ansmken Vb. ‘schlagen, prügeln’,  verhauen, 3: Wb-Nharz 15, Spr-Asch 17 – krichst ane anjeschmokt a.a.O. 17.
Lautf., Gram.: anjeschmokt Part. Prät. Spr-Asch 17; nschmken, -schmken Wb-Nharz 15.
antitschen Vb. 1. ‘schlagen, ohrfeigen’,  verhauenkrichst ane anjetitscht 3: Spr-Asch 17. – 2. in der Verbdg.: einen wekke ntitschen ‘jmdn. leicht mit einer Rute oder Peitsche schlagen’ 3: Wb-Nharz 16.
Lautf., Gram.: anjetitscht Part. Prät. Spr-Asch 17; ntitschen Wb-Nharz 16.
Appelms n. ‘Apfelmus’ 1: SA-Dä Die, 2: Wb-Altm 139, 3: vereinz. w/s elbostf., 4: Wb-Ak 25, Wb-Be – Rda.: haue deck zu Appelmus Spr-Asch 17.
Lautf.: App’lms Wb-Altm 139; Appelmaus vereinz. w elbostf.; [abamaus], [abo-] SA-Dä Die; Appelmus, -ms, [aplms] Spr-Asch 17, Wb-Ak 25, Wb-Be.
Armenkasse f. ‘soziale Einrichtung, Kasse zur (finanziellen) Unterstützung von Armen’, veralt., 2: vereinz. ö Altm., Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze), 3: HA-Oh, Spr-Asch 17 – Un där beschtimmte nu, däß Karl ... n’ halm Dahlor in de Arm’kasse bezah’l mußte. Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); Rda.: häe kriegt wat ut’t Armkass ‘er bekommt Prügel’ STE-GrMö.
Lautf.: Armenkasse HA-Oh, Spr-Asch 17; -kass Francke 1904,42; Arm’kasse Heimatkalender-Ze 1964,94 (ZE-Ze); Armkass OST-Ca, STE-GrMö.
Aschenemmer m. ‘Eimer für Asche’ 3: HA-Oh, Spr-Asch 40, 4: Wb-Ak 27, Wb-Be – Draußen starpte de Mutter den Aschenemmer um ... Spr-Asch 40.
babbeln Vb. 2: Wb-Altm 152, 3: verstr. elbostf., 4: Mda-Sti 88, Wb-Be, vgl. ppeln. 1. ‘unverständlich, undeutlich sprechen’, bes. von kleinen Kindern,  1nusseln... er bawelte un bremmelte so wat vorr sich hen ... Spr-Asch 33. – 2. ‘schwatzen, Nichtiges reden’,  nlend brktest doch nich glk derfon te baweln Wb-Nharz 22.
Lautf., Gram.: babbeln vereinz. WE; baw(w)eln Sprw-Börde, Wb-We* 201, Wb-Nharz 22; bawelte 3. Sg. Prät. Spr-Asch 33; paweln Mda-Sti 88; papp(e)ln, [papln] Wb-Altm 152, Mda-Ohre 351 (GA-Rä), Wb-Be; [pap] Nd-Börde § 42 (WO-Schn).
Backhs n. ‘einzeln stehendes Haus mit Backofen und Vorraum’ 1: SA-Dä, 2: vereinz. Altm., JE2-Gü, vereinz. ZE, 3: verstr. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – Un der eene, ... wurde ... inne Jauchenlache beis Backhaus jeschmissen, ... Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa); Rda.: das is wie in’n Backhaus vom ständigen Kommen und Gehen gesagt, Vk-Anhalta 69; Sprw.: Wo’n Brauhus steiht, kann keen Backhus staohn. ‘In Haushalten, in denen viel Alkohol getrunken wird, fehlt das Geld für Grundnahrungsmittel.’ Bewohner-Altm 1,321; Wo an Wärtshaus stat, da kann kan Backhaus stan ‘Trinker essen wenig’ Spr-Asch 20. – Gemeindeeigene B. standen häufig in der Dorfmitte; z.T. gab es auch private B., sie befanden sich abseits der Hofgebäude, oftmals im Garten. Im B. der Gemeinde durfte jeder backen. Gebacken wurde alle zwei bis drei Wochen. Das Anheizen des Ofens wurde von den Dorfbewohnern abwechselnd besorgt. Befreit davon waren der Pastor, der Kantor und der Hirt, die dafür jedoch zuletzt mit dem Backen an der Reihe waren. Vk-Anhalta 16, Abergl-Anhalt 23. In Wadendorf wurde die Reihenfolge der Backenden beim Bürgermeister ausgelost. Wer zuerst backen durfte, holte bei den anderen Bewohnern je ein großes Bund Holz und heizte den Ofen an. KÖ-Wa. Im B. wurden auch die Gemeindeversammlungen abgehalten. Vk-Anhalta 16 und 53 (ZE-Bra Rie).  Backwen.
Lautf.: Backhus, -hs; außerdem: [bakhius] SA-Dä; Backhaus Spr-Asch 20, Heimatkalender-Börde 1925,63 (CA-Sa), Vk-Anhalta 69; [baghaus] KÖ-Wa.
