Roß, 3: Wb-Holzl 123, HA-Bee Oh, Id-Eilsa 73, Wb-We 69 und 70, 4: Wb-Be.
Lautf.: knifflig, -lich ZE-Roß, HA-Oh, Wb-We 69, knifflij HA-Bee; knüfflig, -lich Wb-Altm 110, Beiträge-Altm 1,139, STE-Wa; [knifli] Wb-Be; kniw(w)elich, [kniwli] Wb-Holzl 123, HA-Oh, Id-Eilsa 73, Wb-We 70, Wb-Be.
Knst m. 1a. ‘Anfangs- und Endstück des Brotes’,  Kant(en), 1: verstr. nwaltm., 2: verstr. Altm., JE2-Ki, JE1-Kö, ZE-Dor Hu, 3: verbr. elbostf., 4: verstr. omd. – wer an besten bten kann, kricht’n Knust HA-Oh; Rda.: Oll Knst hölt Hs ‘altes Brot hält länger vor als frisch gebackenes’ Wb-Altm 278; De hat en grötsten Knust ejetten ‘er hat die längste Zeit gelebt’ Sprw-Harzvorld374. – Brauch: Vor dem Eintritt ins Haus schickt die Braut der ärmsten Familie des Ortes ein Brot, von dem sie vorher den K. abgeschnitten hat. Diesen hebt sie auf, um nie Mangel am täglichen Brot erleiden zu müssen. Hochzeit-Altm 36. – 1b. ‘großes Stück’ vom Brot, auch ‘dicke Brotscheibe’ 2: Wb-Altm 261, Beiträge-Altm 1,345, 3: Nd-Börde § 40 (WO-Schn), Id-Queb 5, BE-Gü, 4: Mda-Sti 163, Wb-Ak 94, DE-Thu – D haste dich awwer an Knst abjeswelt! Wb-Ak 94; Sprw.: ‘n groff (grober) Knst iss bät’r ass’n leddig Fst. Wb-Altm 261. – 1c. ‘Abschnitt einer mehrteiligen Semmel’ 2: Wb-Altm 111, Brauch-wAltm 54, SA-Kal, OST-Ar, vereinz. ö Altm., Heimatkalender-Ma 1930,81 (JE2-Vie), JE1-Ro, 3: JE1-Ca, 4: Wäschke 31909,106 – … brach sich o noch an Knust vonne Semmel ab … Wäschke 31909,106. – 2. Pl. ‘gebackene Kartoffeln’ 3: Rezepte-Harz 2, BLA-Be. – 3. ‘Apfelrest, Kerngehäuse des Apfels’,  Appelknst, 2: GA-Ack, JE2-Ma, verstr. mittleres JE1 ZE, 3: vereinz. elbostf. – 4a. dass. wie  Knurzel 1a., 2: ZE-Dor, 3: vereinz. s elbostf., 4: vereinz. w omd. – 4b. ‘Baumast’ 4: BE-Ge. – 4c. ‘Hebebaum am Wippbrunnen’, nur im Rätsel:uns Knecht Kns
hät’n Ding as’n Fst;
weiert de Wind,
bummelt äm dt Ding.
1: SA-Ab.
– 5. ‘klumpenförmige Geschwulst oder Verhärtung am Körper’ 3: Wb-Nharz 103. – 6. ‘Haarknoten am Hinterkopf der Frau’ 2: Wb-Altm* 60, STE-Wa. – 7a. in der Verbdg.: Dät is’n groffen Knust. ‘Das ist ein grober, schwerfälliger, ungehobelter Mensch.’, im Anschluss an 1a.,  Klotz, 2: Beiträge-Altm 1,345. – 7b. ‘ Bäcker’, scherzh., 3: ADVk Nr. 238b (HA-Sü). – 7c. ‘kleiner Mensch’,  Knirps – Heischevers:ick bin n klnr kns,
unn wenn ji mick nischt jewwn wollt,
denn scht ick ji int hs.
3: Vk-Ask 137 (QUE-Scha).
– 7d. ‘ Kleinknecht’ 2: JE2-Ro.
Lautf., Gram.: Knu(u)st, Knst, Knuhst, [knsd]; außerdem: [gnsd] verstr. BE, DE-Thu; [knstn] Pl. OST-Kru, STE-Ro Schi; [gnsdn] BE-Ad; Knste Pl. JE1-Ro; [knst] Pl. SA-Kal; Knstk’n Dim. Wb-Altm 111; Knieste Pl. Rezepte-Harz 2, BLA-Be; Knistchen Dim. BLA-Sti; [kniust] verstr. nwaltm.; Knaust JE1-Schor Walt, verstr. ZE; Knoust WE-Ho Rho; Gnaust QUE-Scha Wed, [gnausd] BE-Dro Sa; Jnaust QUE-Frie Su; Kns SA-Ab, Lieder-Ma Nr. 476 (JE1-Ran), JE1-Schor, OSCH-KlQue, WE-El, Vk-Ask 137, KÖ-Grö Wer; Knaus HA-War; Knauht ZE-Wa. Zuss.: zu 1a.: Knurr-, Kuss-, Lache-; zu 2.: lknster; zu 3.: Hunk-; zu 4.: Holt-, wen-.
Kbold m. 1a. ‘zwergenhafter, meist helfender, auch zu Streichen aufgelegter Hausgeist’ 1: SA-Dä, 2: verstr. Altm. ZE, 3: Wb-Holzl 123 (HA-Eil, WA-See), Vk-Ask 379, Vk-Anhaltb50 (BA-Ge, BE-GrMü), 4: Vk-Anhalta 183, verstr. w anhalt., DE-Ca, Vk-Anhaltb 50 (DE-Re) – … de sa’n doch … von eene Familie, die hann’n Kowwelt, – der sitzt inne Küche … Wäschke 41919,78. – Volksgl.: Der K. kann vielerlei Gestalt annehmen, so die eines kleinen roten Männchens (Brauch-Anhalt 170 – KÖ-Wad), einer Katze (a.a.O. 170 – ZE-Bor, Vk-Anhaltb 50 – ZE-Mü), von Feuer (Beiträge-Altm 1,149, Brauch-Anhalt 170 – KÖ-Wad) oder eines hellen Streifens am Himmel (Brauch-Rie 750). Wenn jmd. aufgrund seines Fleißes und seiner Sparsamkeit zu Wohlstand gekommen ist, so heißt es von ihm, dass er einen K. habe (Beiträge-Altm 1,149, Wb-Altm 112). Der K. wohnt unter dem  kel (Wb-Altm 112), auch in einem Fass auf dem Boden (Brauch-Anhalt 171 – ZE-Bor, Vk-Anhaltb 50 – ZE-Mü), wo er etw. zu essen und zu trinken, meist Semmeln und Milch, bekommt. Wird dies ein einziges Mal vergessen, geht der K. unter Getöse aus dem Haus und lässt es in Flammen aufgehen (Wb-Altm 112). Manchmal unterscheidet man zwischen einem reich und einem arm machenden K. Letzteren wird man durch Räuchern mit neunerlei Holz wieder los (Brauch-Anhalt 170 – ZE-Bor). Bes. nützlich macht sich der K. in der Küche, weshalb behauptet wird, dass zumeist Frauen einen K. haben (Brauch-Anhalt 171). Auf Zuruf der Hausfrau ist er in der Lage, das Essen in kürzester Zeit zuzubereiten (Brauch-Rie 750f., Wb-Holzl 123, Wäschke 41919,78). Von den nicht immer lauteren Absichten des K. zeugen die Feuermale im Gesicht mancher Menschen, die von seinem Schlag herrühren sollen (Brauch-Anhalt 171 – ZE-Bor). Die Mutter lässt ihr Kind nur dann allein im Bett zurück, wenn sie zuvor ein Gesangbuch unter das Kopfkissen gelegt hat, um den K. am Vertauschen des Kindes gegen einen Wechselbalg zu hindern (Vk-Anhalta 139 – ZE-Na). Hat jmd. einen K., so kann er nicht sterben, es sei denn, jmd. anderes lässt sich bitten, den K. zu übernehmen (Brauch-Anhalt 171 – KÖ-Ho). Ein Verstorbener, der den K. hatte, soll mit dem Kopf voran hinausgetragen werden (Vk-Anhalta 183). – 1b. ‘Schreckgestalt für Kinder, die angeblich im Getreidefeld sitzt’,  Roggenmme, 4: Mda-Fuhne 184 (KÖ-Lö, jüngere Generation). – 2a. ‘kleiner Mensch’,  Knirps, 3: Vk-Ask 106. –2b. ‘stets fröhlicher Mensch’, auch ‘munterer, lebhafter Junge’ 1: SA-Dä, 4: Wb-Ak 96, Spr-Anhalt 166, Wb-Be – t hast je woll an Kowwelt in’n Laiwe a.a.O. – 2c. ‘ungezogenes Kind’,  Lümmel, 2: JE2-Scho. – 2d. ‘tobender, Lärm hervorbringender Mensch’ 2: Wb-Altm 112. – 3. in der Verbdg.: ‘n Kowwelt han ‘übermütig sein und viel lachen’ 4: Wb-Ak 96. – 4a. ‘aus Holundermark gefertigtes Stehaufmännchen’ 2: Wb-Altm 112. – 4b. Würfelspiel, 4: Brauch-Anhalt 170. – 5. ‘Pflug ohne Fahrgestell’,  Plg – dän Kobold nm’m se tum Tüffeln anpljen 2: JE2-Scho.