Backschte f., in der Rda.: krichst ... ans ... anne Backschote Androhung von Prügel, 3: Spr-Asch 17.
bden Vb. 1. (refl.) ‘(etw./jmdn.) zum Zwecke der Reinigung, Erfrischung ins Wasser tauchen’ verstr. – Bower hadde FKK jebadet un war von de Pollezei uffjeschteewert worn. Krause 1964,92; subst.: wei gungen silfdritt na’n Bahn OSCH-Crot; d Kinna jn nacksch n Bin JE2-Scho; hei mott n’n Bn er muss Heilbäder im Solebad in Schöningen nehmen, HA-Oh; Rda.: wat es nich alles gift, manche baet sek saugar WE-Dee; Deck hamse mal te haß jebadet. ‘Du bist verrückt, geistesgestört.’ Spr-Asch 48; naß wie ane gebadte Katze ‘völlig durchnässt’ Vk-Anhaltc 62; Ich bin w jebatt ‘Ich bin stark erhitzt, geschwitzt’ Wb-Ak 31; Tanzlied:Morjen wort’et Woat’r blau,
Morgen boad’ ick miene Frau;
Wenn se sick nich boad’n lätt,
Jift wat mitt’n Schteww’lknecht.
Lieder-Ma Nr. 1024 (WA-Eg);
Von morgen ahn, beth tho twelff schlegen schall neyne frowe edder maget baden, ... Statuten von Gardelegen um 1450, Cod. dipl. Brdb. 1.25,358. – 2. ‘waten’ 2: Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie), ZE-Roß, 3: vereinz. n elbostf., 4: vereinz. omd. – dorch Wter ben Beiträge-Nd 60 (WO-HWa); dorch et Korn boaden JE1-Ca; Zus.: ... botte nu min ... Brueder Max ... in dissen Puhl rüm ... Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie).
Lautf., Gram.: baden vereinz. s elbostf., Vk-Anhaltc 153; pd’n Mda-Sti 126; ba’en, ben vereinz. w elbostf.; ban, bn vereinz. w elbostf., Vk-Ask 377; baoden, baod’n, [bdn] SA-Die Sa, JE1-Ca, Lieder-Ma Nr. 886 (QUE-Que); bgen Id-Altm; [bjn] vereinz. ö Altm.; [bn] Beiträge-Nd 60 (WO-HWa), [bn] SA-Sal; [b] CALV-Uth Zo; [p] Wb-Be; b’n, bn, [bn], [bn] vereinz. nwaltm., verstr. w Altm. (außer CALV), ZE-Roß, vereinz. elbostf., Wb-Ak 31; [b] SA-Pü; [bao] vereinz. nwaltm.; [bn] Mda-nwJe1a 48 (vereinz. nw JE1); [ban] ZE-Kö; bo-i-n Mda-Je 230; [bin], [bin] SA-Vie, verstr. ö Altm. (au- ßer n WO), JE2-Scho; [bi] WO-Zi; Baun JE1-Scha; [bjn] WO-Col; [bn] CALV-Je; 1. Sg. Präs.: bade Wb-Ak 31; boad’Lieder-Ma Nr. 1024 (WA-Eg); [b] QUE-Di; 3. Sg. Präs.: [bdt] Mda-nwJe1a 48 und Dialekt-Ma 8 (verstr. w JE1 n CA); [bjt] Mda-nwJe1a 48 (JE1-Rie); [bot] Dialekt-Ma 8 (verbr. JE1), verstr. ZE; 1./3. Sg. Prät.: [bt] QUE-Di; badte Richter o.J. 28; batte Wb-Ak 31; ptte Mda-Sti 2; botte rüm Zus. Heimatkalender-Je 1927,117 (JE2-Vie); [bot] Dialekt-Ma 8 (verstr. mittleres/s JE1, ZE-Dor); Part. Prät.: jebadet Spr-Asch 48, Krause 1964,31 und 92; [bt] QUE-Di; jept Mda-Sti 2; gebadte attr. f. Nom. Sg. Vk-Anhalta 62; jebatt Wb-Ak 31; -e attr. f. Nom. Sg. a.a.O. 31; [bot] verstr. JE1, ZE-Göd; [j-] Mda-Ze (verstr. ZE).
baff 1. Interj. Ausruf für ein dumpfes, knallartiges Geräusch, 2: vereinz. ö OST, Lieder-Ma Nr. 562 (WO-Be), 3: vereinz. elbostf. – baff, da slauch de Der tau HA-Oh; baf, d wr et eplatzt Wb-Nharz 19; baff, herre’n Backfafe wech Spr-Asch 17; Abzählreim: ene beene baff, du bist aff OST-Polk. – 2. Adv. ‘überrascht, verdutzt’ 2: Francke 1904,30, 3: vereinz. elbostf., 4: vereinz. anhalt. – t pin ich mfach paff Wb-Be; Da warn de drei Schtrafmandatskandedatn erscht richtich paff. Krause 1964,70; Rda.: bu un baff sien Sprw-Eils 38.
Lautf.: baf(f); außerdem: paff, [paf] QUE-Di, Wb-Be, Krause 1964,70.