Lautf., Gram.: Kobold, [kobolt] Beiträge-Altm 1,149, JE2-Scho, Brauch-Rie 750, JE1-Walt, Vk-Anhalta139, Vk-Anhaltb 50, Brauch-Anhalt 170f.; Kobolden Dat. Pl. Beiträge-Altm 1,148, STE-Ho; Kobbold, -t Wb-Altm 112, OST-Mech, Wb-Holzl 123; Koppolt Abergl-Ma 244; Kowwelt, [kowlt] Spr-Anhalt 166, Wb-Ak 96, Wb-Be, Wäschke 41919,78; [gowld] Mda-Fuhne 184 (KÖ-Lö, jüngere Generation), DE-Ca; [kobd] SA-Dä; [kowwl]Vk-Ask 106 und 379; Kubbelt SA-NFe Pre, OST-Kau. Zuss.: zu 2b.: Lach-; sonstiges: Mai-.
Kltn m. ‘Zaun eines (Kohl-)Gartens’,  TnWat de Welt doch grod is, sä de Bur, dunn keek’r äöwer’n Kohltun … 2: Beiträge-Altm 1,324.
Kteke f. 1. TiN Zeckenart, 2: Wb-Altm 114, Mda-Ar 37. – 2. vorw. im Pl. PflN ‘Heidelbeere’, auch die Frucht,  Heidelbre, 2: Wb-Altm 114, Beiträge-Altm 1,145, Id-Altm, OST-Fle Sto, verstr. JE2, JE1-Bü.
Lautf., Gram.: Ko(h)teken Pl. Id-Altm, OST-Fle, JE2-GrWud Sy; -tk Wb-Altm 114, [ktk] Mda-Ar 37; Ko(h)täken Pl. Beiträge-Altm 1,145, OST-Sto, JE2-Bu Klie Nkli; Kuhteken Pl. JE2-Kar Mü Schar; -täken Pl. JE2-Neu, JE1-Bü; -täeken Pl. JE2-Mö. – Etym.: Übertragung des TiN auf die Pflanze auf Grund der Ähnlichkeit der Beeren mit voll gesogenen Zecken, vgl. Wb-PflN 4,944.
kwisch Adj. 1. ‘unwohl, erkältet’, auch ‘lungenkrank’, bes. von Schafen, 2: Wb-Altm 98, Beiträge-Altm 1,144, 3: vereinz. sw elbostf. – 2. ‘stumpf’, von den Zähnen nach dem Genuss saurer Speisen,  stump, 3: BLA-Tr.
Lautf.: köwisch, köbisch Wb-We 71 und 73, Id-Queb 6; [kewi] Id-Eilsb 147; käöwsch Wb-Altm 98; kwisch Wb-Nharz 96, BLA-Tr; käwsch Beiträge-Altm 1,144. – Etym.:  Kwe.
kreiten Vb. dass., 2: Beiträge-Altm 1,144, Land/Leute-Je 1923 Nr. 2 (JE2-Schö).
kristren Vb. ‘quälen, peinigen’ 2: Beiträge-Altm 1,141, Wb-Altm* 61, Land/Leute-Je 1923 Nr. 2 (JE2-Schö).
Lautf.: kristi(e)ren; außerdem: kristrn Wb-Altm* 61.
kterbtern Vb. dass. wie  ktebten, 2: Wb-Altm 121, Beiträge-Altm 1,140, Spr-Altm 79, GA-Schw, verstr. ö Altm., JE2-Scho Schön.
Lautf.: küterbütern Spr-Altm 79, OST-Ost, STE-Ta; [ktabtan] JE2-Scho, [ktbtn] STE-Steg; [ktäbtärn] JE2-Schön; [ktbtn] STE-Bö Je; Nbff.: [ktbtn] GA-Schw, STE-Bad; küterbutj’n Wb-Altm 121; [ktbtjn] WO-Zie; [-btn] WO-Zi; [-bd] STE-Sa; kütelbüten Beiträge-Altm 1,140; [ktlbtn] STE-Buch; [ktl-] OST-Kre; [ktlbdln] STE-Ro; küdelbüdeln STE-Ta.